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Mermaid Sisters

GeschichteFamilie, Fantasy / P12 / Het
20.08.2014
13.09.2014
21
14.539
2
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30 Reviews
Dieses Kapitel
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20.08.2014 1.453
 
Jettes Sicht

Es war ungefähr halb acht am Abend. Ich wartete vor einem Restaurant auf mein Date. Und da kam er auch angelaufen. Verrutschte Brille, zerknittertes Hemd und verwelkte Blumen- das war typisch Tom! " Du bist zu spät!",  begrüßte ich ihn. Tom ließ den Kopf hängen. " Babe, das tut mir echt leid! Wirklich!", entschuldigte er sich. " Das weiß ich doch, Tommy!", antwortete ich sanft, wuschelte ihn durch sein rotes Haar und küsste ihn. Tom und ich waren nun ein Jahr zusammen und wollten das feiern. " Du siehst bezaubernd aus!", sagte Tom. Ich hatte mir mein braunes Haar zu einem Dutt hochgesteckt und es mit Blumen geschmückt. Dazu trug ich ein leichtes, hellblaues Sommerkleid mit einem Träger. Als Schuhe hatte ich mir weiße Sandaletten mit kurzem Absatz ausgesucht. Vio würde das Outfit bestimmt hassen. " Lass uns reingehen, Ma'am!" Tom reichte mir theatralisch die Hand, die ich lachend ergriff. Wir suchten uns einen Platz am Fenster." Es tut mir leid,  dass ich dich nicht in ein richtiges Restaurant ausführen kann, ich bin gerade knapp bei Kasse!",  entschuldigte sich Tom. Genau das mochte ich so an ihm. Seine Aufrichtigkeit hatte mir schon immer gefallen und auch,  dass er sich nicht verstellte. Denn das Restaurant, in dem wir waren, war ein Fast- Food Lokal mit billigem Essen. " Ist doch nicht so schlimm! Wir können trotzdem Spaß zusammen haben!" meinte ich. "Weißt du,  Jette,  du bist wirklich..." Weiter konnte ich nicht zuhören, denn das Glas Wasser, das der Kellner servierte, wackelte bedrohlich auf der Servierplatte. In der Früh, als ich mir.das Gesicht gewaschen hatte, wuchs mir nämlich ein Fischschwanz und wenn der Kellner nur einen einzigen Tropfen auf mich verschüttete, konnte ich mich gleich selbst auf die Servierplatte legen. Niemand durfte davon erfahren, denn das wäre eine Katastrophe! Ich sah schon, wie ich von verrückten Forschern auseinandergeschnitten wurde und... " Jette? Ist alles in Ordnung?", fragte mich  Tommy auf einmal. Seine braunen Augen blitzten besorgt. " Ähh...ja, natürlich, natürlich!" Ich versuchte zu lächeln, aber Tommy schaute immer noch skeptisch. " Jette, wenn was ist, kannst du mit mir darüber reden, das weißt du doch!" Tommy schaute mir ernst in die Augen. Ich wusste, ich konnte Tommy vertrauen, aber ich wusste auch, daß er noch nicht bereit für das Geheimnis war. Nichtmal ich war es. Plötzlich hörte ich eine mir bekannte Stimme. Sie gehörte Garry Johnson und kam aus dem Fernseher, welcher mitten im Restaurant von der Decke baumelte. " Das ist ja Garry!", rief Tom erstaunt und drehte sich zum Fernseher. Ich atmete aus. Vorerst war die Sache vom Tisch. " Das ist wirklich sehr ernst! Diese Spezies muss untersucht werden, bevor sie noch Menschen bedroht!" Dann kam ein Bild von Vio! Sie lag auf Lorrys Bett und hatte einen Fischschwanz! Ihr Gesicht wurde zum Glück nicht gezeigt, aber außer Vio hatte niemand solche rot gefärbten Haarspitzen wie sie. Tom schaute fragend zu mir rüber. Weil aber wegen des Bildes Aufregung herrschte und es viel zu laut war, konnte ich nicht verstehen, was er sagte. Plötzlich vibrierte mein Handy. Es war Mom. Um ungestört telefonieren zu können, ging ich aufs Klo " Hast du auch die Nachrichten gesehen?", fragte mich Mom. Sie klang total aufgeregt. " Ja, das hab ich, Mom. Ich kann alles erklären, wirklich!" Obwohl ich es ehrlich gesagt nicht konnte. "Jette, die Sache ist ernster als du denkst, weil..." Irgendwie hatte ich das Gefühl, das Mom mehr über die Sache wusste als Vio, Lorry und ich. " Mom, was verschweigst du mir?", fragte ich sie eindringlich. Mom seufzte. " Jette, eigentlich bin ich eine Vollzeit- Meerjungfrau, aber ich bin an Land gekommen, um euren Vater zu heiraten. Er weiß bis jetzt immer noch nichts über mein wahres ich. Jedenfalls solltet ihr von der Geburt an auch welche sein, aber ich nahm euch eure Fähigkeiten und sperrte diese in die Mondsteine eurer Anhänger. Eigentlich sollte es für immer so bleiben, damit ihr ein normales Leben führen konntet, aber jetzt... Der Mond hatte wohl andere Pläne mit euch." Ich war wirklich baff. Mom war echt eine Meerjungfrau???" Ja, Jette, wirklich ein ungünstiger Zeitpunkt, es zu erfahren, aber wir müssen uns beeilen, die Leute sind nun auch hinter mir her!", antwortete Mom, als hätte sie meine Gedanken gelesen. Oder hatte sie das? Bei Mom konnte man nie wissen. " Diese Typen wissen, daß Lorry auch eine Nixe ist, die beiden müssen weg von hier! Bitte teil ihnen das mit!" sagte Mom. " Aber Mom, was ist mit mir?", fragte ich sie. " Das musst du selbst entscheiden. Von dir weiß man ja nichts. Entweder bleibst du hier, hältst dich von deinem Zuhause fern und studierst weiter oder du flüchtest mit Vio und Lorry. Egal wie du dich entscheidest, ich werde immer hinter dir stehen, Schätzchen!" "Warte, Mom, was soll ich tu..." Plötzlich hörte ich einen Aufschrei und es wurde aufgelegt. Eine Träne rann mir über die Wange, aber ich wischte sie eilig weg. Ich wusste, was jetzt zu tun war. Eilig ging ich aus der Toilette und dann Richtung Ausgang. " Jette, warte! Wohin gehst du? Hast du etwa unser Date vergessen?" Tom kam mir nachgelaufen. "Nein, Tommy, natürlich nicht. Aber ich kann jetzt nicht! Es ist was passiert." Tommy schaute mir verwirrt in die Augen. " Und was,wenn ich fragen darf?" " Tom, ich kann es dir nicht sagen! Ich liebe dich, aber das..." Plötzlich veränderte sich sein Gesichtsausdruck von verwirrt zu sauer. " Jette, ich habe dir jedes einzelne meiner Geheimnisse verraten und dir habe ich auch vertraut! Und du? Ich sehe wirklich keinen Sinn in unserer Beziehung, wenn du mir nicht vertrauen kannst! Das wars. Tut mir leid, aber es gibt keine andere Lösung!" Mit den Worten warf Tom ein paar Geldscheine zu dem Kellner und verließ das Lokal. "Tommy!! " rief ich ihm hinterher, aber er war weg. Eine Träne rann mir die Wange runter und es folgten weitere. Warum musste ich bloß so hart bestraft werden? Weinend fuhr ich mit meinem Leihwagen heim. Bevor ich reinging, wischte ich noch das verschmierte Make-up von meinem Gesicht. Ich wollte nicht, das meine kleinen Schwestern sahen, wie fertig mich das Ganze machte.Um kein Risiko einzugehen, ging ich durch den Garten rein. Schon von dort konnte ich Dads Geschimpfe hören. "Wie lange geht das schon??", fragte Dad aufgebracht. "Nur seit heute, das schwören wir!" antwortete Vio. Selbst die furchtlose  Vio  schien etwas verängstigt. "Ihr lügt! Ihr steckt mit Azura unter einer Decke!!" So wütend hatte ich Dad noch nie erlebt. " Nein, Mom hat damit echt nichts zu tun!",  rief Lorry. Nachdem sie diskutiert hatten und Dad und Garry, der die ganze Zeit dabei war, kurz in die Küche gingen, schlich ich mich erst ins Wohnzimmer. " Jette!" riefen Vio und Lorry erleichtert. Wir schlichen uns auf mein  Zimmer und sperrten zur Sicherheit auch zu. Im Schnelldurchlauf erzählte ich Vio und Lorry  über das Telefonat. "Wir sollten so schnell wie möglich von hier weg! Packt das Nötigste zusammen, aber ja nicht eure Handys! Damit werden wir geortet, wenn wir abhauen!", warnte Ich die beiden, bevor sie in ihre Zimmer gingen. Ich nahm außer meine ganzen Ersparnisse, mein wasserdichtes Navi und Kleinigkeiten zu Essen nichts mit. Wir trafen uns in Vios Zimmer, weil sie eine Strickleiter hatte ( Vio schleicht sich oft nachts hinaus um in Discos zu gehen) und die Erwachsenen mittlerweile zurück ins Wohnzimmer gekehrt waren. Schnell kletterten wir runter und schlüpften aus der Gartentür. Wir wollten gerade in mein Auto einsteigen, als wir plötzlich Stimmen hinter uns hörten. Es waren die von Garry und Dad! Das hatte uns noch gefehlt! Mit den Auto verfolgten sie uns und Vio,die fahren wollte, war sogar gezwungen über Rot zu Fahren. Denn wenn wir stehenblieben, war es aus und das wussten wir. Einmal hätte Vio sogar eine alte Frau umgefahren und zweimal hätten wir beinahe einen Unfall! Als die schreckliche Fahrt endlich um war (ich schwöre mir nie wieder Vio fahren zu lassen!!!) wollten wir gerade ins Wasser, als ich einen Aufschrei hörte. Ich drehte mich um-  und sah, dass Garry Lorry festhielt. Verzweifelt versuchte sie sich zu befreien. "Lass sie ihn Ruhe!!!", brüllte Vio und hob ihre Hand in die Höhe. Plötzlich wurde Garry von einer unsichtbaren Kraft zurückgeschleudert und Lorry war wieder frei. Ich nahm Vio und Lorry, die beide etwas geschockt waren, an den Händen und riss sie mit ins Wasser, als ich hineinhüpfte.
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