Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Geburt des Phantoms

von Drakorn
KurzgeschichteDrama, Mystery / P16 / Gen
02.09.2014
02.09.2014
1
5.081
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
02.09.2014 5.081
 
Hallo Leute! Ich melde mich auch wieder in diesem Bereich mit einem neuen OS! Dieses Mal geht es indirekt um den Drachenältesten Kirin. Ich finde einfach, dass er ziemlich underrated ist, also ist mir spontan diese Story eingefallen. Ich wünsche euch viel Spaß!

*********************************************************************************************

Die Geburt des Phantoms

Der Wind heulte so stark, wie seit Jahren nicht mehr.  Die Bäume bogen sich regelrecht und die gigantischen Schnee Massen wurden aufgewirbelt und wie riesige weiße Wolken durch die Gegend geschleudert. Nicht einmal die mächtigsten Wyvern des Gebirges würden sich bei diesem Wetter nach draußen wagen. Selbst ihre Kräfte hatten Grenzen. Also würde es keine Probleme geben, hinaufzukommen.

Mit starrem, emotionslosem Blick ging stapfte Lyria durch den Schnee. Ihre blonden Haare sahen so aus, als hätte ein Remobra in ihren herumgewühlt und sie anschließend zerkratzt. Ihre Haut war so eisig wie der kälteste Schnee im Gebirge und sah auch so aus. Und ihre Lippen waren mittlerweile von der beißenden Kälte aufgeplatzt. Ihr dicker Pepe Wintermantel schützte sie selbst in dieser Nacht nicht. Doch das alles war ihr egal. Sie hatte ein Ziel.

Immer wieder wirbelten Eiskristalle vom Boden auf und peitschten ihr ins Gesicht. Sie spürte den Schmerz kaum, dafür war sie zu sehr in sich gekehrt. Und auch war sie zu sehr auf ihr Ziel konzentriert. Ihre Beine sanken immer mehr in den Schnee, doch sie wusste, es würde ihr nichts geschehen. Er würde es nicht zulassen. Er wartete auf sie, und sie musste ihm folgen.

Der Morgen war kalt, hatte aber ein angenehmes Sonnenlicht, das ihr auf den Rücken schien und sie langsam wärmte, während sie durch das Dorf ging. Keiner beachtete sie, wollte sowieso niemand mit ihr sprechen. Die meisten Menschen dachten, sie würde sie nicht hören, aber das tat sie. „Monsterfreundin“ nannte man sie im Hintergrund, „Menschliche Bestie“ schallte man sie. Anfangs hatten diese Beschimpfungen sie immer wieder erschüttert, doch mittlerweile fand sie sich einfach mit ihnen ab. Sicher, es tat immer noch ein bisschen weh, doch was konnte sie tun?

Die Hütte der Dorfältesten stand ganz am Ende des Dorfes, direkt neben dem riesigen Brocken aus Machalit Erz. Es war schon ein großes Wunder, dass es so einen riesigen Brocken überhaupt im freien gab, denn alle Erze waren normalerweise sehr schwer zu finden, vor allem Machalit Erz. Und gerade wegen dieser seltsamen Laune der Natur durfte niemand von diesem Brocken abbauen.

Lyria schritt einmal um den Brocken herum, und fand sich vor der ihr so altbekannten Hütte stehen. Der Anblick des kleinen Häuschens ließ ihr Herz wärmer werden. Das hier war so ziemlich der einzige Ort im Dorf, wo sie sich nicht eingeengt und verachtet vorkam. Sie mochte die Dorfälteste, denn sie verstand ihre Sorgen. Nur konnte sie leider nicht viel gegen sie unternehmen.

Lyria trat an die kleine Holztür und klopfte an.

„Ja?“ erklang es aus dem Inneren.

„Ich bin es“, sagte Lyria.

„Ah, Lyria“, antwortet die Dorfälteste freundlich; „Komm doch herein!“ Das ließ sie sich nicht zweimal sagen. Sie öffnete die Tür und trat herein.

In der Hütte war es angenehm warm. Ein gerade entfachtes Feuer prasselte im kleinen Kamin vor sich hin. Mit einem Schmunzeln bemerkte Lyria, dass sich Nekoht, die kleine aber recht kluge Felyne bequem vor dem Feuer ausgebreitet hatte und vor sich hindöste. Immer wieder gab sie ein wohliges Maunzen von sich. Die Dorfälteste selber saß auf einem kleinen Kissen und blickte in die Flammen, als ob sie etwas darin suchen würde. Dann sah die kleine Frau zu Lyria.

„Setz dich doch“, sagte sie; „Dann können wir reden.“ Lyria tat wie geheißen.

„Also, was bedrückt dich wieder, mein Kind?“ fragte sie dann freundlich. Lyria wusste nicht recht, wo sie anfangen sollte. Dann seufzte sie einfach tief durch.

„So kann es nicht weitergehen“, sagte sie schließlich.

„Womit, Lyria?“

„Mit dieser ewigen Jagd.“ Das Gesicht der Dorfältesten verfinsterte sich.

„Darum geht es also wieder“, seufzte sie.

„Das hin und wieder gekämpft werden muss, um Dörfer und Städte zu verteidigen kann ich noch voll und ganz verstehen“, sagte Lyria; „Aber nun scheint die Jagd mehr zum Sport geworden zu sein. All diese Wesen werden grundlos abgeschlachtet!“ Sie machte ihrem Ärger freie Luft. Das war er, der Grund, warum sie verachtet wurde. Sie weigerte sich, die Jagd zu akzeptieren. Wenn es darauf ankam, Leben zu retten und zu verteidigen, dann ging es noch. Doch mittlerweile taten es die meisten Jäger einfach nur aus purem Vergnügen. Und immer wieder redeten sie von Bedrohungen.

Welche Bedrohungen gab es heute noch? Die großen Drachenältesten hatten sich schon vor Jahren zurückgezogen. Und alle Gefahren, die direkt die Dörfer oder Städte bedrohten waren allesamt gebannt worden. Warum konnte man die Wesen nicht einfach in Ruhe lassen? Sie wollten doch auch nur leben.

„Warum wird immer noch gejagt?“ fragte sie die Dorfälteste; „Warum können diese Wesen nicht einfach in Ruhe gelassen werden?“

„Die Jagd ist schon viel zu lange ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft“, sagte die Dorfälteste; „Ich verstehe deine Wut, Kind. Aber wir können nicht mehr ohne sie leben.“

„Das sagt sich so einfach“, sagte sie; „Wisst Ihr, was ich vor einigen Tagen beobachtet habe? Die Dorfjäger brachten Eier aus dem Gebirge, Wyvern Eier! Wofür Bitte?“

„Die Jäger müssen auch von etwas leben“, sagte die alte Frau.

„Und sie bekommen ihr Geld durch solche Methoden?“ fragte Lyria aufgebracht; „Wenn das so weitergeht, dann wird noch die komplette Natur zerstört! Warum können sich die Jäger nicht einfach auf die Suche nach Material beschränken?“

„Wie gesagt“, sagte die Dorfälteste; „Die Jagd ist schon viel zu lange Bestandteil unserer Gesellschaft. Und wie du ganz genau weißt, gibt es noch sehr wohl Bedrohungen. Gerade du musst das wissen, Lyria.“ Lyria schloss die Augen. Sie wollte sich nicht daran erinnern. Auch wenn es so viele Jahre her war, so war es immer noch ein Ereignis, das sie nie vergessen würde.

„Tut mir leid“, sagte sie schließlich; „Ich komme einfach  hier rein und schütte mein Herz aus, und denke gar nicht daran, dass es Euch vielleicht stört.“

„Ist schon gut, Kind“, sagte die Dorfälteste; „Ich verstehe deinen Kummer. Du spürst die Machtlosigkeit, nicht wahr?“

„Ja“, flüsterte Lyria; „Ich wünschte nur, ich könnte etwas tun. Wenn ich könnte, würde ich die Wesen beschützen, die durch uns leiden müssen.“

„Dessen bin ich mir überzeugt.“ Lyria stand auf und ging zur Tür.

„Noch einmal, tut mir leid für den Ärger“, sagte sie.

„Aber nicht doch. Du kannst immer zu mir kommen, vergiss das nicht.“

„Danke“, sagte sie lächelnd. Dann öffnete sie die Tür und die kalte Bergluft hüllte sie wieder ein.

Das war doch alles sinnlos. Was sollte sie, ein dummes Ding aus dem Dorf gegen die unstillbare Gier nach toten „Monstern“ tun?  Richtig, nichts. Und genau diese Erkenntnis traf sie wie ein Großschwert.

„Ich will doch nur, dass es aufhört“, flüsterte sie leise; „Kann ich den wirklich nichts tun?“ In der Ferne ertönte plötzlich ein Donnergrollen. Verwirrt sah sie auf. Ein Donnergrollen im Winter? Wie ging das denn?

Schließlich beschloss sie, dass sie sich das einfach nur eingebildet hatte. Verloren stand sie mitten auf der Straße und wich den vielen missbilligenden Blicken aus, die man ihr zuwarf. Zum wiederholten Male fragte sie sich, warum sie alle so sehr verachteten. So schlimm konnte der Wunsch nach Gerechtigkeit nun wirklich nicht sein.

Sie wollte raus aus dem Dorf, wenigstens für kurze Zeit. Sie brauchte Zeit für sich. Und in der Tundra, die am Fuße der Berge war, hatte sie Zeit für sich. Sie würde an ihren Lieblingsort gehen. Manchmal kam die kleine Anteka Herde sogar dorthin um am See Rast zu machen. Vielleicht erwischte sie sie noch.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichte Lyria endlich den Fuß des Berges. Der Schneesturm war nicht schwächer geworden. Im Gegenteil, er hatte sogar an Kraft zugenommen. Mehrmals schleuderte es Lyria zu Boden. Sie fühlte, dass sie womöglich diese Nacht nicht überleben würde. Doch sie musste wenigstens nach oben. Vielleicht gab es dann Rettung für sie? Würde er sein Versprechen wirklich halten? Konnte er ihr das geben, was sie suchte? Die Fähigkeit, Gerechtigkeit zu schaffen? Versuchen wollte sie es wenigstens.

Plötzlich bemerkte sie etwas. Aus der Dunkelheit vor ihr kam eine Gestalt auf sie zu. Und als sie näher kam, merkte Lyria, dass es kein Mensch war, dafür war sie zu groß und bewegte sich zu anders. Als die Gestalt aus der Dunkelheit trat, erschrak sie fast zu Tode.

Ein gewaltiger Blangonga stand vor ihr, die Reißzähne gebleckt und mit wilder Mordlust in den Augen. Lyria war wie erstarrt. Dann riss sie sich zusammen und wollte fliehen, doch ein gewaltiger Windstoß brachte sie zu Fall. Sie versuchte aufzustehen, doch die Schwäche nahm Besitz von ihr. Sie konnte sich nicht mehr rühren. Würde sie so sterben? Entweder vor Kälte oder als Blangonga Mahlzeit? Sie schloss die Augen und wartete auf den Tod, der sicher jeden Moment eintreten würde.

Doch weder das eine, noch das andere geschah. Das nächste was sie spürte, war eine große Pranke, die sie sanft hochhob. Schwach öffnete sie die Augen. Der Blangonga sah sie mit einem Blick an, den sie noch nie bei einem Wesen gesehen hatte. Keine Spur von Mordlust schien mehr darin zu liegen. Stattdessen lag da so etwas wie...Fürsorge. Das nächste, was Lyria spürte war, dass sie auf den riesigen, pelzigen Rücken des Tieres gelegt wurde. Wie aus Reflexen schmiegte sie sich an das warme, weiche Fell des Blangongas.

„Du willst mir helfen, hinauf zu gelangen?“ fragte sie ihn. Ein zustimmendes Brummen ließ sie überrascht aufsehen.

„D-Du verstehst mich?“ Statt einer Antwort zu geben, machte der Blangonga einen Satz und sprintete los. Fest umklammerte sich Lyria an dem gewaltigen Tier und ließ nicht los. Doch ihre Sorge war unbegründet, denn das Wesen sprintete so, dass sie nicht einmal Angst haben musste, dass sie runterfiel. Ein Funken Hoffnung glomm in ihr auf. Sie würde es schaffen, da war sie sich sicher.

Stille erfüllte die gesamte Bergwelt. Genüsslich sog Lyria die Luft ein. Hier kam sie immer wieder gerne her. Keine Menschen, nur hin und wieder ein paar Jäger, die sie immer mied. Hier gab es nur die unendlichen Weiten und Wunder der Natur Minnegards. Nur ungern kehrte sie danach wieder ins Dorf zurück, denn hier fühlte sie sich immer wohler. Hier gab es niemanden, der sie verachtete und immer wieder über sie tuschelte.

Im Winter war es hier besonders schön. Eine große, weiße Wunderwelt tat ihre Pforten auf, und Lyria war immer wieder bereit, diese Wunder zu entdecken. Hoffentlich erwischte sie die Antekas noch. Oder vielleicht konnte sie ja ein paar Pepe sehen. Sie wusste, anders als die Jäger, dass diese Wesen vollkommen friedlich waren, und sie nur sich und ihre Herden beschützen wollten. Die wirklich gefährlichen Räuber hausten in den höchsten Gipfeln des Gebirges. Da waren die Giapreys mit dem gewaltigen Giadrome, die Blangos mit dem mächtigen Blangonga, oder der mystische Tigrex, ein Urwyvern, der als ausgestorben galt, aber erst vor kurzem wieder entdeckt wurde. So ein Wesen hatte vor einigen Jahren das Dorf tyrannisiert, und da war das einzige Mal, wo sie die Jagd auch unterstützt hatte, schließlich ging es um ihr aller Überleben.

Doch diese kriegerischen Tage mit den Monstern waren vorbei. Der damalige Tigrex war tot, und das Dorf war sicher. Und doch bildeten sich die Jäger immer wieder ein, sie könnten tun und lassen, was sie wollten. Verteidigung nannten sie dies. Darüber konnte Lyria nur lachen. Sie bog um eine Ecke...und erstarrte.

Blut...überall Blut. Beinahe der ganze Schnee war rot verfärbt. Lyria klappte die Kinnlade herab. Vor ihr zeigte sich ein Bild des Schreckens.

Unzählige Antekas lagen abgeschlachtet im weißen Schnee. Einige der Wunden waren so schrecklich, dass Lyria wahrlich übel wurde.  Dann sah sie zum großen See. Das Wasser lief am Ufer ebenfalls rot an, denn das Blut eines kleinen Anteka Lämmchens floss dort hinein.

„Nein“, flüsterte sie entsetzt. Sie taumelte einige Schritte nach vorne und fiel auf die Knie. Das war grausam, einfach nur grausam.  Sie konnte das nicht einmal in Worte fassen. Einige erste Tränen quollen ihr über die Wangen. Das war doch einfach nur Mord.

„Wir sollten langsam zurückkehren“, sagte eine Stimme in einiger Entfernung; „Es wäre schön, wenn wir noch vor Mittag zurückkehren können.“ Zornentbrannt richtete sich Lyria auf und wirbelte in die Richtung, aus der die Stimme kam.

„TORIL!“ brüllte sie voller Wut und stürmte auf die beiden Jäger zu, die sich gerade daran machten, zurückzugehen. Überrascht drehten sie sich um. Als sie sahen, wer da geschrien hatte, rollten sie genervt mit den Augen.

„Nicht die schon wieder“, sagte Yerik; „Und dabei wurde der Tag gerade schön.“  Zornentbrannt blieb Lyria vor ihnen stehen.

„SCHÖN?“ brüllte sie; „SEHT EUCH UM! NENNT IHR DAS SCHÖN?“ Sie deutete auf das Blutbad um sie herum.

„Lyria, wir wissen, dass du auf der Seite dieser Kreaturen bist“, sagte Toril; „Aber komm uns jetzt bitte nicht in die Quere.“

„IHR HABT EINE GANZE HERDE EINFACH ABGESCHLACHTET!“ schrie sie.

„Das war unser Auftrag. Wir mussten ihre Zungen beschaffen. Anders ging es nicht“, sagte Yerik, woraufhin Lyria ihn bedrohlich anfunkelte.

„Schon wieder ein Auftrag?“ flüsterte sie; „Habt ihr eigentlich eine Ahnung, wie viel Leid ihr über diese Tier mit euren Aufträgen bring? DAS DA“, sie deutete auf die toten Antekas; „Ist barbarisch!“

„Sieh es wie du willst“, sagte Toril; „Aber lass uns jetzt einfach passieren, damit kein Unglück geschieht.“

„Es ist schon geschehen!“ rief Lyria mit Tränen in den Augen; „IHR habt es verursacht!“

„Lyria“, sagte Yerik mehr als genervt; „Lass uns gehen. Wir haben unseren Auftrag erfüllt und wollen Heim. Das geht dich gar nichts an. Wenn du mit diesen Kreaturen zusammen sein willst, so zieh doch in die Berge. Dort gehört jemand wie du hin. Dann sind wir dich wenigstens los. Und vielleicht...wer weiß, vielleicht erhalten wir ja bald den Auftrag, wo wir DICH jagen müssen.“ Das war zu viel. Mit einem wütenden Schrei sprang Lyria auf Yerik zu, der aber auf diese Situation vorbereitet schien. Sofort zuckte er sein Schwert, packte Lyria und zwang sie zu Boden.

„Vielleicht wird dich das zur Besinnung bringen“, sagte er, und das letzte was Lyria sah, war ein Schwertgriff, der direkt auf ihren Schädel niederraste.

Sie musste wohl eingeschlafen sein. Als Lyria die Augen aufschlug, befanden sie sich an einem Ort, den sie noch nie gesehen hatte. Keine Spur von Menschlichkeit war hier zu sehen. Der Wind hatte sich gelegt, und auch der Sturm war verschwunden. Jetzt sah sie die Sterne und den Mond. Ein großes Polarlicht verschönerte den Himmel um ein vielfaches. Sie wusste nicht wieso, doch irgendwie fühlte sie sich geborgen.

Sie richtete sich auf dem Stein auf, auf den sie offenbar hingelegt wurde. Der Blangonga war immer noch da. Aus großen, schwarzen Augen blickte das gewaltige Tier sie an.

„Danke“, flüsterte sie und strich ihm über das Fell, und er ließ es zu. Dann trat er einige Schritte zurück und gab Lyria den Blick auf einen Weg frei, der offenbar direkt auf den Gipfel zu führen schien.

„Da soll ich hinauf`?“ fragte sie. Der Primatus nickte brummend und deutete mit einer Pranke darauf. Was war das nur für ein seltsames Verhalten für einen Blangonga? Aber um ehrlich zu sein, es war ihr egal. Das hier war nur ein weiterer Beweis dafür, dass die „Monster“ keine hirnlosen Bestien waren, für die sie alle gehalten wurden.

Lyria stand auf und klopfte sich den Schnee von der Kleidung. Der Blangonga stieß ein lautes Brüllen aus, das mächtig von den Bergen wiederhallte. Dann drehte er sich um und sprintete in die Dunkelheit zurück. Einige Sekunden später war er verschwunden. Lächelnd blickte Lyria ihm hinterher. Jetzt musste sie sich beeilen. Sie wollte ihn nicht warten lassen. Sie blickte zum kleinen Gipfelweg und seufzte.

„Ich komme“, sagte sie und dann machte sie sich auf den letzten Teil ihrer Reise. Und irgendwie spürte sie, dass diese Nacht anders ausgehen würde, als sie gedacht hatte.

Eine sanfte Berührung an der Stirn weckte sie. Sofort schrak sie hoch und schrie vor Angst. Hatte Yerik etwa versucht, sie zu töten? Wurde sie etwa schon so sehr gehasst? Und warum erinnerte sie sich überhaupt daran? Sie wurde doch bewusstlos geschlagen.

„Shh, ganz ruhig“, sagte eine warme Stimme. Lyria sah auf. Über sie gebeugt stand ein großer, alter Mann. Von Kopf bis Fuß war er in Weiß gekleidet. Es sah aus, als würde er eine Robe oder so etwas in der Art tragen. Seine Haare waren ebenfalls schlohweiß, und ein langer Bart reichte ihm ungefähr bis zur Brust hinunter.

„Ich sehe, du bist erwacht“, sagte er und gab ihr die Hand. Lyria ergriff sie zögerlich. Mit einer Stärke, die sie einem Mann in seinem Alter gar nicht zugetraut hatte half er ihr auf.

„Wer seid Ihr?“ fragte Lyria leise.

„Man nennt mich Miral“, sagte der Mann. Erst jetzt erkannte Lyria seine Augenfarbe. Sie war silbern. So etwas hatte sie noch nie gesehen. Auch war seine Haut ungewöhnlich bleich.

„Warum helft Ihr mir, Miral?“ fragte Lyria. Der alte Mann lächelte traurig und deutete um sich. Da bemerkte Lyria wieder die toten Antekas und Tränen quollen ihr übers Gesicht.

„Wie konnten sie nur?“ schluchzte sie; „Wie konnten sie?“

„Das, meine junge Freundin, werden wohl nur sie wissen“, sagte Miral; „Wir dagegen können uns nur über diese Grausamkeiten wundern.“

„Ihr seid meiner Meinung?“ fragte Lyria verwundert.

„Oh ja, allerdings“, sagte Miral; „Das hier kann nicht geduldet werden. Die Gilde ist eindeutig zu weit gegangen.“ Trotz des Unglücks, das sie gerade umgab, wurde Lyria warm ums Herz. Endlich jemand, der sie wirklich verstand.

„Was ist mit meinem Kopf?“ fragte sie.

„Ich habe deine Wunde versorgt“, sagte Miral; „Du warst sehr lange bewusstlos. Und ich war gerade in der Nähe, und habe dieses Unglück gesehen.“ Die Stimme des Mannes klang traurig. Auch er musste am Unglück dieser Tiere leiden.

„Danke“, sagte Lyria abwesend; „Aber was macht Ihr hier?“

„Ich bin auf der Wanderschaft“, sagte Miral; „Ich komme von weit her. Auf der Suche war ich, und zwar nach einem Ort, wo Leute leben, die nicht dem Wahn der Jägergilde verfallen sind.“ Lyria glaubte, sich zu verhören.

„Da seid Ihr hier aber falsch“, sagte sie traurig; „Hier brennen alle nur geradezu darauf.“

„Wieso bin ich hier falsch?“ fragte Miral lächelnd; „Wer steht denn vor mir?“

„Ach, wer bin ich schon? Ein dummes Dorfmädchen, das einfach nur anders denkt.“

„Aber du bist nicht nur ein Dorfmädchen, nicht?“ fragte Miral plötzlich. Lyria erstarrte.

„Was?“ fragte sie.

„Ich rede von dem, was in deiner Vergangenheit passiert ist, als du noch ein Kind warst“, sagte Miral. Lyria klappe die Kinnlade schon zum zweiten Mal herunter.

„Woher wisst Ihr das?“ fragte sie.

„Ich weiß so einiges über dich, Lyria. Ich weiß, was damals auf Schloss Schrade passiert ist. Ich weiß, was du verloren hast. Und umso mehr überrascht es mich, dass du gut über die Monster denkst.“

„Das war kein normales Wesen“, sagte Lyria.

„Ein Drachenältester, Fatalis, wenn ich mich nicht irre“, sagte Miral. Dabei trat ein seltsames Funkeln in seine Augen. Was bedeutete das? Lyria erstarrte, als sie den Namen des schwarzen Drachen hörte.

„Er hat mir alles genommen“, sagte sie leise; „Meine Familie, mein Zuhause, alles.“

„Ich weiß, Lyria. Aber die Vergangenheit ist Vergangenheit und kann nicht verändert werden. Ich habe dich jetzt gefunden.“

„Was meint Ihr damit?“ fragte sie leise.

„Ich weiß, wonach du suchst.“ Sie erstarrte.

„Was?“

„Du suchst Gerechtigkeit, ist es nicht so?“

„Woher wisst Ihr das?“

„Weil ich es in deinen Augen sehe, und weil ich sie auch suche. Wir beide wollen, dass die Gilde ihr teuflisches Treiben beendet. Es muss wieder so sein wie früher, wo alles noch friedlicher war und die Jagd nur dann geschah, wenn es berechtigt war.“ Lyria kam näher heran; „Was wäre, wenn ich dir genau zu dem verhelfen kann?“

„Wie meint Ihr das?“

„Alleine sind wir schwach. Aber zusammen sind wir stark. Dein Wissen und mein Wissen werden es uns ermöglichen, endlich Dinge zu bewegen.“ Lyrias Augen leuchteten.

„Meint Ihr das ernst?“ flüsterte sie.

„Mehr als das“, sagte Miral; „Aber das Entscheidende ist, dass du mir deine Zustimmung gibst, das wir zusammenarbeiten werden.“

„Ja!“ rief sie laut und deutlich; „Ich will mit Euch zusammenarbeiten. Ich will, dass die Jäger ihre gerechte Strafe bekommen.“ Dann erschrak sie über ihre eigenen Worte. Hatte sie das gerade wirklich gesagt? Hatte sie den Jägern gerade wirklich den Tod gewünscht?

„Gut“, sagte Miral lächelnd, und das Funkeln in seinen silbernen Augen wurde stärker. Eine seltsame Müdigkeit überfiel Lyria plötzlich.

„Siehst du den Berg da hinten?“ fragte der alte Mann und deutete auf den gewaltigen Berg hinter dem großen See. Sie nickte abwesend.

„In der dritten Nacht vom heutigen Tage aus, werden wir uns auf dem Gipfel dort treffen. Verspäte dich nicht, denn sonst bin ich weg. Gelangst du aber rechtzeitig dorthin, so werde ich dir alles zeigen. Und dann wirst du die Chance haben, Gerechtigkeit zu verlangen.“ Etwas schien von Lyrias Gedanken Besitz zu ergreifen, als sie erneut nickte.

„Ausgezeichnet“, sagte Miral; „Und jetzt geh nachhause und ruhe dich aus. Das wirst du für den langen Marsch brauchen.“ Lyria nickte erneut, dann drehte sie sich wie auf Befehl um und ging an den unzähligen Anteka Leichen vorbei. Sie ging zurück auf den Weg ins Dorf.

„Ich werde da sein“, sagte sie leise und eine wilde Entschlossenheit ergriff sie. Diese Entschlossenheit hatte sie noch nie zuvor gespürt. Jetzt würde sie endlich das bekommen, was sie sich schon lange ersehnt hatte: Gerechtigkeit.

Der Mond schien hell auf sie herab, als Lyria den Weg zum Gipfel emporstieg. Mit jedem Schritt mehr fühlte sie eine tiefe Ruhe in sich, die sich immer weiter ausbreitete. Sie wusste genau, dass ihr nichts geschehen würde. Es war wahrlich, als würde sie eine unsichtbare Macht antreiben.

Die letzten Meter zum Gipfel überquerte sie sehr schnell. Auf den Schnee und die Kälte achtete sie nicht einmal mehr. Der Gipfel sah anders aus, als sie sich erwartet hatte. Bis auf eine kleine, spitze Erhebung war alles flach. Der Schnee lag hier wie ein weißer Teppich ausgebreitet.

Fasziniert trat Lyria in die Mitte des Gipfels und blickte sich um. Die Aussicht von hier oben war einfach nur atemberaubend. Riesige Täler, steile Abgründe, gigantische Berge, klare Seen und gewaltige Wälder erblickte sie. Das hier war die wahre Schönheit des Gebirges. Alles war so gut wie unangetastet, und irgendwie wusste sie, dass sie davon noch mehr zu sehen bekommen würde.

„Du bist erschienen“, ertönt eine Stimme neben ihr. Sie drehte sich um. Miral stand etwas abseits in der Nähe des Abgrundes und blickte sie lächelnd an.

„Ich habe getan, was du mir angewiesen hast“, sagte Lyria und ging auf ihn zu.

„Und ich bin beeindruckt. Ich dachte schon, der Blangonga würde dich erschrecken, aber du bist mutiger, als ich dachte.“ Lyria erstarrte.

„Ihr habt den Blangonga geschickt?“ flüsterte sie. Miral nickte.

„Aber WIE?“ rief sie ungläubig; „Wie habt Ihr es geschafft, dieses Wesen zu bändigen?“

„Das wirst du bald auch können“, sagte der alte Mann. Lyrias Augen weiteten sich. Wer war nur dieser mysteriöse Mann?

„Komm“, sagte Miral; „Es ist soweit.“ Eine innere Macht zwang Lyria, dieser Anweisung sofort Folge zu leisten. Miral trat nun seinerseits in die Mitte des Gipfels und streckte seine Hand aus. Wie in Trance blieb Lyria vor ihm stehen, und ergriff seine Hand. Augenblicklich veränderte sich alles. Mit einem schmerzhaften Ruck packte Miral ihren Arm und drehte in ihr auf den Rücken. Sie stöhnte vor Schmerz und Angst auf.

„Was habt Ihr vor?“ flüsterte sie voller Angst? Was ging hier plötzlich vor? Was geschah hier auf einmal?

„Kommt raus, meine Kinder“, sagte Miral mit einer seltsamen metallenen Stimme. Aus der Dunkelheit vor ihnen traten zwei Gestalten. Bei einer Gestalt handelte es sich um eine wunderschöne, hochgewachsene Frau. Sie hatte bleiche Haut, genau wie Miral und rote Haare, die an ein flammendes Inferno erinnerten. Ihre Augen waren ebenfalls feuerrot. Sie trug ein ebenfalls feuerrotes Kleid, und im gesamten ging eine brennende Hitze von ihr aus.

Die Person neben ihr war ein Mann. Er hatte kurzes, pechschwarzes Haar, eine ebenfalls totenbleiche Haut und seine Augen schienen aus Schatten zu bestehen. Er trug eine schwarze Rüstung, ebenso einen pechschwarzen Umhang, der ebenfalls nur aus Schatten zu bestehen schien. Und entsetzt stellte Lyria fest, dass sie ihn kannte.

„Du“, flüsterte sie erschrocken.

„Ja, ich“, sagte der Mann mit einer bedrohlichen, tiefen Stimme; „Du bist groß geworden, Lyria.“

„Nein!“ schrie sie verzweifelt, doch Miral hielt sie fest umschlungen.

„Beruhige dich“, sagte er sanft; „Das dauert nicht lange, und dann verspreche ich dir, dass du deine Chance bekommst.“

„Du wirst wie wir“, sagte die rote Frau; „Und dann wirst du sehen, was es heißt, wirklich gegen die Menschen zu kämpfen.“

„Lange haben wir auf jemanden wie dich gewartet“, sagte Miral; „Und nun ist endlich der Moment gekommen, an dem du in unsere Reihen trittst!“ Er versetzte ihr einen harten Stoß, der sie in die Mitte des Kreises beförderte.  Sie wollte aufstehen und die Flucht ergreifen, doch entsetzt stellte sie fest, dass sie sich nicht mehr bewegen konnte. Sie war paralysiert.

Und dann ertönte eine gewaltige Explosion. Lyria konnte erkennen, wie sich Miral und seine beiden Kinder in riesige Rauchwolken auflöste. Die Wolke des Sohnes bestand völlig aus Schatten, die Wolke der Tochter bestand aus sich windenden Flammen und Mirals Wolke bestand aus roten, zuckenden Blitzen.

Als sich die Wolken verzogen, gefror Lyrias Herz vor Angst. Sie war umzingelt von drei riesigen Drachen. Anstelle der Tochter stand dort ein großer, purpurroter Drache mit brennenden Augen und eine enorme Hitze ging von ihm aus. Sie konnte sich wieder einigermaßen bewegen und drehte sich um. Anstelle von Miral sah sie sich einem gewaltigen Biest gegenüber. Dieser Drache war vollständig weiß. Er hatte zwei große Hörner, die entfernt an Geweih erinnerten. Seine Augen waren immer noch diese silbernen Diamanten, die sie schon bei Miral gesehen hatte. Und anstelle des Sohnes sah sich Lyria dem großen schwarzen Drachen gegenüber, dem Drachen, der ihre Familie tötete, dem Drachen, der ihr Zuhause zerstörte. Groß, stolz und mächtig ragten die drei Fatalise um sie auf.

Keine Angst, Lyria, hörte sie Mirals Stimme in ihrem Kopf; Es ist gleich vorbei. Was sind schon ein paar Sekunden Schmerz gegen eine Ewigkeit voller Macht? Du wirst uns helfen unsere Feinde zu zerschmettern. Die Jäger werden endlich fallen, und wir werden wieder frei sein! Dann öffnete der weiße Fatalis sein gewaltiges Maul und schoss eine Ladung roter Blitze in den Himmel. Der rote Fatalis tat es ihm gleich und schoss alles verzerrende Flammen in genau dieselbe Richtung. Der schwarze Fatalis öffnete sein Maul und pechschwarze Schatten schossen heraus. Die drei gewaltigen Urkräfte vereinten sich im nächtlichen Himmel zu einer gewaltigen Masse an endloser Energie und Macht. Und dann ohne Vorwarnung, schoss diese Masse auf Lyria hinab.

Sie schrie vor endlosem Schmerz auf. Sie spürte, wie gewaltige Schöpfungskraft in sie eindrang und vollständig einhüllte. Ihr Körper begann zu zucken und sie spürte, wie er sich langsam zu verformen begann. Ihre Knochen wuchsen zusammen, ihr Fleisch brannte. Sie wünschte sich nichts weiter, als endlich sterben zu können. Und dann wurde es schwarz um sie.

Als sie die Augen aufschlug, fühlte Lyria, dass etwas geschehen war. Sie fühlte sich größer, sie fühlte sich mächtiger, sie fühlte sich...wie ein anderes Wesen. Sie versuchte aufzustehen, doch dann bemerkte sie etwas, und das entsetzte und faszinierte sie gleichzeitig: Anstatt ihrer Arme sah sie große Hufe, die bei der Berührung mit der Erde eine Art elektrische Ladung von sich gaben. Sie sah nach ihren Füßen und bemerkte das gleiche. Langsam richtete sie sich auf. Dann spürte sie etwas auf ihrem Kopf. Es fühlte sich an...wie ein Horn.

„Sie hat es überstanden“, hörte sie die Stimme des roten Fatalis. Sie drehte sich um. Alle drei Drachen standen vor ihr und ihren Gesichtern nach zu urteilen schienen sie höchstens zufrieden zu sein.

„Was ist passiert?“ fragte Lyria und stellte fest, dass ihre Stimme viel mächtiger und imposanter klang als davor.

„Jetzt hast du es geschafft“, sagte der weiße Fatalis; „Du bist eine von uns, sieh.“ Er deutete mit seinem Kopf auf eine völlig vereiste Fläche auf dem Gipfel. Lyria trat vorsichtig heran und besah sich im natürlichen Spiegel.

Ihre Augen glühten rot, und sie hatte tatsächlich ein gewaltiges, blau-weißes Horn. Auch sah ihr Kopf ganz anders aus. Ein wenig erinnerte sie ihre neue Gestalt an ein Kelbi, aber dann, als sie sich wieder besah, hatte sie deutliche Züge eines Drachen, auch wenn sie keine Flügel und kein schlangenartiges Aussehen hatte.

„Natürlich kannst du jederzeit deine frühere menschliche Gestalt annehmen“, sagte der schwarze Fatalis; „Ich empfinde es als äußerst hilfreich.“

„Dass du diese Verwandlung durchgestanden hast, beweist, dass du anders denkst“, sagte der weiße Fatalis; „Ich habe den anderen Willen gleich in dir gespürt. Und jetzt...bekommst du dein Einführungsgeschenk.“ Er wies sie an sich umzudrehen. Sie tat wie geheißen. Und was sie sah, faszinierte sie.

Toril und Yerik saßen gefesselt und geknebelt direkt vor der großen Erhebung des Gipfels. In ihren Augen war die nackte Angst zu sehen und verzweifelt versuchten sie sich zu wehren.

„Weißt du noch, was sie getan haben?“ fragte der weiße Fatalis; „Weißt du noch, wie sie all diese Schlachtereien veranstaltet haben? Diese Anteka Herde war reine Barbarei. Und dann hatten sie dich noch beinahe getötet.“ Ein leises Lachen entdrang der Kehle des Drachen; „Jetzt kannst du dich revanchieren.“  Lyria erwiderte nichts, sondern ging einfach auf sie zu. Sämtliches Gefühl von Mitleid war aus ihrem Herzen verschwunden, jetzt war da nur noch Hass und der Wunsch nach Gerechtigkeit.

„Von nun an bist du nicht mehr Lyria, das Menschenmädchen“, sagte der weiße Fatalis; „Dein neuer Name, dein wahrer Name, lautet von nun an...Kirin. Deine Aufgabe wird es sein, dort, wo die Kreaturen am meisten Hilfe brauchen, zu erscheinen und sie mit aller Macht zu beschützen. Niemand wird dein Kommen und dein Gehen bemerken. Du wirst das unsichtbare Phantom sein. Alle werden sie vor dir erzittern. Und nun, Drachenälteste, erfülle deinen Zweck.“

„Mit Vergnügen“, erwiderte Kirin leise. Dann trat sie direkt vor die beiden Jäger. Ein letzter verachtender Blick genügte. Sie wusste, was sie zu tun hatte. Es war ihre Bestimmung. Sie konzentrierte all ihre Macht in ihr Horn. Sofort zeigte es seine Wirkung. Ein lautes Surren ertönte, und im nächsten Moment schon zuckten große, blaue Blitze darum.

„Gerechtigkeit“, flüsterte Kirin, dann entlud sie all ihren Zorn nach vorne. Die darauffolgende Explosion hallte im ganzen Gebirge wieder. Lyria gab es nicht mehr. Jetzt gab es Kirin.

*********************************************************************************************

So, und das war es auch schon wieder! Ich hoffe euch hat es einigermaßen gefallen. Selbstverständlich freue ich mich über Reviews, aber wie immer zwinge ich euch zu nichts! Bis dann!
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast