Where did i go wrong

von fenudel
KurzgeschichteDrama, Freundschaft / P12
Dr. John Michael "J.D." Dorian Dr. Percival Ulysses "Perry" Cox
24.08.2014
24.08.2014
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Hallo allerseits!

Also vorab, das hier ist meine erste Scrubs Fanfiktion und das Ergebnis von 3 Tagen Arbeit. ^^

Also würde es mich umso mehr über Feedback freuen!


Disclaimer: Scrubs und das Lied How to save a life von The Fray gehören leider nicht mir. ;)

Musik: Wie gesagt, How to save a life - The Fray

Viel Spaß beim lesen und liebe Grüße!


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Ein mehr als typisches Pfeifen ertönte, welches John Dorian klarmachte, dass gleich sein Mentor neben ihm stehen wird und dem jüngeren Arzt eine neue nervige Aufgabe erteilen wird, ihn herumscheuchen wird. Und wie J.D. es vermutet hatte, geschah es auch. Naja, nicht ganz so wie in seiner Vorstellung.
„Flachzange, mitkommen!" befahl Perry ihm und sein Schützling folgte ihm ohne Widerrede. Sie liefen den langen Gang entlang. Stumm. Sonst würde J.D. den Älteren spätestens jetzt, wo sie an den Fahrstühlen angekommen waren, ausfragen was Dr. Cox von ihm wollte und wo sie hingehen. Aber er war stumm. Wie die letzten Wochen und Monate lang schon.
Die beiden Ärzte stiegen in einen der Fahrstühle. Noch immer stumm. Die Türen öffneten sich und dieses typische »Bing«, ertönte. Sonst nervte es J.D. jedes Mal. Er fragte sich sonst immer, wer sich dies ausgedacht hatte und driftete meistens in einen Tagtraum ab, indem sich diese selbstgestellte Frage beantwortete. Zwar nicht sinnvoll, aber es war immerhin etwas.

Inzwischen liefen sie wieder einen Gang entlang. Er sah genauso aus wie der von gerade eben, war aber auf einer anderen Etage. Wie immer lief Dr. Cox vorneweg, sein Schützling hinterher. Natürlich würde er nie zugeben, dass Dorian sein Schützling ist, geschweige denn, dass er sich wirklich etwas aus ihm machte.
Sie betraten die Cafeteria, Dr. Cox suchte einen Tisch aus. Abseits der wenigen, welche besetzt waren. Der Ältere setzte sich, J.D. ebenfalls, ihm gegenüber. In J.D. tat sich erstmals die leiseste Frage, warum sein Mentor ihn hier her geschleppt hatte. Im Nachhinein würde dieser ihn wieder vollmotzen, dass er sich nicht um seine Patienten gekümmert hatte. Welche ja sofort umkommen, sollte J.D. mal eine halbe Stunde nicht nach ihnen sehen.
Eine Weile spürte er den Blick von Dr. Cox auf ihm, sah ihn jedoch nicht an. Der Cafeteriaboden schien auf einmal so interessant.
Er sollte dem Hausmeister mal sagen, er solle hier öfters wischen.. Moment, seit wann interessiert sich J.D. für dessen Arbeit?
Kurz schüttelte er den Kopf über diesen Gedanken und endlich studierte Dr. Cox ihn nicht nur durch seine Augen, sondern fing am zu reden.


Step one: you say we need to talk
He walks, you say sit down, it's just a talk


„Und, Julie?" fragte Dr. Cox sein Gegenüber. Dieser konnte sich dazu bewegen, aufzusehen. Mit diesem neuen emotionslosen, monotonen Blick. Nichts neues seit den letzten Monaten. „Keinen Kommentar, dass ich dir einen Frauennamen gebe? Keine nervigen Fragen, dass ich dich hier her gebracht habe? Was ist los - bist du zutiefst erschüttert, dass das Geld nicht mehr für deine wöchentliche Mani- und Pediküre ausreicht?" ergänzte der Kitteltragende, mit diesem ironischen Unterton und stachelte J.D. weiter an. Dieser gab lediglich ein Lächeln von sich. Kein reines, glückliches. Ein Lächeln, dass ebenfalls einen gefährlich ironischen Beigeschmack hatte.

He smiles politely back to you,
You stare politely right on through


„Oder hat dich dein schwarzer Freund verlassen, von dem ich immer wusste, dass es deiner war, weil er sich do-hoch für Carla als seine Ehefrau entschieden hat? Wenn ja, tut es mir wi-hieeerklich leid, Flachzange!" Nun war die Ironie in Dr. Cox Worten nicht mehr zu überhören. Könnte man sie sehen, würde sie in der gesamten Cafeteria herumliegen. Wo wir wieder beim nicht ganz so sauberen Boden sind..
„Das finden sie wirklich witzig, hm? Es freut mich, dass sie ihrem Spaß daran haben mich zu verarschen, das haben sie schließlich die letzten Jahre nicht anders gemacht. Und um endlich die Frage zu stellen, welche sie sich so erwünscht haben: Warum haben sie mich hier her geschleppt?" gab J.D. unbeeindruckt, genervt von sich. Obwohl der genervte Teil eigentlich Dr. Cox gehört.
„Erst einmal, weißt du genauso gut wie ich, wie viel Freude es mir bringt, dich zu verarschen oder auf die Palme zu bringen. Dich zu verunsichern und dich als Frau - nein halt, Mädchen zu bezeichnen, das du nunmal auch zu vollster Wahrscheinlichkeit bist."
In J.D. brodelte es ein wenig und er konnte sich sein saures Grinsen nicht mehr verkneifen. „Aber jetzt mal im Ernst, was ist verdammt nochmal mit dir los? Sonst läufst du doch auch immer unbeschwert hierdurch und gehst allen mit deinem Grinsen auf die nerven. Das geht schon so lange jetzt, dass ich mir ernsthafte Sorgen machen muss. Nicht um dich, sondern um deine Patienten, denen du mit deiner Miesepeterstimmung nicht große Hoffnungen machst, ihr Zustand könnte sich bessern und mit ner negativen Einstellung ihnen gegenüber hilfst du nicht besonders. Glaube nicht ich sage das hier, weil mir etwas an dir als Mensch liegt, Herr Gott nein! Aber wenn du voll als Arzt hier arbeiten willst, musst du deine kleinen Problemchen zuhause lassen und nicht mit hier her schleppen." Dr. Cox' Tonfall war ernst und hatte einen gewissen Nachdruck. Seine Arme waren vor seiner Brust verschränkt, er beäugte J.D. ganz genau. Dieser zog die Augenbrauen zusammen, hatte einen Gesichtsausdruck, der uncharakteristisch für ihn war und schüttelte nur den Kopf. War zu Perry's Verwundern unbeeindruckt.    

Doch der Ältere dachte nicht einmal daran etwas zu sagen in dieser eigenartigen Situation. Schließlich war er es doch, der sich durchgerungen hatte Dorian zu fragen, was los mit ihm sei. Sich nach seiner Gefühlswelt erkundigte. Das war ein riesiges Opfer, welches er brachte und er erwartete, dass sein Schützling dieses anerkannte. Und endlich mit der Sprache herausrückte. Was nun jedoch geschah, hatte Perry nicht mit eingeplant in seinen Plan, herauszufinden warum seine rechte Hand sich so verhielt wie sie sich verhielt. Dieser wagte es tatsächlich einfach aufzustehen und sich in Bewegung zu setzen. Noch immer saß der Ältere, die Arme verschrenkend, auf seinem Stuhl, als J.D. an ihm vorbeiging. Perry's linke Schulter streifte.

Some sort of window to your right
As he goes left and you stay right


Unter der Haut des Älteren brodelte es förmlich. Wie konnte Dorian es wagen, ihm erst keine Antwort zu liefern und ihn dann ohne weiteres wie einen Idioten dastehen zulassen?! Das war in Perry's Augen, in jeglicher Hinsicht inakzeptabel. Er erhob sich von seinem Platz. Bemerkte, dass die Cafeteria bis auf ihn und seine Flachzange komplett leer war und drehte sich um. Der Jüngere wollte tatsächlich den großen Raum verlassen.
Er hatte ehrlich gesagt, keine Lust mehr. Auf seinen Mentor, seine Arbeit. Er bekam doch eh nur Schimpftiraden und Schuldzuweisungen zu irgendwelchen Dingen aufgebunden, sollte mal etwas nicht so laufen wie es eigentlich musste. Seit seinem ersten Tag - damals noch als unsicherer Assistensarzt - lief er Perry hinterher wie ein Schoßhündchen. Sehnte sich nach dessen Aufmerksamkeit und sog jede Bemerkung, sollte sie auch nur im entferntesten etwas mit einem Lob oder Anerkennung zutun haben, in sich auf. In der Hoffnung, Perry würde zeigen, dass er sich etwas aus J.D. machte. Doch mit der Zeit verschwand dessen Hoffnung und gutmütiges Denken schleichend. J.D. gewann Selbstvertrauen, hatte zuviel in diesem Laden erlebt, als dass er jeden Schritt hinterfragte und mit den Jahren fing er unbewusst an, Dr. Cox' Glauben an ihn immer öfter einzufordern. Doch dessen Antworten und Reaktionen fielen jedes Mal gleich aus. Verachtend, niedermachend, sarkastisch. Seine Taten brannten sich in das Gedächtnis des Jüngeren, des Mannes, welcher Perry mal als Superhelden betrachtete. Doch das war er für J.D. nicht mehr. Welchen genauen Standpunkt sein früherer Held einnahm, war ihm nicht ganz bewusst. Bei dieser Frage war er sich unsicher.

Doch gerade Perry war doch daran schuld, dass J.D. sich so fühlte. So schlecht und unausgeglichen in seinem Handeln bei der Arbeit. Und genau dieses war ihm irgendwann zu Kopf gestiegen. Er hörte auf sich Gedanken darüber zu machen, was Perry von ihm hielt. War abweisend ihm gegenüber.
Perry war aufgefallen, dass sein Schützling ihn weitaus weniger nervte als sonst. Und er gab die Tatsache noch ungerner zu, als dass er zugab wirklich viel für Jordan zu empfinden, dass er sich ansatzweise Sorgen um Dorian machte. Mit den Jahren, war dieser wirklich jemand für ihn geworden. War aus seinem Alltag in der Klinik irgendwie nicht mehr wegzudenken und womöglich würde er ohne dessen aufbauenden Worte noch heute Scotch trinkend, in eine Decke eingehüllt, auf seiner Couch sitzen. Flachzange war immer irgendwie für ihn da und sah ihn als seinen Helden an - was Perry's Ego weiter in die Höhe trieb. Und aus einem unerklärlichen Grund, gefiel ihm der Gedanke, dass Dorian seine Flachzange und nicht die eines Anderen war.  

Der Ältere blickte noch immer J.D. hinterher und brachte diesen schließlich durch seine Worte zum stehen. „Wo willst du bitteschön hin, Jennifer?"
Angesprochener drehte sich zu seinem ehemaligen Superhelden um.

Between the lines of fear and blame


„Zu meinen Patienten. Um die muss ich mich schließlich auch noch kümmern." antwortete er. „Nicht bevor du mir gesagt hast, was mit dir los ist." Perry's Stimme war ruhig und ernst. Früher hätten in diesem Moment alle Alarmglocken in J.D.'s Gehirn geschellt und er hätte seine Hartnäckigkeit abgelegt. Denn so, ernst und nur in ihn interessiert, wurde Perry schier nie. Sein Verstand wiederholte jedoch gleich das Wörtchen 'früher' und riefen dem Jüngeren ins Gedächtnis wie sehr sich sein Standpunkt verändert hatte.
„Wieso sollte ich." Eigentlich müsste J.D.'s Satz wie eine Frage klingen, doch seine Stimme hob sich zum Schluss nicht und ließ die Worte wie eine Aussage stehen.
„Moment, antworten sie erst gar nicht. Ich kann mir die Ironie und das Verachten schon selbst denken." er machte eine abweisende Geste. Perry's Mimik wurde ein Stück düsterer, nach dieser Handbewegung. Er erkannte sein Gegenüber nicht mehr wieder. Machte aber keine Anstalten ihm eine Antwort zu geben.

You begin to wonder why you came


„Sie haben wirklich keine Ahnung, was ihre Worte und Umgehendsweise mit mir gemacht haben in den letzten Jahren. Es war erniedrigend. Es hat wehgetan. Doch das ist ihnen ja egal, wie ich festgestellt hatte. Und das nach meinen ersten Wochen als Arzt hier. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich sie damals noch angehimmelt hatte und um jeden Preis wollte, dass sie mich loben, mir eine Umarmung schenken. Die könne sie sich jetzt sparen, insofern sie überhaupt einmal vorhatten-" J.D. wurde unterbrochen... „Ich bitte dich Carol, komm mir jetzt nicht-" ...erlangte das Wort aber zurück. „Nein, jetzt bitte ich sie einmal mich anzuhören Dr. Cox!" Der Jüngere schrie mittlerweile und Perry beschlich den leisen Gedanken, dass sein Schützling tatsächlich die Schnauze voll hatte. Er redete weiter. „In den letzten Jahren in denen ich hier arbeite, hatte ich nie das Gefühl, dass sie mich nicht als Störfaktor sehen. Oder gar als Freund. Ich habe mir den Arsch aufgerissen für sie produktiv dazustehen und bekomme nichts zurück. Sie betonen immer wie sehr ich sie nerve und mittlerweile habe eher ich den Wunsch, dass sie dies nicht mehr tun und mich in Ruhe meine Arbeit machen lassen." J.D.'s Ton war schärfer, als dass ihn Perry je mitbekommen hatte. Er war wirklich stinksauer und dies spiegelte sich ebenfalls in seinen Augen wieder. Doch der Ältere konnte nur daran denken, was für eine beschissene Aussage das war. Und, dass er so etwas zu ihm gesagt hatte. Dass Dorian es überhaupt wagte. Noch immer Arme verschrenkend kam er J.D. langsam näher. „Jetzt hör mir mal gut zu, Flachzange." Jedes seiner Worte war mehr als verständlich ausgesprochen worden. „Ich hoffe ich habe mich gerade verhört, als du das Wort 'nerven' verwendet hast. Reiß dich verdammt nochmal zusammen und hör auf dir so einen falschen Stolz einzureden. Jeder hier muss mit all dem Druck hier klarkommen und du - Betsy - musst dann auch mit dem Druck fertig werden den ich auf dich ausübe." Inzwischen stand Perry genau vor J.D.. Hatte die Arme von seinem Oberkörper gelöst und schnappte sich nun den Kragen seines Gegenübers. Er zog J.D. näher zu sich heran und hatte den bösesten Blick aufgelegt den er auflegen konnte.

Die Mine seines Schützlings veränderte sich kaum. Nur ein leicht erschrockener Blick legte sich auf dessen Gesichtszüge. Verfiel jedoch gleich wieder in sein neues altes Muster. Perry's Worte waren nur noch ein ärgerliches Grollen und Flüstern. „Und jetzt geh dich um deine Patienten kümmern und sei froh wenn ich dich nach deiner Schicht nicht noch länger hier behalte."
J.D. hätte glauben können, Perry wollte ihm eine kleben, was er jedoch nicht machte. Das was der Jüngere nun sagte, „Ach vergessen sie es. Ich kann genauso gut ohne sie, Perry." ließ diesen mit leichter Außeneinwirkung die Hände herunternehmen. J.D. drehte sich um und lief weiter. Perry sah ihm nach.
Ihn beschlich das leise, schmerzhafte Gefühl, dass er dessen Respekt verlor.
Und irgendwo auch eine Freundschaft. Dies war ein widerlich bitterer Geschmack, welchen Perry sich auf der Junge zergehen lassen musste.

Where did I go wrong?
I lost a friend
Somewhere along in the bitterness
And I would have stayed up with you all night
Had I known how to save a life
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