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Josephine Klick - Allein unter Cops (die Fiktive Fortsetzung der 1. Staffel)

von Ringa
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
12.08.2014
17.01.2015
35
72.893
1
Alle Kapitel
38 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
08.01.2015 1.584
 
4 Monate später

Josie:
Es war Frühling. April, um genauer zu sein. Die Hochzeitsvorbereitungen liefen auf Hochtouren, denn wir heirateten am 5. Juni, in genau acht Wochen. Mit dem Pfarrer war alles abgesprochen und geklärt. Der Festsaal war auch schon gemietet und wir hatten wunderschöne Ringe. Ich wusste, dass man eine Hochzeit ein Jahr im Voraus planen muss, aber ich bekam den Antrag erst an Weihnachten, deswegen fingen wir mit der Planung sofort im neuen Jahr an. Wir hatten Glück, es klappte alles auf Anhieb.
Die Kirche, für die wir uns entschieden, war nicht im Zentrum, sondern ein wenig abgelegen, im Grünen. Der Festsaal war auch ganz in der Nähe, man musste nur nach der Trauung durch einen wunderschönen Park gehen und dann war man da, nur in ein paar Minuten. Bei schlechtem Wetter würden wir drinnen feiern und bei gutem – draussen. Das Wetter würde natürlich wunderbar sein. Ich hatte noch nie etwas schöneres gesehen.
Zum Glück hatte ich Hilfe. Wie immer halfen mir Carolin, Karin und Stefanie.


Ich war sehr aufgeregt. Ich saß wie auf Nadelnspitzen.
„Beruhige dich, du musst heute nur dein Hochzeitskleid finden,“ sagte Fritz und grinste schief.
„Nur,“ wiederholte ich ironisch.
„Ha, das werden die Mädels sein,“ sagte Fritz, als die Türklingel ertönte.
„Na, endlich. Ich hasse es zu warten,“ kam aus mir heraus.
Die Mädels trudelten rein.
„Na, meine Liebe, bist du aufgeregt?“, fragte Stef
„Nö, kein bisschen,“ sagte Fritz ironisch und die Mädels fingen an zu kichern.
„Ihr wisst, wie ich shoppen „liebe“, verspricht mir bitte, dass wir nicht stundenlang durch die Läden schlendern? Eine Stunde, maximum,“ flehte ich sie an.
„Eine Stunde? Das glaubst auch nur du,“ meinte Caro.
„Wir schlendern, wie du sagst, solange durch die Läden, bis du dein Kleid gefunden hast,“ sagte Karin klipp und klar.
„Na das kann ja heiter werden,“ hörten wir von Fritz.
„Schatz, du suchst dir jetzt am besten eine Beschäftigung, dann nervst du weniger, ok?“
„Ist schon gut. Ich gehe schon. Viel Spass und quält meine Verlobte nicht zu doll.“
„Ich rufe dich an, wenn du Josie abholen kannst, ok? Das Kleid nehme ich natürlich mit zu mir nachhause und behalte es, bis es gebraucht wird,“ sagte Caro.
„Bis dann,“ sagte Fritz und wir fuhren endlich los.

In der Stadt angekommen, fingen wir mit der Kleiderjagd an.
„Hast du eine Vorstellung, was für ein Kleid du möchtest?“, fragte mich Stefanie.
„Nö, erst wenn ich es sehe.“

Wir hatten schon drei Läden abgeklappert, es gab aber kein einziges Kleid, das ich anprobieren wollte.
„Wie wäre es mit dem Kleid da?“, fragte Karin
„Im Schaufenster sieht es schön aus, aber ich würde darin wie ein Baiser Törtchen aussehen.“
Die Mädels brachen in Gelächter aus. Wir gingen noch weiter und plötzlich blieb ich vor einem Schaufenster stehen.
„Mädels, das ist mein Kleid,“ sagte ich und zeigte auf das Schmuckstück.
„Dann nichts wie rein.“
Die Mädels trugen mich beinah auf den Händen in das Geschäft hinein. Die Verkäuferin gab mir das Kleid und ich verschwand in der Umkleidekabine. In der Zeit wurden meine Freundinnen mit Sekt versorgt, um das Warten zu erleichtern.
Als ich das Kleid anhatte, betrachtete ich mich im Spiegel. Ich muss sagen, es gefiel mir, was ich sah. Sogar sehr. Ich fand mein Traumkleid.

Ich trat in den Raum, wo die Mädels waren. Carolin verschluckte sich mit dem Sekt, als sie mich sah.
„Sagt doch etwas“
Alle drei standen da wie eingemeisselt. Man konnte eine Fliege hören. Spätestens als Carolin feuchte Augen bekam, kam das Leben in die drei zurück.
„Josie, du siehst atemberaubend aus,“ sagten sie fast einstimmig.
„Wie eine griechische Göttin,“ sagte Karin noch dazu.
„Genau. Ich liebe Kleider in „Griechische-Göttin“ Stil und als ich das Kleid gesehen hatte, wusste ich in dem Augenblick, dass es mein Kleid ist.“
Die Verkäuferin kam zu uns und klatschte in ihre Hände.
„Sie sehen etzückend aus.“
„Wir nehmen es,“ sagte Carolin kurz und knackig.

Während wir auf Fritz warteten, konnte sich Karin nicht mehr einkriegen.
„Josie, das ist wirklich das schönste Kleid, dass ich je gesehen hatte. Der weiche Stoff, der so locker zum Boden fällt...“ Sie sah so verträumt aus.
„Und ich habe noch nie erlebt, dass eine Frau mit dem Kauf ihres Hochzeitskleides in 10 Minuten fertig war. Es ist unglaublich,“ konnte Stefanie nicht aufhören zu staunen.
Ich war glücklich. Ich glaube, Fritz konnte mein Lächeln schon von sehr Weitem sehen.
„Na da ist jemand glücklich,“ sagte er, als er bei uns ankam.
„Fritz, wenn du wüsstest...“ sagte Carolin, hörte aber zum Glück rechtzeitig auf, bevor sie sich verplapperte.
„Fahrt jetzt nachhause und feiert schön. Das Kleid ist bei mir sicher.“
Wir verabschiedeten uns und alle gingen in verschiedene Richtungen.

„Ich hätte nicht gedacht, dass ihr so schnell fertig sein würdet. Ich dachte, ich müsste dich vor 20 Uhr nicht abholen,“ sagte Fritz, als wir unterwegs nachhause waren.
„Um mein Kleid zu finden brauchte ich nur einen Augenblick.“
„Ich würde dich am liebsten schon heute abend heiraten, nur damit ich dich in dem Kleid sehen könnte.“
„Schon bald,“ sagte ich nur.

Im Rückspiegel konnte ich sehen, wie ein Auto auf uns zuraste.
„Fritz, fahr mehr zur Seite, da ist jemand sehr ungeduldig,“ warnte ich.
Wir dachten, der Autofahrer wollte nur sehr schnell überholen, aber er tat es nicht, sondern drängelte nur.
„Was tut der Vollidiot da?“, regte sich Fritz auf.
Wir waren nicht mit dem Dienstwagen unterwegs, deswegen hatten wir kein Blaulicht.
„Wir können ihn gleich anhalten und seinen Arsch aufreissen.“
Fritz hupte einmal und zeigte dem Fahrer, dass er anhalten soll. Der Wunsch wurde uns nicht erfüllt. Das Auto beschleunigte nur und fuhr uns hinten rein.
„Scheisse, was sollte das denn?“, fluchte ich.
Wir spürten noch einen heftigen Stoss und dann wurden wir von der Strasse gedrängt. Egal wie sehr Fritz das Auto unter Kontrolle zu halten versuchte, er konnte es nicht. Wir konnten nur unsere Hände vors Gesicht zum Schutz halten, bevor wir in einen Baum knallten. Ich hörte noch einen Knall. Das waren die Airbags. Der Stoss war ziemlich stark, er presste mich zurück in den Sitz.
„Fritz?“, versuchte ich nach ihm zu rufen, aber ich konnte fast nichts hören. Es war Ohrenbetäubend laut.
„Fritz!“, versuchte ich noch einmal seinen Namen zu rufen, aber ich konnte keine Antwort von ihm hören. Allmählich wurde alles ruhig und ich sank in eine tiefe Dunkelheit...

Alex:
Carolin erzählte mir gerade am Telefon, was für ein traumhaftes Kleid Josephine gekauft hätte.
Sie klang sehr fröhlich und aufgeregt, als ob es um unsere Hochzeit gehen würde.
Ich redete mit meiner Frau, als ich merkte, wie Waldi ganz blass im Gesicht den Hörer auflegte.
„Liebling, ich rufe dich gleich zurück, ok?“
Ich legte auf und schaute nochmal zu Ewald.
„Du siehst aus, als ob du einen Geist gesehe hättest,“ versuchte ich zu scherzen.
„Das waren die Kollegen“, stotterte er.
„Sie wurden zu einem Unfall gerufen...“
Ich konnte sehen, dass Ewald nicht wusste, wie er den Satz zu Ende bringen sollte.
Langsam bekam ich weiche Knie.
„Verdammt, Ewald, spuck es aus.“
„Der Unfall... Es ist Fritz' und Josies Wagen...“
Das Einzige, was ich in dem Augenblick sagen konnte, war „Wo?“

Sobald ich den Standort wusste, fuhr ich so schnell ich konnte. Ich betete, dass das ein Irrtum war.

Als ich ankam, sah ich, wie aus dem Auto Rauch aufstieg. Die Sanitäter luden Josie auf eine Trage.
Ich lief zu ihnen.
„Bitte, Gott! Nein nein nein!“
Das einzige, woran ich denken konnte, war, wenn sie jetzt Josies ganzen Körper zudeckten, dann kam jede Hilfe zu spät.
Ich war endlich angekommen. Die Rettungssanitäter deckten Josies Körper zu, aber nur bis zum Kinn.
„Gott sei Dank,“ kam aus mir heraus.
Sie lebte noch. Die Erleichterung war deutlich zu spüren.
Josie war aber bewustlos. Sie sah schrecklich aus: eine Platzwunde auf der Stirn und im ganzen Gesicht blutig.
„Fritz?“, rief ich nach meinem Freund.
„Haben sie den Mann schon in den Krankenwagen geladen?“, fragte ich die Sanitäter.
„Welchen Mann?“
„Welchen Mann? Na, den Fahrer? Mein Kollege Fritz Munro und die Kollegin Josephine Klick, die sie gerade eingeladen haben, waren auf dem Weg nachhause,“ erklärte ich.
„Tut mir leid, ihr Kollege war nicht bei Frau Klick.“
Ich konnte nicht verstehen, was der Mann mir gerade mitteilte.
„Fritz! Fritz!“, rief ich seinen Namen immer wieder, so laut ich konnte. Ich untersuchte den ganzen Unfallort – kein Fritz weit und breit.
Dann verspürte ich doch noch einen Funken Hoffnung.
„Sagen sie mal, befand sich Frau Klick auf der Fahrerseite? Wenn ja, dann fuhr sie vielleicht doch alleine.“
Der Mann zerstörte aber meine Hoffnung in der gleichen Sekunde.
„Es tut mir leid. Frau Klick saß angeschnallt auf der Beifahrerseite.“
Ich war fassungslos. Ich setzte mich auf dem Boden, denn es drehte sich alles. Ich sah  dem Krankenwagen, der Josie wegfuhr, hinterher.
Der Klingelton meines Handys versetzte mir einen Stich ins Herz.
„Hallo Carolin.“
„Schatz, ich wollte Josie anrufen und fragen, ob sie schon zuhause sind, aber ich konnte keinen erreichen.“
Ich weinte selten, aber jetzt liefen mir die Tränen über die Wangen und ich wusste nicht, wie ich die Nachricht meiner Frau überbringen sollte.
„Alex, bist du da?“
„Carolin, setzt dich hin.“
„Was ist los? Du machst mir Angst.“
„Setzt dich hin,“ wiederholte ich.
„Es gab einen Unfall. Es waren Fritz und Josie.“
Ich hörte, wie Carolin anfing zu weinen.
„Oh Gott, bitte nicht,“ sagte sie.
„Josephine wurde ins Krankenhaus gebracht und...“
Ich wusste nicht, wie ich den Satz beenden sollte.
„Und Fritz? Wie geht’s ihm?“, fragte sie mich.
„Schatz,“ atmete ich tief ein.
„Fritz ist nicht da...“
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