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special case

von damnend
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Det. Tommy McConnel Kommissar Sebastian Berger Sgt. Eva Vittoria
04.09.2014
07.04.2015
3
4.005
 
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
04.09.2014 1.352
 
Leute, heute beginnt die zweite Staffel, deswegen dachte ich, ich lade mal das erste Kapitel meiner Crossing Lines Story hoch. Ich guck mal, wie gut/ob es ankommt und dann lade ich nach und nach weitere hoch ;33

__

Hier jetzt zu liegen war falsch. Warum war es den anderen so egal? Sie schliefen, Eva sah fern, oder telefonierten mit ihren Familien. War ich der einzige, der sich damit beschäftigte? Mit dem leeren Platz an unserem runden Versammlungstisch?
"Scheiße", rief ich und ließ meine Hand auf die marmorne Tischplatte knallen.
Schnell stand ich auf und verließ die Runde. Ich schätzte, dass ich nun alle aufgeweckt hatte. Aber was scherte mich das? Man sollte nicht schlafen, wenn einer aus dem Team unauffindbar war. Vor allem wenn er es ist. Er, der uns doch am meisten brauchte, der am sich am wenigsten selbst schützen konnte oder wollte. Er zog nur die Waffe, wenn einer der anderen in Gefahr ist, für sich würde er das nie tun. Er tat es für mich.

"Tommy, ich weiß, dass-"
"Du weißt gar nichts, Eva! Im Ernst, du hast keine Ahnung, wie es mir gerade geht! Oder wie es ihm geht! Das weiß keiner", rief ich, wurde aber bis zum Ende immer leiser.
"Das ist mir klar. Aber du solltest dir keine Schuld geben, wir tun alles-"
"Einen Dreck tun wir! Wir verschwenden Zeit!" Wieder unterbrach ich sie.
Mir war klar, dass wir auf Michel Dorn warten mussten, der uns von dem ICC die Genehmigung holen wollte, denn es sah nicht so aus, als ob der Fall 'Sebastian Berger' grenzübergreifend wäre. Es sah ganz so aus, als ob das eine deutschlandinterne Sache ist und bliebe. Dennoch konnte ich nicht einfach rum sitzen, während mein Partner von irgendwelchen Verbrechern festgehalten wird.
"Könntest du mich wenigstens mal ausreden lassen, diamine!"
"Tut mir Leid"
Mit einem Mall fiel die Last von meinen Schultern und ich war einfach nur müde. Ich wusste, dass unser ganzes Team hinter jedem einzelnen stand, ich musste mir keine Sorgen machen. Auf einmal realisierte ich, wie lange ich ohne Unterbrechung wach war.
Seit Sebastian überstürzt nach Deutschland aufgebrochen war, konnte ich kein Augen zutun. Und das war vor drei Tagen.
Vor drei Tagen hatte ich das letzte Mal was von ihm gehört.
Er rief mich an, völlig außer Atem. Erklärte mir, dass ich dem Team sagen solle, dass alles okay wäre und wir uns keine Sorgen machen brauchten.

"Tommy, wir tun alles in unserer derzeitigen Macht stehende, um Sebbi da raus zu holen, aber du weißt, dass wir auf die Genehmigung warten müssen."
Ich nickte. Sie war die Einzige, die ihn Sebbi nannte. Anne-Marie nannte ihn Basti, weil man Sebastian in Deutschland wohl so verniedlichte und die anderen nannten ihn Sebastian. So wie ich. Manchmal nannte er mich Tom, weil er meinte, dass Tommy ein Name für ein Kind war, aber das störte mich nicht.

"Tommy?"
"Sorry, hab kurz nich' aufgepasst."

"Du solltest schlafen, amore. Ein übermüdeter Tommy bringt weder uns noch Sebbi was. Bitte."
Sie flehte schon fast.
"Ja, okay. Ruf mich an, wenn es ein Zeichen von Sebastian oder den Schweinen, die ihn haben, gibt."
Ich gab ihr einen Kuss auf die Wange - hab halt gute Manieren - und machte mich auf den Weg zu dem Hotel, in dem ich für einige Wochen, auf den Kosten vom ICC, lebte. Es war nichts besonders Teures oder Schickes, aber es war besser, als ich es gewohnt war und dennoch war ich sehr selten in der Nähe des Hotels.

Die Lobby war leer, es war mitten in der Nacht, und außer dem Rezeptionisten konnte ich auch kein Personal entdecken. Ich grüßte den Mann mit meinem Brocken Holländisch, den ich drauf hatte, und begab mich in Richtung Aufzug. Er nickte mir höflich zu und sagte etwas, aber da er wusste, dass ich Ire bin, erwartete er nicht, dass ich antwortete. Der Aufzug fuhr, für meinen Geschmack, viel zu langsam und ich nickte mehrmals im Stehen ein, bis ich endlich mein Stockwerk erreichte.
Schnell nahm ich meine Schlüsselkarte und betrat mein Zimmer. Eigentlich waren es zwei Zimmer. Ein Wohn- und ein Schlafzimmer. Und natürlich das geräumige Bad mit den 1001 Testern, die eh immer nur geklaut und nicht benutzt werden. In eben diesem zog ich mich aus und duschte. Meine letzte Dusche war ähnlich lange her, wie mein letzter Schlaf, also blieb ich etwas länger in der Dusche, als gewöhnlich.
Als ich fertig war zog ich mir eine Boxershorts und ein Shirt an und legte mich ins Bett. Schließlich fiel ich in einen tiefen Schlaf.
~~~~
32 Verpasste Anrufe
8 Erhaltene SMS


Mit einem brummenden Schädel setzte ich mich auf und hörte meine Mailbox ab. Die Hälfte der Anrufe war von Eva und sie hinterließ nur Nachrichten, dass ich zurückrufen sollte. Einige waren von Anne-Marie und den anderen, doch auch sie sagten nicht, was los war. Um so näher ich doch der ersten Nachricht kam, umso mehr fiel mir auf, wie aufgeregt Evas Stimme wurde. Als ich dann die letzte, zeitlich älteste Nachricht abhörte, wurde Evas Stimme immer wieder von einem Schluckauf unterbrochen, den sie meist bekam, wenn sie sich aufregte.
"Tommy... wir haben einen Anruf erhalten. Es war Sebbi. Er ist Entführt worden und nun versucht man, uns zu erpressen. Wir sollen die Erpresser in Ruhe lassen. Es sind die von den Morden in den letzten Monaten, die Louis untersucht hat. Er und Carl sind auf dem Weg nach Deutschland. Anne-Marie bleibt hier, zusammen mit Michel Dorn und wir sollen auch nach Deutschland. Wir haben endlich die Erlaubnis, diesen Fall zu behandeln."
Schnell legte ich mein Handy weg und zog mich an. In weniger als zehn Minuten stand ich vor Eva. "Tommy!" Sie umarmte mich - warum machen Frauen das eigentlich? Zeitverschwendung - und holte eine Akte. "Was brauchen wir?", fragte ich sie, als ich ihr folgte. "Du musst Sebbi's Laptop mitnehmen, er hat da bestimmt Sachen drauf, die wir gebrauchen können. Die haben ihn ganz sicher nicht entführt, weil er hier ist. Die lügen. Sie können sich ja nicht sicher sein, dass wir sie für immer in Ruhe lassen. Sie wollen ihn sicher behalten."
"Nein, fluchte ich und rannte zu Sebastians Schreibtisch. Doch dort stand kein Laptop. "Shit" Wieder fluchte ich.
Ich ging wieder zu Eva, die inzwischen die Akte in der Hand hielt. Ich schüttelte den Kopf und so fuhren wir ohne Druckmittel zum Flughafen.
Dort mussten wir nicht lange warten, denn tatsächlich konnten wir pünktlich in den Flieger nach Berlin. Ich hatte kein Gepäck, das war mir nicht wichtig, ich konnte mir in Berlin sicherlich Kleidung Kaufen, sollte ich welche brauchen. Eva hatte allerdings einen kleinen roten Koffer bei sich, als Handgepäck. Die Akte hatte sie auf dem Schoß aufgeschlagen, als wir in dem Flieger saßen.
"Was ist das für eine Akte?", fragte ich sie, wurde nun doch neugierig.
"Die Akte 'Sebastian Berger'", murmelte sie.
"Er hat ne eigene Akte?", fragte ich und wollte danach greifen.
"Tommy, das ist seine Privatsphäre. Ich glaube nicht, dass er wollen würde, dass du es siehst. Das muss er dir schon selbst erklären."
"Ach, du darfst es aber sehen", brummte ich genervt, ließ es aber. Sollte sie die Akte doch behalten. Wollte ich eh nicht erfahren.
Ich tastete, aus Gewohnheit, meinen Gürtel nach meiner Pistole ab. Nach dem Vorzeigen unserer Marken und Ausweise war es Eva und mir erlaubt, unsere Pistolen mitzunehmen. Ohne würde ich mich so nackt fühlen. Vor allem jetzt.
"Ich darf sie sehen, weil er mir das, was hier drin steht, schon gesagt hat."
Toll. Soll sie es doch wissen. Sebastian wird mir schon sagen, was in dieser Akte steht.
"Wozu brauchen wir die überhaupt?", fragte ich. "Um zu wissen, mit wem wir es zu tun haben."
Also hatten wir es mit einem aus Sebastians Vergangenheit zu tun. Super.
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