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Game with the death

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
19.08.2014
27.05.2015
2
3.617
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Dieses Kapitel
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19.08.2014 716
 
Unser Todesspiel
Ich achte es mit Vorsicht
Die Zukunft wartet!
Die Spieler sind schon bereit,
denn der Tod wartet auf uns!


Keuchend blickte ich umher. Folgte er mir noch? Ich bezweifelte es. Also lief ich ausgepowert in eine Seitengasse und versuchte wieder zu Atem zu kommen. Ich stützte mich an der Wand und zählte in Gedanken „Ein- und Ausatmen...“. Leider klappte es nicht so wie ich wollte. Mich überkam ein heftiger Hustenreiz. Aus meiner Lunge entstieg ein Keuchen und ich röchelte. Zur Sicherheit hielt ich mir eine Hand vor den Mund und spürte im nächsten Moment etwas Fflüssiges und warm Klebriges über meine Handfläche laufen. Geschockt wandte ich meinen Blick etwas nach unten bemerkte meine verschmierte Hand.
Blut!
Ich hatte Blut gespuckt!
Immer noch verwirrt bemerkte ich den nächsten stechenden Schmerz an meinem Hals. Ich schluckte ihn so gut wie möglich herunter und wischte ich das Blut dann an meiner Hose ab. Vorsichtig zückte ich meinen Taschenspiegel. Durch das blasse Laternenlicht entdeckte ich an meiner rechten Halshälfte einen großen, leicht weinroten Fleck, der sich über mein Shirt zog.
Verdammt!
Der Mistkerl hatte also einen Treffer gelandet. Mit zusammengebissenen Zähnen rieb ich über die Stelle und fischte eine zerbrochenen Patronenhülse aus meiner Wunde.
Mein Körper überlief ein Ruck und ich schrie auf. Mit vertränten Augen hielt ich mir die Hand vor den Mund und unterdrückte meinen Schrei. Hoffentlich hatte er mich nicht gehört. Doch war nur Wunschdenken. Im nächsten Moment schrillte mein Handy und ich zog es verängstigt aus meiner verissenen Hose. Mit zittrigen Fingern öffnete ich die Nachrichtenbox, welche mir die neu angekommene Nachricht anzeigte. In dieser Stand in blutroter Schrift:
D R E H  D I C H  U M ! ^ ^“.
Reflexartig wandte ich mich nach hinten und blickte in das harmlos lächelnde Gesicht von Sixth. Mein Herz setzte kurz aus.
Ich öffnete meine Nachrichten abermals und tippte als Antwort:
W a s  w i l l s t  d u?
und drückte auf 'senden'.
Hoffentlich lenkte ihn das kurz ab und verschaffte mir mehr Zeit.
Denn es gab eine Regel: Während der Jagd durfte man sich nur über sein Handy mit Anderen unterhalten.
Das Handydisplay von Sixth leuchtete auf, er öffnete die Nachricht und tippt zurück:
W a s  w o h l ?
Ich wandte hektisch den Blick zu ihm herüber und erstarrte.
Sein harmloses Lächeln hatte sich verändert und es lag nun einzig und allein der blanke Horror darin. Ich fing hastig an zu schreiben und schickte die Nachricht ab.
Zu spät.
Schon fühlte ich einen warmen Atemzug an meiner Schulter auf meinem Handy pragte in leuchtend roter Schrift
D E A D   E N D !
„Hey“, Ich spürte ein leises Hauchen an meinem Mund.
Das reichte, um meine Reaktionen wieder zu aktivieren.  Mit einem Ruck stieß ich mich von ihm weg und warf ihn dabei um. Flink drehte ich mich und rannte los. Ich bog in die Hauptstraße, rannte zu unserem Haus und fing an, in meiner Schultasche zu kramen.
Der Schlüssel, ich hatte ihn vergessen. Nein! Panisch rüttelte ich an der Haustür und hoffte auf ein Zeichen, vergebliche Mühe.
Also rannte ich zur Feuerleiter und kletterte das Dach hinauf, in der Hoffnung ein offenes Fenster zu finden. Ich lief umher und rüttelte wie eine Verrückte. Umsonst!
Angst und Panik ergriffen mich und ich fiel zitternd auf die Knie, spürte, wie sie aufschrammen.
Ein Piepen. Es war mein Handy mit dem Bild von mir auf dem Dach, darunter stand:
H a b   i c h   d i c h !
Ich schreckte zusammen und vernahm hinter mir Schritte.
Dann zog mich etwas rabiat nach oben und ich blickte in das entstellte Gesicht von Sixth. In seinem Blick lag Hass und Freude zugleich. Er war wohl glücklich, das er mich hatte. Das er mich endlich schändigen konnte.
Auf meinem Handy flimmerte immer noch 'D E A D   E N D !' und diesmal begab sich ein Tamagochi mit einer Sense daneben. Eine Träne lief mir über die Wange. Oder war es das Blut von Sixth' Wunde, die ich ihm eben noch zugefügt hatte? Ich leckte mir über die Lippen und bereute es sofort. Widerlich. Dann war es damit also vorbei. Ich schloss die Augen und hatte nur eine Frage im Kopf: Wie war dieses Spiel Realität geworden?
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