A Macedonian's Life

GeschichteAllgemein / P16 Slash
Alexander Cassander Cleitus Hephaestion
03.09.2014
18.07.2018
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Slash/Freundschaft
Kassander/Kleitos

Summery: Kassander wird strafversetzt, da er wieder einmal das Maul zu weit aufgerissen hat. Vor seiner Abreise, stattet er seinem ehemaligen Liebhaber einen letzten Besuch ab.




„Du hast dich lange nicht mehr blicken lassen…“

stellt Kleitos leicht verwundert fest und blickte über die Brüstung seines herrschaftlichen Hauses, direkt in die Untergehende Sonne.

„Wie auch, dein Weibsbild war die ganzen letzten Tage hier, hätte ich ihr etwa in die Arme laufen sollen?“ entgegne ich und folge seinem Blick.

„Sag mir Kleitos, wir sind älter geworden, ich bin dem Jünglingsalter entwachsen, wird es nicht langsam Zeit das du dir einen neuen Gespielen suchst? Du ziehst doch junges, weißes Fleisch vor. Oder etwa nicht?“

Provokant lehne ich mich zu ihm herüber und grinse. Er erwidert meinen Blick und seufzt. Dann strich er durch meine braunes Haar, wie bei einem Schuljungen.

„Weißt du Kassander, aus dem Alter bin ich raus…“

„Wie kann man den aus dem Alter raus sein, mein Großer? Je älter man wird, desto jünger werden die Lüstlinge, habe ich gehört.“

Er lacht bloß, streicht sich die schwarzen Haare zurück und fährt sich durch den Bart.

„Du wirst auch immer älter, wie wär‘s wenn du dir einen zulegst?“

Ich schüttel den Kopf, bin ich doch zurzeit noch vollkommen zufrieden mit dem was ich habe. Aber wie lange würde ich es noch haben. Ich sehe meinen Gefährten weiterhin von der Seite an. Wieder erwidert er meinen Blick und der seine wird nun fragend.

„Möchtest du mich noch einmal glücklich machen, bevor ich gehe?“

„Gehen? Wohin?“

„Alexander schickt mich nach Issos…“

„Hast du mal wieder die Klappe zu weit auf gerissen?“ Lachend schüttelt er den Kopf und verpasst mir einen liebevollen Kinnhaken. Genervt schlage ich seine Hand beiseite und schaue ihn gereizt an.

„Halt mal an dich, du beleidigtes Waschweib,“ knurrte Kleitos leise und leerte seinen Wein, der auf den Hügel um mein Anwesen angebaut wird.

„Beantworte mir einfach die Frage. Wirst du, oder wirst du nicht. Denn wenn nein, gehe ich jetzt lieber, ich habe morgen einen anstrengenden Ritt vor mir!“

„Sag mir dein Begehren und ich werde dich glücklich machen.“

„So wie du mich die letzten 15 Jahre glücklich gemacht hast. Schließlich bin ich nicht vor jeder Schlacht zu dir gekommen, weil ich mir die Angst von der Seele reden wollte.“

„Hätte dir aber mal ganz gut getan, dann wärst du jetzt nicht so verbittert, alter Freund. Sieh dir Hephaistion an, quasselt wie ein Wasserfall und ist fröhlich wie ein kleines Mädchen...“

„Ich bezweifle, dass er und Alexander viel geredet haben, was die gemeinsamen Abende angeht…“

„Jedenfalls mehr als wir, General Zungenlos.“

„Vergleichst du mich gerade mit der Hure des Königs?“

„Pass auf was du sagst, Kassander. Gelangt es in falsche Ohren, nennen sie dich bald wirklich so.“

Abfällig lasse ich die Luft zwischen meinen Zähnen entweichen und spucke über den Rand der Brüstung. Ich hatte keine Lust mehr auf reden. Hatte ich nie besonders. Außer, wenn es darum ging, jemanden zu widersprechen, dann redete ich wie ein Wasserfall.

Ich zog den Hünen mit mir, verschloss die Tür und sperrte das rote Licht der Sonne aus.

„Wann kehrt dein Weib zurück?“

„Wenn du über alle Berge bist!“

„Dann können wir uns ja Zeit lassen.“

Meine Stimme wurde zu einem leisen flüstern, mit der Absicht ihn zu verführen. So wie früher. Doch hatte ich vor 10, 15 Jahren nicht lange gebraucht. Ich war jung, frisch und eine gelegene Abwechslung. Ich hätte es auch beim König versuchen können, vielleicht würde ich jetzt auch so viel Ansehen genießen wie sein „Vertrauter“. Doch ich habe schon damals reifere Männer vorgezogen. Männer, die dem Jugendalter schon längst entwachsen waren, die Erfahrung besaßen. Dann war da noch Philips Bester und dann hieß es: nix wie ran.

Ich lasse mich auf die ausladende Bettstatt fallen und ächze quält.

„Nicht mehr der Jüngste, was?“

Böser Blick als Antwort.

„Irgendein Bastard hat mir in der letzten Schlacht die Schulter aufgerissen. Der Knochen ist immer noch nicht ganz verheilt…verdammt.“

Ich rücke mich zurecht, so dass ich bequem liege.

„Kurz nachdem ich dir mal wieder den Arsch gerettet hab?“

„Dafür habe ich ihn aber auch oft genug hingehalten…“

Kleitos lachte dreckig und kniete sich direkt vor mich.

„Sag mal…“

Unterbreche ich sein tun und stütze mich auf die Ellenbogen.

„Weiß deine Frau eigentlich davon?“

„Wovon?“

„Das du heimlich Rosen züchtest…bei allen Göttern…“ ich verdrehe die Augen.

„Dass du auch mal auf anderen Gewässern fährst…und das regelmäßig.“

„Weiß nicht was du willst, ich bin schon lange nicht mehr zur See gefahren…bevorzuge festen Boden unter meinen Füßen.“

„Oh bei Zeus…“ ich seufze „und da sagt man, das Verständnis kommt mit dem Alter…ob sie weiß, dass du’s auch mal mit anderen treibst…“

Er zuckt bloß die Schultern.

„Was weiß ich. Ich glaube schon. Sie schaut unsere Haussklavin immer mit diesem bösartigen Blick an, der von Medusa selbst kommen könnte. Und die Arme weiß gar nicht was los ist…“

„Wie gesagt, kein Mann der großen Worte“ mache ich ihm deutlich und ziehe ihn ungeduldig an der Schulter zu mir nach unten.

„Besorg‘s mir einfach, damit ich besser schlafen kann!“





„Das ist mir jetzt unglaublich unangenehm!“ murmelte er leise und vermeidet es in meine Richtung zu schauen…ich grinse.

„Ach was soll‘s, passiert jedem mal…“

„Ich bin aber nicht jeder!“ stellte der Schwarze klar.

Ich seufze erneut und lehne mich zu Seite, „das kommt mit dem Alter, alter Mann.“ Er sieht mich giftig an und stößt mich verärgert zur Seite, so dass meine Schulter wieder in Mitleidenschaft gerät und ich erneut aufstöhne. Wenn auch nicht auf die Art, die ich mir für heute gewünscht hätte.

„Ich bring‘s nicht mehr…“ stellte er missgelaunt fest. Philip und sein Sohn haben mich ausgelaugt…bis auf den letzten Rest!“

„Ach Unsinn,“ ich verschränkte die Hände hinter meinen Kopf. „Ich hatte sehr viel Spaß.“

Das brachte mir einen deftigen Nasenstüber. Lachend richtete ich mich auf.

„Es war wirklich ein schöner Abend, auch wenn ich aus den falschen Gründen gestöhnt habe…“

Ich erhob mich und zog mich wieder an. „Du kannst mich ja mal in Issos besuchen.“

Er schweigt und sieht nur zu mir hoch.

„Mach‘s gut, Kassander.“ Er drückt kurz meine Hand. „Und lass dir dort nicht den Arsch aufreißen!“

„Ich werde mich hüten…Kleitos“

Mit den Worten wand ich mich ab und verließ das Anwesen meines Freundes. Freund…oder vielleicht doch etwas anderes. Immerhin verband uns nur mehr als mein ganzes Leben. Ich würde zurück kommen, denn von einer Sache war ich fest überzeugt: Das hier ist noch nicht unser letztes Kapitel gewesen.