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Die Hinrichtung - Portugal x Spanien

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Belgien Niederlande Portugal Spanien Süd-Italien
06.09.2014
11.09.2014
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8.307
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06.09.2014 1.688
 
Der Spanier wollte dem Geschehen gerade endgültig den Rücken zuwenden, als ihn eine Hand im Nacken dazu Zwang, seinen Blick auf den Platz zu Richten.
Er erhaschte nur flüchtig den Blick auf die Niederlande, ehe er sich gezwungenermaßen den noch immer jubelnden Portugiesen zuwendete.

Spanien wollte nicht verstehen, wie sich ein Volk über den Tod eines Landsmannes freuen konnte, doch das würde seinem König, der extra zur Hinrichtung nach Portugal gereist war, in die Hände spielen.
Als Antonios Blick jedoch auf das Schafott fiel, weiteten sich seine Augen erstaunt, während er keuchend nach Luft schnappte. Er würde sich zwar gerne über die Augen reiben, doch er hatte Angst, dass er dann ein anderes Bild vor Augen haben würde.

Dort wo er den Leichnam Portugals erwartet hatte, war nichts der gleichen zu erkennen. Stattdessen stand der vollkommen verwirrte Scharfrichter alleine mit dem Herold in einer Wolke aus silbrig glänzendem Staub, der sich langsam aber endgültig auflöste. Einzig die Metallketten, die vorher noch die Hände Andrés gefesselt hatten, lagen vor dem Richtblock, als ob jemand sie dort achtlos hingeworfen hatte.
Ansonsten schien es so, als habe er niemals existiert, denn selbst die Ketten sahen aus wie blank poliert. Es machte den Eindruck, als habe jemand die gesamte Existenz von Spaniens Geliebtem ausgelöscht.

Doch es musste ihn gegeben haben, da die Menschenmenge teilweise jubelnd vor dem Schafott stand, während die älteren Menschen auf die Knie gesunken waren und zu beten schienen.

Rufe auf Portugiesisch drangen aus der Menschenmasse zu ihm hoch. Während ein Teil feierte, dass der Anführer der Aufstände ein Engel gewesen sein musste, verkündeten Andere, dass sie Gottes Unterstützung für ihre Freiheit hatten.
Antonio jedoch starrte noch immer auf das Schafott, er konnte das Geschehene einfach nicht begreifen.
Portugal war verschwunden.

Natürlich, Spanien hatte eigentlich nicht vorgehabt die Leiche seines Geliebten lange zu betrachten, doch ohne eine einzige Spur und alleine zurück geblieben zu sein, dass schmerzte mehr, als er in Worte fassen konnte.

Bevor er weiter die Massen betrachten konnte, verschwand die Hand in seinem Nacken und er drehte sich zu Tim, dem sich gerade seine weinende Schwester in die Arme geworfen hatte. Auch Lovino schien zu realisieren, was wirklich passiert war und klammerte sich weinend an die Beine Belgiens.
Diese hob Romano hoch, während sie die ersten zögerlichen Schritte von der Brüstung weg machte. Niederlande folgte seiner Schwester, ehe er einen Blick zurück zu Spanien warf.

Dieser wollte ebenfalls hinter Emma her und ins Innere des Schlosses gehen, doch eine Hand auf seiner Schulter hielt ihn zurück und drehte ihn unfreundlich in die Richtung des Handbesitzers.

Spanien sah sich mit seinem ziemlich aufgebrachten König konfrontiert, der Antworten von Antonio forderte.
„Was ist da gerade passiert? Wusstest du dass das geschehen würde? Erklär mir, warum ich dort nicht die Leiche Portugals sehe!“

Dabei deutete der König mit einer Hand in die Richtung des Schafotts. Der Brünette zuckte unter dem Blick seines Königs zusammen, doch bei seiner Antwort hob Spanien nur abwehrend die Hände.
„Ich weiß es nicht, euer Majestät. Es geschieht nicht oft, dass ein Land stirbt, geschweige denn, dass jemals eines hingerichtet wurde.“

Als er diese Worte aussprach, bemerkte der Spanier erst, wie absurd die gesamte Situation war.
Er und sein Geliebter waren Länder. Sie repräsentierten ganze Völker und Ländereien. Und dennoch waren sie dem Willen eines einzelnen Menschen unterstellt, der durch die Menschheit zum König beider Länder geworden war.

Er schenkte seine Aufmerksamkeit jedoch wieder seinem König, aber dieser sah mit undefinierbarem Blick auf die Wangen Spaniens.
Als Antonio sich mit einer Hand an die Wange fasste, berührte er die langsam trocknenden Tränenspuren.
Er gab ein abwertendes Geräusch von sich, während er sich mit einem Ärmel über die Augen wischte.
Tränen konnten ihm seinen André auch nicht wiederbringen.

In dieser Zeit entfernte sich der spanische König langsam von seinem Land, ehe er sich wieder zum Schafott drehte, auf welchem der Scharfrichter gerade die Ketten wegräumte.
Alle Anwesenden in der königlichen Loge folgten dem Mann mit der Krone mit ihren Blicken, während eine verhängnisvolle Stille sich ausbreitete.

Spaniens König fluchte in seiner Landessprache, ehe er mit der Faust auf das Gelände der Loge schlug.
Die Menschen vor dem Schafott wurden gerade von den Wachen aus dem Burghof gescheucht, doch die meisten verließen diesen freiwillig um der gesamten Stadt von dem soeben hier geschehenen Wunder zu berichten.

„Das war so nicht geplant! Ich wollte Ruhe ins Volk bringen, nicht einen neuen Aufstand heraufbeschwören!“

Die Länder zuckten unter den harschen Worten des Königs zusammen. Romano begann zu wimmern und fragte auf Italienisch, warum Portugal dann hatte sterben müssen, doch Belgien brachte ihn mit leisen Worten zum Schweigen, bevor es jemand anderes tat.

Portugals Königin, die bis zu diesem Moment stumm um ihr Land getrauert hatte, schritt nun auf den spanischen König zu, der sie erst wütend anfahren wollte, doch bei ihrem eiskalten Blick verstummte.
„Ihr habt mein Land soeben hingerichtet, doch es ist nicht gestorben. Ihr solltet also nicht seinen Namen beschmutzen, denn das sein Tod nicht den gewünschten Erfolg hatte, ist nicht nur Euch klar geworden.“

Spanien konnte nicht umhin ihren Stolz zu respektieren, doch so ging es wohl auch seinem König.
Dieser lies sich das Gesagte durch den Kopf gehen, ehe er versöhnlich den Kopf neigte.
„Ihr habt wohl Recht. Aber solche Gespräche führt man nicht an einem Ort wie diesem. Lasst uns in angemessene Räumlichkeiten wechseln, um dort unser weiteres Vorgehen zu besprechen.“

Damit bot er der ihm gegenüberstehenden Königin seinen Arm an und führte sie anschließend aus der Loge und in Richtung des Thronsaals. Der Blick, den er Spanien vorher zuwarf, zeigte jedoch deutlich, dass die Länder ihnen zu folgen hatten, was diese auch ausnahmslos taten.

Antonio war dankbar, dass Tim und Emma, ja sogar Romano, der nach leisem Quengeln wieder alleine Laufen durfte, ihn nicht ansprachen, sondern ihn stumm an Ende der kleinen Gruppe laufen ließen. Dieser einzelne Gang durch das Schloss, in welchem er seit Jahren immer wieder mit André zusammen unterwegs gewesen war, brachte ihn wieder an den Rand des in Tränen Ausbrechens.

Hier war das Wandgemälde einer Landschaft, zu dem Portugal ihn mitgenommen hatte. Dort die alte Rüstung, welche er und der Portugiese gemeinsam zusammengebaut hatten, nachdem sie eines der Königskinder zum einstürzen brachte. So viele Gegenstände an denen Antonio alleine entlanggehen musste, obwohl sie einst eine Bedeutung für ihn und André hatten.
Doch Spanien unterdrückte das Weinen.
Einst hatte Portugal ihm gesagt, dass ihn sein Lachen an die Sonne erinnerte, die über ihren beiden Ländern schien. Die Sonne, die beiden Ländern Leben schenkt und sie verbindet.
Zu gern hätte der Spanier sich zu einem Lächeln gezwungen, doch er konnte noch nicht. Nicht solange die Wunde in seinem Herzen noch so frisch war.

Das Knarren einer Tür lenkte seine Aufmerksamkeit wieder auf die Gruppe vor ihm, die jetzt den Thronsaal betrat, wo der König auf seine Partnerin einredend in der Mitte zwischen Thron und Tür stehen blieb.

Die Länder verteilten sich in respektvollem Abstand um sie, während Lovino ein paar Schritte auf Antonio zumachte, ehe er sich um entschied und wieder an Belgiens Bein festklammerte. Romano wusste, dass er heute doch einmal Nachsicht mit Spanien haben sollte, auch wenn er es sich nur ungern eingestand.
Belgien hatte sich mittlerweile so sehr gefasst, das sie nicht mehr weinte, sondern ihre Aufmerksamkeit nach einem bedauernden Blick zu Spanien wieder zu den beiden Majestäten in der Saalmitte richtete.
Einzig der Niederländer hatte durchgehend dem Gespräch der beiden zugehört, da wenigstens eine der Nationen Bescheid wissen musste, was die beiden für die Zukunft Portugals planten.

„Um eine sichere Zukunft für Portugal zu garantieren und den Frieden zu erhalten, brauchen wir weiterhin klare Gesetze für mein Volk und keinen Herrschaftswechsel.“

Der spanische König biss bei den Worten von Portugals Königin die Zähne zusammen, doch er kam nicht umhin ihr zuzustimmen.
„Da habt Ihr zwar Recht, jedoch komme ich nicht umhin zu sagen, dass eine gemeinsame Regierung von Portugal im Moment nicht möglich ist. Ein Bote Frankreichs hat sich angekündigt, ich muss also zurück nach Spanien, um ihn zu empfangen.“

Spanien, der an seinem König vorbei geschritten war, damit er dem Thron den Rücken zukehren konnte, ignorierte die Erinnerung von einem Portugal, der ihn früher immer grinsend und am Thron lehnend empfangen hatte und blickte zu seinem König. Wenn Frankreich einen Boten sendete, dann entweder für ein neues Handlungsabkommen oder er bat um Mithilfe in einem Krieg.

„Ihr scheint dieser Reise in Eure Heimat so negativ gegenüber eingestellt. Darf man erfahren, was Euch so beunruhigt?“
Die Königin, die jetzt abwehrend die Arme verschränkte, warf ihrem Gesprächspartner einen abschätzenden Blick zu.

„Wir brauchen einen Repräsentanten Spaniens an diesem Hof, der einerseits als Botschafter und zugleich auch als Unterstützung für euch agiert.“
Spaniens König warf einen kurzen Blick zu Spanien, der diesem jedoch auswich. Vor der Hinrichtung hatten er und Portugal gemeinsam diese Aufgaben hier gelöst, doch anscheinend wusste der König in etwa, was in seinem Land vorging.

Auch die Königin schien die Zweifel des Spaniers zu spüren, weshalb sie die Pause überging.
„Wen schlagt ihr sonst vor? Süd-Italien?“

Die beiden Majestäten warfen einen Blick auf den kleinen Italiener, der sich an Belgiens Beine klammerte und empört die Wangen aufgeplustert hatte. Der spanische Monarch konnte es sich nicht leisten Niederlande oder Spanien hier zu lassen, falls Frankreich wirklich verbündete für einen Krieg forderte.
Andererseits schien ihm Süd-Italien alles andere als für diese Aufgabe geeignet.
Der königliche Blick wanderte kurz von Lovino zu Tim und anschließend wieder zu der Personifikation der Niederlande.
„Nun gut, dann bleibt Süd-Italien wohl am besten hier. Bevor ich jedoch aufbreche, müsste noch-“

Bevor er jedoch weitersprechen konnte, unterbrach ihn eine Stimme.

„Wer seid ihr?“

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Hallo an euch Leser~
Nun, das ging schneller als erwartet, nicht wahr?
Aber ich dachte mir, dass ich es einfach nicht so stehen lassen kann...

Ihr fragt euch sicher, wer jetzt auf den Plan getreten ist, nicht wahr? Aber ich muss mich entschuldigen, das werdet ihr erst im nächsten Kapitel erfahren.
Vielen Dank an het4lia, Tanni-Chan und drogurile, die sich alle eine Fortsetzung gewünscht haben.

Ich freue mich wirklich über jede Art des Feedbacks, Reviews, Favos, konstruktive Kritik, etc.
Bis zum nächsten Kapitel,
eure Kasumi ♥
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