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von Pocca
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Melanie Klupsch
19.08.2014
19.08.2014
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19.08.2014 1.404
 
"Guten Morgen Melanie. Hier ist die Weste und dein Namensschild. Wo du deine Tasche ablegen kannst, weißt du ja" Ich  nicke Frau Schneider, der Abteilungsleitung aus der Kosmetik zu und gehe zügig in den Personalraum. Schnell pinne ich mir das Schild mit der Aufschrift "Aushilfe" an die Weste und ziehe sie über. Mal sehen was heute auf mich zu kommt.
"Ach, da bis du ja schon wieder. Könntest du den Karton da vorne auf der Theke ausräumen und die Kosmetika in die Regale stellen? Ich bin auch sofort wieder da. Muss nur mal kurz eine Etage tiefer"
"Ja klar. Mach ich"
Super. Da bin ich seit Wochen wieder hier und werde mal promt von der Leitung allein gelassen. Egal. Wenn jemand eine Frage hat die ich nicht beantworten kann sagt ich einfach dass meine Kollegin später wieder da ist.
Während ich den Karton auspacke merke ich das mir all das kaum noch was bedeutet. All diese Kosmetika, eigentlich das was mich früher ausgemacht hat, keine Bedeutung. Wie kommt es?
Meine Gedanken schweifen ab, als Frau Schneider plötzlich wieder hinter mir steht.
"Melanie. Ich habe ein Angebot für dich!"
Ich schrecke hoch. "Was? Entschuldigen Sie Frau Schneider. Ich war wohl in Gedanken. Was haben Sie gesagt?"
"Hach ja, das ist doch nicht schlimm. Ich weiß noch als ich so alt war wie du. Da hab ich auch den ganzen Tag daran gedacht, wie es wohl wäre wenn schon Feierabend ist. Wie ich zu meinem Freund nach Hause gehe, wir uns küssen und er dann...."
"Ähm ja. Ich verstehe. Aber nein, daran hab ich grade nicht gedacht. Sie haben etwas von einem Angebot gesagt. Worum geht es denn?"
"Richtig. Das Angebot. Herr Jäger aus der Sportabteilung und unsere Werbeabteiung suchen ein neues Gesicht für die Werbeplakate. Wenn du Lust hast, kannst du gleich mal runter gehen und dich bei ihm melden. Ich schaff das hier oben auch alleine. Montags ist ja eh nicht viel los."
"Okay. Dann... ähm.... geh' ich jetzt mal nach unten. Dankeschön"
Ich? Und ein Werbeplakat! Was sehen was das gibt.
"Guten Morgen. Sind Sie Herr Jäger?"
"Aaaah. Ja der bin ich, und du bist Melanie? Frau Schneider hat schon von dir erzählt"
"Hat Sie? Okay. Was kann ich denn für Sie tun"
"Ja, also wir suchen ein Gesicht für die neue Werbekampange unseres Einkaufszentrums. Speziell für unsere Sportabteilung. Natürlich bräuchten wir vorher noch eine Einwilligung deiner Eltern, aber wenn du Lust hast würden wir dich gerne engagieren. Wie sieht es aus? Die Sachen bekommst du natürlich gestellt. Aber was rede ich viel, komm mal mit dann gebe ich dir den Ablaufplan mit. Da steht dann auch drauf, was für Fotos wir machen und wo"
"Ähm... ja, gerne" Passiert das grade wirklich? Ich bin zwar nicht gerade die Sportskanone, aber wer sieht das schon auf den Fotos. Hoffentlich machen meine Eltern mir jetzt keinen Strich durch die Rechnung.
"Hier unten steht auch nochmal die Nummer von der Abteilung drauf. Am besten du rufst heute noch an. Dann könnten wir morgen schon mit den ersten Fotos beginnen"
"Ja, danke, mach ich" Schon morgen! Ist das cool.
Ich gehe wieder hoch in die Kosmetikabteilung und berichte Frau Schneider von meinen Neuigkeiten.
"Na wenn das so ist, dann mach mal Feierabend. Je früher du deine Eltern fragst, desto schneller könnt ihr mit den Fotos anfangen. Vorausgesetzt sie sagen Ja"
"Wow. Vielen Dank. Dann bis morgen"
Mit dem Fahrrad fahre ich so schnell es geht nach Hause.
Zum Glück sind meine Eltern Zuhause, sodass ich sie sofort fragen kann. Bitte, bitte. Lass sie Ja sagen.
"Hallo. Ich bin wieder Zuhause!"
Mein Vater saß in der Küche  und war die Zeitung am studieren. "Was machst du denn schon wieder hier? Ist dir nicht gut?"
"Doch. Alles super. Ich durfte schon gehen. Heute war nicht viel los. Das schafft Frau Schneider alleine sagte sie"
"Na wenn das so ist. Was grinst du denn so? Hast du uns etwas zu sagen Maus?" Meine Mutter schaut von der Spühle auf und guckt mich fragend an.
"Ja. Nein. Ich hab eine Frage an euch"
"Worum geht es denn? Du weiß Taschengeld ist im Moment so ein Problem. Wo dein Vater doch nur stundenweise Arbeiten ist"
Ich hole tief Luft und krame den Zettel aus meiner Tasche. "Hier. Ich wurde im Einkaufszentrum angesprochen ob ich Lust dazu hätte. Natürlich hab ich Ja gesagt, so eine Chance sollte man sich ja nicht entgehen lassen, aber die brauchen noch eure Zustimmung." Ich gucke auf und sehe wie meine Eltern  sich den Zettel gründlich durchlesen.
"Also so richtig glücklich bin ich ja nicht damit, wenn du dich unter anderem in Badekleidung ablichten lässt"
"Aber Papa. Dann sind doch Erwachsene Leute dabei. Die werden schon darauf achten, dass ich immer noch angezogen aussehe. Schließlich ist das seriöse Werbung für's Einkaufszentrum und kein Fotoshooting für den Playboy"
Meine Mutter prustet los "Da hast du auch wieder Recht Maus. Aber du musst auch verstehen, dass dein Vater und ich eben ein mulmiges Gefühl dabei haben wenn du da hin gehst"
Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch mit Herrn Jäger telefonieren. Er kann euch dann alle Einzelheiten erklären und gibt euch bestimmt auch eine Absicherung. Außerdem bekomme ich Geld dafür. Ich könnte was für den Haushalt beisteuern"
"Also gut. Ich rufe den Herrn mal an. Aber das ist noch kein Ja. Das wir uns richtig verstehen"
Ich falle meinem Vater um den Hals. "Danke Papa"
Schnell nehme ich das Telefon von der Ladestation und überreiche es meinem Vater.
Meine Mutter lächelt mich müde an. Sie weiß, dass ich uns mit der Fotogage  etwas unter die Arme greifen kann.

Schon seit 20 Minuten laufe ich in meinem Zimmer auf und ab. Warum telefoniert mein Vater so lange mit Herr Jäger?
"Melanie! Kommst du mal runter!" Mein Vater. Sofort fängt mein Herz an schneller zu schlagen.
"Ja. Ich komme!"
Blitzschnell poltere ich die Treppe herunter. "Und?"
"Ich habe mich lange mit Herrn Jäger unterhalten. Dabei hat er mir versichert, dass wir uns keinerlei Sorgen machen müssen wegen der Bademodenfotos"
"Also? Darf ich?"
"Wir haben uns ein paar Gedanken gemacht, aber wenn du es unbedingt machen möchtest, dann möchten wir dir nicht im Weg stehen. Du darfst also morgen dahin"
"Waaaaas!? Danke, danke, danke! Ihr seid echt die Besten! Das ist soooo cool!"
Wie von der Terantel gestochen springe ich vor Freude durch die Küche und falle meinen Eltern ein weiteres Mal um den Hals.

Wieder auf meinem Zimmer rufe ich erstmal Trude an.
"Hallo Melli. Was rufst du denn schon an? Bist du nicht arbeiten?"
"Ja, hallo Trude. Ich freue mich auch dich zu hören"
"Nein! So war das doch gar nicht gemeint. Was gibt es denn?"
"Du errätst nie was ich morgen mache!"
"Arbeiten? Oder etwa nicht?!"
"Ja. Irgendwie schon arbeiten. Aber nicht in der Kosmetikabteilung wie sonst"
"Sondern?"
"Ich mache Fotos für die Sportabteilung"
Ein prusten vom anderen Ende der Leitung und leises Gemurmel.
"Wo bist du Trude?"
"Bei den Jungs"
"Sind die anderen auch da?"
"Nur Frieda. Aber Sprotte wollte glaube ich auch noch vorbei kommen.    Ja wollte sie. Frieda nickt. Komm doch auch rum, dann kannst du uns alles in Ruhe erzählen"
"Ich weiß nicht. Mit dem Baumhaus. Und Frieda und Willi, Du und Steve"
"Ach komm schon. Sprotte ist doch gleich auch da"
"In Ordnung. Aber über das Shooting morgen sprechen wir noch nicht. Ich wollte dir das eigentlich im Geheimen erzählen"
"Sorry. Hätte ich das gewusst, wäre ich ein paar Schritte gegangen"
"Ist schon okay. Konntest du ja nicht ahnen"
"Bis gleich Melli"
"Ja, bis gleich"

Und so zog ich mich schnell um und radelte los zum Baumhaus der Jungs. Ein mulmiges Gefühl wegen Willi und Frieda hatte ich trotzdem.
 
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