If you fall, I'll get you there (Eminem)

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
07.09.2014
07.10.2016
69
150760
10
Dieses Kapitel
31 Reviews
 
 
 
Alle Rechte sind bei mir, alles ist frei erfunden, nichts darf kopiert werden!

Noch ein paar Randinfos für euch :)
- eine Linie (----) bedeutet einen Szenenwechsel
- ein Stern (*) mit Name bedeutet einen Charakterwechsel
- es wird Rückblicke geben, diese werden aber gekennzeichnet
- die Geschichte wird aus zwei Perspektiven geschrieben: Carrie und Marshall (Eminem)
- die Geschichte spielt um das Jahr 2006/2007, in der Marshall eine Karrierepause eingelegt hat wegen zahlreicher Schicksalsschläge (Tod Proofs, Scheidung, Drogen, Tabletten, Alkohol, usw.)
- Carrie ist ein erfundener Charakter, der zweite Hauptcharakter
- ich werde versuchen, immer sonntags ein neues Kapitel zu posten
- es wird nach dem Prolog direkt heute noch das nächste Kapitel und vielleicht (wenn ihr mögt, gebt mir dafür bitte Rückmeldung) ein weiteres geben!

Und nun viel Spaß! :)

PROLOG


*Carrie*
Unsicher wanke ich durch die abgelegenen Straßen. Alles sieht anders aus, obwohl ich hier schon seit Jahren lebe. Meine Schulter sticht schmerzhaft, und ich zucke zusammen. Was soll ich bloß tun? Ich gehe an die alten Stellen zurück, die Erinnerungen mit Marise hervorrufen. Da, wo wir uns getroffen haben. Da, wo wir geschlafen haben. Da, wo mir mal ein bisschen gejobbt haben, um wenigstens etwas Geld zu haben. Mir treten die Tränen in die Augen, als mir klar wird, dass es nie wieder so sein wird. Ich hatte keine Chance, mich von ihr zu verabschieden. Es ist einfach vorbei, so wie einfach ganz schnell das Licht ausgeknipst wird. Ich merke, wie Wasser auf meine Haare tropft, und ich schaue zum Himmel. Es fängt an, in Strömen zu regnen, und das Wasser dringt mir bis auf die Haut. Trotzdem mache ich keine Anstalten, mich ins Trockene zu retten, denn ich bin wie betäubt. Von dem Schmerz in meiner Schulter, von dem Schmerz in mir drin. Ich spüre keine Kälte, ich spüre keine Nässe, ich spüre eigentlich auch keinen Schmerz. Ich spüre nur eins, und das mit der Wucht eines Hammerschlags: Ich bin allein.
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*Marshall*
Ich schaue auf das Blatt unter mir und schlucke. Wie konnte es so weit kommen? Oder: Wie konnten wir es so weit kommen lassen? Kim ist nicht hier, sie hat die Unterlagen schon einen Tag davor unterschrieben. Ich habe es immer mehr vor mir hergeschoben, aber irgendwann läuft leider auch die letzte Frist ab. Ich weiß eigentlich gar nicht, wieso ich mich auf einmal so sträube. Ich wollte es so. Sie wollte es so. Es ist wahrscheinlich das beste so, aber ich hänge immer noch an ihr. Sie ist einfach meine Jugendfreundin, oder war es. Die Stimme des Notars reißt mich aus meinen Gedanken.
"Mister Mathers, Sie müssen nun hier, hier und schließlich noch hier unterschreiben", sagt er und deutet dabei auf die entsprechenden Stellen auf den Papieren. "Ich muss Sie darauf hinweisen, dass diese Unterschriften endgültig sind. Kimberly Scott nimmt wieder ihren Geburtsnamen an, und Sie werden ab sofort getrennte Wege gehen."
"Ich weiß, was eine Scheidung bedeutet", fauche ich ihn ungehalten an und reiße ihm den Stift aus der Hand. Bevor ich es mir anders überlege, unterschreibe ich mit zitternden Fingern. Ohne noch lange zu zögern, verabschiede ich mich und gehe zum Auto. Um meiner Wut ein bisschen Luft zu machen, fahre ich in einem Höllentempo zurück nach Hause. Ich stelle das Auto ab und sperre die Haustür auf. Ich gehe in die Küche, wo ich mir ein Schnapsglas und die passende Flasche nehme. Ich fülle das Glas und kippe es runter. Ich spüre den brennenden Alkohol nicht einmal. Proof ist nicht mehr da, ich habe meinen besten Freund verloren. Ein weiteres Glas. Ich habe Hailie nicht mehr, solange Kim das Sorgerecht hat und der Prozess durch ist. Noch ein Glas. Schnaps hilft, zumindest für den Augenblick. Und nun ist Kim auch unwideruflich weg. Ohne weiter auf das kleine Glas zu achten, setze ich die Flasche an, damit die mich vergessen lässt, wie riesig dieses scheiß Haus ohne all die anderen ist. Doch der Alkohol hilft nicht, den einen Gedanken zu vertreiben, der sich nicht leugnen lässt: Ich bin allein.