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Ardua prima via est

von Corva
KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12 Slash
07.09.2014
24.12.2015
2
2.434
5
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
07.09.2014 1.159
 
Ach ja, Aldnoah.Zero~
Ein echt toller Anime, der mich ab der ersten Episode gefesselt hat und mich wohl auch nicht so schnell wieder loslässt xD

Jedenfalls bin ich ziemlich schnell zu dem Schluss gekommen, dass ich unbedingt, schleunigst und jetzt sofort eine Inaho x Slaine-Fanfiction schreiben muss. Und tada~ Hier ist sie :3
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In gewisser Weise war Slaine von Inaho schon immer fasziniert, wenn auch gleichzeitig beunruhigt. Der junge Pilot zeigte nur selten offen seine Emotionen, und selbst in unmittelbarer Todesgefahr verzog er keine Miene.

Slaine fragte sich oft, warum das der Fall war.

Diese Gelassenheit, die Inaho stets an den Tag legte, war definitiv nicht normal.
Wobei, was war schon „normal“?

Vielleicht war diese an Apathie grenzende Einstellung auch nur eine Art geistige Schutzmaßnahme, wer weiß.

Fakt war, dass Inaho ihn faszinierte. Das ließ sich nicht leugnen.

Bei ihrer ersten Begegnung hatte sich seine Einstellung auf Misstrauen beschränkt, aber seiner Meinung nach konnte ihm das niemand verübeln. Schließlich sah alles danach aus, dass er zu der Art von Menschen gehörte, die die Prinzessin für ihre eigenen Zwecke missbrauchen wollten. Woher hätte er wissen sollen, dass das nicht der Fall war?
Im Gegenzug nahm er auch Inaho sein Misstrauen nicht übel. Jemand in einem marsianischen Sky Carrier, dessen eigentliche Ziele unbekannt waren, aber der eindeutig auf der Suche nach der Prinzessin war? Das schrie geradezu nach einem der Attentäter, musste Slaine zugeben.

Auch nachdem Slaine sich endlich den Unterstützern der Prinzessin angeschlossen hatte, war einige Zeit verstrichen, bis die beiden aneinander vorbeilaufen konnten, ohne sich gegenseitig abschätzende Blicke zuzuwerfen.

Zumindest hoffte Slaine, dass Inaho ihm nun ebenso vertraute wie er es tat.
Denn zu der Faszination hatte sich zu seinem großen Unbehagen noch etwas anderes gesellt. Er hatte immer angenommen, dass der Prinzessin nicht nur seine grenzenlose Loyalität, sondern auch seine Liebe gebührte. Das stellte sich allerdings als falsch heraus.

Er machte sich oft Vorwürfe, wenn er sich dabei erwischte, wie seine Gedanken in Richtung Inaho abdrifteten. Schließlich sollte alle seine Aufmerksamkeit der Sicherheit der Prinzessin gelten.
Aber was sollte er tun?

Bei dieser Entscheidung sollte er schon bald Hilfe bekommen.

Slaine war eigentlich auf dem Weg zu Doktor Yagarai, um nach einer Kopfschmerztablette zu fragen. Schon seit dem frühen Nachmittag verspürte er einen bohrenden Schmerz hinter seinen Schläfen und obwohl er den Doktor eigentlich nicht mit etwas so unwichtigen belasten wollte, hatte er diese Zweifel abgelegt, als der Schmerz nach dem Abendessen immer noch nicht verflogen war.

Auf dem Weg zu dem kleinen Behandlungsraum des Arztes schweiften seine Gedanken ab und auf einmal fand er sich auf dem Außendeck wieder, das einen wunderschönen Ausblick auf den Sonnenuntergang bot. Eine Gestalt stand an der Reling und blickte aufs Meer hinaus. Das weiße Kleid verriet die Identität dieser Person sofort.

„Prinzessin! W-was macht Ihr hier, so ganz ohne Begleitung? Ihr solltet euch lieber im Inneren des Schiffes aufhalten, hier könnte Euch der Feind sehen!“

Die Prinzessin drehte sich um und lächelte ihn an. „Slaine! Du brauchst doch nicht so formell zu sein! Nenn mich doch einfach Asseylum, so wie früher“, lachte sie.
„J-ja, Prinzess- äh, Asseylum“, stotterte Slaine.

Die versische Thronfolgerin bedeutete ihm mit einer Handbewegung, näher zu kommen. Slaine gehorchte und stellte sich neben sie. Schweigend blickten die beiden auf den in ein feuriges Orange getauchten Himmel und das glitzernde Meer.

„Dieser Planet begeistert mich jeden Tag aufs Neue“, meinte Asseylum verträumt.
„Es freut mich, dass es dir hier gefällt“, erwiderte Slaine, unsicher, ob er sonst noch etwas sagen sollte.
Die Prinzessin schenkte ihm einen nachdenklichen Blick.

„Du scheinst allerdings weniger glücklich darüber zu sein, dich hier aufzuhalten…“
Slaine schüttelte schnell den Kopf. „Nein, ganz und gar nicht! Ich freue mich darüber, hier zu sein, weil ich so meinen Pflichten Euch – äh, Dir gegenüber nachkommen kann! Solange das möglich ist, ist es mir egal, wo ich mich aufhalte.“

Er sprach aus Überzeugung. Egal, was passierte: Solange er in der Nähe der Prinzessin war und sie beschützen konnte, war ihm jeder Ort recht. Ohne diese Einstellung hätte er es wohl nicht allzu lange in Cruhteos Schloss ausgehalten.

Asseylum lächelte traurig. „Ich bin wirklich sehr froh darüber, dass du an meiner Seite bist. Aber es macht mich unglücklich, dir zuzusehen, wie du dich selbst verleugnest.“

Slaine starrte sie erschrocken an.

„Ich habe sehr viele Fehler gemacht. Mein Besuch hier, der Frieden bringen sollte, hat einen Krieg ausgelöst und vielen Erdenbewohnern das Leben gekostet. Ich habe Unglück über Tausende von Menschen gebracht“, fuhr die Prinzessin fort. Sie ergriff Slaines Hand und sah ihn eindringlich an. „Und nun sehe ich, wie mein bester Freund sich selbst wegen mir vernachlässigt. Du musst deine Gefühle nicht ignorieren, nur weil du mir Treue geschworen hast. Ich weiß, was du für Inaho empfindest. Bitte, höre auf, deine Gefühle zu unterdrücken! Ich will nicht noch jemanden wegen mir leiden sehen!“

Slaine war vollkommen überrumpelt. Woher wusste Asseylum von seinen Gefühlen für Inaho? Woher wusste sie, dass dies der Grund für seine schlechte Stimmung war?
Nun, sie war allerdings auch ein sehr empathiefähiges Mädchen und wusste oft Dinge über ihn, bevor er selbst sie wusste.

Er holte tief Luft und nickte dann. „Gut... Wenn es für Dich in Ordnung ist-“ (Asseylum nickte eindringlich) „-werde ich ihn darauf ansprechen. Vielen Dank…“, murmelte Slaine.

Seine beste Freundin lachte, als sie sein inzwischen rot angelaufenes Gesicht sah. „Keine Sorge, du schaffst das“, meinte sie. „Du bist stark. Das warst du schon immer.“

Slaine wollte noch etwas erwidern, als er von einer wohlbekannten Mädchenstimme daran gehindert wurde.

„Hoheit! Was macht Ihr hier!?“
„Ah, Eddelrittuo. Ich wollte mir nur diesen schönen Sonnenuntergang ansehen. Es tut mir Leid, dass ich einfach ohne dich losgegangen bin“, sagte Asseylum besänftigend.

Die junge Kammerzofe lief auf die Prinzessin zu. „Ihr solltet Euch wieder in Eure Kabine begeben, Hoheit! Hier ist es nicht sicher!“

„Ja, das werde ich tun. Danke für deine Fürsorge, Eddelrittuo“, antwortete Asseylum und wandte sich zum Gehen, aber nicht ohne Slaine noch ein aufmunterndes Lächeln zu schenken.

Eddelrittuo warf ihm einen missbilligenden Blick zu, weil er vor lauter Verwirrung vergaß, sich zum Abschied zu verbeugen.

Als die beiden Mädchen verschwunden waren, wandte auch er sich zum Gehen. Die Kopfschmerzen waren längst vergessen; vielleicht lag das an der frischen Seeluft hier auf dem Außendeck. Stattdessen breitete sich Nervosität in seiner Magengegend aus.
Er hatte der Prinzessin sein Wort gegeben; und er war sehr erleichtert, dass sie ihn unterstützte. Dennoch lag der schwerste Schritt noch vor ihm.

Er machte sich auf den Weg zu Inahos Kabine.

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Ich denke, dass jeder, der Aldnoah.Zero kennt, mir zustimmt, dass Slaine ganz dringend ganz viel Zuwendung braucht... (Himmel, waren das viele Kommata in einem Satz -_-")
Und die kriegt er... im nächsten Kapitel :P Vielleicht? :D

Der Titel heißt übrigens frei übersetzt etwa so viel wie "Aller Anfang ist schwer". Wörtlich könnte es in etwa "Die erste Straße ist steinig" oder so heißen... (Ich hatte in Latein immer eine Vier xD)
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