To fight for the right

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
02.09.2014
19.06.2017
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Achtung! Dies ist eine frei erfundene Geschichte! Natürlich ist es damals nicht so abgelaufen! Außer Ilvy, Noah und Veerle's "Eltern" gehören alle Charaktere sich selbst!
So und nun viel Spaß beim lesen:)
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Eine sanfte Briese verwehte meine langen Braune Haare, als Ich mit meiner besten Freundin Ilvy durch Brüssel schlenderte. Ich hatte sie vor drei Jahren auf der De Koninklijke Balletschool van Antwerpen kennen gelernt . „Veerle komm, wir gehen einen Kaffee trinken, diese Shoppingtour ,hat mich fix und fertig gemacht.“ witzelte sie und ich prustete. Doch mein Blick blieb an der Liftsäule  hängen. Dort klebte ein schwarzes Plakat mit stechend gelben Augen, als Pupille dienten schwarze leicht verschwommene Silhouetten von Tänzer. Dieses Logo kannte ich zu gut ! Werbung für CATS! Ich musste ein kleinen Freudenschrei unterdrücken.
Und begann zu Lesen:
20.03. 1997
Casting for CATS!
Théâtre Royal de la Monnaie.
8.00- 12:00 Uhr.
„Mensch! Ilvy sieh dir das an!“ quietschte ich ganz aus dem Häuschen. Ilvy weitete ihre hellbraune Augen. „Veerle! Das könnte ein Karriereschub für uns sein! Da müssen wir hin!“ wir griffen uns an den Händen sprangen auf der Stelle und kreischten was das Zeug hielt. Die Leute, ich nehme an, dass es Touristen waren, gafften uns irritiert an.
Es würde einfach genial werden ! Das dachte ich zumindest.
Eine Woche später war es dann auch so weit. Kritisch betrachtete ich mich mit meinen, großen dunkelbraunen Augen im Spiegel. Meine langen Haare hatte, ich zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden. Jetzt trug ich noch eine schwarze Jogginghose und einen lila Strickpullover. Diese Kleidung würde, ich später gegen eine drei-viertel Hose und ein Sphagettiträger Top eintauschen. Ich kontrollierte noch ein letztes mal meine Sporttasche, Jazzschuhe, Pointe Shoes, zwei Flaschen Wasser. Sollte ich mir noch einen Block und Stift einpacken ? ‚Sicher ist sicher.‘ dachte ich und summte eine undefinierbare Melodie vor mich hin. Es klopfte an meiner Zimmertür. Ich zuckte leicht zusammen und sagte dann :“ Komm rein.“ im nächsten Moment, sah ich wie meine Mutter vorsichtig in den Raum linste. „Goedemorgen Veerle! Na bist du aufgeregt mein Schatz?“ Mama lächelte mich an und kam auf mich zu.
„Morgen Mama, ein wenig.“ gab ich zu und nahm sie in den Arm. „Du wirst das schaffen, du bist doch meine kleine Prima Ballerina!“ versicherte sie mir sanft.
Ich lächelte leicht, und erwiderte „Danke Mom, ich hab dich lieb!“ ,“Ich dich auch mein Schatz, aber ich denke, du solltest jetzt los! Sonst fangen die noch ohne dich an!“ sie lachte leise und ich musste mir ein belustigtes Grinsen verkneifen. Ich schulterte meine Sporttasche und drückte ihr zum Abschied einen Kuss, auf die Wange.
„Bis später!“ rief Mama. Doch ich war schon um die Ecke gebogen und stiefelte die enge Treppe hinunter. Ich quetschte mich an meinem Vater vorbei und lächelte ihm kurz zu. „Du machst es Veerle! Ich glaube an dich!“ , „Danke Papa, wir sehen uns!“ erwiderte ich gut gelaunt. Jetzt musste ich mich beeilen, sonst würde ich meinen Bus verpassen, wie würde das denn ankommen, wenn man gleich beim Casting schon zu spät kam ?! Garantiert, nicht gut. Ich rannte die Aaronallee entlang und rammte meine Fingernägel in die Träger der Tasche, damit sie während Dauersprint nicht fliegen lernte. Gerade noch rechtzeitig sprang ich ins innere des Fahrzeuges, zeigte schnell meine Fahrkarte, und ließ mich dann auf einem Sitz mit blauen Bezug am Fenster nieder. Ich stöpselte mir meine Kopfhörer ins Ohr und lies Musik aus meinem Walkman ertönen. Ich stellte meine Tasche auf dem freien Sitz ab, um ihn für Ilvy freizuhalten. Der Bus fuhr zwei mal eine Haltestelle an, als sie endlich einstig. Suchend, ließ Ilvy ihre Blicke schweifen. Ich winkte ihr zu und schaltete meinen Walkman aus, wickelte das Kabel der Kopfhörer auf und ließ ihn in meiner Tasche verschwinden.
„Hallo schatzilein, schon nervös ?“ sie ließ sich neben mich plumpsen, und sah mich erwartungsvoll an. „Nein, Ilvy überhaupt nicht!“ erwiderte ich sarkastisch und musste kichern. „Ach Veerle, du immer mit deinen Scherzen!“ Ilvy verdrehte die Augen und kramte in ihrer Tasche herum. Ich wendete meinen Kopf zur Seite, und blickte abwesend aus der Fensterscheibe. Was, wenn sie mich nicht annehmen ? Was, wenn nur eine von uns es schaffen würde ? Oder noch schlimmer, wenn niemand von uns beiden genommen werden würde ? Diese lästigen  Fragen, schwirrten in meinem Kopf umher. „Veerle, wir sind da.“ ich zuckte zusammen, als Ilvy mir auf die Schulter tippte.
Stumm erhob ich mich, und folgte meiner besten Freundin nach draußen. Sonnenstrahlen, lachten einem ins Gesicht und ich versuchte mich ein wenig zu entspannen, was mir jedoch nicht gelang. Wir bogen rechts ab und am Ende der Straße, stand es; Das Théâtre Royal de la Monnaie. Mein Herz machte einen Hüpfer, als wir uns dem weißen Gebäude ,näherten. Das Theater ragte imposant in die Höhe, die zwischen den vier massiven Säulen hingen Banner, der aktuellen Produktion. Einen Moment, starrte ich es ehrfürchtig an bevor ich zusammen mit Ilvy die Stufen hinauf rannte. Im inneren, wuselten, zig junge Männer und Frauen umher.
Ich stubste Ilvy an und zeigte, auf eine mit Fingerabdrücken verschmierte Glasscheibe, hinter der eine Frau, mit dunkelbraunen Haaren saß, Anfang dreißig, schätzte ich.
Ich steuerte auf sie zu und schenkte ihr ein scheues Lächeln, sie erwiderte meine Geste.
„Guten Morgen, mein Name ist Veerle Casteleyn.“ Sie Kramte eine Liste heraus.
„CATS ?“ fragte sie. Ich nickte eifrig. Die Dame reichte mir eine Stecknummer.
„Also, die Damenumkleiden befinden sich im ersten Stock dritte Tür auf der Linken Seite, das eigentlich Casting, findet im Theatersaal statt, sie werden dann reingerufen. Der Vorbereitungssaal befindet sich rechts daneben. Haben Sie noch Fragen ?“
Ich schüttelte nur den Kopf. „Dann wünsche ich ihnen viel Erfolg!“
„Danke sehr.“ ich verabschiedete mich lächelnd. Ich wartete auf Ilvy, doch es schien Probleme zu geben. Ich zog fragend eine Augenbraue nach oben. „Geh schon mal vor, dass kann noch etwas dauern.“ rief Ilvy mir zu. Ich tat wie mir geheißen und begab mich nach oben. In der Damen Umkleide war es ziemlich voll, nur mit Hängen und Würgen ,fand ich einen freien Platz.  Schnell tauschte ich meine Klamotten, und schlüpfte in meine Jazzschuhe. Einige Minuten später befand ich mich im Trainingssaal und wärmte mich auf. Von Ilvy war nichts zu sehen, was mich nervös machte. War etwas passiert ? Bestimmt nicht. Es vergingen zwanzig Minuten als, eine Frau mit blonden Haar die Tür aufstieß. „Nummer 38!“ das war ich ! Flink sprang ich auf und folgte ihr. „So hier geht‘s lang! Viel Erfolg.“ ich bedankte mich höfflich und betrat dann, den Saal, in dem eine bedrückende Stille herrschte. Mein Puls raste, und das atmen fiel mir schwer. Ich betrat die riesige Bühne und sah die Richter an, die es sich im Zuschauerraum bequem gemacht hatten.  Warum waren  Bananen krumm ? Warum, musste man bei rot stehen bleiben und durfte erst bei Grün gehen ? Warum hieß es, „Rosen sind rot, Veilchen sind blau ?“ Warum hatte ich mich überhaupt, für dieses Casting angemeldet?! „Guten Morgen,  Ms Casteleyn, willkommen zu unserem Casting, was haben Sie für heute vorbereitet ?“  Ein Mann, mit grauen Haaren und schwarzer Hornbrille musterte mich. Ich schluckte. Dann antwortete ich.
„Unexpeted Song, Sir“
„Schwieriges Lied, Maestro ,bitte!“ er nickte dem Pianist zu der in seinen Noten rum kramte und endlich fündig würde. Ich nickte ihm zu und begann zu singen
:„I have never felt like this
For once I'm lost for words
Your smile has really thrown me
This is not like me at all
I never thought I'd know
The kind of love you've shown me..“
Ich zitterte leicht. Sechs Augenpaare hatten sich auf mich geheftet, zerfraßen mich fast mit ihren kritischen Blicken. Ich versuchte Ruhe zu bewahren. Ich schloss meine Augen, dadurch wurde es einfacher. Ich stellte mir vor, wo anders zu sein. Und es klappte wirklich! Die Melodie neigte sich dem Ende zu, innerlich jubelte ich, denn ich hatte mir keine Patzer erlaubt. „Ich habe es Geschafft!“ grölte eine Stimme in meinem Kopf, doch dann… passierte es. Den letzten Ton, hatte ich verpatzt er war zu tief!
„Scheiße, Nein, oh Gott, das wars!“ kreischte nun die imaginäre Stimme aufgebracht.
Langsam öffnete ich meine dunkelbraunen Augen, ich konnte die Miene der Richter nicht deuten. „Danke, Ms Casteleyn, wir sehen Sie in einer halben Stunde zum Vortanzen wieder!“ war alles was sie sagten. Mir war zum heulen zumute. Doch ich setzte mein Pokerface auf, bedankte mich und verließ erhobenen Hauptes den Saal.
Draußen ließ ich meinen Kopf hängen, verdammt! Das hätte nicht passieren dürfen!
Ilvy kam auf mich zu. „Wie war es ?“ Ich schüttelte bedrückt den Kopf. „Ich hab‘s versaut und wo warst du überhaupt ?“
„Warum, was ist passiert ? Gab Probleme bei der Anmeldung.“
„Der letzte Ton…er war zu tief.“ murmelte ich. „Aber das bedeutet gar nichts! Später beim Vortanzen gibst du alles! Sorry, Schatz ich muss jetzt rein, bis gleich!“
In ihren Augen glitzerte irgendetwas seltsames, es jagte mir angst ein.
„Hals und Beinbruch.“ rief ich ihr zu bevor ich mich im Foyer auf einem roten Samt Sessel niederließ. „Du siehst ziemlich angespannt aus.“ ich zuckte zusammen, als ein junger Mann mit blondem Haar und blauen Augen, sich neben mich auf den Boden plumpsen ließ. „Kann man wohl sagen. Ich hab total verkackt.“
Er musterte mich neugierig. „Warum ?“ Ich verdrehte meine Augen. „Ich habe den letzten Ton verpatzt, das ist Grund genug oder ?“ Ich hielt inne, „Wie heißt du eigentlich ?“ fragte ich nun etwas freundlicher.
“Oh ‘tschuldigung, Ich bin Noah. He, das muss nichts heißen. Du kannst dich gleich noch beweisen.” Noah lächelte leicht und ich streckte meine Hand aus.
“Veerle.” stellte ich mich vor. “Für wen hast du vorgesungen?” fragte er.
“Jemima und du ?” ,er pfiff anerkennend “Wow, echt stark. Mungojerrie.”
Noah grinste schelmisch. Irgendwie passte der Kater zu ihm. In diesem Moment, wurde die  Tür aufgestoßen. Ilvy kam mit selbstsicheren Lächeln heraus geschritten.
“Alles Perfekt!” “Super!” rief ich zurück. “So, gleich geht es mit Tanz weiter!”
Verkündete die blonde Frau. Ich atmete tief ein und begab mich wieder in den Saal, mit Noah und Ilvy an meiner Seite. Erst mussten wir uns an der Stange aufwärmen. Danach, mussten wir uns alleine behaupten und zwar über die Diagonale. Gott sei Dank, klappte dieses mal alles reibungslos! Ich konzentrierte mich auf meine Technik und versuchte eins mit der Klaviermusik zu werden, ich hatte das Gefühl, als würde ich schweben!  Diese Runde verging wie im Flug. “Als nächstes kommt Schauspiel dran.” zischte ich atemlos Ilvy zu die begeistert nickte. Unsere Aufgabe bestand darin in zweier Gruppen einen kleinen “Sketch” zu spielen. Na ja ob man es “Sketch” nennen konnte, wusste ich nicht. Ilvy musste nur einen Stuhl umwerfen und ich durfte nur sagen.:” Heb den Stuhl wieder auf.” natürlich musste ich meine ganzen Emotionen reinlegen. Also, dachte ich an etwas, was mich ziemlich wütend machte, der Patzer schien mir angemessen dafür.
“Heb den Stuhl wieder auf!” keifte ich meine Freundin an. “Nein.” schleuderte sie mir entgegen. “Heb den Stuhl wieder auf!” wiederholte ich, und wieder war nur ein “Nein.” zu hören. Noch drei mal, mussten wir es durchspielen. Die anderen Pärchen waren auch nicht schlecht.
“So Leute, wir sind am Ende angelangt. Wir können Ihnen jetzt noch keine Auskunft geben. Doch wir werden sie telefonisch benachrichtigen. Vielen Dank für Ihre Teilnahme!”  Ich fummelte nervös an meinen Haaren herum, was sollte das heißen ?
War niemand gut genug ? War es in den anderen Ländern auch so ? Jetzt half nur noch abwarten und Tee trinken. Ich hatte es nicht eilig aus dem Saal rauszukommen. Ich schlenderte hinauf zu den Umkleiden und ließ mir Zeit. Ilvy musste noch zu einem wichtigen Termin, deshalb verabschiedete sie sich von mir.
“Wir telefonieren! Tschüß!” rief sie über ihre Schulter und war eine Minute später verschwunden. Eigentlich war mir nach telefonieren zu mute. Warum eigentlich nicht ?
Ich wusste es selbst nicht. Eine halbe Stunde später saß ich im überfüllten Bus und lauschte der Musik, die aus meinen Walkman drang. Müde lehnte ich meinen Kopf gegen die Scheibe, und beobachtete wie in Trance die vorbeiziehende Umgebung .
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