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Mermaid Sisters

GeschichteFamilie, Fantasy / P12 / Het
20.08.2014
13.09.2014
21
14.539
2
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30 Reviews
Dieses Kapitel
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20.08.2014 842
 
Vios Sicht

Als ich die Augen aufschlug, war ich in meinem Bett in meinem Zimmer. Ich schaute auf meinen Wecker. Es war Sonntag und schon halb elf. Ruckartig setzte ich mich auf. Mom würde nie zulassen, dass wir so lange schliefen. "Morgenstund hat Gold im Mund",  pflegte sie oft zu sagen. Deshalb war es schon verdächtig, dass sie uns so lange  in Ruhe schlafen ließ. Oder war nur ich verschont worden? Ich schlüpfte in meine Pantoffeln und ging runter in die Küche. Dad stand am Herd und bereitete Frühstück vor. " Guten Morgen, meine Kleine!", begrüßte er mich gut gelaunt. " Wo ist Mom?", fragte ich, nachdem ich ihn zugenickt hatte. Dad sah mich komisch an. " Warum fragst du das? Eure Mutter ist gestern Abend auf einen Kongress gefahren und wir alle haben uns von ihr verabschiedet! Weißt du nicht mehr?" Ich schüttelte den Kopf. " Lorry,  Jette und ich waren gestern Abend doch nicht da! Das kann nicht sein, dass wir uns alle gemeinsam von Mom verabschiedet haben! Ich kann mich nämlich an nichts erinnern! " erklärte ich Dad. Dieser schaute mich besorgt an. " Hast du vielleicht Fieber? Nein, deine Stirn ist nicht heiß", bemerkte er, als er mich dort anfasste. Mir war sofort der Hunger vergangen. " Ich gehe auf mein Zimmer.", sagte ich und rannte die Treppe rauf. Oben angekommen hörte ich, wie jemand unser Haus betrat. Es war Garry Johnson, ein guter Freund von Dad, denn das erkannte ich an der Stimme. Jedenfalls ging ich zu einer violetten Tür. Ohne Rücksicht platzte ich einfach in Lorrys Zimmer. " Aufstehen!", kommandierte ich Lorry, die immer noch schlief. Lorry stöhnte, aber ich ließ nicht locker. Ich riss ihr die Decke weg und rüttelte an ihrer Schulter. " Lorry, kannst du dich erinnern, was gestern passiert ist?", fragte ich sie. Lorry setzte sich auf und begann zu überlegen. " Naja, ich weiß noch von der Mutprobe auf Lamino Island und dass wir irgendwann im Mondschein waren...ich denke wir waren in einem merkwürdigen See... Ach Vio, ich weiß auch nicht... Es ist alles so... So verschwommen, als wäre es vor Jahren passiert und nicht gestern!", sagte Lorry. Ich nickte, denn mir ging es genauso. Ich konnte mich einfach nicht mehr an die Details erinnern und schon gar nicht daran, daß Mom jemals weggefahren ist. Lorry schien es nicht anders zu gehen. "Fragen wir mal Jette, wie sie so denkt." Weil Jette nicht Zuhause war, beschloss ich, mein Handy zu holen und sie anzurufen. Blöderweise kippte ich dabei die Vase auf Lorrys  Nachtkasten um und dessen Inhalt ergoss sich auf meinem Fuß. " Mist!", fluchte ich und wollte gehen. Plötzlich durchfuhr mich ein komisches Gefühl und ich kippte auf Lorrys Bett. Als ich an mir runter sah, hatte ich einen bronzenen Fischschwanz und trug dazu ein gleichfarbiges Top. Plötzlich hörten wir etwas klicken. Wir schauten zur Tür, entdecken aber nichts. Bestimmt war das nur Einbildung.  Lorry riss ihre Augen weit auf. "Omg, what the heck ???!!",  entfuhr es mir. Ich war eine Meerjungfrau! " Moment mal! Gestern in diesem See hatten wir auch kurz..." Lorry kniff die Augen zusammen. " Jetzt weiß ich wieder, was gestern Abend geschehen ist!" rief Lorry. Schnell erzählte sie mir den gestrigen    Vorfall und als sie fertig war, war meine Schwanzflosse verschwunden und ich hatte wieder meine Beine. " Passiert das jetzt immer, wenn du Wasser berührst?", fragte Lorry unsicher. Ich antwortete nicht, sondern zählte eins und eins zusammen. Wenn ich eine war, warum dann nicht... Blitzschnell leerte ich den Inhalt der unversehrten Vase über Lorry. " Was soll das, Vio?!", fragte Lorry sauer. 6,7,8..., zählte ich in Gedanken. Auf einmal wuchs auch Lorry ein Schwanz. " Ich habs gewusst!", rief ich triumphierend.Das heißt, Jette müsste auch eine sein, überlegte ich mir. Ich lief raus aus Lorrys Zimmer. "Warte!!!!", rief Lorry mir panisch hinterher." Wie werde ich wieder normal?" fragte  sie. " Du musst ganz trocken sein!",  brüllte ich ihr zurück. Dann lief ich aus dem Haus. Ich wählte Jettes Nummer, diese ging aber nicht ran. Also beschloss ich etwas anderes zu tun: ich musste einfach mehr über mich herausfinden. Jette konnte warten. Die war ja selbst Schuld, wenn die ihr Handy auf lautlos hatte. Mit dem Fahrrad radelte ich Richtung Meer und hüpfte hinein. Unter Wasser hatte ich wieder den Fischschwanz. Ich schwamm raus ins Meer mit den Fischen um die Wette. Außerdem beobachtete ich seltene Muscheln und Pflanzen. Das Riff war auch ziemlich unglaublich. " Wow.", flüsterte ich. Moment mal. Hatte ich gerade...?Das heißt, ich konnte....? Ich atmete mit der Nase ein und aus. Oh mein Gott!!!! Ich atmete unter Wasser!!! Das war total... einfach nur wow!!! Stunden später, als ich wieder trocken war, fuhr ich mit dem Rad nach Hause. Aber ich sah nicht, dass mich jemand die ganze Zeit beobachtet hatte...
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