Nanami Kyozuka

von Sherly98
GeschichteAllgemein / P12
Seishin Muroi
18.08.2014
18.08.2014
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Mein Name ist Nanami Kyozuka, ich bin zwölf Jahre alt und lebe seit etwa einer Woche in dem Dorf Sotoba. Gerade bin ich zu Hause und koche mir mein Mittagessen. Meine Mutter ist seit drei Tagen in Tokio und ich bin auf mich alleine gestellt. Gerade, als ich die Tomaten schneiden will, klingelt unsere Haustüre. Vor Schreck rutsche ich mit dem Messer ab und schneide in meine Hand. Verdammt tief.
„Scheiße... ich komme sofort!“
Ich renne zur Haustüre und öffne sie. Der werte junge Priester Seishin Muroi-san steht vor ihr. Er lächelt mir zu.
„Hallo. Ist deine Mutter oder dein Vater zu Hause?“
„Hallo... nein, ich bin alleine. Worum geht es denn?“
„Na ja... da ihr neu hierhin gezogen seid, müsste ich kurz ein paar Fragen stellen. Wann kommen denn deine Eltern wieder?“
„Mama kommt in etwa einer Woche wieder, sie ist in Tokio. Papa... er kommt nicht mehr wieder...“
Ich sehe kurz auf den Boden. Dann sehe ich wieder auf und lächele leicht.
„Vielleicht kann ich die Fragen beantworten?“
„Ja, das wäre gut. Kann ich reinkommen?“
„Natürlich.“
„Danke.“
Der werte junge Priester kommt in unser Haus und ich schließe die Türe. Dann lächele ich kurz.
„Das Wohnzimmer ist geradeaus durch. Wenn Sie bitte da warten würden, ich muss...“
Ich sehe auf meine Hand, die inzwischen voller Blut ist.
„... mich erstmal um eine Sache kümmern.“
„Um eine Sache?“
Ich nicke und zeige ihm meine Hand. Der werte junge Priester sieht mich entgeistert an.
„Oh Gott, was hast du gemacht?!“
Ich lächele leicht.
„Habe mich eben geschnitten. Ich komme sofort, ja?“
Ohne auf eine Antwort zu warten, laufe ich ins Badezimmer. Dann lasse ich Wasser über meine Hand laufen. Das Wasser färbt sich rot. Der werte junge Priester kommt ins Badezimmer.
„Brauchst du...“
Er wird blass. Dann flüstert er leise:
„Hilfe...“
„Ja, wäre gut... nein, halt, halt, halt!“
Im nächsten Moment liegt er auf dem Boden und rührt sich nicht mehr.
>Oh, verflucht...<
Da meine Hand aufgehört hat, zu bluten, drehe ich den Wasserhahn zu und trockne meine Hand ab. Dann knie ich mich zum werten jungen Priester und schüttele ihn leicht.
„Hey! Hey, Sie...“
Ich schlage ihm sanft gegen die Wange und er stöhnt leicht.
„Ja, gut so... aufwachen... kommen Sie schon... aufwachen...“
Der werte junge Priester öffnet seine Augen blinzelnd und sieht mich an.
„Was...?“
Dann schließt er sie wieder.
„Mir ist kalt...“
Ich lege eine Hand auf seine Stirn.
„Im Wohnzimmer können Sie sich etwas hinlegen...“
Der werte junge Priester lächelt.
„Oh ja... klingt gut... wie ist dein Name?“
„Nanami.“
„Nanami... sieben Meere... schöner Name... Nanami-chan, bitte hilf mir hoch...“
Ich nicke und ziehe den werten jungen Priester vorsichtig hoch. Er hält seine Augen noch geschlossen und klammert sich an mich. Ich stelle mich hinter ihn und halte ihn fest.
„Sie können Ihre Augen geschlossen lassen, ich führe Sie.“
„Danke...“
Ich nicke. Dann bringe ich ihn sanft ins Wohnzimmer.
„Vorsicht, Türe... rechts... jetzt geradeaus... weiter geradeaus... gut so. Jetzt links... rechts... umdrehen... stopp... und jetzt setzen. Gut.“
Ich setze ihn auf das Sofa und der werte junge Priester lächelt leicht. Dann flüstert er:
„Danke, Nanami-chan...“
Er zieht seine Schuhe aus, legt sich hin und atmet tief durch.
„Fünf Minuten... bitte...“
„Von mir aus auch länger, Sie sollen wieder fit werden.“
„Ja... danke...“
Ich decke den werten jungen Priester mit einer Decke zu. Dann lege ich seine Beine hoch und er lächelt.
„Vielen Dank...“
Ich lege vorsichtig eine Hand auf seine Stirn und streichele sanft über sie.
„Haben Sie... war es wegen dem Blut im Wasser?“
Der werte junge Priester nickt leicht und sieht mich durch seine halb offenen Lider an. Dann schließt er seine Augen wieder. Ich lächele leicht.
„Tut mir leid...“
„Schon... okay...“
„Jetzt schlafen Sie etwas, ja?“
„Darf ich...?“
„Natürlich.“
„Danke...“
„Schon gut. Jetzt schlafen Sie... schlafen Sie...“
Ich bleibe so lange bei dem werten jungen Priester, bis er eingeschlafen ist. Dann klebe ich ein Pflaster auf meinen Schnitt und nehme mir das Buch vom werten jungen Priester – ''Die Schatten seiner Vergangenheit''. Es ist mein Lieblingsbuch und der werte junge Priester ist mein Lieblingsautor. Als ich es durch habe, wacht der werte junge Priester gerade auf. Er blinzelt und sieht sich um.
„Was...? Wo... wo bin ich? Ah, ich erinnere mich wieder... Nanami-chan...“
Ich schließe mein Buch und setze mich vorsichtig auf das Sofa. Dann sehe ich den werten jungen Priester an.
„Alles gut?“
„Ja... danke, Nanami-chan. Mir geht es besser.“
„Gut... Möchten Sie vielleicht etwas trinken?“
„Ja... etwas Wasser?“
„Natürlich. Warten Sie, ich bin gleich wieder da.“
Ich stehe auf und hole aus der Küche ein Glas Wasser. Der werte junge Priester lächelt mir zu. Dann helfe ich ihm, sich aufzusetzen. Er trinkt einen Schluck und langsam kommt wieder Farbe in sein Gesicht.
„Dankesehr.“
Ich lächele und schiebe vorsichtig seine Brille hoch.
„Keine Ursache. Also? Sie haben Fragen?“
„Ehm, ja. Also...“
Eine halbe Stunde später sind wir fertig. Der werte junge Priester lächelt mir zu.
„Danke. Auch dafür, dass du mir eben geholfen hast... na ja, mit Blut im Wasser komme ich nicht klar.“
Er schüttelt sich und ich lächele leicht.
„Na ja, jeder hat etwas, womit er nicht klar kommt.“
Ich sehe auf sein Handgelenk. Er hat eine Narbe am Handgelenk, die von einem Selbstmordversuch stammt. Sie ist verwackelt. Also hat er im betrunkenen Zustand den Selbstmordversuch gemacht.
„Und ich weiß auch, warum Sie mit Blut im Wasser nicht klar kommen... wegen Ihrer Narbe.“
„Wegen meiner Narbe? Du weißt, was passiert ist?“
Ich nicke leicht und sehe ihn an.
„Sie haben sich im betrunkenen Zustand das Handgelenk aufgeschnitten und da war irgendwie Wasser im Spiel, oder?“
„Woher weißt du das?“
„Ich kann so etwas sehen, weil ich beobachte.“
„Ja, du hast Recht.“
Der werte junge Priester lächelt.
„Ich habe auch etwas entdeckt. Du liest meine Bücher?“
Ich nicke leicht.
„Genau.“
Dann seufze ich lächelnd.
„Aber ich habe nur das Eine hier... ich musste ewig sparen, bis ich mir das kaufen konnte.“
„Nun, dann gebe ich dir einen Tipp.“
Der werte junge Priester lächelt geheimnisvoll.
„Die Straße weiter runter ist eine Bibliothek. Dort müssten auch welche von meinen Büchern stehen. Schau mal vorbei, wenn du Zeit... oh, Nanami-chan! Nicht so stürmisch!“
Die Gefühle haben mich überrollt und so bin ich dem werten jungen Priester in die Arme gesprungen. Eine Minute später wird mir klar, was ich getan habe und eine Sekunde später lasse ich ihn wieder los und werde rot. Ich sehe auf den Boden und nuschele:
„Tut mir leid...“
Der werte junge Priester lacht leise.
„Schon gut. Na, da habe ich ja einen richtigen Fan getroffen, oder?“
Ich nicke leicht und der werte junge Priester lächelt.
„Wie kann ich mich denn bei dir bedanken? Ich meine dafür, dass du mir eben geholfen hast.“
„Ehm... Sie müssen nicht...“
„Ich möchte es aber. Nun?“
Ich reibe mit meinem Fuß an meinem anderen Bein. Das mache ich immer, wenn ich nervös bin.
„Ehm... eh... ehm... also...“
„Nicht so nervös. Sag mir einfach, was ich tun soll.“
Ich werde so rot, wie noch nie.
„Könnten... könnten Sie mir... vielleicht Ihr... Ihr Buch signieren?“
„Aber natürlich.“
Ich sehe überrascht auf.
„Wirklich?“
Der werte junge Priester lächelt.
„Das ist das Mindeste, was ich tun kann.“
„Vielen Dank!“
Er nimmt das Buch und schreibt seinen Namen hinten rein. Dann gibt er mir das Buch zurück und fragt:
„Deine Mutter kommt in etwa einer Woche wieder, hast du gesagt?“
Ich nicke.
„Ja.“
„Gut. Wenn es irgendein Problem geben sollte, kannst du zu mir kommen. Ich helfe dir dann, ja? Du weißt bestimmt, wo der Tempel ist, oder?“
„Ja. Danke.“
„Gut.“
Der werte junge Priester steht auf und lächelt.
„Ich muss dann auch langsam wieder zurück.“
Ich bringe ihn noch bis zur Haustüre und verabschiede mich von ihm. Er sieht auf meine Hand und sagt leise:
„Pass auf dich auf...“
Ich nicke.
„Ja, mache ich.“
Der werte junge Priester nickt und verabschiedet sich von mir. Dann geht er. Ich schließe die Haustüre und koche weiter. Nach dem Mittagessen lese ich in dem Buch von dem werten jungen Priester, bis es Abend ist. Ich esse mein Abendessen und gehe ins Bett.
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