Yggdrasils Träne

von Lilia
GeschichteDrama, Fantasy / P16
Angela Brooklyn Elisa Maza Goliath
28.08.2014
16.06.2017
22
43186
2
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Hallo Zusammen und willkommen zu meiner Gargoyle FF. Eigentlich wollte ich diese viel viel später veröffentlichen, aber da ich schon 4 weitere Kapitel fertig habe, denke ich genug Vorlauf zu haben. Aber um meinen Vorsprung nicht zu verlieren gibt es Kapitel 2 erst im Oktober. Sorry aber ich möchte nicht in Verzug kommen^^
Ich weiß in dem Bereich ist nicht viel los, aber dennoch möchte ich es wagen.

Ein paar Hinweise zu Story. Die FF ist als längeres Projekt geplant. Zudem (Achtung wer es nicht mag) ist die FF vor allem zu Anfang eher Goliath/Elisa-lastig, aber seid versichert das die Romanze eher eine Nebenhandlung ist und in einigen Kapitel nicht präsent. Natürlich berücksichtige ich Alle Personen irgendwo und werde ihnen nach und nach einen Part zu Teil werden.
So genug geredet. Nun viel Spaß!
***********************************************************************

 Yggdrasils Träne



1. Der tiefe Fall – Teil 1


Der Tag neigte sich dem Ende und es schien so, als wolle er Versöhnung an all jene überbringen, die das Sonnenlicht liebten. Der Himmel hatte sich in den schönsten Farben verfärbt. Es war als glühe das Firmament. Von lila bis zu einen tiefen Orangerot war alles vertreten und läutete damit den Sonnenuntergang ein. Die letzten Sonnenstrahlen verliehen den Statuen auf der alten Burg Wyvern einen anmutigen Glanz.
Der Tag ging und die Nacht kam. Doch es mochte keine endlose Dunkelheit sein. Die Sterne, am Tage nicht sichtbar, würden sich bald in ihrer vollen Pracht zeigen und den Himmel in einen Teppich aus Abermillionen Lichter verwandeln.
Oh was hatte sie sich auf diese Nacht gefreut. Eine sanfte Brise fuhr ihr durch das Haar. Elisa schloss genießend die Augen und atmete tief ein. Als sie diese wieder öffnete, merkte sie das die Sonne verschwunden war. Die Wesen aus Stein bekamen feine Risse, bis sie unter lauten Grollen ihre alte Haut abwarfen. Sie streckten sich ausgiebig, um ihre Lebensgeister neu zu erwecken. Auch der graue Hüne war aus seinem Schlaf erwacht und machte leichtfüßig einen Satz von der Brüstung herunter. Ein Lächeln erhellte sein Gemüt.
„Guten Abend Goliath!“,sagte Elisa und wurde prompt in die kräftigen Arme des Gargoyles gezogen. Ihr Kopf ruhte auf seiner Brust. Sie spürte sein erleichtertes Ausatmen und lauschte seinen schmeichelnden Worten. „Du bist hier, Elisa. Das ist wahrhaftig ein guter Abend.“
Aus dem Hintergrund drangen auch die Stimmen der restlichen Clanmitglieder. Die Freunde wünschten Elisa ebenso einen schönen Abend. Ihre neugierigen Blicke ließen Goliath und Elisa leicht verlegen auseinander fahren. Doch sie nahmen deren Reaktion glücklicherweise nicht wahr. Hudson, Angela und Broadway begaben sich nach drinnen, während Lexigton und Brooklyn mit Bronx hinaus auf Patrouille flogen
Elisa schmunzelte. Die Gargoyles hatten sich auf der Burg, ihrem angestammten Zuhause wieder gut eingelebt, dabei lagen die letzten Ereignisse kaum zwei Tage zurück, als Demona erneut versucht hatte die Menschheit auszulöschen. Goliath hatte ihren Plan vereitelt und damit Alle gerettet. Dennoch waren viele den 'Schutzengeln' New Yorks nicht wohl gesinnt. Die ganze Stadt hatte von ihnen erfahren. Das dürfte in Zukunft einige Dinge schwieriger machen. Aber Elisa war sich sicher, das ihre Freunde auch diese Hürden nehmen würden. Eines Tages könnten Gargoyles und Menschen vielleicht Seite an Seite leben, ohne Angst. Bis dahin mochte es ein langer und schwerer Weg sein. Elisa hatte ihr Bestes dafür zugetan. Sie achtete und beschützte die Gargoyles, wann immer ihr möglich. Es waren ihre Freunde, ganz egal was Andere dazu sagten.
Eine Sache gab es da allerdings noch, die ihr Kopfzerbrechen bereitete – Goliath. Ihre Gefühle ihm gegenüber waren bedenklich. Aber sie konnte sich unmöglich selbst belügen oder ihn. Diese Gefühle waren da und schließlich hatte Elisa dies auch vor kurzem gestanden. Ein Teil von ihr wünschte sich Goliath wäre dagegen gewesen und hätte ihr keine Hoffnungen gemacht, aber auch er befand sich im gleichen Zwiespalt wie sie. Die Liebe unterscheidet eben nicht zwischen falsch und richtig.
Elisa besann sich der Dinge die sie beiden erlebt und durchlitten hatten. Sie wollte vor und nicht zurück, sonst wäre sie heute nicht auf Burg Wyvern, nicht bei Ihm.
Goliath schien zu ahnen, was in der jungen Polizisten vorging und versuchte das Schweigen zu brechen. „Elisa, ich...“
Prompt stellte sie sich auf Zehenspitzen und legte ihm eine Hand auf den Mund. „Sag jetzt nichts Goliath! Bitte nicht! Ich bin hier weil ich es so wollte, nicht um mich zu rechtfertigen und auch nicht um eine Erklärung deinerseits zu hören.“
Der Gargoyle wirkte zuerst verwirrt, nickte dann aber und überraschte seinerseits Elisa urplötzlich. Er hob sie mit einem Mal auf seine kräftigen Arme und sprang auf die Brüstung, wie er es viele Male zuvor auch schon getan hatte.
„Goliath!“, stieß sie einen kurzen Schrei aus. Seine abrupte Handlung hatte sie erschreckt, aber Elisa konnte dem nichts entgegen setzen, denn Goliath glitt bereits mit ihr hoch oben über Manhattan.
Sie ergab sich der Situation und fragte rasch nach was er denn vorhabe: „Und wo geht’s hin? Ich habe ein paar Tage frei und wäre dir sehr dankbar, wenn du uns nicht gleich in die nächste Misere manövrierst.“
Goliath lächelte. „Brooklyn sagte mir im Central Park gebe es ein Feuerwerk. Das möchte ich mir ansehen und sicher gehen das niemand dabei verletzt wird.“
Elisa konnte sich ein leises Kichern nicht verkneifen. „Richtig, ich vergesse manchmal das ihr viele Dinge noch nicht kennt und begreift. Ich versichere dir ein Feuerwerk ist vollkommen harmlos. Es dient der Unterhaltung.“
„Was ist daran unterhaltsam den Himmel in Flammen zu setzen?“
„Das täuscht. Es sieht nur so aus, als brenne der Himmel. Um ehrlich zu sein habe ich mir nie darüber Gedanken gemacht, wie ein Feuerwerk auf jemanden wirkt der es nicht kennt. Ich weiß nur, wenn es einmal dadurch laut wird in Manhattan, das mein Kater als erstes unterm Bett verschwindet.“
Zwischen einer Reihe aus Bäumen setzte ihr Freund mit den mächtigen Schwingen zur Landung an. Lautlos glitt er zu Boden und setzte Elisa ab. Für sie, die nicht fliegen konnte war es immer wieder ein Erlebnis der besonderen Art. Bei ihren ersten Flügen empfand sie Furcht. Dieses Empfinden war  nun Respekt gewichen, Respekt das jemand wie Goliath, der um ein vielfaches größer war als ein Vogel, so schwerelose dahin schweben konnte. Zudem teilte sie das Gefühl der Freiheit die das Fliegen den Gargoyles gab. Sie vertraute Goliath und begab sich deswegen immer wieder mit ihn in tödliche Höhe. Ein Gargoyle war robust, aber für einen Menschen mochten bereits fünf Meter freier Fall den Tod bedeuten. Es war vermutlich besser sich darüber keine Gedanken zu machen. Schließlich stieg ja auch für gewöhnlich keiner in ein Auto und fürchtete von vornherein einen Unfall zu bauen.
Im Schutze der Bäume beobachteten die Beiden das rege Treiben das sich ihnen bot. Sie standen am Rande einer großen Festwiese. Die Menschen tanzten zur Musik einer Liveband. Sie aßen, tranken, feierten und tanzten. Alles war mit Lichterketten festlich geschmückt.
Gern hätte sich Elisa mit Goliath unter das gemeine Volk gemischt, aber die Dinge waren nun einmal so wie sie waren. Außer an Halloween war ihnen das nicht vergönnt. Das musste genügen.
Für eine ganze Weile standen sie nebeneinander und sahen dem Ereignis zu. Es wurde viel gelacht. Die Leute waren fröhlich und friedfertig. In Momenten wie diesen, fragte sich Elisa warum die Menschen die Gargoyles nicht einfach akzeptieren konnten, wenn sie Goliath und die Anderen doch nur so kennen würden, wie sie es tat. Wenn sie nur wüssten was Goliath ihretwegen auf sich nahm und das egal wie oft sie ihn enttäuschten, er nie die Achtung vor den Menschen verlor. Es hätte anders kommen können, wäre er mit Demona gegangen. Doch er war geblieben und hatte ihr Leben in vielerlei Hinsicht auf den Kopf gestellt.
„Goliath?“
Ihr treuer Freund war ebenfalls in Gedanken versunken gewesen und benötige einen Augenblick um zu reagieren. Elisa legte derweil ihre, im Vergleich zu seinen Pranken, zarten Hände auf seinen kräftigen Oberarm. „Es ist schön mit dir hier zu sein, ohne Verpflichtungen.“
Goliath setzte eine nachdenkliche Miene auf. „Dennoch sehe ich das dich etwas beschäftigt.“
„Ja und nein.“, die junge Polizistin war bemüht sich nicht in Widersprüchen zu verstricken. „Ich möchte so vieles sagen, aber ich weiß nicht wie. In meinen Job fehlt es mir nie an Worten.“
„Vielleicht lassen sich manche Gefühle nicht mit Worten beschreiben.“ Goliath nahm ihre Hände in seine und führte diese an seine Brust, dort wo sein Herz schlug. Elisa schnappte nach Luft und schlug die Augenlider nieder. Sie versank in Goliaths Armen und lehnte sich an ihn. Die Zwei blieben solange beieinander, bis das Feuerwerk ihre Aufmerksamkeit erregte. Die ersten roten Funken schossen gen Himmel und entluden sich in kristallähnliche Formen. Es folgten viele verschiedene Farben und Formen. Der Nachthimmel war über und über mit Leuchten ähnlich der Magie übersät. Genau so sah es auch Goliath der unentwegt nach oben blickte. Sein Mund stand offen vor lauter Staunen. Elisa beobachte ihn und konnte dabei ein Schmunzeln nicht unterlassen. In seinen Augen spiegelte sich das Feuerwerk wider, wie funkelnde Sterne.
„Ich habs dir doch gesagt. Ein Feuerwerk ist vollkommen harmlos.“
Goliath nickte. „Ja es ist wie Magie. Es ist immer wieder erstaunlich zu was ihr Menschen alles fähig seid und das ohne Hexerei.“
Elisa stimmte dem zu. „Bevor ich euch kennengelernt habe waren diese Dinge für mich selbstverständlich. Seitdem versuche ich das nicht zu vergessen und es aus euren Augen zu betrachten.“ Sie lachte und hakte sich unter bei ihm. Das Spektakel war mittlerweile auch zu Ende. „Komm Goliath!“
Goliath und Elisa verbrachten die verbliebene Zeit mit einem Spaziergang im Park. Sie unterhielten sich über vielerlei Dinge. Für beide Seiten war es eine aufschlussreiche Nacht. So erfuhr Elisa beispielsweise, das Goliath für Nichts auf der Welt Demonas Weg einschlagen würde. Es entsprach einfach nicht seinem Wesen. Natürlich hatte Elisa Goliath mehr als einmal rachsüchtig erlebt in Momenten größter Verzweiflung, als es um die Sicherheit seines Clans ging. Anders als Demona scherte er nicht alle Menschen über einen Kamm. Goliath hatte schon vor tausend Jahren gewusst, das nicht einer gleich für alle stand.
Von Elisa erfuhr er wiederum was es für sie hieß Polizisten zu sein. Ihr bedeutete der Job sehr viel. Es war ihr Leben Menschen zu beschützen und für Recht und Ordnung zu sorgen. In Gestalt eines Gargoyles wäre es auf diese Weise nicht möglich. Deswegen wählte Detektive Maza ihre Worte mit großem Bedacht. Sie gebot Goliath stehen zu bleiben und umfasste seine Hände. Ihr Blick traf seinen verunsicherten Gesichtsausdruck. Ob er die Wahrheit fürchtete?
„Es ist wie es ist Goliath. Und wir sind wer wir sind. Du bist ein Gargoyle, ein Wesen der Nacht und ich ein Mensch.“ Sie senkte anmutig den Kopf und flüsterte weiter.“Aber das spielt keine Rolle für mich, nicht mehr. Wir leben im hier und jetzt. Oh ja Goliath, schon sehr lange weckst du in mir etwas, was ich nicht für möglich gehalten hätte.“
Goliath lächelte und entblößte dabei eine Reihe seiner beachtlichen Zähne, die schon so manchen in Angst und Schrecken versetzt hatten. Der Moment indem sich beide erleichtert in die Arme fielen hätte die ganze Nacht andauern können, wäre nicht das Knacken zertretener Zweige zu ihren Ohren gedrungen.
Zu viel war in der Vergangenheit passiert, als das sie nun unvorsichtig werden würden. Goliath hob reflexartig Elisa in seine Arme und sprintete los. Elisa spürte wie sich seine Muskeln anspannten. Wenn sie sich auf eines verlassen konnte, dann seinen Instinkt. Und es sollte sich herausstellen, das er nicht falsch lag. Aus dem nichts tauchten zwei Gestalten auf und verfolgten sie. Die Fremden zielten mit Waffen. Einer von ihnen lachte und sprach während des Rennens in ein Funkgerät hinein. „Ihr werdet es nicht glauben! Wir haben EINEN gefunden. Er hat eine Frau in seiner Gewalt, aber daran können wir nichts ändern."
Goliath hatte in der Zwischenzeit einen kleinen Berg erreicht und rannte so schnell er konnte, um sich dann in die Lüfte zu schwingen. Der Wind war ihnen wohl gesinnt, so das sie innerhalb weniger Sekunden über den Baumwipfeln des Central Parks schwebten.
Elisa umklammerte Goliaths Hals mit aller Kraft. Ihr Herz raste und ihre Händen wurden schwitzig. Kein leichtes Unterfangen sich dann noch festzuhalten, aber sie wusste das ihr keine Gefahr drohte. Goliath würde sie niemals fallen lassen.
Die Beiden erreichten soeben ein Gebäude das sich inmitten des Parks befand. Der Wind rauschte ihnen an dieser Stelle besonders laut in den Ohren. Die Ursache dessen war nicht etwa ein starker Luftstoß. Ein Helikopter stieg hinter den Beiden empor. Die Tür der Maschine schob sich auf und ein Mann trat an den Rand. In der Hand hielt der Typ eine große Waffe, die an ein Rohr erinnerte.
Elisa schrie auf. „Goliath pass auf!“
Aber Goliath geriet durch die starken Winde ins Torkeln. Er wurde zur leichten Zielscheibe. Elisa schrie erneut, um ihren Freund zu warnen. Doch da war es bereits passiert. Ein Zischen zog an ihr vorbei und etwas langes metallenes hatte den Flügel des Gargoyles getroffen. Die Nachtluft war erfüllt von seinem gewaltigen Brüllen. Goliath umklammerte Elisa krampfhaft und begann im Sturzflug hinabzustürzen. Sie hörte ein seltsames Geräusch, ehe die Polizistin sich des ganzen Ausmaßes bewusst wurde. In Goliaths Flügel steckte ein Widerhaken an dessen Ende ein Seil hing, direkt verbunden mit dem Helikopter. Sie schaffte es nicht mehr ihren Freund zu warnen – der Widerhaken riss den Flügel einmal quer durch. Goliath mochte vom Haken befreit sein. Doch er wurde apathisch und fiel. Als der Boden kaum noch drei Meter entfernt war, umhüllte Goliath mit letzter Kraft Elisa.
Review schreiben