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Seelensplitter

von Firiel
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Darcy Lewis Hawkeye / Clint Barton Jane Foster Loki Odin Thor
03.09.2014
09.01.2021
30
144.771
32
Alle Kapitel
142 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
 
03.09.2014 1.749
 


Okay, ich kann verstehen, dass sich einige von euch jetzt Fragen "Was zur Hölle soll DAS denn jetzt? Die Geschichte war doch abgeschlossen". Ist durchaus berechtigt an dieser Stelle und keine Sorge, ich versuche es so weit wie möglich zu erklären.
Also, ich hab mir vor einer Weile "Broken Soul" mal durchgelesen, wie ich das manchmal mache, um für die Fortsetzung ein bisschen in den "Flow" zu kommen und ein Gefühl für die Charaktere zu bekommen, vor allem wenn ich lange Zeit nicht geschrieben habe. Und mir sind eben einige Dinge in den ersten Kapiteln aufgefallen, mit denen ich schlicht und einfach nicht mehr zufrieden bin oder mir denke "Was zur Hölle hast du dir dabei gedacht". Darum also das Reboot. Es geht nicht darum, dass die Story hier mehr Aufmerksamkeit bekommt, oder so (denn die hat sie wahrlich genug bekommen und ich bin sehr zufrieden damit) sondern darum, dass ich sie eben ein wenig verbessern möchte.
Solltet ihr schon angefangen haben, die Geschichte zu lesen und schon ein paar Kapitel geschafft haben... Keine Sorge! Ihr werdet nichts verpassen und könnt ohne Probleme weiter lesen. An der Handlung an sich werde ich nichts ändern. Klingt komisch, da ich ja komplett neue Kapitel geschrieben habe. Was ich meine ist, dass die Haupthandlung gleichbleiben wird (roter Faden und so ^^) aber die kleinen Details und das Drumherum wird sich eben ein wenig ändern.
Wer schon fertig mit lesen ist und sich fragt, was das soll, der kann auch ruhig bleiben. Keiner *muss* die neue Version jetzt unbedingt lesen, wie gesagt es ist mehr eine Sache meines Empfindens.
Auch versuche ich das ganze so gestalten, dass die Übergänge von überarbeiteten Kapiteln und den älteren Kapiteln recht flüssig gehalten wird und man sie einfach "überlesen" kann.
So, jetzt hab ich erst einmal genug geblubbert, hier kommt endlich das neue Kapitel(chen)
Viel Spaß beim Lesen! :D






Prolog







Es war ein regnerischer Tag in Asgard. Kein stürmischer Platzregen, wie Thor in gerne aus einer Laune heraus beschwor, sondern feiner Nieselregen fiel herab und gab der Welt ein tristes, graues Wesen. Der Mann, der soeben durch den weiten Flur des Palastes ging, fand das durchaus passend. Er musste sich zu jedem Schritt zwingen, der ihn näher an seinen Untergang heranführen würde. Alles in ihm sträubte sich, die Tür zu durchschreiten, die er in gut zehn Metern Entfernung schon sehen konnte. Wie alles im Palast des Allvaters war auch diese Tür reichlich mit Gold verziert und ziemlich hoch. Selbst ein Troll, der Odin selbst um drei Haupteslängen überragte, würde locker hindurchgehen könnten.
Wären die Wachen an seiner Seite nicht, der Mann hätte schon längst das Weite gesucht. Ein Zauber und Schwups… er wäre meilenweit fort. Verbittert blickte er auf die Ketten, die seine Hände fesselten. Sie hielten ihn nicht nur physisch davon ab, zu fliehen, sie unterbanden auch noch jede Art der Magie, der man sich hätte bedienen können.
Die Tür kam immer näher und er spürte, wie sich sein Magen umdrehte. Als er zuletzt im großen Saal gewesen war, hatte er auf dem Thron gesessen, nun betrat er ihn für eine Hinrichtung.
Seine Hinrichtung!
Sein Leben war so schön gewesen in den letzten beiden Jahren. Jeder hatte ihn für tot gehalten, keiner hatte ihm ins Handwerk gepfuscht… bis dann alles schief gegangen war.
„Es wird Zeit, du Verräter!“, spottete eine der Wachen und dafür bekam er einen finsteren Blick von dem Gefangenen, dessen Kette er hielt.
Die riesige Tür schwang nach innen hin auf und gab den Blick auf eine Ansammlung von Leuten frei. Nahezu jeder Bürger Asgards war hier erschienen, nur um ihn sterben zu sehen.
>Früher hätte ich nie so viel Aufmerksamkeit bekommen!<, dachte sich der zum Tode verurteilte zynisch und sah sich mit betonter Gelassenheit um. In seinem Inneren jedoch brodelte es.
Vor dem Thron, den man schon erkennen konnte, stand der Allvater, Odin Borson, in all seinem Glanz und seiner Macht. Zu dessen Füßen auf dem Boden sah man einen Richtblock. Natürlich stand dieser nicht immer dort, sondern wurde geholt  wenn es die Situation erforderte. Streng genommen, war er zwar noch nicht zum Tod verurteilt worden, aber das war im Grunde nur noch eine Formsache. Einen anderen Weg gab es sicherlich nicht.
Stille herrschte im Saal, keiner machte einen Mucks. Es schien als hätte ein jeder der Anwesenden den Atem angehalten, gespannt darauf, was nun folgen würde.
Schließlich hatte der Gefangene das Podest erreicht, auf dem sowohl Thron, als auch der König und der Scharfrichter standen.
Odin schlug mit dem stumpfen Ende seines Speers auf dem Boden, wie er es immer tat um für Ruhe zu sorgen und was eigentlich völlig überflüssig war. Es war so leise, dass man die Haare der Asen beinahe wachsen hören konnte. Die kühlen, blauen Augen des Allvaters richteten sich auf den Mann in Ketten, der nun vor ihm stand. Wer genau hinsah und den Allvater kannte, konnte auch einen Hauch Schmerz darin sehen.
„Loki Laufeyson…“, begann Odin und seine Stimme erfüllte den ganzen Saal, obwohl er nicht einmal richtig laut sprach. Der Gefangene blickte auf und begegnete den Augen seines Richters mit Abscheu und Widerwillen. Sich davon unbeeindruckt gebend, fuhr Odin fort: „… du hast dich des Hochverrats an dem Königreich Asgard schuldig gemacht. Du hast den König Asgards hinterrücks gestürzt, dessen Gestalt vorgetäuscht,  seinen Platz eingenommen und unrechtmäßig regiert! Leugnest du das?“
Loki schwieg. Kein Wort würde über seine Lippen kommen, weder um sich zu verteidigen, noch um zu gestehen. Es würde ihm ohnehin keiner zuhören, also wozu Energie verschwenden. Wer gehofft hatte, er würde um Gnade flehen, würde bitter enttäuscht werden.
„Des Weiteren hast du den rechtmäßigen Thronanwärter, Thor, ziehen lassen als dieser seinem Erbe abschwor und gut zwanzig Asen, nebst Elfen getötet, während deiner Verfolgung. Leugnest du das?“
Wieder schwieg Loki und begnügte sich damit, den Allvater mit Blicken zu erdolchen. Er stand stolz und aufrecht vor dem König, innerlich war er längst gebrochen. Doch er würde es keinem gönnen, ihn jemals zerbrochen zu sehen. Sie wollten einen Bösewicht aus ihm machen? Dann würde er auch wie einer sterben, hatte er sich geschworen.
Odin seufzte, als er erneut kein Wort von dem Angeklagten zu hören bekam. Er würde das niemals laut aussprechen, doch ein kleiner Teil in ihm hatte gehofft, Loki würde etwas sagen. Irgendetwas, was die Schuld mindern würde! Damit er, Odin, nicht bis zum äußersten Mittel greifen musste. Aber so wie es schien, blieb ihm dieses Mal keine Wahl.
„Wenn Frigga dich nun sehen könnte… Ihr Herz würde vor deinen Augen brechen, Loki!“, sagte er leise, doch war er sicher, dass der Gefangene ihn verstand. Bei der Erwähnung von Odins verstorbener Gemahlin blitzte etwas in Lokis Blick auf, das Odin für Kummer hielt. Ein winziger Funke, der zeigte, dass der Magier nicht bis zum Kern verkommen war. Doch dem König waren die Hände gebunden, so wie Sachlage war, konnte er den Jungen nicht verschonen, auch wenn er das getan hätte…
„Loki Laufeyson! Für deine Taten gegen das Königreich Asgard und um das Blut zu sühnen, das an deinen Händen klebt, verurteile ich, Odin Allvater, dich zum Tode!“
Odin atmete tief durch, nachdem er den Richtspruch geleistet hatte. Es hatte ihm so unendlich viel Überwindung gekostet, seinen Adoptivsohn dem Tod preiszugeben. Als er sah, wie der Blick Lokis kurz vor Angst aufflackerte, rührte sich ein Teil seiner Seele, die ihn damals dazu veranlasst hatte, einen hilflosen Säugling aus Jotunheim mitzunehmen.
>Was habe ich nur getan?<  
Beschämt und traurig schlug Odin den Blick nieder, er konnte den Anblick Lokis nicht ertragen, wie er so hilflos vor ihm stand. Im Glauben, dass seine Beine ihn nicht länger tragen würden, ließ sich der Allvater auf seinem Thron nieder, während der Scharfrichter zum Richtblock trat, die breite, scharfe Axt lässig über eine Schulter gelegt.
Loki wurde von einem der Wachen an der Schulter gepackt und zum Richtblock gezerrt. Dessen Maske begann im Angesicht seines Endes zu bröckeln. Seine Eingeweide verknoteten sich, als waren es Schlangen und Loki fühlte sich außerstande einen weiteren Schritt zu tun, also zerrte die Wache noch fester. So kaltblütig er auch für andere schien, selbst er hing an seinem Leben, auch wenn es bisher kein schönes gewesen war. Sogar der tapferste Krieger, der sich in einem Kampf vor eine Waffe warf, würde Angst bekommen, wenn er sich hilflos dem Tod ausgesetzt sah. Loki ballte die Hände zu Fäusten, damit man nicht sah, wie sie zitterten.
Der Wachsoldat trat ihm grob in die Kniekehlen und Loki fiel vor dem Richtblock auf die Knie.
>So wolltet ihr alle mich schon seit Jahren sehen, nicht wahr? Seit herauskam, was ich bin, wollte ein jeder meinen Tod! Da habt ihr nun, was ihr wollt! Ich würde euch bis in alle Ewigkeit verfluchen, könnte ich auf meine Macht zugreifen…<, dachte Loki verbittert, als der Ase seinen Kopf auf den Block drückte und der Scharfrichter neben ihm seine Position einnahm. Dann war ein weiteres Mal die Stimme Odins zu hören.
„Hat der Gefangene einen letzten Wunsch?“
Diese Frage wurde jedem zum Tode verurteilten kurz vor dem Ende gestellt, Loki hatte als Kind schon zahlreiche Hinrichtungen gesehen. Einige hatten geweint, manche schwiegen beharrlich, so wie er es sich vorgenommen hatte, andere wollten eine letzte Nacht bei ihrer Liebsten sein. Loki beschloss sein Schweigen zu brechen und ein letztes Mal die Stimme zu heben, bevor er vergehen sollte.
Nur ein Wort schallte durch den großen Saal, lauter als die Stimme Odins, voller Hass und Verzweiflung.
Verreckt!
Dann schloss Loki die Augen und wartete auf den Tod.
Er hörte, wie der Scharfrichter mit der Axt ausholte, wie die Waffe durch die Luft sauste, auf seine Hals zu…
>Mutter!<, dachte Loki in dem Moment, in dem sein Leben enden sollte, kurz bevor die Axt ihn treffen würde.





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So, hier kommt mein berühmt-berüchtigtes Nachwort. Keine Sorge, ich fasse mich an dieser Stelle kurz, weil ich ja schon ein recht langes Vorwort geschrieben habe.
Ich hoffe ihr hattet Spaß bei dem kleinen Prolog. Im Anschluss werde ich gleich das nächste Kapitel hochladen, damit der Übergang wieder "flüssig" ist, wie ich oben schonerwähnte.
Über ein kleines Feedback würde ich mich an dieser Stelle recht freuen. Vor allem wenn ihr die vorherige Version schon kennt, da ich gern so einen kleinen Vergleich hätte, wie die "Reboot"-Kapitel im Vergleich zu den Alten sind.
So jetzt halte ich aber wirklich die Klappe. Zumindest in diesem Kapitel.
LG
Firiel ^^
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