[MacGyver] Der Ball des Anstoßes

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16
Jack Dalton Mac Gyver Murdoc
03.09.2014
03.09.2014
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Titel: Der Ball des Anstoßes
Autor: John´s Chaya
Serie: MacGyver
Genre: Abenteuer
Rating: R
Charaktere: MacGyver, Jack Dalton, Murdoc

Anmerkung: Man möge mir doch bitte jeden Rechtschreib- Grammatik- und/oder Zeichensetzungsfehler verzeihen. Diese FF war vor einiger Zeit ein Beitrag für die Allerlei-Challenge im Stargate-Forum.

Inhalt: Jack Dalton war mal wieder in Schwierigkeiten geraten und was lag da näher, als seinen Freund MacGyver um Hilfe zu bitten.




MacGyver hatte gerade mal wieder einen Auftrag der Phoenix-Foundation erfolgreich erledigt und lag nun völlig kaputt auf seiner Couch. Er war gerade erst auf ein Hausboot gezogen, welches sehr zu seiner momentanen Entspannung beitrug. Draußen wehte ein leichter Wind und wog das Hausboot hin und her und ihn somit sanft in den Schlaf. Die Wellen schlugen leicht gegen das Boot und das plätschern hatte etwas sehr beruhigendes. Es war kurz vor 21Uhr, der Mond stand hoch und auf seiner Veranda sang eine Nachtigall. Sein letzter Gedanke, bevor er gänzlich in den Schlaf glitt war: "Das ist ja fast so kitschig wie im Film!" Man brauchte natürlich nicht zu erwähnen, dass sein alter kleiner Fernseher nebenbei lief und einen alten schwarz/weiß Film zeigte. Den schaltete er fast immer ein, bevor er sich auf die Couch legte. Und schon war er eingeschlafen …



Währenddessen in einem Geschäft in China-Town

Jack Dalton schlich durch die Dunkelheit, immer darauf bedacht keinerlei Geräusch zu machen.
„Ich muss diese Statue haben, dann hab' ich ausgesorgt. Dann kann ich meine eigene Airline gründen: Dalton-Air- -Flugbereit zu jeder Zeit, das klingt doch super!“, grinste er selbstgefällig.

Bei einem hochkarätigen Drogendealer sollte eine einsame goldene Statue einstauben. Das wollte er verhindern, schließlich wusste er besseres damit anzufangen. Sie würde seine Existenz gründen – seine große Leidenschaft, das Fliegen.

Auf die Idee, dass es gefährlich sein könnte gerade bei einem Drogendealer einzubrechen kam er nicht. Er war von der Aussicht geblendet, bald jede Menge Dollarscheine zu haben. Das ließ einen unvorsichtig werden, nicht dass Jack jemals der Vorsichtigste gewesen wäre …

Als er es endlich geschafft hatte die Statue mit eigenen Augen, zum Greifen nah, zu sehen, lag ein Fußball und eine große Kiste im Weg. Er kickte den Ball in die Ecke und gab gleichzeitig der Kiste einen Tritt,  so dass diese günstig vor dem Regal zum stehen kam, auf dem die Statue stand.

Aber, dass das ganze ein Falle sein könnte – darauf kam er schon einmal gar nicht.

Aber kaum kam der Ball ins rollen, fiel ein Seil von der Decke und zog sich gleich um seinen Hals fest. Er sprang sofort auf die Kiste, damit der Zug nachließ – großer Fehler.

„Jack Dalton – schön Sie mal wieder zu treffen“, säuselte Murdoc hoch erfreut, während er Jack beobachtete, der auf der ziemlich wackligen Kiste stand. Hoch oben, auf einem Regal, stand die mysteriöse goldene Statue, die Jack stehlen wollte. Sie stellte einen Indischen Gott dar und war Millionen wert. Nur wegen ihr hatte er diese Strapazen auf sich genommen, war in dieses Geschäft eingebrochen. Sie gehörte einem Drogendealer und laut Jacks Meinung, war es dann kein Diebstahl. Was er nicht bemerkte - war die Falle die ihm gestellt wurde. Ein Falle von MacGyvers Erzfeind – Murdoc.

Es war viel zu einfach gewesen in dieses Geschäft einzubrechen. Aber solche Gedanken kamen Jack immer erst hinterher, wenn er in der Klemme steckte und das tat er fast tagtäglich.

Und was tat Jack wenn er in der Klemme steckte – er dachte an seinen besten Kumpel MacGyver. Sein Helfer in der Not, sein Held. Der ihn, wie immer, aus dieser verzwickten Lage sicherlich in null Komma nichts befreien würde. Denn er stand nicht nur einfach auf der Kiste – diese war zugleich auch ein Zünder für eine Bombe. Würde die Kiste umfallen, er also das Gleichgewicht verlieren – würde diese Bombe hochgehen. Und ihn dabei in tausende Stücke reißen, aber nicht nur das – gleichzeitig würde er noch stranguliert werden. Ein doppelter Tod sozusagen.

Bevor er auf die Kiste stieg, hatte er ja noch den Ball aus dem Weg geschossen, der einfach so davor lag – und dieser hatte dummerweise auch noch einen Druck-Mechanismus ausgelöst. Ein dickes Seil fiel von der Decke und lag nun um seinen Hals, so dass er kaum noch Luft bekam. Das – und die Bombe führten wie gesagt dazu, dass er sich sehnlichst Mac herbei wünschte. Der wusste sicherlich was zu tun war.

Und genau das war das Problem, denn das war Murdocs Plan. Dieser verabscheute MacGyver bis aufs Blut. Immer wieder gerieten sie aneinander und bis dato war MacGyver immer als Gewinner aus diesen "Duellen" hervorgegangen. Das wollte Murdoc endlich ändern. Schließlich hatte er wegen Mac seinen gutbezahlten Job als Auftragskiller verloren. Aus diesem Grund hatte er MacGyvers besten Freund in diese Falle gelockt. Was bei dem dusseligen Jack wirklich nicht sehr schwierig war. Der hatte immer nur den Gegenstand seiner Begierde vor Augen, ohne auf die Umgebung zu achten.

Deswegen steckte er ja in diesem Dilemma, wie eigentlich immer. Denn dies war nicht das erste Mal und Mac hatte ihn schon so oft gerettet. Das Problem war – beim letzten Mal hatte Mac gesagt: „Ich helfe dir nie wieder, sieh zu, dass du nicht wieder in eine solche Situationen gerätst!“

Tja, und nun war das nächste Mal …

Wenn Mac seine Drohung wahr machte – war er geliefert. Murdoc würde an ihm ein Exempel statuieren und Mac dann ein Foto davon schicken. Das war so etwas wie sein Markenzeichen.

Jack kam arg ins schwitzen, es war sehr warm hier und dieses ewige Gleichgewicht halten trug nicht dazu bei, dass es ihm kühler wurde, im Gegenteil. Der Schweiß rann ihm am ganzen Körper herunter. Es war sehr anstrengend und zum x-ten Male verfluchte er seine Bierwampe und den Schweinebraten, den er vorher noch gegessen hatte. Das trug nicht gerade zu seiner Ausdauer bei.

Er schwankte ein wenig und Murdoc fing hämisch zu lachen an. „He, Jack, Sie wollen Mac doch nicht um das Erlebnis bringen, gemeinsam mit Ihnen in tausende Stücke gerissen zu werden - also Haltung, wenn ich bitten darf! Ich habe schon einen Botenjungen zu MacGyver geschickt, mit einer Nachricht von Ihnen. Es wird also wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis er hier ist!“, lachte er gehässig. „Also – durchhalten!“ Dann band er Jack noch schnell die Hände hinter dem Rücken zusammen. Nicht dass sie ihm was genutzt hätten. Jede Bewegung würde ihn aus dem Gleichgewicht bringen, selbst die kleinste Bewegung seiner Hände.

Dann verließ Murdoc das Geschäft. In einiger Entfernung stellte er seinen Fotoapparat auf und wartete auf MacGyver. Dieses Mal musste es klappen – musste er MacGyver erwischen. Er war und blieb ein Auftragsmörder, der noch nie an einem Auftrag gescheitert war und er war stolz darauf. Na ja, bis auf einen Auftrag – MacGyver zu töten.



Auf dem Hausboot

Währenddessen lag Mac immer noch im tiefen Schlaf und träumte von dem Fußballspiel, dass er in Deutschland gesehen hatte. Denn von dort kam er gerade zurück. Der letzte Auftrag für die Phoenix-Foundation hatte ihn nach Hamburg geführt. Wo er einen mysteriösen Schiffscontainerdiebstahl auflösen musste. Wichtige Fracht für die Foundation war „verloren“ gegangen. Aber das hatte er wie immer mit Bravour erledigt. Wenn es auch mal wieder nicht ohne kleine Tricks seinerseits auskam …

Zum Abschluss dieses Auftrags hatte er sich noch ein Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft angesehen. Die spielten gerade gegen England. Und wie gesagt – davon träumte Mac, als der Fußball plötzlich ziemlich laute Klopf Geräusche machte. Völlig verwirrt – „zum Jaffa nochmal, was waren das für komische Geräusche?“, dachte Mac und war nun ganz wach.

„Welcher Idiot stört denn um diese Zeit? Wehe es ist ein neuer Auftrag, bin doch gerade erst wieder hier. Hab' ja noch nicht mal ausgepackt!“, murmelte er wütend vor sich hin. Plötzlich ein Geistesblitz: „Wehe, das ist wieder der penetrant nervige Jack, na der kann was erleben!“, grummelte er in seinen nicht vorhandenen Bart und öffnete die Tür.

Vor ihm stand ein etwa 17 Jahre alter Junge, der sah nicht wie Jack aus, mit einem Zettel in der Hand und – er hatte mal wieder den richtigen Geistesblitz gehabt. Dieser Zettel war ein Hilferuf von Jack Dalton.


Der Junge hielt seine Hand auf und wartete auf Trinkgeld. „Na ja, du kannst ja nichts dafür, bist ja nur der Bote“, und drückte ihm einen zehn Dollarschein in die Hand. Dieser bedankte sich wohlerzogen, was Mac darin bestärkte, dass die zehn Dollar gut angelegt waren.


Nichtsdestotrotz  hatte er jetzt ein Problem, seine Müdigkeit und mal wieder Jack. Dieser Brief/Zettel klang sehr dringend. Was – wenn es wieder einer dieser typischen Rettungseinsätze war, wo er selbst den meisten Schaden nahm? Wäre ja nicht das erste Mal …


„Jack Dalton, was hast du nur wieder angestellt? Wehe dir, es ist nicht wirklich Lebensbedrohend, dann Gnade dir Gott – dann mach ich es Lebensbedrohend für dich!“, grinste Mac nun vor sich hin - voller Vorfreude Jack eins auszuwischen. Aber dieses Mal steckte Jack wirklich in arger Bedrängnis und zwar wegen ihm. Das würde Mac leider bald herausfinden.

Missmutig machte sich MacGyver mal wieder auf den Weg, um seinen Freund Jack aus seiner misslichen Lage zu befreien.



In China-Town

Jack hatte währenddessen immer größere Probleme sein Gleichgewicht zu halten. „Mac, wo steckst du nur? Lange halte ich es nicht mehr aus!“, brummelte er ärgerlich vor sich hin. Es wurde wirklich so langsam eng für Jack. Bombe oder Strick, das war hier die Frage …, was würde ihn zuerst töten?
Es wurde wirklich Zeit, dass MacGyver endlich auftauchte. Sonst gab es nichts mehr von Jack zu retten. Und das war immerhin eine ganze Menge.


Als Mac endlich in China-Town ankam, war er immer noch tierisch sauer auf Jack. Der konnte was erleben, wenn das hier nicht wirklich wichtig war.

Schon von weitem sah er die weit geöffnete Tür des Geschäfts, wohin Jack ihn beordert hatte.
„Wie hirnverbrannt blöd muss man sein, die Tür um diese Zeit sperrangelweit aufzulassen?“, fragte er sich und schüttelte mit dem Kopf.

„Jack, wo bist du? In was für einem Schlamassel steckst du jetzt schon wieder?“, rief er in den dunklen Raum hinein. „MacGyver, bist du es?“, rief eine sehr genervt klingende Stimme aus den hinteren Räumen des Geschäfts. „Na wer denn sonst oder hast du noch mehr Leute zu nächtlicher Schlafenszeit aus dem Bett klingeln lassen?“, rief Mac mürrisch zurück.

„Gott sei Dank, beeile dich, schnell, er ist in der Nähe!“ - „Wer?“, fragte Mac überrascht zurück. „Murdoc!“, kam es nun doch ziemlich kleinlaut aus Jacks Mund.

„Murdoc?! Bist du von allen guten Geistern verlassen, der ist doch Tod.“ -“Nein, der stand vor zehn Minuten noch ziemlich lebendig vor mir“, sagte Jack. Da stand MacGyver auch schon vor ihm und sah das Dilemma, in das Jack mal wieder steckte.

„Wo ist Murdoc, ist er noch hier?“, fragte Mac nun leise. „Nein, der hat bestimmt, wie immer, Sicherheitsabstand genommen. Ich stehe nämlich auf einem Zündmechanismus, der sofort hochgeht, wenn ich mich bewege oder gar heruntersteige!“, jammerte Jack nun.

„Immer mit der Ruhe, steh still!“, beruhigte er den nun doch ziemlich zappelig werdenden Jack.
Dann sah er sich alles genauer an. „Na, da hat Murdoc es ja besonders gut gemeint mit dir, Schlinge und Bombe. Na, wenn das keine Auszeichnung ist“, grinste er und zog sein Schweizer-Messer aus der Hosentasche. Von der Schlinge um den Kopf, konnte er Jack ja schon erst einmal erlösen.

Danach besah er sich den Zündmechanismus genauer. Eigentlich war das eine ganz einfache Sache. Murdoc hatte sich nicht einmal besonders viel Mühe damit gegeben. Er dachte wohl, wenn Jack MacGyver kommen hörte, würde er sofort anfangen zu zappeln und somit den Mechanismus auslösen. Dann wäre sowohl von Jack, als auch von MacGyver nicht viel mehr übrig.

Was immer noch passieren konnte, wenn Jack nicht endlich aufhören würde zu zappeln. „Verdammt Jack, steh still!“, befahl Mac. Er suchte in seinen Hosentaschen nach was nützlichem und fand es.
Eine Büroklammer und eine Rolle Industrieklebeband förderte er zu Tage. Die Büroklammer befestigte er vorsichtig am Zündmechanismus und klebte diese ebenso vorsichtig mit dem Klebeband fest. So dass das Gewicht der Kiste vorgetäuscht wurde. Dann befahl er Jack vorsichtig herunterzusteigen. Sie mussten sich beeilen, denn lange würde diese Konstruktion nicht halten.

Jack wusste, jetzt musste er sich genaustens an MacGyvers Anweisungen halten. Der wusste was er tat. So machte er was ihm gesagt wurde und stieg ganz langsam herunter. Kaum war Jack unten, liefen sie schnell zum Hinterausgang. Der lag näher als die Vordertür. Außer Atem kamen sie an der nächsten Häuserecke an. Jack und Mac beobachteten das Geschäft, bald müsste die Bombe hochgehen.

MacGyver beruhigte Jack, der glaubte, dass sie hier nicht sicher wären. „Das war nur ein kleiner Sprengsatz, der hätte nur dich und mich in Stücke gerissen, nicht aber das Haus. Was wolltest du eigentlich dort?“, fragte er Jack.

„Ich wollte einen Investor treffen, der in meine Fluglinie investieren wollte. Er hatte mich dorthin bestellt“, blinzelte er MacGyver an. „Jack Dalton, wenn du blinzelst – lügst du, dass die Balken biegen!“, rollte Mac genervt mit den Augen. Das war mal wieder typisch Jack. Das Blinzeln verriet ihn immer. Wenn auch auf sonst nichts, darauf konnte man sich bei Jack verlassen.

„Also, was wolltest du dort?“, fragte Mac nach. - „Ich habe von einer goldenen, indischen Statue gehört, die Millionen wert sein soll. Und die einfach so bei einem Drogendealer im Regal stehen soll. Da dachte ich, bevor die da einstaubt, kann ich damit meine Fluglinie gründen. Wenn man einem Dieb, beziehungsweise einen Dealer bestiehlt – ist das doch gar kein Diebstahl!“, grinste Jack nun wieder. Da er ja nun in sicherer Entfernung zur Bombe war.

„Oh man Jack …!“, verdrehte MacGyver genervt die Augen. Das war mal wieder so was von typisch Jack.

MacGyver sah sich vorsichtig um, er horchte, aber nichts war zu hören.
„Ich bin mir ziemlich sicher, Murdoc ist noch in der Nähe. Der wartet auf den großen Knall, das lässt er sich nicht entgehen. Der sieht bestimmt nach, wieso es noch nicht passiert ist!“ Kaum hatte Mac es ausgesprochen, hörte er Murdoc rufen:

„MACGYYYYYVER …!“, kurz darauf folgte der Knall.

Dann war es totenstill. War Murdoc endlich tot und zwar für immer?

Am nächsten Tag fragte MacGyver auf dem Polizeirevier nach und erfuhr – es gab bei der Explosion in dem Geschäft in China-Town keine Toten – KEINE.

Es schien so, als wenn Murdoc es wieder einmal geschafft hatte. Nur wie, wusste keiner.

Es war wohl nicht das letzte Aufeinandertreffen von MacGyver und Murdoc. Es war nur eine Frage der Zeit.



Epilog:

Jack versprach MacGyver hoch und heilig, sich nie wieder in solche Situationen zu begeben. Kaum ausgesprochen, wussten aber beide – das würde doch wieder passieren. Denn Jack war einfach Jack und MacGyver würde ihm immer wieder, wenn auch genervt, zur Seite stehen.

Dazu waren gute Freunde da. Einer brachte sich in Schwierigkeiten - der andere half.

So sind gute Freundschaften eben. Ein Geben und Nehmen, wobei im Fall von Jack – es doch wohl eher nur ein Nehmen war. Aber das tat ihrer Freundschaft keinen Abbruch.

MacGyver hatte nun erst einmal zwei ganze Tage Ruhe und konnte ausschlafen, bevor ihn der nächste Auftrag der Phoenix-Foundation wieder in die weite Welt zog.



April 2013, John´s Chaya
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