Hologramm

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
H. G. Wells Myka Berring
13.08.2014
13.08.2014
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Sooo Leute, mal was ganz anderes als ich sonst schreibe. Ich schaue seit kurzem Warehouse 13 und MUSSTE einfach diesen OS dazu schreiben. Hoffe, es gefällt.
Und ich bin erst bei Staffel 3 also um Himmels Willen keine Spoiler bitte!
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Flasche. Schwer. Schwerer als erwartet. Trinken war wohl hier nicht so ein Thema. Seltsam eigentlich. Aber wenn du ein ganzes Lagerhaus voller magischer Artefakte hast, kann dir Alkohol wohl nicht mehr so viel bieten.
Flüssigkeit traf auf Glas. Schnelle Schlucke. Mehr, mehr, so wirkt es schneller. Atmen, atmen. Ruhig. Einfach ruhig bleiben und den Alkohol seine Arbeit machen lassen. Nur ein Handgriff. Drehen. Abstellen, damit ihre zitternden Hände nicht versagten. Bläuliches Licht ergänzte die dürftige Beleuchtung der Nachttischlampe.

Ihre Finger krallten sich an den Rand der Kommode hinter ihr. Atmen. Atmen. Das Licht verblasste. Wo vorher Luft gewesen war, stand jemand. Nein, kein jemand. Das Hologramm flackerte noch, bevor es sich ganz manifestiert hatte. Für einen Moment war Helena bewegungslos. Ihre Augen bewegten sich zuerst. Schossen nach links, rechts, erfassten die Szenerie. „Myka“ Sie klang überrascht, sah sich um, drehte sich im Kreis, konnte keine Gefahr erkennen. Auch keinen Grund, warum sie hier war.

Myka klammerte sich weiter an die Kommode, als wäre sie ihr letzter Rettungsanker. „Myka“, sagte Helena erneut, diesmal eher fragend. Sie zog die Brauen zusammen, legte den Kopf schief. „Myka, hast du getrunken?“ Myka suchte nach Worten. Sie war nicht vorbereitet. Sie hätte sich das besser überlegen müssen. Der Alkohol schoss noch nicht ein. Für einen Moment überlegte sie, Helena zurückzurufen. „Möglich.“, brachte sie schließlich stattdessen heraus.

Helenas Gesicht wurde weicher. „Oh, Myka.“ Sie machte ein paar Schritte auf sie zu, blieb dann unschlüssig stehen. „Also, ich denke wohl, dass das hier unser großes Gespräch sein soll, nicht?“ „Wie kommst du denn darauf?“, meinte Myka nur. Ihr Sarkasmus wäre nüchtern wohl subtiler gewesen, doch im Moment scherte sie das wenig. Helena klatschte in die Hände. „Nun, was soll ich sonst denken, wenn du mich um-“, sie sah auf den Wecker am Nachttisch und hob die Brauen, „3 Uhr mitten in der Nacht betrunken rufst.“ Myka hob einen Finger. „Okay, damit das klar ist. Ich bin nicht betrunken! Und es könnte alle möglichen Gründe geben, warum ich das tue. Vielleicht habe ich ja Probleme mit einem Artefakt und kann mit niemandem darüber reden. Oder, ich weiß auch nicht, ich könnte auch das Ende der Welt planen und mir Tipps holen wollen. Vielleicht gibt es aber auch einen ganz anderen Grund, den du dir nicht einmal vorstellen kannst.“ Sie verschränkt die Arme vor der Brust.

Helena breitete die Arme aus und lächelte. „Dann erleuchte mich, ich bitte dich.“
Die beiden Frauen starrten sich an. Myka sah zu Boden. „Warum?“
Helena ließ ihre Arme fallen. „Ich wusste, es geht darum. Ich kann dir nicht mehr erklären, als ich bereits habe. Ich war wütend, so unglaublich wütend. Ich hatte gedacht wenn ich aufwache-“ Myka schüttelte den Kopf. „Nein, nein, nicht die Geschichte schon wieder. Ich kenne diese Geschichte. Ich sage nicht, dass ich dich verstehe aber zumindest sehe ich die Logik dahinter. Nein.“ Sie sah nach oben, sah ihr in die Augen, „Was ich wissen will ist warum. Warum hast du mich so...benutzt?“ Sie spuckte das Wort aus, schleuderte es Helena ins Gesicht. Die zuckte kurz zusammen. „Habe ich dir denn gar nichts bedeutet?“

Helena holte Luft, doch Myka ließ sie nicht zu Wort kommen. „Sag mir jetzt ja nicht, dass ich Unfug rede. Wenn ich dir wirklich so viel bedeutet habe warum willst du die verdammte Welt vernichten und MICH MIT IHR?“ Die letzten Worte hatte sie gebrüllt. Soll doch das ganze B&B aufwachen. Helena hatte die Augen geschlossen. Ihre Hände waren verschränkt.

Sie schüttelte den Kopf. „Ich habe keine Entschuldigung für dich, Myka, falls es das ist, was du wolltest. Aber du musst mir glauben, wenn ich sage, ich wollte dich nie verletzen.“ Myka starrte sie an. „Du hättest auch nicht müssen.“ H.G. senkte den Blick. „Ich weiß. Myka, du musst verstehen, ich konnte nicht eine Nacht in Ägypten alles ändern lassen.“ Myka lachte kurz auf. „Gott, diese Nacht in Ägypten.“, meinte sie. Helena lachte „Ja, diese eine Nacht.“ Myka kicherte und schob sich eine Locke hinters Ohr. „Wusste gar nicht, dass ihr im 19. Jahrhundert so wild wart.“ Helena hob die Brauen. „Ja, manche Dinge kommen eben nie aus der Mode.“

Myka lächelte. Dann biss sie sich auf die Lippe, blinzelte, schaute zur Decke. „Ich dachte wirklich, ich sei stark genug.“, murmelte sie, „Dass das Warehouse mein Zuhause ist und das ist es auch, nur...Ich dachte ich müsste nie wieder an dich denken. Dass meine Rückkehr als Warehouse-Agent keine Rückkehr zu dir ist. Und jetzt holen wir dich aus diesem kleinen Ball wann immer es uns passt und-“, sie brach ab und wischte sich energisch übers Gesicht. „Es ist nur“, schniefte sie, „Trotz allem wünsche ich mir, du wärst einfach hier.“

Helena lächelte sanft. „Aber ich bin doch hier.“ „Aber auch wieder nicht.“, entgegnete Myka. H.G. seufzte. „Ich wünsche mir auch wirklich, wirklich sehr, dass ich hier wäre.“, flüsterte sie. Dann, als wäre ihr eine Idee gekommen, riss sie die Augen auf. „Myka, mach das Licht aus.“ Myka sah sie fragend an. Helena gestikulierte zur Lampe. „Mach das Licht aus, ich bitte dich!“ Die andere Frau runzelte zwar die Stirn, tat jedoch wie ihr geheißen.

Schlagartig war das Zimmer in Schwärze gehüllt. Nur Helena war noch klar und deutlich zu sehen. „Komm her.“, bat sie leise. Myka trat vor sie. Nahe. So nahe und auch wieder nicht. Ohne weitere Erklärung hob Helena die Hand, streckte sie Myka mit der Handfläche entgegen. Sie tat es ihr gleich. „Nun, schließe deine Augen und vertrau mir.“ Myka schloss ihre Augen. Dunkelheit. Nur Dunkelheit und Helenas Stimme vor ihr. „Siehst du, nun ist es fast, als wäre ich hier. Spürst du nicht meine Hand an deiner?“ Myka lächelte. Ihre Handfläche kribbelte. Dann war Helenas Stimme an ihrem Ohr. Nah an ihrem Ohr. „Ich wünschte wirklich, wir hätten mehr Zeit gehabt.“ Myka leckte über ihre Lippen. „Helena...“

Blaues Licht schimmerte durch ihre Lider. Sie riss die Augen auf. H.G., gerade noch so nahe bei ihr, löste sich in Pixel auf. „Wa-Nein, HELENA!“
Sie fuhr herum. Durch ihr verschwommenes Sichtfeld konnte sie nur einen Schemen neben ihrer Kommode wahrnehmen. Sie blinzelte. Mrs. Frederick, Zeigefinger auf der geschlossenen Sphäre. Vielleicht war sogar so etwas wie Mitgefühl in ihren Augen, in der Dunkelheit war ihr Gesicht ausdruckslos. Sie hob die Sphäre hoch. „Ich nehme das hier mit, Agent Berring. Es wird Zeit, loszulassen.“ Das Schlagen einer Tür. Das dumpfe Geräusch ihrer Knie auf dem Boden, als Myka zusammensank.
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