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Süße Träume

von Slendine
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 / Het
Charlie Bucket Mr. Bucket Mrs. Bucket OC (Own Character) Oompa-Loompa Willy Wonka
20.08.2014
27.08.2022
1
1.483
4
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27.08.2022 1.483
 

Hallo, Willkommen bei meiner Fanfiktion zu Charlie und die Schokoladenfabrik. Ich habe diese Fanfiktion vor einigen Jahren geschrieben und ich hab mich nun dazu entschieden sie nochmal zu bearbeiten und neu hochzuladen. Ich hoffe dir gefällt die Fanfiktion. Anmerkungen gerne in die Reviews :)



Große weiße Flocken fallen vom Himmel und ziehen schnell an den Fenstern des relativ leeren Zuges vorbei. Einsam in einem sonst leeren Abteil sitzt eine einsame Frau. Eingehüllt in eine Wolldecke. In ihrer Hand ein Buch welches sie aufmerksam liest und auf ihrem Schoß eine geöffnete Tafel Willi Wonka Schokolade mit Karamell Füllung. Das Rattern des Zuges klingt Gleichmäßig und beruhigend, fast wie eine Uhr die einem noch Bescheid sag das die Zeit nicht stehen bleibt, sondern, dass es immer weiter geht. Ein kalter Wind weht kurz durch das Abteil, welches die Frau noch weiter in ihre Wolldecke sinken lässt.
“Fahrkarte, bitte” ertönte es nun mit starker Stimme in dem Abteil.
Die Frau zuck zusammen, sie hatte gar nicht gemerkt wie der Kontrolleur gekommen ist. Hastig kramt sie in ihrer Handtasche zu ihren Füßen und überreicht dem Mann schnell ihrer Fahrkarte. Sie war schon einige Stunden unterwegs gewesen und mittlerweile recht müde.

“Ah, Frau Brown. Eine ehre sie kennenzulernen meine Frau ist ein großer Fan ihrer Buchreihe.” Gab der Kontrolleur erfreut von sich als er den Namen auf dem Ticket las.
Die Frau hob den Blick und lächelte Freundlich. Ihr junges Aussehen brachte den Mann vor ihr leicht aus der Fassung. Vor ihm saß eine Bestseller Autorin, ihre Bücher waren in letzter Zeit nur so zum Himmel hoch gelobt worden. Ihr Schreibstil war der einer erfahrenen Frau, daher war es sehr sonderlich zu sehen das sie noch so jung war.
“Das freut mich sehr zu hören.” Klang es von der Frau die noch immer fest in ihre Decke eingewickelt war. Sie hob die Hand um ihre Karte zurück zu holen. Allerdings griff der Mann beherzt zu und schüttelte kräftig ihre Hand. Die Frau bekam eine Fette Gänsehaut und zog ihre Hand schnell zurück. Sie hasste nichts mehr als einfach so berührt zu werden. Der Kontrolleur nahm das nicht wirklich so wahr und griff wieder zu ihrer Hand um ihr die Karte dort hinein zu drücken.
“Ich stelle ihnen die Heizung etwas höher sie müssen ja furchtbar frieren! Könnte ich eventuell noch ein Autogramm für meine Frau bekommen?” plapperte der nun sehr aufgeregte Mann vor ihr los. Und machte sich daran etwas an der Heizung herum zu schrauben.

Die Frau zog überrascht die Beine nah an ihren Körper und wusste nicht so recht was sie antworten sollte. Sie konnte nicht so gut mit Menschen umgehen, aber sie wollte auch nicht unhöflich wirken. Aus der Heizung kam jetzt mehr warme Luft die sich um ihre Beine legte.

“Natürlich kann ich das, haben sie denn etwas worauf das Autogramm kommen soll?” fragte die Frau zögerlich. Sie hatte vergessen Papier mitzunehmen, was sie selbst sehr ärgerte, so konnte sie ihre Gedanken auch nicht niederschreiben und war gezwungen sich alle ihre Ideen für ein Neues Buch zu merken. Der Mann schaute fröhlich zu ihr von der Heizung auf und kramte in seiner Jackentasche. Er zog ein Stofftaschentuch hervor, welches zum Glück unbenutzt wirkte.
“Das ist das Taschentuch meiner Frau, ich habe es immer dabei, wenn ich für die Arbeit reise. Können sie hierauf unterschreiben?” er setzte sich beim Erzählen mit Schwung neben die Frau und hielt es ihr glücklich hin, welches die Frau nun zögerlich nahm und auf dem kleinen Tisch vor ihr ausbreitete. Das Tuch war sehr weich, man merkte zwar das es nicht von allerhöchster Qualität war, aber das sich mit liebe darum gekümmert wurde. Das machte der Frau nun etwas Angst. Dieses Tuch ist diesen zwei Menschen so viel wert, sie wollte es unter keinen Umständen ruinieren.
“Sind sie sich sicher, dass sie darauf mein Autogramm haben möchten? Es scheint ihnen sehr wichtig zu sein.” Fragte die Frau vorsichtig nach. Der Kontrolleur lachte auf, es schien auf ihn wirklich banal zu wirken. In seinen Augen schien es wirklich nur ein Taschentuch zu sein, das seiner Frau gehört. Nicht mehr und nicht weniger.
“Ja, ich bin mir sicher. Meine Frau wird sich sehr darüber freuen.” Bestätigte der Mann den Verdacht der Frau lächelnd. Mit einem leichten nicken wand sich die Autorin wieder dem Stofftuch zu und zückte ihren Füller der mit schwarzer Tinte gefüllt war. Sie atmete noch einmal leise durch und begann schwungvoll über das Tuch zu schreiben.
“Lina Brown” las der Kontrolleur mit und staunte über den hübschen Schriftzug der nun das weiße Stofftuch zierte. Sein lächeln wurde sehr weit. Lina steckte ihr Schreibgerät behutsam zurück in ihr Gepäck.
“Vielen Dank, Frau Brown. Ich wünsche ihnen noch eine angenehme Fahrt.” Bedankte und verabschiedete sich der Mann und verschwand zurück in den Gang.

Erleichtert atmete Lina aus. Die Anspannung die sie durch den Fremden im Körper hatte verschwand. Sie hatte schon immer ein Problem damit gehabt ”Nein” zu sagen, auch wenn ihr etwas unangenehm war. Das war schon damals mit ihrem Vater so. Es war schwer zu ihm nein zu sagen, er war kaum da und sie war froh, wenn er sich mit ihr beschäftigte, ein Nein hätte in den meisten Fällen dazu geführt, dass er enttäuscht gewesen wäre und dann weniger Zeit mit ihr verbrachte. Ein trauriges seufzten entglitt ihr und sie schob sich ein Stück Schokolade in den Mund. Er war vor drei Monaten an einer schweren Erkrankung gestorben, er hatte sehr gelitten. Einerseits war sie froh, dass es nun vorbei war, andererseits vermisste sie ihn sehr. Jemanden zu verlieren war schrecklich und nicht in Worte zu fassen. Eine Träne ran langsam ihre Wange hinunter. Die Gewissheit diese Person nie wieder zu sehen schmerzte, noch mehr schmerzte es zu Wissen das noch so viele Sachen ungesagt sind und nie ausgesprochen werden können. Trauer war tatsächlich wie ein schwarzer Schleier, eingehüllt von ihr fehlten Farben und man füllte sich taub. Noch schlimmer war die Schuld, es liegt in der Natur des Menschen sich für alles die Schuld zu geben, auch für Sachen die nicht in der eigenen Hand liegen. Es ist schwer solche Sachen einfach so zu akzeptieren.

Mit einem Blick hinaus in die verschneite Welt erinnerte sie sich. Sie erinnerte sich an ihr erstes Geschenk von ihrem Vater: ein Buch. Es war bis heute ihr Lieblingsbuch, zwar ist es nur ein Roman eines unbekannten Autors aber in ihm waren so viele Gefühle die Lina nur durch das Buch lernen konnte. Eben dieses hatte sie gerade auf ihrem Schoß. Ihr Vater hatte ihr das Buch gegeben um sie zu trösten und abzulenken. Damals holte ihr Vater sie von ihrer Mutter zu sich. Eine schwere Zeit. Carla, ihre Mutter, hatte einen neuen Mann und sie besaßen nicht die Mittel die Komplette Familie zu ernähren. Mit ihrem heutigen Alter verstand das Lina auch sehr gut, aber damals brach eine Welt für sie zusammen. Es war für sie unvorstellbar gewesen warum ihre Mutter sie weggegeben hatte. Es war aber wirklich die beste Entscheidung Lina wegzugeben, sie ist dank dieser schweren Entscheidung ihrer Mutter gut aufgewachsen. Nichts hatte ihr gefehlt. Ihr Vater war allerdings ein bekannter Anwalt und viel unterwegs. Ihre Jugend hatte sie daher nur mit einem Kindermädchen und ihren Büchern verbracht.
Wenn sie heute daran zurückdachte, schmerzte ihr Herz, hätte ihr Vater nur nicht so viel gearbeitet, hätte sie dann besser Abschied nehmen können?

Es wurde langsam dunkel draußen und in der Ferne waren Lichter zu sehen. Sie würde bald ankommen. Nach der Beerdigung wusste Lina nicht so recht was sie machen sollte, sie war Autorin und verdiente damit genug. Das Geld aus ihrem Erbe hatte sie an gute Organisationen gespendet und das Haus verkauft. Es war als war sie auf der Flucht vor diesen alten Erinnerungen. Alles was sie wollte war ihren Vater so in Erinnerung zu haben wie er war ohne etwas davon zu haben. Es fühlte sich falsch an von seinem Tod bereichert zu sein. Sie hatte sich schnell dazu entschieden ihre Mutter zu besuchen und etwas Zeit mit ihr zu verbringen. Auf Linas Briefe hatte Carla sofort geantwortet und sie zu sich eingeladen. Es war nun ein paar Tage nach Valentinstag, Lina hatte nur noch ihrem Koffer ihre Handtasche und die Erinnerungen bei sich. Mehr wollte und brauchte sie nicht. Mit einem lauten pfeifen gab der Zug an gleich am Ziel angekommen zu sein. Sie packte ihr Hab und Gut zusammen und verließ das Abteil. Mit einem leichten Ruck blieb der Zug Stehen und Lina verließ ihn. Sofort wurde sie von der beißenden Kälte umschlungen. Sie hatte große Hoffnung das sie schon bald in dem warmen trockenen Haus ihrer Mutter sein würde.
Sie stapfte durch den Schnee in den Bahnhof und fragte dort nach der Adresse die ihr ihre Mutter gegeben hatte. Als sie bei der Auskunft danach fragte wurde sie leicht zweifelnd angeschaut. Mit ihrem Gepäck machte sie sich nun los in die ihr gewiesene Richtung.
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