Zwischen Wellen und Wind

KurzgeschichteFantasy / P12 Slash
Castiel Dean Winchester
04.09.2014
07.10.2014
3
4124
 
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Hallo ihr Lieben!
Wer mich kennt, weiß, dass ich vom Meer besessen bin, eine kleine Nixen!Destiel ist da doch das Mindeste :>
Ich wünsche allen, die sich hierher verirrt haben, viel Spaß am Lesen.


Castiel saß auf einem Felsen und kämmte sich das Haar. Es war ellenlang, voll und fast schwarz. In den sanften, warmen Strömungen, in denen Castiel gerade saß, wiegte es sich wie Seetang, in dem sich schon mal kleine Fische verirrten.
Hier unten schien kaum noch die Sonne. Nur wässriges, fahles Licht, grünlich und mystisch.
Castiel sah nach oben, wo kleiner Schwarm Narwale durch das Wasser flog, schwerelos und völlig frei, und wo Wellen einander jagten. Wo Wind wehte.
Wind. Eiskalt hier, stechend und beißend auf offener See.
Castiel liebte den Wind, liebte es wie er an der Haut zerrte, an ihren Haaren riss.
Manchmal hievte Castiel ihren nassen, glitschigen Körper auf einen Fels nahe dem Ufer und starrte voller Sehnsucht auf das Land. Auf den kargen, grauen Strand und die blassen Dünen dahinter.
Sie träumte schon so lange vom Land. Vom Laufen und Rennen.
Es musste so anderes sein als das Schwimmen.

Castiel war fertig mit dem Kämmen und stieß sich von dem Felsen ab um ein wenig durchs Wasser zu gleiten, nahe am Grund, auf der Suche nach Muscheln oder kleinen Krebsen, die ihr als Abendessen dienen sollten.
Auch davon hatte sie genug.
Sie wollte in dieses Brot beißen von der letztens eine Möwe sehr glücklich berichtet hatte. Der ewig gleiche Fischgeschmack gefiel ihr schon lange nicht mehr.
Aber sie hatte einen Plan. Einen guten Plan, der früher als sie ein Kind gewesen war noch eine fixe Idee, ein Traum gewesen ist. Heute ist dieser Plan zur Gewissheit geworden, ein fest stehendes Ereignis.
In gewisser Weise wartete Castiel nur noch auf einen passenden Kandidaten dafür.
Einen Menschen zu töten konnte sie sich durchaus vorstellen, so  viele von ihnen starben im Meer, einer mehr oder weniger würde nicht viel ausmachen. Und das Herz eines Menschen zu essen schockierte sie auch nicht weiter. Warum auch? Von wie vielen Lebewesen hatte sie schon das Herz gegessen ohne einen Gedanken daran zu verschwenden? Ein menschliches Herz wäre nur ein weiteres.
Und wenn sie dafür Beine bekommen und an Land gehen könnte, dann war ihr das Risiko, das darin bestand, dass der Mensch sich gewaltsam zur Wehr setzen würde, durchaus wert.
Nur leider verirrten sich nicht viele Menschen an diesen Ort.
Castiel jedoch hatte immer Geduld gehabt, in den 19 Jahren die sie schon lebte, hatte sie immer das Gefühl gehabt, dass sie ewig Zeit hatte. Und das hatte sie auch. Aber langsam wich diese Geduld der Gier nach trockenem Sand und Wind und Gras.


Deanna Winchester war blond, kurzhaarig, frech, sommersprossig und grünäugig, eine Schönheit auf den zweiten Blick, überzeugend durch Natürlichkeit und Leichtigkeit, trotz krummer Beine und kräftigen Armen doch auf ihre Art und Weise weiblich und schön.
Sie schlenderte an diesem einsamen Strand entlang, den Blick aufs Meer gerichtet, auf den Himmel, der fast schwarz am Horizont war, durchzogen von feinen weißen Blitzen wie Fäden. Das Donnergrollen war eher ein weiches, tiefes Brummen in der Ferne.
Sie war auf der Suche nach Ruhe und Pause, Abstand von ihrem strengen Vater, der wortkarger geworden war, seit ihre kleine Schwester sie verlassen hatte um ihr eigenes Leben zu leben.
Deanna hing an ihrem Vater. Sie hatte den Absprung in die Selbstständigkeit mit 18 nicht geschafft und hatte es jetzt auf ihre Art akzeptiert, dass sie bei ihrem Vater bleiben würde, solange sie es ertragen konnte.
Das Meer war so unruhig wie sie sich fühlte.
Plötzlich fiel ihr Blick auf etwas, was das Wasser angespült haben musste. Noch halb unter schweren, schäumenden Wellen begraben, leicht hin und her wiegend.
Ein Körper.
Deanna schauderte.
Natürlich, sie hatte schon davon gehört, dass Schiffsbrüchige angespült werden können, wenn die Strömung stimmte.
Aber gesehen hatte sie so etwas noch nie. Etwas in ihr sagte: „Lauf weg! Ruf Dad!“
Aber etwas anderes brachte sie dazu näher heran zu gehen. Einen Blick zu wagen. Schaurige Dinge vermögen es bisweilen neugierige Blicke anzuziehen.
Und dann sah sie es. Den Fischschwanz, der schuppig und grünlich war und speckig glänzte. Und da der Körper fast auf der Seite lag, sah sie auch diese zackige, rissige Flosse an Rücken. Sie sah Schwimmflossen zwischen fahlen, dürren Fingern, Kiemen, wo bei Menschen schon die Ohren anfangen.
Der Körper war weiblich und weich, aber sehr muskulös, das Kreuz breit, aber das Gesicht feingeschnitten, rund.
Die blasse, fast weiße Haut erschrak Deanna fast mehr als die Flossen.
Ein paar Minuten stand sie wie festgefroren da und starrte auf diese Kreatur herab, von der sie vielleicht mal als Kind geträumt haben mag, nachdem ihr Vater ihr den alten Seemannsgarn erzählt hat.


Eine Stunde zuvor verdunkelte sich Castiels Sicht gerade, woraufhin sie den Kopf hob um zu schauen ob sich vielleicht wieder einmal ein Wal zu nahe ans Ufer verirrt hat, der ihr jetzt das Licht wegnehmen konnte.
Aber es war der unverkennbare Schatten eines Schiffes.
Castiels Herz schlug schneller als sie hinauf schwimmt. Sie witterte eine Chance.
Denn das Schiff war schmal und sehr flach, ein sportliches Segelboot mit einem schlanken, aber langen Schwert.
Sie vernahm die Stimmen von zwei Männern.
Vor brennender Vorfreude und Aufregung drehte sie sich ein paar Mal mit den Wellen bevor sie auftauchte und neben dem Schiff her glitt.
Sie stimmte ein Lied an, das fast wie der Wind war, aber wässriger, klarer und voller Sehnsucht.
Sie wurde bald bemerkt. Ein glasiges Paar Augen starrte sie gierig an, der Zauber hatte gewirkt. Sie lockte mit einem Lächeln, doch sie vergaß den zweiten Mann, der nun mit einem Paddel in der Hand erschien.
„Gottverdammte Sirenen!“, fluchte er, „verzieh dich zurück in das Loch aus dem du gekrochen bist!“
Castiel erschrak fürchterlich darüber dass man von ihr weiß. Dass dieser Mann keine Angst oder Lust verspürte, sondern Hass.
Der Moment der Überraschung wich jedoch rasch der Wut. Sirene? Sie? Eine Sirene?
Sie bleckte die kleinen, spitzen Zähne und fauchte.
„Verschwinde, oder ich steche dich ab!“, der Mann zog seinen Gefährten zurück ins Boot, denn der hatte versucht über die Reling zu klettern. Das Segel flatterte auf Halbmast.
Castiels Rückenflosse stellte sich auf in einer Drohgebärde, die sie größer erscheinen lassen sollte, doch der Mann blieb unbeeindruckt und als sie näher an das Schiff herankam, da holte er mit dem Paddel aus und ließ es mit aller Kraft auf ihren Schädel krachen.
Der Schlag blies ihr das Bewusstsein aus.
Review schreiben
 
'