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Die Hinrichtung - Portugal x Spanien

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Belgien Niederlande Portugal Spanien Süd-Italien
06.09.2014
11.09.2014
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8.307
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06.09.2014 1.732
 
Es waren mittlerweile knapp zwei Monate vergangen, doch noch immer spukten Spanien die Worte im Kopf rum, die der junge Portugal ihm nach gerufen hatte.

Besonders jetzt, da er wieder mit Niederlande in einer Kutsche saß und auf dem Weg zurück zu Belgien und den beiden Kleinen war, verfluchte er die Größe der Kutsche dafür, dass er nicht aufstehen und herumlaufen konnte. Das hätte ihn bestimmt ein wenig mehr zur Ruhe kommen lassen.

So aber hatte der Niederländer darunter zu leiden, dass er so lange Zeit auf so engen Raum mit dem Spanier unterwegs war. In Spanien hatte er den ganzen Fragen entgehen können, doch seit Antritt der Reise zurück nach Portugal, hatte Tim keine ruhige Minute mehr gehabt. Und dass man ihm seine Genervtheit sogar ansehen konnte, war alles andere als ein gutes Zeichen.
Sobald der Niederländer das Schloss der portugiesischen Königin sah, atmete er erleichtert aus. Dort wartete ein Zimmer auf ihn, in dem er sich einschließen und endlich wieder in Ruhe ein Buch lesen konnte, während sich Antonio mit Romano und Portugal beschäftigen würde.

Der Spanier selbst springt in einer fließenden Bewegung aus der Kutsche, sobald diese steht und erschrickt damit eine dort wartende Belgierin.
Diese lacht jedoch, als Antonio sie zur Begrüßung umarmt, ehe ihr wirklich genervter Bruder von ihr mit in die Umarmung gezogen wird.
Dieser scheint kurz zu überlegen, ob er sich wehren soll, doch Tim entscheidet sich, es dieses eine Mal über sich ergehen zu lassen.

Als Emma Antonio und ihren Bruder wieder loslässt, sieht sich Spanien suchend um, ehe er zu Belgien sieht.
„Wo sind denn Romano und Portugal?“

Emma zuckt jedoch nur mit den Schultern, als sie antwortet.
„Ich schätze irgendwo im Garten. Die beiden sind in letzter Zeit wirklich unzertrennlich geworden.“

Gerade als der Spanier verstehend nickt, deutet Tim in eine Richtung des Gartens, in dem das kleine Labyrinth beginnt, dass schon seit Jahren Herzstück des Gartens ist.

Dort taucht gerade Romano auf, der beim Anblick seines Bosses unerwartet losrennt und Spanien fast entgegen fliegt.
Vor Antonio bleibt Lovino jedoch stehen, ehe er zögerlich die Arme zu dem Grünäugigen ausstreckt.
Erst verwundert, doch dann mit einem Lächeln auf den Lippen, beugt dieser sich runter, ehe er den Italiener in eine vorsichtige Umarmung zieht.
„Du warst lange weg, idiota.“

„Lo siento, Romano. Aber jetzt bleibe ich ja wieder länger.“

Belgien, die die Szene mit einem Lächeln auf den Lippen verfolgt hat, sieht sich erst jetzt suchend um.
„Romano? Wo hast du Portugal gelassen, ich dachte ihr wart zusammen unterwegs.“

Süd-Italien nickt als Bestätigung, ehe er in der für ihn typischen Weise berichtete, dass Portugal noch immer im Labyrinth war. Als Romano sich erkundigte wer den ‚portugiesischen Bastard’ ebenfalls holen sollte, meldete sich der Spanier freiwillig. Er hatte beschlossen, dass er Portugal mit seinem Auftauchen überraschen würde.

Der Niederländer sah nicht zu Antonio als dieser verschwand, denn sein Blick ruhte auf seiner Schwester, die ein wissendes Grinsen auf den Lippen hatte. Selbst Romano zeigte ein für ihn seltenes Lächeln, während sein Blick auf seinem Boss haftete.
Den Blick ihres Bruders spürend, drehte sich die Belgierin zu Tim um, der fragend eine Augenbraue hob.
Doch anstelle ihm eine klare Auskunft zu geben, strahlte sie ihn an, ehe sie ihn mit einem „Portugal erlebt dank seiner Königin einen wirtschaftlichen Aufschwung.“, alleine lies und sich in Richtung Schlosseingang begab.

Mit einem fröhlichen Lächeln auf den Lippen lies Antonio die drei anderen Länder zurück, während er sich alleine auf den Weg in den Garten machte. Er betrat das Gewirr aus Wegen zwar ohne genaueres Wissen zu Andrés Aufenthaltsort, doch früher oder später würde er diesen schon finden.

Während seine Gedanken noch immer um Portugal kreisten, erinnerte sich Spanien an die letzten Worte, die der Blauäugige ihm bei seiner Abreise nach gerufen hatte.
Weshalb genau diese Worte? Erinnerte sich der Portugiese etwa wieder?
Oder waren es einfach die Worte, die André in den Kopf gekommen waren, weil sie eben beide Male zur Situation gepasst hatten?
Einerseits wünschte sich Antonio die Lösung zu diesem Rätsel, andererseits was würde er mit einer Antwort anfangen? Was wenn sich sein Portugiese an alles erinnern konnte, aber noch längere Zeit in einem Kinderkörper feststeckte?

Mit einem Seufzer hob der Spanier seinen Blick zum ersten Mal bewusst und sah etwas vor sich, was ihm ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Dort stand ein weißer Pavillon, denn er nur all zu gut kannte.

Dies war die Stelle gewesen, wo er das erste Mal auf André getroffen war.

Natürlich war er zu diesem Zeitpunkt Jahrzehnte jünger gewesen als heute und damals hatte er auch nicht gewusst, dass er den Portugiesen bald mehr lieben würde als sein eigenes Leben.
Als er noch eine ziemlich junge Nation war, hatte sein Boss beschlossen Spanien müsse sich mit anderen Ländern anfreunden als nur Frankreich. Deswegen wurde der Brünette mehr oder weniger zu dem Treffen von Spanien und Portugals damaligen Bossen geschleift, was ihn damals nicht sonderlich glücklich gemacht hatte.
Doch als sie damals in dem zu dem Zeitpunkt hier stehenden Schloss angekommen waren, wartete dort nur der Hofstaat und Portugals Boss auf sie, das Land selber hatte sich verdrückt.
Leider nicht so unauffällig wie gewünscht, da einer der Dienstboten verkündete, dass sich Portugal in Richtung kleines Gewächshaus verdrückt hatte und nicht vorhatte all zu schnell wiederzukommen.

Da das damalige Spanien jedoch keinen Grund sah alleine bei den Gesprächen dabei zu sein, hatte er sich entschlossen auf eigenen Faust das Gelände zu erkunden.
Das ging die ersten hundert Meter gut, danach hatte sich Antonio in dem für ihn vollkommen neuen Garten verlaufen und irrte mehrere Stunden ziel- und orientierungslos durch die Gegend. Am Ende seiner Kräfte gelangte er schließlich zu dem Pavillon, der zu dieser Zeit hier stand.

Damals war dieser natürlich noch dunkelbraun und nicht weiß gewesen. Aber als der erste Pavillon morsch wurde und beseitigt werden musste, hatte André sich eingesetzt einen Neuen bauen zu lassen.

Als Spanien jedoch zum ersten Mal auf den Pavillon gestoßen war, wusste er nicht, ob er weinen oder lachen sollte. Er hatte zwar eine Sitzgelegenheit gefunden, aber er wusste nicht, wie er wieder zum Schloss kommen würde. Doch zu diesem Zeitpunkt war Portugal –den er zu diesem Zeitpunkt noch nicht als diesen benennen konnte- aufgetaucht und hatte ihm seine Hilfe angeboten.

Obwohl dieses Ereignis schon so lange zurück lag, konnte sich Antonio noch genau an die Worte Andrés erinnern, selbst den Klang Portugals Stimme hatte der Spanier noch im Gedächtnis.

„Kann ich dir helfen?“

Mit weit aufgerissenen Augen starrte Spanien auf den Pavillon vor ihm, während er wie fest gefroren auf seinem Platz stand und sich nicht traute sich umzudrehen. Diese Stimme, das war doch-

Sein Körper schien ihm aber nicht mehr zu gehorchen, weshalb Antonio noch immer in seiner Position verharrte.
Doch er brauchte sich auch nicht zu bewegen, da sich von hinten zwei ihm so vertraute Arme um seine Hüfte legten, während er den warmen Atem einer anderen Person in seinem Nacken spürte.
Spanien lief ein Schauer über den Rücken als diese ihn vorsichtig in den Nacken küsste, ehe ein ihm noch immer vertrautes Lachen die Luft erfüllte.

Antonio, dessen Körper endlich wieder aus seiner Starre erwacht war, sah noch immer geradeaus, ehe er die Augen schloss und sich an den warmen Köper hinter ihm lehnte, während er ein einziges Wort sprach.
„André.“

Der Portugiese hinter ihm legte sein Kinn auf die Schulter des Spaniers. Sein Kopf lehnte an dem seines Geliebten, als er ebenso sanft entgegnete.
„Willkommen zu Hause, Antonio.“

Eine Weile verharrten die beiden Liebenden so, ehe sich Spanien mit tränenerfüllten Augen umdrehte und seine Arme um den Nacken Portugals legte.
„André.“
Der Grünäugige wiederholte den Namen seines Gegenübers wie eine Beschwörung, während er in den blauen Augen Portugals versank.

Der Spanier verstand nicht warum sein Geliebter wieder erwachsen war. Er verstand auch nicht, weshalb Portugal seine Erinnerungen wohl doch wieder hatte. Und er verstand ebenfalls nicht, woher dieser wusste, wo er auf Spanien treffen würde.
Doch er verstand in diesem Moment eine Sache, die er erst jetzt wirklich realisierte:
Sein Gegenüber war real und lächelte ihn in genau diesem Moment an.

Der Portugiese hatte abgewartet und nur still die Nähe seines Geliebten genossen, während er Spanien die Zeit lies, die dieser für das Realisieren dieser Situation brauchte.
Als er an den jetzt vor Tränen schimmernden Augen sah, dass sein Freund wieder im hier und jetzt angekommen war, formten sich seine Lippen zu einem Grinsen.
„Verbringst du jetzt mehr Zeit mit mir?“

Als sein Gegenüber die Zähne zu einem strahlenden Lächeln entblößte und mit einem „Alle Zeit der Welt!“, antwortete, merkte auch Portugal wie gut es sich anfühlte, endlich wieder seinen Antonio im Arm halten zu können.
Er hatte den Spanier mehr vermisst, als er jemals geträumt hätte, irgendetwas zu missen.

Während er sich langsam zu Spanien beugte, legte er den Kopf leicht schräg, ehe seine Lippen geübt die seines Geliebten fanden. Erst noch sanft und zurückhaltend, dann aber leidenschaftlicher, küssten sich die beiden Wiedervereinten.
Der Kuss war nicht einfach nur eine Geste, sonder sehr viel mehr.
Er war wie einer erneute Liebeserklärung der Zwei, er zeigte so viel mehr Gefühle als die beiden Nationen es jemals in Worte hätten fassen können.
Und er war das Versprechen, dass sie so etwas nie wieder durchmachen würden.

Als sich die Beiden schließlich von einander lösten, legte Portugal seine Stirn an die Spaniens, während dieser eine Hand an die Wange des Portugiesen legte.
Der Blauäugige lehnte den Kopf in die Berührung, während er das Einzige sagte, was ihm in diesem Moment in den Sinn kam.

„Ich liebe dich, Antonio.“

Ein wohliger Schauer lief dem Spanier über den Rücken, während er das Antwortete, was als Einziges für ihn wert war, daraufhin gesagt zu werden.
Das Einzige, das seine Gefühle für seinen Freund auch nur annähernd zum Ausdruck bringen konnte.

„Ich liebe dich auch, André.“

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Hallo ihr Lieben~

Ich wollte mich an dieser Stelle dafür bedanken, dass ihr die Geschichte gelesen habt, denn dies war und ist offiziell das letzte Kapitel.
Danke an SasushiSenpai für dein Review, ich habe mich wirklich sehr gefreut ^-^

Ich hoffe es hat euch gefallen, denn mir hat es wirklich Spaß gemacht, sie zu schreiben.
Wenn ihr wollt, dann lasst mir doch bitte eine Rückmeldung in Form eines Reviews da, und sagt mir wie ihr es fandet, ich bin auch für konstruktive Kritik dankbar.
*lässt ein paar Kekse zurück*

Vielleicht bis zur nächsten Geschichte,
eure Kasumi ♥
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