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I left it all

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteDrama, Freundschaft / P12 / Gen
Castiel Dean Winchester
02.09.2014
02.09.2014
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604
 
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Mein Beitrag zum Liederthemen-Wettbewerb: http://forum.fanfiktion.de/t/27084/27084

Lied: Budapest von George Ezra

Ist nicht als Slash markiert, kann aber so gelesen werden, wenn ihr möchtet. Jedoch habe ich beim Schreiben weniger an romantische Gefühle gedacht, als an … andere. Aber lest selbst! Ich wünsche viel Spaß!






Rückblickend war der erste Moment, in dem der Engel Castiel seine Hand an Dean Winchester legte, um ihn aus der Hölle zu ziehen, der Moment, der sein Schicksal besiegelte. Sicher, zu dem Zeitpunkt handelte er im Auftrag seiner Vorgesetzten, hatte kaum eine andere Wahl als den Mann zu retten und wieder zusammenzusetzen, geschweige denn wusste er, was er tat. Im Nachhinein betrachtet jedoch war es offensichtlich, dass dieser Moment der Beginn der Abwärtsspirale war, in der er sich seit dem unaufhaltsam bewegte.

Er hatte Befehle missachtet, gegen jede Vorschrift verstoßen, die ihm bekannt war, hatte in einem Anflug von Machtgier für eine kurze Zeit Gott gespielt, die Leviathane befreit, war zum Menschen gemacht worden … die Liste ließ sich beliebig fortsetzen.

Natürlich könnte er die Schuld Dean zuschieben. Dean hatte sein Weltbild, die Befehle in Frage gestellt. Er hatte Dean beschützen wollen als er fiel, für Dean hatte er versucht, seine Probleme alleine zu lösen, aber letzten Endes? Es war Castiels Schuld, dass er sich jetzt in dieser Situation befand. Er hätte nein sagen können, verschwinden, die Winchesters ihre Probleme allein lösen lassen. Er hätte sich auch mit seinen Problemen an sie wenden können, ihren Rat suchen, die Last nicht alleine tragen, dann wäre alles anders gekommen.

Nun war es zu spät. Er hatte alles aufgegeben, was er aufgeben konnte, war allein, seiner Kräfte beraubt, menschlich, in irgendeiner Stadt, deren Namen er noch nie gehört hatte. Deren Name schon morgen nicht mehr relevant sein würde. Sein Zeitgefühl hatte er schon lange verloren, während er durch das Land reiste, ständig auf der Flucht vor seinen Brüdern und Schwestern.
Er konnte ihnen nichts vorwerfen. Unzählige hatte er ermordet, weil sie auf der falschen Seite standen, hatte ihnen – und sich selbst – die Heimat geraubt. Sicher, er war betrogen worden, doch gute Intentionen machten lange keine Fehler wieder gut, wie er schon vor langer Zeit hatte lernen müssen.

Nun saß er hier in dieser Stadt auf einer Parkbank und starrte in den Himmel. Mitten in der hell erleuchteten Stadt konnte man zwar keine Sterne sehen, aber die Erinnerung an jene Nacht vor einigen Monaten, als er tausende seiner Brüder und Schwestern fallen sah, waren noch immer präsent.

Unweigerlich fragte er sich, ob Dean Winchester, die Begegnung mit ihm, die Freundschaft, dies alles Wert gewesen war. Dean, der sich allein der Apocalypse in den Weg gestellt hatte. Dean, der für das Gute auf der Welt kämpfte, der die Welt schon unzählige Male gerettet hatte. Dean, der seine Familie über alles stellte, der immer versuchte, die, die ihm wichtig waren zu beschützen. Dean, der sich dafür hasste, dass es Menschen gab, die er nicht retten konnte. Der nicht sehen konnte, dass er trotz einiger Fehler ein großartiger Mensch war.

Castiel sah auf das Telefon, welches er in der Hand hielt. Es war kein sonderlich Neues, es hatte Tasten und ein Farbdisplay, eines dieser Nokia-Handys, die Dean als unzerstörbar bezeichnet hatte. Der einzige Wertgegenstand, den er besaß. Gelegentlich tauschten sie Nachrichten aus, doch nicht in dieser Nacht. Das Handy blieb stumm. Jedoch war Castiel bewusst, dass er jederzeit auf den Beinen wäre, würde Dean seine Hilfe brauchen.

Denn Castiel hatte alles aufgegeben: Seine Familie, seinen Vater, seine Heimat war mittlerweile unerreichbar. Er war menschlich geworden, hatte seine Kräfte verloren, war verwundbar. Aber für Dean Winchester würde er dies wieder tun.
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