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Die Hinrichtung - Portugal x Spanien

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Belgien Niederlande Portugal Spanien Süd-Italien
06.09.2014
11.09.2014
4
8.307
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06.09.2014 2.252
 
„Wer seid ihr?“


Auf diese Frage hin drehten sich alle Anwesenden zu dem Thron, denn dort musste der Sprecher stehen. Sie alle waren verwirrt, denn wer wäre unbemerkt in den Thronsaal gekommen?
Als sie jedoch den Sprecher entdeckt hatten, weiteten sich die Augen aller erstaunt.

Antonio, der demjenigen am Thron am nächsten stand, lief zögerlich ein paar Schritte auf den Fragesteller zu, ehe dem Spanier die Beine versagten und er auf die Knie ging.
„B-Bist du es wirklich?“

Obwohl er nicht mehr stand, konnte  Spanien seinem Gegenüber in die Augen sehen.
Der kleine Junge vor ihm trug eine braune Stoffhose und ein weißes Leinenhemd, in das er schüchtern seine Hände gekrallt hatte, während seine Augen nervös auf Antonio ruhten.
Der Kleine schenkte den anderen Menschen hinter dem Spanier nur kurze Aufmerksamkeit, da Spanien vor ihm wohl in seinen Augen mehr Aufmerksamkeit verlangte.

Der Neuankömmling war auf den ersten Blick nur ein kleiner Junge, doch je länger Spanien ihn betrachtete, desto sicherer war er sich.
Der Kleine hatte die vertrauten, dunkelbraunen Haare, die Stimme passte, obwohl die Stimmlage noch etwas zu hoch war, und auch die Gesichtszüge stimmten mit denen Portugals überein.
Doch der Punkt, der sämtliche Zweifel in Antonio auslöschte, waren die blauen Augen, die wachsam auf dem Mann vor ihm ruhten.
„Ich bin Portugal. Und du?“

Der Spanier schaffte es nur mit einem gebrochenem „Antonio. Spanien.“, zu antworten, ehe ihm die Stimme versagte.

Die Augen des jungen Portugiesen musterten ihn nachdenklich, doch sein Gegenüber nickte Spanien zu.
Diese eine Geste, er hatte sie schon so oft bei dem früheren Portugal gesehen, reichte um Antonio Tränen in die Augen zu treiben.
Zitternd hob der Spanier eine Hand und streckte sie in Richtung Portugal aus, doch sie verharrte zitternd auf halben Weg zwischen den beiden Ländern.
Spanien wollte seinen tot geglaubten Freund berühren, sich beweisen, dass dieser wirklich vor ihm stand, doch er hatte Angst. Was wenn er sich all das nur einbildete? Wenn der Spanier aufwachen würde, weil er eigentlich nur beim Anblick von Andrés Leiche in Ohnmacht gefallen war?
Wenn dieser wirklich tot war?

Die kleine Nation vor ihm legte verwirrt den Kopf schief. Sie begriff nicht, warum der Mann, der anscheinend ebenfalls ein Land war, so sehr weinte. Sie begriff auch nicht, warum der Grünäugige so sehr weinte und gleichzeitig doch ein Lächeln auf den Lippen hatte.
Was den Kleinen aber am Meisten verwirrte war die Tatsache, dass er es nicht ertragen konnte seinen Gegenüber weinen zu sehen.

Bedächtig und zögerlich machte die kleinere Nation ein paar Schritte nach vorne, ehe sie eine ausgestreckte Hand auf die Wange Spaniens legte und ihm versuchte die Tränen wegzuwischen. Mit der anderen Hand strich sie über die hellbraunen Haare des Spaniers, als wäre er der Größere und Antonio das Kind.
„Nicht weinen. Es wird alles wieder gut.“

Der Grünäugige merkte erst jetzt, dass er bei der Berührung seines Gegenübers die Luft angehalten hatte.
Doch die Worte Portugals hatten ihn aus seiner Starre gelöst und ehe der  kleine Portugiese reagieren konnte, befand er sich in einer Umarmung des Größeren wieder. Der Blauäugige verstand noch immer nicht, was genau passierte, doch als er die Worte „Ja. Jetzt wird alles wieder gut.“, aus dem Mund Spaniens hörte, nickte er bekräftigend.

Es schien so, als würde der Spanier bald aufhören zu weinen.
Erst als Spanien den jungen Portugal wieder los ließ, waren seine Tränen versiegt und der Brünette schaffte es leicht zu Lächeln.
„Willkommen zurück, André.“

Der Kleinere von beiden schien kurz über seine Anrede verwirrt, akzeptierte sie jedoch. Wenn der Mann vor ihm als Nation zwei Namen hatte, warum dann nicht auch er?

Der letzte Satz aus dem Mund Spaniens hatte allerdings eine Reaktion bei den anderen Ländern ausgelöst, die bis jetzt ebenso erstaunt wie die beiden Majestäten zu Spanien und Portugal gesehen hatten.
Belgien war die Erste, die sich bewegte und auf Portugal zu rannte, ehe sie den Kleinen auch in eine Umarmung zog. Dieser blinzelte perplex, wehrte sich jedoch nicht dagegen.
Stattdessen sah er über die Schulter Emmas, wo sein Blick dem der Niederlande begegnete.
Einen Moment glaubte die kleinere Nation ein Lächeln auf den Lippen des Größeren zu sehen, doch er blinzelte und es war wieder verschwunden.
Sobald die Belgierin von ihm abließ, stellte auch sie sich und ihren Bruder vor, ehe sich noch jemand zu Portugal gesellte. Der Portugiese sah abwartend zu Romano, der die Hände zu Fäusten geballt hatte und mit roten Wangen auf den Boden blickte.

„Wer bist du?“, erkundigte sich André bei diesem, der jetzt langsam den Blick hob, ehe Lovino seine Hand in Richtung Portugal ausstreckte.

„Romano. Und ich heiße Lovino Vargas, idiota. Merk dir das.“

Erst noch verwirrt über die Worte des Italieners, sah Portugal kurz auf die angebotene Hand, doch er ergriff und schüttelte sie feierlich. Wenigstens einer stellte sich ihm mehr oder weniger normal vor.
Auch wenn er nichts gegen die Umarmungen hatte, sie verwirrten ihn doch ein wenig.

„Portugal?“
Er sah zu den beiden Majestäten, die jetzt ebenfalls auf ihn zugetreten waren.

André musterte nur kurz den König, ehe er sich der Sprecherin zuwandte und auch sie betrachtete. Er wusste weder ihren Namen, noch irgendetwas das mit ihr in Zusammenhang stand, doch Portugal kniete wie von unsichtbaren Schnüren gelenkt nieder.
„Majestät?“

Ein leichtes Lächeln schlich sich auf die Lippen der Königin.
Sie hatte eine ähnliche Szene schon einmal erlebt, als ihr Portugal vorgestellt wurde. Damals war sie noch ein kleines Mädchen gewesen, während der Portugiese zu diesem Zeitpunkt einen erwachsenen Körper besaß. Sie kniete sich ein Stück nieder, ehe sie mit einer Hand über die dunkelbraunen Haare Portugals strich.
„Es ist gut, dass du wieder hier bist.“

Auf dem Gesicht Portugals breitete sich bei diesen Worten ein strahlendes Lächeln aus.



--Einige Tage später---

Auf einer Bank im Schatten sitzend, sah Belgien ihren beiden Schützlingen zu.
Sie hatte eigentlich vorgehabt ein Buch zu lesen, doch dann waren Portugal und Romano lachend an ihr vorbei gelaufen und hatten sich mit ein paar Tomaten bewaffnet auf der Wiese vor ihr niedergelassen.
Die beiden Jungen saßen nicht nah genug bei ihr, dass sie das Gesagte verstand, doch ab und an drang das fröhliche Lachen der beiden Nationen an ihr Ohr.

Sie war mit der Aufgabe auf die beiden aufzupassen betraut worden, da Spanien und ihr Bruder zusammen mit dem spanischen König zurück nach Spanien fahren und dort an den Verhandlungen mit Frankreich teilnehmen würden.
Eigentlich mussten Tim und Antonio jederzeit wieder zu ihnen nach draußen kommen, da der König die beiden Nationen vor einer Weile zu sich bestellt hatte, damit sie die Einzelheiten der Reise planen konnten.

Ein kurzer Blick zum Schloss und Emmas Miene hellte sich auf. Dort kamen Spanien und Niederlande den Weg entlang, doch sie trennten sich. Während Niederlande auf seine Schwester und seinen Stammplatz auf der Bank zu lief, schlug Antonio den Weg zu Romano und Portugal ein.
Während ihr Bruder sich neben sie fallen lies und sich seine Pfeife anzündete, beobachtete Belgien mit einem Lächeln auf den Lippen das Geschehen auf der Wiese.

Lovino hatte seinen Boss zuerst entdeckt und André auf den Spanier aufmerksam gemacht. Der Portugiese reagierte aber nicht genauso genervt, auch wenn Romano das wohl wieder spielte, sondern begann breit zu grinsen, ehe er aufstand und auf Antonio zu rannte.
Spanien kniete sich hin und breitete beide Arme aus, in die sich Portugal hinein warf, um die größere Nation zu umarmen. Die beiden verharrten kurz in der Position, ehe Spanien sich wieder hinstellte.
Dann lief Antonio mit Portugal im Arm zu Romano, welcher mit empört aufgeplusterten Wangen zu den beiden gesehen hatte.
Bei Lovino angekommen, wurde der Portugiese wieder abgesetzt und schritt von alleine auf Romano zu, ehe er etwas zu ihm zu sagen schien.

Belgiens Blick jedoch schwenkte wieder zu Spanien, der die beiden kleinen Nationen mit einem Lächeln im Gesicht betrachtete.
Sie kam nicht umhin sich beruhigt zu fühlen, seit Antonio wieder zu seiner alten Fröhlichkeit gefunden hatte.
„Er wirkt wieder glücklich. Es tut gut, Spanien nach so langer Zeit wieder lachen zu sehen, nicht wahr?“

Ihr Bruder gab einen Laut von sich, der allerdings nicht so zustimmend klang, wie sie es gewohnt war. Mit nachdenklich gerunzelter Stirn drehte sie sich zu Tim, ehe sie nachhakte.
„Dich scheint etwas zu stören. Was ist es?“

Der Niederländer wendete sich ihr nun direkt zu, ehe er sprach.
„Ich bezweifle, dass es Spanien wirklich gut geht. Portugal war lange Zeit sein Geliebter, doch jetzt? Er ist ein Kind. Und er hat keine Erinnerungen an sein früheres Leben mit ihm. Wenn Portugal aufwächst, wird er in Spanien möglicherweise nur einen Vater sehen.“

Emma stutzte, als ihr Gesprächspartner mit einem solchen Redeschwall antwortete, doch das zeigte ihr nur umso deutlicher, dass Niederlande sich über die Sache Gedanken machte. Nachdenklich nickend, stimmte sie ihrem Bruder zu.
„Da magst du recht haben, aber möglicherweise erhält er ja seine Erinnerungen noch zurück?“

Der Niederländer seufzte, ehe er seine Pfeife entleerte und weiter sprach.
„Ob das gut ist? Wann würde er sie zurück bekommen? In ein paar Tagen? Einem Jahr? Jahrzehnten? Er würde sich zwar an seinen Geliebten erinnern, aber auch an alles andere. Die Zeit im Kerker, während der er wirklich nicht gut behandelt wurde. Und auch die Hinrichtung.“

Die Vorstellung, dass Portugal in seinem jetzigen Zustand sich an seine Hinrichtung erinnern könnte, behagte Belgien absolut nicht.
Mit einem resignierendem Seufzer sah sie zur Wiese, wo gerade ein grinsender Spanien die beiden kleinen Nationen durchkitzelte, die sich beide vor lachen krümmten und versuchten mit vereinten Kräften zurückzuschlagen. Doch die Jungs scheiterten am Größenunterschied.

Beim Blick auf die tobenden Jungs fiel der Belgierin etwas anderes ein.
„Was habt ihr eigentlich mit dem König entschieden?“

„Wir reisen erst Morgen ab. Der König meinte, ein weiterer Tag würde auch nicht mehr schaden.“

Auf Emmas Lippen bildete sich ein schmales Lächeln. Anscheinend wusste der König, das sein Land ein paar gemeinsame Tage mit Portugal und Romano brauchte, nachdem was er die letzte Zeit durchgemacht hatte.
Mit einem leisen Kichern beobachtete Belgien, wie die beiden kleinen Nationen erlöst worden waren, nachdem Süd-Italien Spanien kurz umarmt hatte.
Jetzt wieder richtig atmend schien er gerade eine Schimpftirade vorzubereiten, doch als er den Mund öffnete, hatte Portugal ihm flink eine Tomate in die Schnute gesteckt und ihn damit zum Schweigen gebracht.

Sie sah zu ihrem Bruder, welcher ebenfalls zu den drei südlichen Ländern gesehen hatte. Sie wartete, bis er seine Aufmerksamkeit wieder ihr schenkte, ehe sie ein paar abschließende Worte formulierte.
„Wir wissen zwar nicht ob und wann sich etwas ändert, aber im Moment sind sie doch glücklich. Und genau diese Zeit sollten wir genießen.“



--Time Skip--

„Wir müssen los.“

Mit diesem Satz lehnte sich Niederlande halb aus der Kutsche raus, in der er soeben eingestiegen war. Belgien, die gerade Spanien zum Abschied umarmt hatte, nickte ihrem Bruder zu, ehe sie dem Blick Spaniens zum Schloss folgte und seufzte.
„Ich weiß wirklich nicht, wo die Zwei geblieben sind. Vielleicht haben sie ja nur die Zeit vergessen.“

Antonio nickte und schenkte ihr ein schiefes Grinsen, ehe er sich umdrehte und Anstalten machte ebenfalls in die Kutsche einzusteigen, mit der er und Tim Spaniens König hinterher reisen würden.
Doch bevor er auch nur einen Fuß in das Gefährt gesetzt hatte, tönte ein zweistimmiger Schrei über den Schlosshof.

„Halt! Noch nicht losfahren!“

Die drei erwachsenen Nationen drehten sich zu der Quelle des Lauts, was Emma und Spanien ein Grinsen ins Gesicht zauberte, während der Niederländer nur die Augen verdrehte.
Soeben kamen Romano und Portugal aus einem Seiteneingang des Schlosses gestürmt, während sie dabei gemeinsam den Grund für ihre Verspätung trugen.
Einen wirklich großen Korb.

Die beiden Jungs kamen schlitternd vor der Kutsche zum Stehen, während sie ihre Last vor Spanien auf den Boden stellten. Durch das schnelle atmen, kamen sie nicht dazu etwas zu sagen, doch ein Blick von Antonio in den Korb und er wusste, was ihm dort gebracht wurde.

Anstelle jedoch etwas zu sagen, schloss er den mittlerweile wieder grinsenden Portugal und den rot angelaufenen Romano in eine Umarmung, die sogar ausnahmsweise von beiden erwidert wurde.
„Wir sehn uns bald wieder, ja? Ich muss nur was mit Frankreich klären, dann bin ich auch schon wieder da.“

Die beiden kleinen Nationen nickten dem Grünäugigen zu, der jetzt den Korb in die Kutsche packte, ehe er selbst in das Gefährt einstieg.

„Passt gut auf euch auf. Und esst bloß genug!“
Auf Belgiens mahnende Worte hin, verdrehten alle vier Jungs die Augen, ehe Tim dem Kutscher das Zeichen gab, loszufahren.

Mit einem Grinsen auf den Lippen schob der Spanier den Korb mit Pasta und Tomaten an den sicheren Rand der Kutsche, ehe er sich noch einmal aus dem Fenster der Kutsche lehnte um den drei zurückgebliebenen zu Winken.
Als er sich gerade wieder ordentlich hinsetzen wollte, sah er wie André tief Luft holte und schließlich einen einzigen Satz hinter Antonio her rief.

„Lass uns das nächste Mal mehr Zeit zusammen verbringen!“

Die Augen des Spaniers weiteten sich erstaunt, als er sich erinnerte, wann er diesen Satz das letzte Mal gehört hatte.
Ruckartig drehte er seinen Kopf in Richtung der Zurückbleibenden, doch bevor er noch einen längeren Blick auf Portugal erhaschen konnte, waren sie um eine Kurve gefahren und der Sichtkontakt brach ab.

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Hallo ihr Lieben ^-^
Auch wenn ich leider zum letzten Kapitel überhaupt keine Rückmeldung bekommen habe, präsentiere ich euch hier das dritte Kapitelchen ^-^
Ja, das Ende ist gemein, ich weiß. Aber das ist das letzte Mal, denn nur noch ein Kapitel, dann ist diese Fanfiktion beendet...
Ganz liebe Grüße und ein paar Kekse für euch,
eure Kasumi ♥
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