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Brave ones

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
13.08.2014
13.08.2014
3
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13.08.2014 631
 
Auf und ab... auf und ab... Nein! Warte, einatmen, ausatmen. Einatmen. Ausatmen.
Ein gequältes Stöhnen entfuhr mir und ich vergrub den Kopf tiefer in meinen Armen. Mir war so furchtbar schlecht. "Warum fahren auch immer nur Schiffe irgendwo hin?", jaulte ich leise und atmete wieder tief ein. Ganz ruhig. Du schaffst das schon.
"Levy!" Unwillig schüttelte ich den Kopf und grummelte irgendwas unverständliches. Das nervige Rütteln an meinem Arm blieb. "Levy! Wach doch endlich auf!"
"Ich bin wach, Finn", stöhnte ich und hob langsam den Kopf, bis ich die kleine Elfe sah. Finn schwebte mit besorgter Mine vor mir auf und ab. Auf und ab. - urks!
Schnell versteckte ich mich wieder in meinen Armbeugen und konzentrierte mich aufs Atmen. "Du bist eine nervige kleine Elfe. Noch dazu ist mir furchtbar schlecht. Also: Lass. Mich. Bitte. In. Ruhe."
"Ich bin ein Erntewichtel!", empörte Finn sich und ich hörte, wie er wütend schnaubte. "Elfen sind viel größer!"
"Das ist mir gerade irgendwie herzlich egal", murmelte ich. Finn schwieg.
"Vielleicht tut es dir ja gut, ein bisschen an die frische Luft zu gehen."
Fragend sah ich auf. Der Erntewichtel zuckte nur mit den zierlichen Schultern.
"Na meinetwegen", gab ich klein bei und richtete mich vorsichtig auf. Das Boot schaukelte längst nicht mehr so furchtbar wie noch vor einer Stunde - allein die Schilderung des Kapitäns "Kleinere Turbulenzen auf See" reichten, um meinen Magen zum Rebellieren zu bringen - und dafür war ich mehr als dankbar.
Finn flog glücklich Richtung kleine Treppe, die hinaus aufs Deck führte, und ich folgte ihm leicht schwankend.
Draußen schlug mir nebelige, kalte und salzige Seeluft entgegen. Der Horizont wanderte kaum merklich auf und ab, schlagartig beruhigte sich mein Magen. Erlöst atmete ich tief den DUft des Meeres ein und gesellte mich zu Finn, der sich glücklich kichernd auf der Reling niedergelassen hatte.
"Und?", fragte er nach einer Weile und sah mich erwartungsvoll an. Ich lachte und tätschelte seinen kleinen Kopf. "Alles wieder gut, danke, Finn." Der Erntewichtel wurde rot und kicherte wieder wie ein kleines Kind. Die Wellen brachen sich am Schiff, einige Möwen zogen bereits hinter dem Schiff ihre Kreise. Alles wirkte in diesem Moment so friedlich.
Dass ich auf diesem Schiff war, verdankte ich einzig und allein der Elfe - pardon! Ich meinte natürlich dem kleinen Erntewichtel, der es sich nun auf meiner Schulter bequem machte. Denn er war es, der mich auf dem Landgut meines Großvaters aufsuchte und mir von dieser Insel berichtete. Kastagnette. Wie schon auf der Farm murmelte ich leise den Namen vor mich hin. Irgendwie klang er beruhigend. Ich hörte Finns leises Kichern, als er mein Gemurmel hörte. Kastagnette... meine Eltern hatten mir hin und wieder davon berichtet, allerdings immer mit diesem furchtbar genervten Unterton a lá "Das ist sowieso nur ein jämmerliches Kuhdorf, schlag dir das sofort wieder aus dem Kopf!"
Denn es war schon immer mein Wunsch gewesen, dort einmal hinzufahren. Dass ich nun die Möglichkeit hatte, ein neues Leben zu beginnen und mein Glück als Rancher genau dort zu versuchen - das war einfach unglaublich.
Das Kichern wurde zu einem Schnarchen und ich schielte zu Finn. Der kleine Wichtel war doch tatsächlich eingepennt.
Belustigt schüttelte ich den Kopf, als ich die Schemen bemerkte. Unweit des Bootes wurden sie langsam aber sicher zu der Silhouette einer Insel - einer Insel mit einem riesigen Berg. Staunend lief ich die Reling entlang bis ganz nach vorn. Der Kapitän bedachte mich mit einem milden Lächeln und zog sich die Mütze tiefer ins Gesicht. Und ich? Ich stand fasziniert und weit über die Reling gebeugt auf dem Schiff, das mich in meine neue Heimat brachte.
Kastagnette - das neue Zuhause von Levy!
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