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{MMFF} Shadow Falls Camp - the next generation

MitmachgeschichteFantasy / P16 / Gen
15.08.2014
10.05.2020
19
42.323
3
Alle Kapitel
59 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
14.05.2017 1.710
 
Hey :) ^-^

Wie mein neuer Upload-Plans sagt, kommt heute endlich das neue Kapitel, mit
dem ich euch ganz viel Spaß wünsche :3 ♥
Ich danke Luna Blue99 für ihr superliebes Review und würde mich wie immer über
weitere Rückmeldungen freuen ^-^ :)

Haut rein :D

-sunshinex- :**



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"Noelie?"
"Ja?"
"Hast du auch was gegen Yara, so wie die Hexen?" Ich zögerte.
Es war unhöflich, so etwas zu fragen, aber ich konnte nicht anders. Mobbing kannte ich noch aus der menschlichen Welt, und selbst dort war es nie eine schöne Sache gewesen. Obwohl ich mir hätte denken können, dass sich das hier nicht ändern würde, hatte ich trotzdem gehofft, es würde so sein.
Entgeistert starrte mich Noelie plötzlich an. "Ich glaub’s nicht. Ich kann echt nicht glauben, dass du uns alle so über einen Kamm scherst."
Sofort kamen Schuldgefühle in mir auf. Unter Noelie’s schockiertem Blick konnte ich nicht anders, als mich gedanklich selbst zu ohrfeigen.
"Tut mir leid. Ich wollte dich nicht so anfahren. Du kannst halt nur nicht einfach pauschalisieren, dass jeder Übernatürliche rassistisch ist. Ich will nicht, dass du ein falsches Bild von uns bekommst", meinte Noelie entschuldigend. "Arschlöcher sind meistens nur Ausnahmen."
Daraufhin erwiderte ich nichts mehr. Ich kam mir einfach immer noch dumm vor.
Deswegen liefen wir einfach stumm nebeneinander her. Wir hatten Yara zwar nicht gefunden, aber es ging ihr gut, wie uns eine Fee mitgeteilt hatte. Anscheinend hatte man Yara tief im Wald versteckt gefunden, gemeinsam mit ihrem Hund.
Ich hoffe, dass Yara verkraften kann, was vor wenigen Stunden in der Cafeteria passiert ist. Sie tut mir einfach nur leid. Vielleicht sollte ich mich nachher mal mit ihr unterhalten. Immerhin geht es ihr genauso wie mir, denn wir beide hatten bis vor kurzem noch gedacht, wir seien normale Menschen.
"Das ist eine gute Idee", lächelte Noe mich an, und wie versteinert blieb ich stehen.
"Oh, sorry. Ich habe ganz vergessen, dir zu sagen, dass ich Gedanken lesen kann." Grinsend legte sie einen Arm um mich, doch ich seufzte nur. Was hatte ich auch erwartet? Mittlerweile wunderte mich nichts mehr, denn es war ja anscheinend doch alles irgendwie möglich.
"Na komm, lass uns zurück zur Hütte gehen, Geneviève wartet bestimmt schon. Ich habe nämlich irgendwie das Gefühl, dass du irgendwann einen Kollaps kriegst, wenn du noch weiter mit mir alleine bist", kommentierte Noelie mein Verhalten nur belustigt und schob mich vor sich aus dem Wald heraus.

Erstaunlich schnell hatten wir die Veranda von unserer Hütte, Hütte Nummer 17, erreicht und traten nach kurzem Klopfen ein.
Das Bild, welches sich uns dann bot, ließ mein Herz ein kleines bisschen zerreißen. Andy und Yara lagen sich schluchzend im Arm und krallten sich förmlich aneinander fest. Beiden liefen immer wieder glasklare Tränen aus den geröteten Augen und hinterließen feuchte Wangen. Geneviève strich ihnen beruhigend über den Rücken, während sie vergeblich versuchte, ihre eigenen Tränen zurückzuhalten.
"Ist alles okay? Stören wir?", fragte Noe vorsichtig.
Sofort wandten sie ihre Köpfe zu uns, wischten sich schniefend ihre Tränen aus dem Gesicht und lächelten uns an.
"Nein, nein, ihr stört nicht, keine Sorge", winkte Andy glücklich ab. "Es ist alles wieder gut."
"Yara und Andy haben sich gerade ausgesprochen und das wurde emotionaler, als wir erwartet haben. Aber es ist wirklich alles in Ordnung, stimmt’s, Yara?" Gen blickte die Braunhaarige ermutigend an.
"Ja, uns geht’s gut. Es war nicht Andrea’s Schuld, sondern einzig und allein Luca’s." Yara bemühte sich zu einem ehrlichen Lächeln.
Trotz, dass Yara Andy anscheinend verziehen hatte, musste es ihr dennoch wehtun, dass das ganze Drama überhaupt passiert ist. Das kann ich voll und ganz verstehen.
Kurzerhand entschied ich mich dazu, Yara ebenfalls zu umarmen. Darum ging ich auf Yara zu, schloss sie in meine Arme und drückte sie einmal ganz fest. "Du bist in unserer Hütte immer herzlich Willkommen."
"Das ist lieb. Danke … ähm …", fing Yara leise an und ich ergänzte lächelnd: "Mira."
"Genau. Und wenn Luca noch einmal sein Arschloch raushängen lässt, sag mir Bescheid. Ich zünd ihn dann an." Noelie grinste und reichte ihr ein Taschentuch.
Über diesen Kommentar musste Yara so laut lachen, dass ihr kleiner Hund dazu verleitetet wurde, freudig bellend aufzuspringen und durch das Wohnzimmer zu schlittern. Bis dato hatte Hope nämlich bloß traurig unter dem Couchtisch gelegen.
"Hey Süße, ganz ruhig! Ich weiß, dass du dich freust, ich bin ja auch glücklich. Nein, du bekommst jetzt noch kein Futter. Und nein, auch kein Leckerli. Ja, mir ist bewusst, dass bald Abendbrot-Zeit ist, aber bis dahin musst du warten, sonst gehst du mir noch auf wie so ein Hefeteig." Lachend redete Yara auf ihren Welpen ein und kraulte Hope dabei hinter ihren Ohren.
"Du kannst mit ihr reden?", sprach ich daraufhin verwundert das aus, was alle dachten.
"Seit ich mich vorhin mit ihr im Wald verlaufen habe. Auf einmal hat sie einfach angefangen, sich über Luca aufzuregen. Bitte haltet mich jetzt nicht für einen Freak …", erwiderte die Halb-Fee/Halb-Hexe plötzlich wieder schüchtern und senkte ihren Blick gen Boden. Sofort hörte auch Hope auf, mit ihrer Rute zu wedeln.
"Warum bitteschön sollten wir das tun? Jetzt mal ehrlich: Andy lässt ständig alles durch die Gegend fliegen, Noelie droht damit, Leute anzuzünden, Mira kann sich irgendwann in jedes mögliche Lebewesen verwandeln und ich trinke leidenschaftlich gerne Blut. Vorzugsweise B negativ, dafür würde ich töten … was ich natürlich nicht tue, wir kriegen das Blut ja vom Camp gestellt. Jedenfalls möchte ich damit sagen, dass wir in gewisser Weise alle Freaks sind. Sogar jeder Mensch. Und das ist auch gut so. Im Grunde sichert Variabilität unser Überleben, okay?", empörte Geneviève sich direkt, wodurch Noe abrupt losprustete. "Das hätte so eine motivierende Ansprache sein können und dann fängst du einfach an, das alles biologisch zu begründen."
Yara und ich kicherten.
Wobei Gen ja nicht ganz unrecht hat. Die komplette Welt baut darauf auf, dass wir alle unterschiedliche Charaktereigenschaften, Stärken und Schwächen haben. Nur so können die verschiedensten Dinge gewissenhaft erledigt werden. Deswegen ist es wichtig, dass es Menschen gibt und die Übernatürlichen als Unterarten des Menschen, weil jede Gruppe ihre eigenen Vorteile hat, die dazu beitragen, dass das System funktioniert.
"Wow, Mira. Ich hätte nicht erwartet, dass sowas Schlaues von dir kommen kann", sagte Noe und riss mich aus meinen Gedanken ins Hier und Jetzt zurück.
"Sie hat doch gar nichts gesagt", stellte Andrea verwundert fest.
Ich seufzte grinsend. "Lange Geschichte."
"So lang nun auch wieder nicht." Noelie grinste ebenfalls. "Ich kann Gedanken lesen. Meistens zumindest."
Man konnte förmlich sehen, wie nun alle Anwesenden peinlich berührt noch einmal jeden einzelnen Gedanken durchgingen, den sie innerhalb der letzten 20 Minuten gehabt haben, wodurch Noelie’s Grinsen wuchs. "Es bringt euch noch weniger, wenn ihr jetzt an alles noch ein zweites Mal denkt. Das ist euch schon bewusst, oder?"
"Lasst uns doch einfach das Thema wechseln", warf ich meinen Vorschlag in den Raum, der erleichtert von allen angenommen wurde.
"Schieß los", meinte Gen.
Kurz überlegte ich, entschied mich dann aber aufgrund meiner Neugier dafür, beim Thema 'Übernatürliche' zu bleiben, zumal ich ja sowieso mit Yara darüber reden wollte.
"Ich habe eine Frage an dich, Yara. Du musst sie natürlich nicht beantworten, wenn du nicht möchtest." Ich ließ mich auf das Sofa fallen und klopfte auf den Platz neben mir.
"Du solltest sie allerdings schon beantworten und dich dahin setzen, Mira hasst Verschlossenheit." Meine Mitbewohnerin ließ sich im Schneidersitz auf den Boden sinken.
"Noelie! Nicht cool!", rief ich als nächstes sauer und warf sie mit einem Kissen ab. Die Fee lachte jedoch nur.
"Ich bemüh mich", lächelte Yara und nahm glücklicherweise neben mir Platz.
Also holte ich tief Luft. "Du hast doch auch bis jetzt nicht gewusst, dass du übernatürlich bist. Wie hast du dich gefühlt, als du es erfahren hast? Bist du jetzt sauer auf deine Eltern? Wie wirst du ihnen morgen beim Besuchertag gegenübertreten?"
"Wenn du dich vielleicht noch dran erinnern kannst, bin ich ohnmächtig geworden. Andy hat mir aber schon erklärt, dass viele Eltern wollen, dass ihre Kinder zumindest eine normale Kindheit verbringen können und ihnen darum erst am Ende der Pubertät ihre wahre Identität preisgeben. Unsere Eltern haben es ja nur gut mit uns gemeint, deswegen finde ich, es wäre nicht fair, wenn wir sauer auf sie sind. Obwohl es schon ein ziemlicher Schock war. An einem Tag bist du noch ein ganz normaler Mensch und am darauffolgenden plötzlich etwas, von dem du bis dahin immer geglaubt hast, dass es nicht mal existiert."
"Aber ist es denn wirklich so schlimm?", wollte Andy wissen und quetschte sich zu uns auf die Couch.
Yara blickte sie nur an, als hätte sie nicht mehr alle Tassen im Schrank. Schnell verbesserte Andy sich. "Also ich meine, klar, du hattest nicht den besten Start und Luca ist ein Arschloch, aber sonst so. Wenn man davon absieht."
"Dann ist es eigentlich ganz cool. Ohne meine übernatürliche Seite hätte ich euch ja alle wahrscheinlich gar nicht kennengelernt", grinste Yara.
Naaaaw, sie ist so knuffig! Und sie kann ja doch offen reden, das heißt, sie fühlt sich langsam wohl bei uns! Das freut mich so sehr!
Im selben Moment warf Noelie mir das Kissen zurück an den Kopf. "Komm jetzt nicht auf die Idee, sie adoptieren zu wollen, du olle Gestaltwandlerin."
Aber warum denn niiiicht?
Zur Antwort zog die Fee lediglich eine Augenbraue hoch.
"Na schön", grummelte ich und zeitgleich fing Andrea’s Magen an zu knurren.
"Zeit für Schokolade!" Noelie war aufgesprungen.
Wir anderen quittierten das ganze nur, indem wir gleichzeitig den Kopf schüttelten und unsere Augen verdrehten.
"Ihr werdet euch mit der Zeit schon an euer neues Leben gewöhnen. Wir helfen euch", versprach Gen lächelnd und gemeinsam machten wir uns dann wieder zurück auf den Weg zur Cafeteria, um Abendessen zu gehen.
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