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Prüfungen des Schicksals

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12
Momoko Hanasaki OC (Own Character) Yosuke Fuma
19.08.2014
11.02.2017
27
46.203
2
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19.08.2014 1.925
 
Wie versprochen kommt hier der nächste Teil meiner Geschichte, in der auch Umeko(Pansy) wieder mit von der Partie ist. Wer von euch die Zusammenhänge genauer nachlesen möchte, kann dies gern tun!http://www.fanfiktion.de/s/4d83239e00014c8306615f90/1/Wenn-ein-Engel-vom-Himmel-faellt

Und nun viel Spaß!




Kap. 1

“Ach man ist das Nervig!” mit diesem Ausruf ließ sich Momoko auf die Sitzbank in der Küche ihrer Eltern fallen. Sie achtete gar nicht darauf, dass sich außer ihrer Mutter Sakura auch noch Scarlett, Hinagiku und Yuri in diesem gemütlichen Raum versammelt hatten.
“Was ist den, Momokochen?” mit fragendem Blick schwebte Yamapi zu seiner rosahaarigen Freundin, die ihm vor drei Jahren, nachdem er von den Dämonen verstoßen worden war, ein neues Zuhause gegeben hatte.
“Ach Yamapi, warum muss es immer ein paar blöde Typen geben, die sich mit dem Frieden zwischen Engeln und Dämonen nicht arrangieren können? Ich meine, es lebt sich doch eigentlich ganz gut, wenn diese dussligen Kämpfe nicht wären!” seufzte das inzwischen sechzehnjährige Mädchen.
“Was redest du für einen Dünnsinn!” fuhr ihr die etwas burschikos wirkende Hinagiku dazwischen. “Klar, wäre es mir auch lieber, wenn die blöden Dämonen, die anders als dein Vento nicht genügend Hirn im Schädel haben, um den Frieden zu genießen, sich vom Acker machen würden, aber dann wäre das Leben doch langweilig!”
“Sag nicht immer Vento zu Yousuke! Wir haben schließlich bewusst die Jungs aus dem Kampf herausgelassen und ihnen durch Königin Aphrodite die Erinnerung an die letzten Kämpfe nehmen lassen, damit sie endlich ein friedliches Leben führen können.” schaltete sich auch die ruhige und bedachte Yuri ein. “Dass wir wieder in diesen Kampf eingreifen mussten, war schlimm genug. Auch ich möchte nicht, dass Kazuya da wieder in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Zeit, als wir um sein Leben fürchten mussten, weil er in diesem dämonischen Strudel so viel vergessen hatte, war schlimm genug. Du willst Takuro doch auch lieber in Sicherheit wissen, oder täusche ich mich? Es war unsere gemeinsame Entscheidung, als wir vor der Königin standen, vergesst das nicht.” beschwor sie ihre aufgebrachte Freundin und ermahnte sie so unterschwellig zur Ruhe.

“Aber vielleicht ist es jetzt an der Zeit, eure Entscheidung zu revidieren, Lili!” diese mit mütterlichem Ton vorgetragenen Worte schallten scheinbar körperlos durch den Raum, aber Sakura wusste, wer ihnen da einen Besuch abstattete, hatte sie diese Stimme doch noch gut in ihrem Gedächtnis.
Lächelnd blickte sie zu der Stelle mitten im Raum, an dem aus tausenden kleinen Lichtfunken ein menschlicher Körper Form annahm und sich verfestigte, der einer schwarzhaarigen Frau von etwa 55 Jahren gehörte.
“Kommst du uns auch mal wieder besuchen, Umeko? Schön, dass du dir dazu die Zeit genommen hast!”
“Celeste, ich freue mich, dass nun die Gelegenheit da ist, auch wenn mir der Anlass nicht wirklich gefällt. Aber das können wir später besprechen. Dir scheint das Leben hier auf der Erde ja ausnehmend gut zu bekommen, aber was erwarte ich auch, bist du doch mit dem Sohn meines Pflegebruders verheiratet! Syouichirou war schon immer ein Mensch, der sich um die Personen die er liebte besonders gut kümmerte.”
“Zudem hast du das Leben hier auf der Erde ja auch genossen, nicht wahr, Tantchen?” gab Momokos Mutter lächelnd zur Antwort. “Aber eine Bitte hätte ich, Tante Umeko. Sprich mich hier bitte mit dem Namen an, den mir mein Schatz damals aussuchte, als ich selbst nicht wusste wer ich war. Sonst muss ich dich leider auch mit deinem Engelsnamen ansprechen und ich befürchte, das würde dir im Augenblick zu viele Erklärungen abverlangen.”
“Wie du meinst, mein Kind. Dann stell mich mal der jungen Engelsgeneration vor, meine liebe Nichte!”
“Momo, Yuri, Hinagiku und Scarlett, dies ist Umeko Riku und wie sie schon gesagt hat, ist sie mit deinem Großvater gemeinsam aufgewachsen, meine kleine Pfirsichblüte. Sie galt wohl damals als Waise, denn die Menschen, die sie sich als irdische Eltern ausgesucht hatte, fielen einem Unfall zum Opfer. Sie waren aber mit den Großeltern meines Mannes befreundet und so kam Umeko als kleines Mädchen in deren Familie zur Pflege. Dort ist sie dann gemeinsam mit den beiden Brüdern aufgewachsen und hat auch deinen Vater und deine Tante Moriko aufwachsen sehen. Von den ‘Eltern’ hatte sie das Unternehmen ‘Riku-Reisen’ geerbt, in dessen Vertretung sie viel unterwegs war.
Ich habe sie erst zwei Jahre nach unserer Hochzeit kennen lernen können, wenige Tage, bevor ich begann mich an mein Leben als Engel zu erinnern. Wenn ihr wisst, wohin die meisten ihrer angeblichen Weltreisen sie wirklich geführt haben, dann ahnt ihr sicher auch warum es so lange dauerte, bis wir uns sehen konnten. Sie ist die Schwester von meinem Vater und damit ein Engel der höchsten Ebene!”
“Sie sind ein Engel, Umeko?” fragend blickte Yuri auf die Frau und auch Scarlett blieb skeptisch.
“Ja, Yuri!” bekam sie zur Antwort. “Da Sakura auf den irdischen Namen besteht, möchte ich sie euch gegenüber auch anwenden. Doch lass mir gegenüber das Steife ’Sie’ weg. Es ist unter Engeln nicht nötig, außer gelegentlich unserer Königin gegenüber.
Mein Bruder heiratete vor sehr langer Zeit die damalige Kronprinzessin der Engel. Gemeinsam bekamen sie zwei Töchter, von denen die Ältere den Thron ihrer Mutter erbte und die Jüngere ihre beste Beraterin und oberste Leibwächterin wurde. Zudem war die damalige Peach die Anführerin des Engelsheeres, etwas was nun Botan übernommen hat. Dieser Engel zeichnete sich vor siebzehn Jahren durch starken Kampfeswillen und taktisches Geschick aus und trat so in die Fußstapfen deiner Mutter, kleine Momoko!”
“Und wie heißen sie in der Welt der Engel, gnädige Frau?” Scarlett hatte immer noch nicht ihre Skepsis besiegen können. Irgend etwas verbarg die Schwarzhaarige, das spürte sie genau. Anders als ihre Freundinnen konnte sie auf ihre Erfahrungen von dem damaligen Kampf zurückgreifen, auch wenn Körper und Seele mehr als ein Jahrzehnt auf der Salviahöhe geschlafen hatten.
Leicht schüttelte die Besucherin ihren Kopf. Sie hatte tatsächlich noch nicht vor, sich mit dem Dickkopf auseinander zu setzten, den Salvia von ihrem Vater Takeru geerbt hatte. In den letzten drei Jahren hatte sie die junge Frau beobachtet und ihr Starrsinn gefiel dem älteren Engel nicht wirklich.
“Du bist ebenso stur, wie dein Vater, Salvia!” begann sie, doch dann verbesserte sie sich. “Verzeih, ich wollte ja bei den irdischen Namen blieben, schon um möglichen Lauschern keinen Anhaltspunkt auf eure Macht zu geben. Jedenfalls war Takeru ebenso kämpferisch wie du, daher hast du wohl auch die Macht deiner Mutter nicht geerbt, sondern eine ganz eigene, die extra für dich im Reich der Engel entstand. Mit der Macht von Geborgenheit und Vertrauen hättest du wohl nicht viel anfangen können, nehme ich mal an.”
“Macht von Geborgenheit und Vertrauen? Wie soll ich das verstehen? Woher kennen sie eigentlich meinen Vater? Ich verstehe das Ganze noch nicht so ganz?”
Ratlos blickte Scarlett auf die Sprecherin.
“Nun, meine Liebe, ich denke, dass kann ich dir ganz gut erklären.” begann Sakura sanft und legte beruhigend ihre schlanke Hand auf den Arm der Besucherin. “Doch das wird ein wenig länger dauern und daher denke ich, auch du solltest dich hinsetzten, liebe Tante.”
Als dann alle der Aufforderung der jüngeren Schwester der Engelskönigin nachgekommen waren, begann sie zu erzählen.
“Was ich berichte, ist mir auch nur erzählt worden, denn es geschah zu einer Zeit, als ich noch nicht geboren war.
Als sich meine Eltern kennen lernten, wurden sie als Königspaar eingesetzt. Dies war nicht zuletzt deshalb so rasch möglich, weil nicht nur Mutter von Etamin und Pestille abstammte, sondern auch Vater. Ihre Vorfahren waren die Zwillingskinder der legendären Engel.
Einer der Berater und Leibwächter meines Vaters war Takeru und so hat er auch deine Mutter kennen gelernt, die sich häufig am Hof aufhielt, um dem Königspaar beratend zur Seite zu stehen. Sie waren sehr unterschiedlich und obwohl deine Mutter offiziell zu den kämpfenden Engeln gehörte, so war ihre Macht doch eigentlich nicht grade zum Kampf geeignet. Sie war Pansy, der Engel der Geborgenheit und als solcher eher dazu berufen, die Kämpfer zu stärken und zu beschützen. Takeru aber war mit Leib und Seele Krieger, setzte seine kämpferischen Fähigkeiten aber niemals unbedacht ein. Ganz genau analysierte der die Stärken und Schwächen seiner Gegner, um diese schließlich gegen sie verwenden zu können und so unnötigen Schaden auf allen Seiten zu vermeiden.
Als sie heirateten, wurde eines der mächtigen ‘zauberhaften Vier’ getragen, das ‘Alt wie die Welt‘, denn da Pansy von Pestille abstammte, war es eine Verbindung zu ihrer Herkunft!”
“Das ‘Alt wie die Welt’?” fragte Momoko nach. “Aber Mama, du hast doch erzählt, dass Tante Umeko den Ring Tantchen Moriko gegeben hat, als Geschenk für dich!”
“Das ist auch richtig, Momoko. Ich selbst habe den Ring, der mich mit dem Engel meiner Liebe verband an die Tochter meines Pflegebruders weiter gegeben, doch ich hatte zuvor seine Macht geteilt. So hoffte ich sie vor den Dämonen verbergen zu können und doch seine Macht zu verstärken. Du erinnerst dich, erst als das Glöckchen, welches dein Yousuke von seinem Vater erhielt, mit dem Ring verschmolz, zeigte er seine wahre Macht. Ich ahnte nicht, dass der zweite Teil dieses magischen Gegenstandes in der Hand eines Dämons entstehen würde, aber das war zweitrangig. Zudem hatte sich Uragano ja bewusst für ein Leben hier auf der Erde mit den Menschen die er liebte entschieden, als seine Erinnerung zurückkehrte. Er war demnach kein Gegner mehr. Für euch beide jedoch hatten diese Gegenstände die gleiche Bedeutung. Sie waren die Verbindung zu dem Elternteil, von dem ihr eure Macht hattet, auch wenn ihr es damals noch nicht wusstet.”
Ungläubig sahen die Mädchen auf die älteste Person in ihrer Runde.
Wie aus dem Nichts stand Scarlett auf und verließ den Raum. Mit dieser Frau wollte sie nichts zu tun haben, denn seit ihrer Wiedererstehung hatte sie niemals die Geborgenheit gespürt, die sie eigentlich von ihrer Familie erwartet hatte. Die Menschen, die sich hier auf der Erde ihre Eltern nannten, bedeuteten ihr nichts. Sie hatten auch nicht wirklich etwas dafür getan, um sich die Zuneigung Scarletts zu erwerben. Für sie zählte lediglich klingende Münze als Erfolg und Gefühle wurden als nutzlos abgestempelt. Sobald es irgend anging war sie von ihnen in das noble Internat abgeschoben worden, in dem sie dann die anderen drei Liebesengel aufgespürt hatten. Diese bittere Erfahrung brannte noch immer in dem Herzen der inzwischen Achtzehnjährigen.
Noch immer kam sie sich in deren Augen wie ein Gegenstand vor und nun war da plötzlich die Frau, die dies hätte ändern können? Wie sollte sie ihr jemals verzeihen? Sie erinnerte sich nur Bruchstückhaft an ihr Leben vor dem großen Kampf. Lediglich die tiefe Freundschaft zu Fresia war ihr bewusst geblieben und hatte aus ihr die verbissene Kämpferin gemacht, als welche die drei Anderen sie kennen gelernt hatten bis Peach ihr gezeigt hatte, wie weit sie ihr eigentliches Engelswesen verlassen hatte. Ohne es zu wollen hatte sie sich auf den Pfad der Dunkelheit begeben und es hätte nicht viel gefehlt, dann wäre auch sie zu einem gefallenen Engel geworden. Was daraus werden konnte hatte sie schließlich vor fast einem Jahr selbst am Beispiel von Clark erlebt.
Wie hatte sie sich damals zu Pansy gestellt? Was war mit ihrem Vater passiert? Würde sie ihn wieder sehen können, oder hatte sie ihn verloren, noch bevor die Erinnerung an ihn zurückkehrte? Alles was vor diesem Gespräch in ihr verankert war, wenn es um ihre Herkunft als Engel ging, waren die Namen ihrer Eltern, aber mehr auch nicht.
Scarlet kam sich vor, wie ein Baum, dem man die Wurzeln gestohlen hatte. Sie glaubte jeden Halt verloren zu haben, doch lange konnte sie sich diesen düsteren Gedanken nicht hingeben, denn ein mehrfacher Schrei aus menschlichen Kehlen holte sie in die Gegenwart zurück.
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