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Ardua prima via est

von Corva
KurzgeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 Slash
07.09.2014
24.12.2015
2
2.434
6
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
24.12.2015 1.275
 
Was für ein Wunder! Corva meldet sich zurück und beendet eine Geschichte! :D

Es ist aber schon ein ziemlich großer Zufall, dass ich quasi gerade die zweite Staffel von Aldnoah.Zero (endlich) geschaut habe, mein angefangenes zweites Kapitel für diese Fanfiction wiederfinde UND mich mal wieder einlogge und einen netten Kommentar vorfinde :D Und da ich dann ein schlechtes Gewissen hatte und morgen (*auf die Uhr guck*), äh, heute Weihnachten ist... Hier ist es! Das zweite und letzte Kapitel!

Nun ja... Ich ignoriere hiermit alle Ereignisse ab Folge 11 der ersten Staffel, ansonsten würde diese Geschichte nicht funktionieren. Es ist also ein "Alles ist gut gelaufen"-AU...
Dieses Ende hat mich echt getötet T.T

Also: für jeden, der hier drauf gewartet hat: Es tut mir leid Q.Q
Trotzdem viel Spaß beim Lesen! ^^
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Das kalte Neonlicht in den Gängen des mit Aldnoah-Technologie betriebenen Schiffes wirkte abweisend und verstärkte Slaines Mutlosigkeit. Nicht einmal die Prinzessin hatte diese vertreiben können. Wie in aller Welten Namen sollte er bitte an Inaho herantreten? Bei allen Dingen, die Slaine an dem jungen Soldaten zu schätzen gelernt hatte: Mit Gefühlen schien er sich ziemlich schwerzutun.

Slaine dachte darüber nach, wie es überhaupt zu dieser ganzen Situation gekommen war. Der Krieg war vollends ausgebrochen, und er als Soldat in den Diensten des versianischen Kaisers hatte sich natürlich beteiligen müssen (wenn auch nur als Pilot einer Transporteinheit).

Nachdem er sämtliche Irrwege, die man sich so vorstellen konnte, endlich hinter sich gebracht hatte und auf der Deucalion gelandet war, kamen direkt die nächsten Probleme.
Als erstes musste Slaine sich traurigerweise erst an die Tatsache gewöhnen, dass niemand hier ihn für minderwertig hielt, ihn beleidigte oder aus heiterem Himmel auf ihn einschlug. Die ersten Begegnungen zwischen ihm und den höherrangigen Militärs wie zum Beispiel Lieutenant Marito waren für alle Beteiligten eher unangenehm verlaufen, da er sich zu Anfang sehr zurückhaltend bis hin zu ängstlich verhielt und seine Gegenüber deshalb ständig der Ansicht waren, sie würden etwas falsch machen.

Das zweite Problem waren die paar gleichaltrigen Personen, denen Slaine begegnete. Abgesehen von der Prinzessin war er allen gegenüber misstrauisch und wurde deshalb (ähnlich wie Rayet) nicht von Anfang an in ihren Freundeskreis integriert. Natürlich war Slaine es gewohnt, alleine zu sein (wieder mit Ausnahme der Prinzessin, die ihm auch hier auf der Erde häufig Besuche abstattete).
Doch eben das brachte Schwierigkeiten mit sich, als das gegenseitige Misstrauen allmählich verflog. Dann kamen nämlich ab und zu Inko, Calm oder Nina zu ihm, um ihn zu fragen, ob er denn nicht mal etwas mit ihnen unternehmen wollte (meistens war es Kartenspielen, viel mehr Freizeitbeschäftigungen gab es auf der Deucalion schließlich nicht).
Slaine hatte absolut keine Idee, wie er mit so einem Überfluss an Freundlichkeit umgehen sollte. Auch bevor er und sein Vater zum Mars gereist waren, war er nie wirklich mit jemandem befreundet gewesen, da sein Vater auf Privatunterricht bestanden hatte. Und so hatte er kaum positive Erfahrungen mit gleichaltrigen Kindern gehabt, weshalb die ersten Treffen mit den anderen ziemlich kläglich verlaufen waren.

Problem Nummer Drei war, wie sollte es auch anders sein, Inaho.

Stets tauchte er aus heiterem Himmel auf, kritisierte, mimte den Unbeteiligten oder starrte einfach nur. Slaine schien sein Lieblingsziel zu sein, und inzwischen hatte dieser das Gefühl, dass es inzwischen neben der Prinzessin noch eine zweite Person gab, die mehr über ihn wusste als er selbst. Und das fand er ziemlich verstörend.

Noch sehr viel verstörender war für ihn allerdings die Erkenntnis, dass er ausgerechnet in Inaho verliebt war. Bis zur letzten Sekunde war er der Überzeugung gewesen, Asseylum zu lieben. Er kannte sie seit gefühlten Ewigkeiten und sie war während der langen, schwierigen Zeit bei den Marsianern seine einzige Freundin gewesen. Erst der Kontakt zu Inaho und den anderen hatte ihn herausfinden lassen, dass seine Gefühle für Asseylum ausschließlich aus tiefer Loyalität und Freundschaft bestanden hatten. Für Slaine war diese Verbindung allerdings fast genauso stark wie Liebe. Aber eben nur fast.

Und ehe er sich versah, stürzte er in einen verwirrenden Strudel aus Emotionen und Selbstzweifeln, wie er sie vorher noch nicht erlebt hatte. Liebe war seltsam.

Das Geräusch von Schritten riss Slaine wieder aus seinen Gedankengängen und erinnerte ihn auf ungemütliche Art und Weise an sein Vorhaben, als plötzlich Inaho vor ihm stand. Und ihn anschwieg. Slaine zuckte zusammen und räusperte sich peinlich berührt.
„Hallo…“

„Fledermaus”, sagte Inaho als Begrüßung ohne irgendeine Rührung in seinem Gesicht.

„Können wir diese Angelegenheit nicht einfach vergessen…?”, fragte Slaine mit einem Hauch von Verzweiflung in der Stimme.

Inaho antwortete nicht darauf und schien das Gespräch innerlich schon wieder für beendet erklärt zu haben. Er richtete seinen Blick wieder auf das Gerät, das er in der Hand hielt. Bevor er allerdings weitergehen konnte, hielt Slaine ihn zurück.

„Ähm… Könnten wir vielleicht… kurz miteinander reden?“ Slaine spürte, dass sein Gesicht inzwischen knallrot angelaufen war. Inaho musterte ihn mit seiner immer noch völlig unbewegten Miene.

‚Himmel, ich kann das nicht… Asseylum, du liegst falsch. In dieser Angelegenheit bin ich eindeutig nicht stark!‘

Inaho besiegelte sein Schicksal, indem er nickte und wortlos in die Richtung seiner Kabine deutete. Slaine fragte sich unwillkürlich, ob er eine Ahnung davon hatte, was er ihm gleich beichten wollte.

In unangenehmem Schweigen liefen die beiden zu Inahos Kabine. Mit jedem Schritt rief die kleine Stimme in Slaines Hinterkopf lauter danach, jetzt weit, weit weg zu laufen.

Vor der Kabine angekommen hielt Inaho ihm in einer einladenden Geste die Tür auf. Zögernd trat Slaine ein und registrierte nur am Rande, wie schlicht das kleine Zimmer eingerichtet war. Die meisten anderen hatten ihre Kabinen mit Postern oder ähnlichem geschmückt, um sie etwas heimeliger zu machen. Bei Inaho hingen nur ein Kalender und eine Weltkarte an der Wand.

„Also? Worüber willst du reden?“, fragte dieser nun.

Slaine beschloss, das Ganze nicht allzu lange aufzuschieben und einfach hinter sich zu bringen.

„Inaho Kaizuka… Ich habe Gefühle für dich.“ So. Jetzt war es raus.

Slaine, der auf eine Erleichterung gehofft hatte, wurde allerdings enttäuscht, denn Inaho starrte ihn weiterhin nur unbewegt an.

Er beschloss, es noch einmal zu versuchen. „Ich meine, ähm… Ich empfinde mehr für dich als nur Freundschaft und Assey- äh, die Prinzessin meinte, ich solle es dir einfach sagen und…“

Die kleine Stimme in seinem Hinterkopf brüllte ihn inzwischen geradezu an, JETZT die Beine in die Hand zu nehmen und am besten direkt ins Meer zu springen. Aber er war noch nie jemand gewesen, der vor schwierigen Situationen einfach Reißaus nahm. Er blieb also an Ort und Stelle stehen und wartete darauf, dass Inaho ihn einfach zur Tür hinaus schob und ab da nie wieder ein Wort mit ihm wechseln würde. Nicht, dass er letzteres überhaupt häufig tat.

Stattdessen musste Slaine feststellen, dass er Asseylum wieder etwas Falsches über die Erde beigebracht hatte. Er hatte ihr einmal von den Sieben Weltwundern des blauen Planeten erzählt; und nun wurde ihm klar, dass es eigentlich noch ein achtes gab.

Denn Inaho, ja, jener Inaho Kaizuka, lächelte. Und dieses Lächeln, wenn es auch klein war, war etwas so Ehrliches und Wunderbares, dass Slaine – völlig von der Rolle und beschäftigt damit, nun seinerseits sein Gegenüber anzustarren – die Erwiderung auf sein Geständnis beinahe nicht mitbekommen hätte.

„Ich dachte schon, du tust es nie.“

Und der unmittelbar auf diesen Satz folgende Kuss ließ den Weißhaarigen für kurze Zeit vergessen, dass Inaho soeben impliziert hatte, die ganze Zeit von Slaines Gefühlen für ihn gewusst zu haben.

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Dies ist der Beweis: Was lange währt, wird endlich gut! :D
Slaine und Inaho (Inaho, du kleiner, hochintelligenter, verschlagener Idiot) haben ihr Happy End und ich... sollte jetzt schlafen gehen. Frohe Weihnachten! An alle Aldnoah.Zero-Fans da draußen: Ich mag euch! :D
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