Claudias Erbe

von Vanessa S
GeschichteRomanze, Übernatürlich / P16
Armand David Talbot Lestat de Lioncourt Louis de Pointe du Lac
16.08.2014
16.08.2014
3
12.157
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
16.08.2014 4.281
 
Hallo Liebe Leser,

dies ist eine überarbeitete Version von 2012. Ich hoffe alle Fehler beseitigt habe.
Viel Spaß beim Lesen


Ich wandelte durch die Straßen etwas außerhalb von Berlin, einer Stadt die mir bis jetzt verborgen war. Sie roch wie jede andere Großstadt auch. Staubig, der Geruch von Abgasen, einigen Bäumen, Graß und Sommerblumen lag in der Luft. Der Geruch der Natur kam von einem Park, der nicht weit entfernt lag.
Er war von einem hohen, silberbestrichenen Eisenzaun umschlossen. Die Bäume waren bereits satt grün, an einigen Kastanienbäumen hingen noch verdorrte Blüten. Langsam und geschmeidig lief ich zu dem großen eisernen Tor, welches wie ein gewaltiger Schlund wirkte. Bei Nacht wirkte es nicht gerade einladend. Es waren nur noch wenige Personen in diesen Park. Herumstreunende, einsame Seelen die nach etwas Ruhe suchten, aber auch Drogendealer und so einen sah ich bereits nach wenigen Schritten. Meine Pechschwarzen langen Haare wedelten leicht im warmen Wind, des bevorstehenden Sommers. Meine hellgrün leuchtenden Augen fixierten ihn, musterten ihn von oben bis unten. Ich stand im Dunklen sodass das Licht nicht zu viel von meiner weißen Haut verriet. Eine lästige Angelegenheit, wenn wir noch nicht gesättigt waren.
Er stand gemächlich, keck an einen dicken Eichenstamm und wartete auf seine Kundschaft. Bereits kurze Zeit später kam einer zu ihm. Mit schnellen Schritten, nervös blickte er unter der Kapuze seines Baumwollpullovers umher. Er hielt wahrscheinlich nach der Polizei Ausschau.
Der Drogendealer kam auf ihn zu. Sein braunes, mittellanges Haar wurde von Wind etwas umhergeweht. Es sah nicht so aus als würde er selber Drogen nehmen, viel zu gesund und außerdem verströmte er nicht diesen leicht bitteren Geruch.
„Was willst du?“, flüsterte er zu dem jungen Mann.
Der Jung sah sich noch einmal vorsichtig um.
„Graß.“, sagte er leise und zögerlich.
Der Junge machte das wahrscheinlich zum ersten oder vielleicht zweiten Mal.
„Das Geld will ich zuerst sehen.“, sagte der Mann, als wäre er es etwas  
Der Junge kramte in seiner Tasche holte zwei Zwanziger heraus. Der Mann wollte danach greifen, der Junge zog die Hand zurück.
„Erst das Zeug.“
Der Dealer holte eine Tüte mit braunem Inhalt aus seiner Jackeninnentasche und hielt sie demonstrativ hin. Der Junge hielt das Geld hin und beide Tauschten sich aus. Der Junge nickte und lief in meine Richtung. Ich stand immer noch am Torfosten angelehnt und starrte ihn an. Seine Blicke waren immer noch auf das Gras in der Tüte gerichtet. Kurz bevor er das Tor erreicht hatte blickte er nach oben und erschrak fürchterlich, als er mich sah. Er taumelte etwas Rückwärts bestimmt auch wegen meines bösen Blickes.
„Du solltest das Zeug sofort wegwerfen!“, mahnte ich ihn doch er blickte mich zuerst nur verdutzt an.
„Das geht sie doch nichts an.“, maulte er mich an mit ängstlichen Unterton.
Ich lief auf ihn zu, doch er taumelte noch weiter nach hinten. Bevor er jedoch noch weiter weg gehen konnte, griff ich nach seinen Arm und hielt ihn fest. Die Tüte riss ich aus seiner Hand und schmiss sie weit weg. Im Dunklen konnte er sie nur schlecht finden.
„Was soll das. Das hat sau viel Kohle gekostet.“
Ich griff nach meiner Manteltasche und holte zwei Hunderte heraus. Das Fünffache.
„Hier nimm es und verschwinde! Wenn ich dich noch einmal sehe das du dir was holst, reiß ich dir den Kopf ab!“
Er hatte nur noch Angst, nahm das Geld und rann aus dem Park. Gut so. Er sollte sein Leben nicht mit solchen Sachen kaputt machen. Schließlich hatte man nur eins. Sicherlich hatte der Dealer das Graß mit irgendwelchen Bleigewichten präpariert, damit es schwerer wirkte.
Ich sah mich um, der Dealer war verschwunden, anscheinend hatte er meine Anwesenheit bemerkt. Ich lief weiter, schneller, versuchte seine Witterung aufzuspüren. Dann sah ich ihn im Gebüsch. Blitzschnell packte ich ihn von hinten, drückte meine Fänge in seinen Hals und trank ihn in schnellen Zügen aus. Soweit bis der Tod ihn fasst erreichte. Ich ließ von ihn an taumelte etwas rückwärts, benommen noch von den herannahenden Tod. Man sagte mir immer, ich sollte früher aufhören. Doch es war für mich immer eine Art Kick den Tod anzulachen.
Er lag auf den Boden, blickte zu Sternen bedeckten Himmel und gab sein letzter Atemzug von sich. Ich betrachtet seine toten Körper noch eine Weile, seinen halb zerfetzten Hals. Dann bis ich mir ins Handgelenk und verschloss mit meinem Blut die Wunde. Es sollte keiner Wissen, dass ein Vampir die Gegend unsicher macht. Er ist plötzlich einfach so Herzversargen gestorben. So etwas gab es täglich.
Ich lief weiter den normalen, mit Kieselsteinen gesäumten Parkweg. Ich dachte wieder einmal an Lestat und David, seit wir uns vor ein paar Wochen in Rio trennten hatte, hatte ich nichts von ihnen Gehört nur Gerüchte das David zu Maharet, Mekare und Jesse gegangen sind. Die drei grün Äugigen Vampire, mit rotem feurigen Haar.

Meine Lieben Leser wenn sie, diese oben genannten Personen nicht kennen werde ich sie über sie Aufklären.
Lestat de Lioncourt mein Schöpfer, mein Geliebter, mein Teufel. Der Vampir mit Engelshafte Gestalt. Blondem Schulterlangem Haar, grauen Augen die hin und wieder blau oder violett erscheinen. Ein Meter Achtzig groß, von gutgebauter Gestalt. Seine Haut war durch einen gescheiterten Selbstmordversuch in der Wüste Gobi bräunlich geworden. Praktisch den so vielen wir nicht so leicht auf.
Frauen und Männer fielen Massenweiße in Ohnmacht, wenn sie ihn sähen. Weiß sie auch teilweiße Taten, bei seinen Tollkühnen versuch ein Rockstar zu werden. Der ewige Rebell. Erweckte mit seinem Gesang Akasha die älteste und erste unsere Art. Durch ihr Blut wurde er mächtiger und stärker als jeder andere in seinem Alter. Er konnte Fliegen, Dinge mit seinen Gedanken bewegen oder in Flammen aufgehen lassen. Er konnte weiter Hören und Sehen.
Ich war ein Witz von einem Vampir, konnte keine Gedanken lesen, ja nicht einmal Leute in Trance versetzen nur unwillkürlich. Bei weitem nicht so stark wie ich sein sollte, einfach zu Menschlich. Lestat hatte mir schon so oft sein Blut angeboten, welches ich immer ablehnte.  Ich wollte einfach nicht meine Menschlichkeit verlieren.
David Talbot der weiße alte Mann. Vierundsiebzig Jahre ist er alt gewesen, aber sein Körper passt gar nicht zu ihn, den er sieht nicht älter aus als Sechsundzwanzig. Warum? Nun ja er hatte den Körper mit einem Gewissen Reglan James getauscht. Ein Körperdieb den auch Lestat übers Ohr Gehauen hat. Sechsunddreißig Stunden sollte der Tausch dauern doch er erschien einfach nicht und ließ ihn mit einer heftigen Lungenentzündung sitzen. Gerettet, gepflegt und geliebt von der Nonne Gretchen mit der er eine kurze Zweisamkeit genoss, körperlich als auch geistig. Sie ging wieder in den Dschungel nach Französisch Guinea um Indianer zu pflegen, zu heilen und vor Verstümmelung zu bewahren. Als sie Lestat in seiner Ursprünglichen Gestalt sah, verfiel sie den Wahnsinn des Glaubens und wurde für die Leute eine Art Heilige. Stigmata.                  
Maharet und Mekare die Hexenzwillinge aus Palästina. Sie Gehörten zur ersten Brut, einer der ersten die Verwandelt wurden von Khayman den Hofdiener von Akasha, derjenige der sie Vergewaltigen musste, da sie den Zorn von Akasha und Enkil geweckt hatten. Maharet wurde Schwanger und bekam eine Tochter Mirjam, die Begründerin ihrer Blutlinie, aus der auch Jesse entstammt, die bis in die heutige Zeit reicht. Sie konnten während ihrer sterblichen Zeit Geister sehen, beschwören. Nachdem Akasha und Enkil durch den Geist Amel zu Vampiren wurden, holten sie die Zwillinge wieder zu sich, baten sie den Geist wieder auszutreiben was aber ihr Tot bedeutet hätte. Aufgrund ihrer angeblichen Taten, böswilliger Geisterbeschwörung und Kannibalismus wurde Mekara die Zunge und Maharet die Augen herausgerissen.
Das mit dem Kannibalismus stimmte auch teilweiße. Sie aßen ihre Toten jedoch nur Familien Mitglieder, um deren Körper und damit ihre Seelen vor dem Verfall zu bewahren. Sie aßen Das Herz und das Gehirn von Akasha und wurden damit zu neuen Urmutter. Sie waren irgendwo, aber das wusste ich nicht so genau.
Armand mein siebzehnjähriger Engel mit den Rotbraunen Haaren und braunen Augen. Zu jung war er gewesen als er verwandelt wurde von seinem Meister Marius de Romanus. Der Römer der zu hälfte keltisch ist, was man ihn auch ansah. Hellblondes langes Haar und blaue Augen. Er war etwas älter als seine Verwandlung vollzogen wurde. Etwa vierzig, doch sein wahres Alter beläuft sich bereits auf Zweitausend Jahre.
Armand war bestimmt mit Daniel Molloy zusammen auf seiner Insel vor Miami. Daniel war auch derjenige der mich damals Interviewt hatte.

Meine Gedanken schweiften wieder ab auf meine Umgebung, ich war schon ein Stück gelaufen und war fast am Ende des Parks. Etwas erregte meine Aufmerksamkeit, eine junge Frau saß auf der letzten Parkbank. Das Licht der Parklampe fiel auf ihr herunter und erhellte ihr blondes gelocktes Haar. Claudia, stieß mir sofort in den Gedanken. Doch das war sie nicht, es war nicht meine kleine fünfjährige Claudia, mit buntem Kleidchen, Puffärmeln und einer Puppe in der Hand. Sie war viel älter von Gestalt.
Ich musterte ihr Profil, ihr Kopf blickte zu Boden und ihre Haare ließen dadurch kein Blick auf ihr Gesicht werfen. Sie hatte helle Jeans, und eine blaue Jacke an. Sie summte eine Melodie die aus dem MP3-Player, Handy oder ähnlichem in ihrer Hand drang. Sie drückte auf einem Knopf, die Melodie hörte auf, steckte das Geräte in die Jackentasche und lehnte sich zurück. Erst jetzt konnte ich sie ein wenig mehr sehen. Sie sah aus wie Claudia nur wesentlich älter, die Erwachsene Vision von ihr, diejenige die sie immer sein wollte. Ich war verblüfft. Ich war fasziniert. Täuschten sich meine Sinne?
Ich lief leise zu einem Baum, der vor ihr stand, aber immer noch weit genug entfernt dass, das Licht der Straßenlaterne nicht allzu verräterisch auf mich schien. Sie seufzte, blickte aber immer noch nach oben, dann schaute sie nach vorne und erblickte mich zum ersten Mal.
Sie erschrak kurz als sie meine Gestalt erblickte, sagte nichts schwieg mich zunächst nur an. Ihr Mund klappte vor erstaunen ein wenig nach unten, der Anblick war wirklich göttlich.
„Du solltest nicht so alleine hier umherlaufen. Hier sind sehr viele dunkle Gestalten, die dir sehr viel schlimmes antuen könnten.“, sprach ich sie an.
Sie starrte mich immer noch wie in Trance an, schüttelte aber dann kurz den Kopf und schien wieder ganz Geistesgegenwärtig zu sein.
„Ich sitze immer schon hier. Sie sollten lieber aufpassen, anscheinend kommen sie nicht von hier. Frankreich nehme ich an. Das hört man.“, ihre Stimme war weich, leise.
Ihr Blick wurde etwas mahnend, wie der einer Großmutter die ihr Enkelkind vor dem dunklen Wald warnte. Mein Akzent war immer noch spürbar zu hören und mein Deutsch war noch Verbesserungswürdig.
„Ich werde mir deinen Ratschlag zu Herzen nehmen. Und du kannst mich ruhig Louis nennen.“
„Nun denn Louis. Vielen Dank für den Ratschlag. Ich werde dann mal gehen, es ist schon spät.“ Sie stand auf lächelte mich an und ging dann den Park heraus. „Auf wiedersehen.“, rief sie noch und lief aus dem Park.
Ich stand noch ein paar Minuten stillschweigend umher, dachte über ihre Worte nach. Erst dann registrierte ich dass ich ihren Namen nicht wusste. Ich versuchte ihr zu folgen. Roch nach kurzer Zeit bereits ihren Duft und verfolgte ihre Spur, bis ich sie fand. Sie bog eine Straße ab in der sehr viele gut aussehende Häuser standen. Es erinnerte mich ein wenig an eine amerikanische Vorstadt. Sie lief zu einem der Häuser, holte einen Schlüssel aus ihrer Jackentasche uns schloss die Haustür auf.
„Ich bin wieder da.“, rief sie.
Ich ging näher zum Haus heran, ging in den Garten und hatte so ein einen guten Blick zu Wohnzimmer. Eine Frau und ein Mann saßen auf dem Sofa und schauten wie hypnotisiert auf den Fernsehapparat. Die Frau sah genauso aus wie das Mädchen, von ihr hatte sie also die Schönheit geerbt. Ihr Vater hatte dunkles Haar und ebenso blaue Augen. Das Mädchen kam die Wohnstube herein und blickte zu zwei Koffer die neben dem Sofa standen. Ich spitzte meine Ohren um ihr Gespräch zu hören.
„Es ist schon wieder so weit. Warum ausgerechnet heute?“, sagte sie ernüchternd.
Die Frau stand auf, lief auf sie zu und legte ihre rechte Hand auf die Schulter. Sie schüttelte sie geschmeidig ab.
„Claudine, wir sind in ein paar Tagen wieder da.“
Claudine das konnte doch kein Zufall sein! Ihr Name war der von Claudia so ähnlich. Als sei sie von den Toten wieder aufgestanden.
„Ich habe es langsam satt. In zwei Tagen werde ich achtzehn und ihr werdet wieder nicht da sein. Die letzten drei Jahre habe ich immer alleine gefeiert. Es kotzt mich langsam an. Ist eure Arbeit viel wichtiger als eure Tochter?“
„Bitte verstehe doch es ist Bestandteil unsere Arbeit. Wir können manche Termine einfach nicht ändern“, sagte der Vater.
„ Ja immer wieder eure Arbeit. Aber vergesst es einfach. Nächstes Jahr werdet ihr keine Chance mehr haben. Ihr hättet mich nicht in die Welt setzten sollen, dann wäre euch das erspart.“
Sie ging erbost aus dem Raum. Tränen liefen ihr die Wangen hinab. Wie sehr hätte ich sie in diesem Moment getröstet.
„Claudine bitte warte doch!“, rief die Mutter, welche ihr gefolgt war.
„Geht besser schnell bevor ich euch ganz vergesse!“, rief sie hinterher.
Das poltern ihre Schritte waren laut und deutlich zu hören, als sie die Treppen hinauf lief und eine Tür, wahrscheinlich ihre Zimmertür, zuknallte. Sie weinte nun sehr, erstickte ihr Schluchzen in einem Kissen. Ich kletterte die Wand hoch, hielte mich am Fensterbrett fest und blickte zu ihr herein. Es war ein typisches Teenager Zimmer. So wie man Jugendlich heute nannte.
An den Wänden zierten einige Bilder und Poster. Besonders von Lestat und seiner Band hingen viele Poster. Ein Fan also. Neben dem Fenster stand ein Schreibtisch mit Computer und allerlei kleinen Sachen. Ein großer Kleiderschrank eine Kommode mit Büchern unter denen auch die Autobiographie von Lestat, sein zuletzt geschriebenes Buch über die Urmutter und schließlich das Buch was über mich handelte. Gespräch mit einem Vampir. Sie war wirklich ein Fan unsere Art.
Und schließlich ihr großes Bett, das recht einladend aussah. Könnte ich sie körperlich Lieben, so hätte ich gerne diese Zweisamkeit mit ihr geteilt, wenn sie es denn wollte. Das war mir jedoch als Unsterblicher verwehrt. Ich hörte schwerfällige Schritte. Ihre Mutter kam ins Zimmer hinein und setzte sich neben ihr.
„Claudine wir versuchen in zwei Tagen wieder da zu sein.“
Sie blickte aus dem Kissen und sah sie abschätzend an.
„Verspreche lieber nichts.“
Sie setzte sich schließlich auf und blickte auf ihre Beine.
„Also mein Schatz wir sehen uns. wir bringen dir auch was mit von London.“
„Das müsst ihr nicht. Ich habe bereits genug Sachen.“
Ihre Mutter hauchte ihr ein leichten Kuss auf die Stirn und ging zur Tür, verharrte aber noch ein Moment.
„Bis Bald.“, sagte sie zum Schluss.
„Bis Bald.“, sagte Claudine und legte sich wieder hin.
Unten hörte ich bereits ein Auto aus der Garage fahren und nach kurzer Zeit fuhren sie fort. Claudine holte sich währenddessen ein paar andere Sachen und verschwand aus dem Zimmer. Nach einer Weile  kam sie schlafbereit wieder zurück und legte sich wieder hin.
Ich ließ mich vom Fensterbrett herunterfallen und verschwand wieder in die Nacht.

In der nächsten Nacht machte ich mich wieder bei Zeiten los. Es war immer noch ein schwacher Schein der Sonne zu sehen. Ich beschloss die wenige Zeit aus zu nutzten um ihr noch ein Geschenk zu besorgen. Es war schon ein wenig seltsam, schließlich habe ich nur ein paar Worte von ihr gehört. Wir kannten uns nicht, doch ich wollte sie unbedingt kennenlernen. Die ganz restliche Nacht hatte ich noch über sie nachgedacht. War sie eine Reinkarnation von Claudia. Ein Doppelgänger? Ich kam gerade noch rechtzeitig zu einem Juwelier in die Stadt. Der Lade wollte gerade schließen.
„Bitte warten sie!“, rief ich einer Frau hinterher die gerade die Tür schließen wollte. „Bitte warten sie!“, rief ich noch einmal an der Tür.
„Kommen Sie Morgen wieder. Wir öffnen ab um Zehn.“
„Bitte können sie eine Ausnahme mache. Eine Freundin hat morgen Geburtstag und ich brauche noch dringend ein Geschenk für sie.“, sagte ich im höfflichen Ton.
Die Frau, die vielleicht Mitte Vierzig war ließ sich von meinen flehenden Blick erweichen, öffnete die Tür und ließ mich hinein.
„Ich danke ihnen sehr.“
„Bei so einem Lächeln kann ich nicht Nein sagen.“, sagte die Frau.
Ich schaute mich um und fand schließlich ein passendes Geschenk für sie. Ein Medaillon aus Gold, mit einer roten Rose aus Rubinen. Etwas Extravagantes. Viel zu teuer für eine flüchtige Bekanntschaft. Es war mir jedoch egal. Auf Schmuck stand jede Frau.
Ich gab der Frau noch ein großzügiges Trinkgeld, zum einen dafür das sie mich noch hinein gelassen hatte und weil sie das Geschenk noch sorgfältig in einer Weißen Schachtel verpackte.
„Merci.“, sagte ich zum Schluss und gab ihr einen Handkuss.
Dann begab ich mich wieder auf den Weg. Ich hatte mich noch nicht genährt, so fiel meine Wahl auf einen Mörder der die Stadt unsicher machte. Eine gute Mahlzeit für mich.
Dann machte ich mich wieder auf den Weg zu ihr. Es war bereits kurz vor zwölf, als ich wieder an ihr Haus stand. Ich hörte sie, leise Musik kam aus ihr Zimmer. Dann schlich um ihr Haus herum und ging durch eine Hintertür die nicht abgeschlossen war. Leise ging ich die Treppen hinauf und blieb am Türrahmen stehen. Beobachtete sie leise.
Sie starte auf ein kleines Törtchen auf dem zwei Kerzen waren, die eine Achtzehn zeigten. Sie würde in wenigen Sekunden also Erwachsen werden. Eine Uhr auf dem Computerbildschirm zeigten die Sekunden an, die sie anfing zu zählen.
„Drei, Zwei, Eins. Happy Birthday.“, sagte sie leicht an genervt.
Sie pustete die Kerzen aus, zog sie aus dem Törtchen und legte die rosa Sahne ab.
„Ich wünsche dir auch alles Gute.“, sagte ich endlich.
Sie erschrak und stand kerzengerade da, ihr Törtchen viel auf dem Boden. Ihr Herz kam kurz aus dem Rhythmus, regelte sich aber schnell wieder ein. Aus Reflex schaute sie es hinterher was ich ausnutzte, um Näher an sie zu rücken. Sie wich zur Tischkante und versuchte nach irgendetwas zu greifen.
„Wie kommst du hierherein?“, fragte sie aufgebracht.
„Durch die Hintertür. Du solltest sie lieber mal abschließen.“
Für einen Vampir wie mich wäre es egal, wenn eine Tür oder ein Fenster verschlossen ist. Doch bei Menschen wäre es erheblich schwerer. Sie griff nach einer Bürste und bewarf mich damit, doch die klatschte an meiner Brust einfach ab.
„Ganz ruhig ich will dir nichts antun.“
Ich hob meine Hände zu einer beschwichtigenden Geste. Sie starte auf sie und weitete die Augen, anscheinend hatte sie meine Fingernägel gesehen. Sie sind Glasig und verraten uns allzu schnell.
„Deine Finger, deine Haut, deine Augen. Du bist so blass.“ Sie wurde zum Schluss immer, dann überlegte sie, bekam anscheinend aber schnell eine Eingebung. „Nein das kann nicht sein.“
Sie hatte es also bemerkt. Ich setzte meinen gewohnten trübseligen Blick auf und ging zur Kommode. Ich nahm Lestats Biographie heraus, setzte mich auf einen roten Schaukelstuhl der neben der Kommode und blätterte darin umher.
„Du bist ein Vampir.“, platzte schließlich aus ihr heraus.
Ich legte das Buch zu Seite und faltete meine Hände wie bei einem Gebet.
„Du hast es treffend erfasst.“
Sie legte ihre Fingerspitzen auf die Lippen.
„Oh mein Gott.“, flüsterte sie.
„Du bist anscheinend Fan von uns.“, sagte ich und hielt das Buch demonstrativ hin.
Sie nickte nur.
„Es ist also alles wahr? Kennst du Lestat?“, fragte sie mich.
Ich war überrascht von dem was sie sagt. Normaler weiße müsste sie vor Angst wimmern, mir Flüche, Gebete oder sonstiges an den Kopf werfen.
„Ja ich kenne ihn. Ich hatte viele Jahre mit ihn verbracht.“
Meine Antwort war für sie anscheinend ein Offenbarung, den sie sah mich wie von der Erkenntnis berührt an.
„Du bist doch nicht der Louis. Louis de Pointe du Lac. “
Ich lächelte sie an. Als Bestätigung.
„Richtig. Chérie.“
„Wie? Warum?“, stotterte sie nur heraus.
Ich stand auf, ging zu ihren Schreibtisch und fand eine durchsichtige Dose mit weißen Pillen.
„Für was brauchst du die den?“
Sie zögerte kurz.
„Die sind für den Notfall. Mein Herz ist etwas schwach und kommt bei großer Anstrengung oder Anspannung etwas aus dem Rhythmus. So was ist mir zwar erst einmal passiert, aber ich will es nicht nochmal durchstehen.“
Sie war also von schwacher Kondition. Ich musste vorsichtig sein sie nicht zu sehr zu erschrecken, ich hätte lieber auf die Altmodische Art und Weiße sie überraschen sollen. An der Tür, doch dann hätte sie mir wahrscheinlich die Tür vor der Nase zugeschlagen. Langsam  setzte ich mich neben sie und hielt ihr das Geschenk hin. Sie zuckte zusammen und nahm es zögerlich an. Langsam zog sie an der roten Schleife und öffnete das Päckchen.  Ihr Blick wurde bewundernd ein breites Lächeln zierte es zusätzlich. Sie holte das Medaillon heraus strich darüber und legte es um ihr Hals.
„So etwas Schönes habe ich noch nie bekommen.“
Sie hob einen Finger und pickte in meine Brust.
„Du bist wirklich echt. Ich dachte ich träume oder Halluziniere.“
Vom Flur hörte ich ein mauzen und eine Katze kam ins Zimmer. Sie war schwarz-weiß und hatte ein rotes Halsband an. Sie sah noch recht jung aus. Die Katze lief zu Claudine und sprang auf ihr Schoss.
„Momo, da bist du ja.“
Die Katze ließ sich von ihr streicheln und kam schließlich zögerlich zu mir und ließ sich von mir streicheln.
„Du bist ja wie Mojo.“
„Mojo?“
„Das ist der Hund von Lestat.“
„Lestat hat ein Hund, wie kam das denn zustande? Ich dachte Tiere meiden euch.“
„Es ist eine lange Geschichte. Willst du sie wissen?“
Sie nickte begeistert. Also erzählte ich über die Sache die passiert sind. Den Körpertausch den Lestat vollzogen hatte. Die spektakuläre Jagt auf der Queen Elisabeth 2, den Köpertausch der Reglan James mit David vollzog, nur damit Lestat ihn verwandelte. Und schließlich die Verwandlung von David in seinem jungen neuen Körper.  
„Das ist ja unglaublich.“, sagte sie um Schluss.
Ich schmunzelte kurz.
„Weißt du ich würde gerne etwas machen. Dir etwas zeigen“
Sie zuckte zusammen, anscheinend stellte sie sich auf irgendetwas Vampirtypisches ein wie die Fangzähne zu fletschen. Ich berührte ihre Wange, zog sie näher an mich heran. Legte meinen linken Arm um ihre Taille und roch an ihrem Hals. Ich spürte das pulsieren ihres Blute, ihr Geruch nachdem ich lechzte. Sie verkrampfte sich ein bisschen, überrascht von meinen Berührungen.
Ich hatte das tiefe Bedürfnis sie zu küssen, was ich auch zunächst an ihrem Hals tat. Sie stöhnte leise auf, schlang ihre Arme um meine Schulter. Ich wanderte weiter zu ihrer Wange, liebkoste sie vorsichtig. Hielt kurz inne und sah sie an. Blut war ihr in das Gesicht geschossen, und sorgte für eine leichte röte. Sie war es anscheinend nicht gewöhnt Zärtlichkeiten auszutauschen.  
Dann drückte ich blitzschnell meine Lippen auf ihre. Sie verkrampfte sich erst wieder dann entspannte sie sich und wühlte in meinen Haaren. Meine Zunge vollzog einen Wilden Kampf mit ihrer, ich war aber immer vorsichtig das meine Fangzähne sie nicht verletzte.
Dann wanderten ihre Hände zu meiner Brust und begann mein Hemd auf zu Knöpfen. Ich ließ jedoch von ihr ab.
„Du weißt das es nicht funktionieren würde.“, sagte ich.
„Ich weiß, das heißt aber nicht dass ich dich nicht berühren darf.“
Ich lächelte sie, musste aber immer wieder an Claudia denken.
„Warum bist du so bedrückt?“
„Ich habe dir etwas verschwiegen.“
„Und was ist es bitte?“
„Du siehst jemanden ähnlich, die ich vor sehr langer Zeit kannte und liebte.“
„Wer?“
Sie überlegte und stand schließlich entsetzt auf.
„Sag nicht dass ich aussehe wie sie. Wie deine Claudia.“, sagte sie verstimmt.
„Warte doch verstehe mich nicht falsch. Du bist nicht wie sie. Dein Charakter ist anders.“
Sie fing an zu weinen und stütze sich erschöpft an der Wand ab.
„Bist du nur deshalb zu mir gekommen?“
„Ich glaube ich gehe jetzt besser. Du musst es erst einmal verarbeiten.“
Ich schluckte einen dicken Kloß hinunter und verließ sie. Blutige Tränen liefen meine Wangen hinab, als ich das Haus verließ. Ich wollte sie nicht verletzten. Doch das hatte ich getan.

So schnell ich konnte lief ich meinem gemietet Haus zurück. Schwitzte und weinte Blut. Es tat mir schrecklich weh. Im Haus griff ich nach dem Telefon und erreichte Lestat schließlich über seinen Agenten in Paris.
Ich erzählte ihn alles was passiert war. Über die Begegnung mit Claudine, die Aussah wie Claudia. Er war so überrascht gewesen, dass er beschloss sofort hierher zu fliegen. Er befand sich seltsamerweise in der Türkei. Ich fragte mich was er dort tat.
Gesagt, getan. Nach zwei Stunden kam er vom Himmel gefall, begrüßte mich stürmisch mit einem Kuss und fragte mich aus.
„Stimmt das wirklich? Sieht sie wirklich so aus?“, sagte er im schrillen Ton.
Seine Augen waren vor Aufregung Violett geworden. Ich konnte ihn schlecht ein Geistiges Bild zeigen da das Gedankenlesen, zwischen Schöpfer und Zögling nicht funktionierte.
„Komm doch mit und sie es dir selber an.“
Er folgte mir so schnell wie möglich. Ich versuchte wieder durch die Hintertür hineinzugelangen. Doch sie war verschlossen.
„Tritt mal bei Seite!“, sagte er.
Ich ging ein Stückchen weg und hörte nur ein Klack. Er hatte seine Telekinetischen Fähigkeiten eingesetzt. Wir liefen leiser, als eine Maus, die Treppen hinauf in ihr Zimmer. Lestat blickte genauso erstaunt wie ich es war auf ihr schlafendes Haupt.
„Du hattest Recht!“, sagte er in einer für Menschen nicht hörbaren Frequenz.
Er fasste nach dem Medaillon das ich ihr Geschenkt hatte.
„Das ist also dein Geschenk für sie. Très Chique.“, sagte er.
„Komm wir gehen lieber bevor sie wach wird.“
Wir verließen sie und gingen zu meinem Haus zurück. Der Morgen dämmerte bereits, deshalb blieb Lestat noch bei mir. Ich legte mich wie in Trance in meinen Sarg und hoffte dass mein komatöser Schlaf endlich einsetzte.
Review schreiben