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Josephine Klick - Allein unter Cops (die Fiktive Fortsetzung der 1. Staffel)

von Ringa
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
12.08.2014
17.01.2015
35
72.893
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12.08.2014 3.569
 
Josie:
Ich dachte ich würde gerade erst die Augen schliessen, als der Wecker klingelte. Es war 6.30 Uhr.
„Ist die Nacht schon vorbei?“, fragte ich mich.
„Bin noch hundemüde. Um 8 Uhr muss ich im Revier sein.“
Ich schaute zur Seite aber die andere Betthälfte war leer. Wo war Fritz? War das ganze Wochenende etwa nur ein Traum? Ich schüttelte den Gedanken schnell ab und begab mich auf die Suche nach ihm. Lange suchen musste ich nicht, ich fand ihn in der Küche. Er machte Frühstück und unterhielt sich mit Viktor.
„Morgen Jungs,“ sagte ich zu den beiden und sie begrüssten mich ebenfalls.
Fritz kam zu mir, nahm mich in den Arm und küsste mich.
„Wow, ich möchte jeden Morgen so begrüsst werden,“ sagte ich und strich Fritz übers Kinn.
„Das kannst du haben,“ sagte er und drückte mich ganz fest.
„Ich gehe kurz ins Bad und dann können wir frühstücken,“ sagte er und verschwand für ein paar Minuten.
„Viktor, ich wollte dich etwas fragen“.
„Schiess los, Josephine,“ sagte er und schaute mich fragend an.
„Ist das für dich in Ordnung, dass Fritz so oft hier ist? Wenn nicht, dann musst du es mir sagen.“
Ich war sehr gespannt auf seine Antwort.
„Josephine, wenn er zu dir gehört, dann gehört er zur Familie.“
„Danke, es bedeutet mir wirklich sehr viel, dass du das sagst.“
In dem Moment kam Fritz wieder.
„So, lass uns jetzt frühstücken und dann bringe ich dich zu Arbeit,“ sagte er und führte mich zum Tisch.
„Und was machst du heute?“, fragte ich ihn.
„Ich werde als erstes nachhause fahren und mich ein bisschen langweilen.“
„Das hört sich sehr spannend an,“ sagte ich und schmiegte mich an seine Seite.

Um 7.40 Uhr fuhren wir los. Im Revier angekommen, trafen wir auf Karin und Waldi. Die erwarteten uns schon sehnsüchtig. Karin fiel mir um den Hals und Waldi freute sich ebenfalls sehr uns zu sehen.
„Na ihr, erzählt mal, was Sache ist,“ sagte Waldi.
Karin wurde schon sehr aufmerksam.
„Wie ihr seht, muss ich nicht ins Gefängnis, aber ich wurde für zwei Wochen suspendiert,“ sagte Fritz und küsste mich.
Karin und Waldi grinsten wie Honigkuchenpferde, aber überrascht waren sie nicht.
„Gott sei Dank ist euer Eiertanz zu Ende,“ sagte Waldi und zog eine lustige Grimasse.
„Was für ein Eiertanz?“, fragte ich.
„Jeder konnte von Anfang an sehen, dass ihr für einander wie geschaffen seid, nur ihr wart blind,“ sagte Karin und blinzelte mir zu.
„Was glaubt ihr, wieso ihr euch nicht ausstehen konntet? Das ist typisch. Erst der grosse Hass, dann die grosse Liebe,“ sagte Waldi.
„Seit wann bist du so ein Liebesexperte geworden?“, ärgerte ihn Fritz.
„Tja, der Waldi kennt sich eben aus,“ gab er zurück.
„Ok, Süsse, ich hole dich nach der Arbeit ab und treib Alex nicht in den Wahnsinn, ok?“
Er küsste mich und machte sich auf den Weg nach draussen. In dem Moment kam Alex rein. Die Männer begrüssten sich und dann war Fritz schon weg. Ich fand, Alex war ziemlich gut gelaunt.
„Gibt's einen Grund für deine gute Laune?“, fragte ich ihn.
„Nö, ich bin einfach so glücklich, du nicht?“
„Doch und wie“, sagte ich und setzte mich an meinen Schreibtisch. Ich dachte schon, es würde ein langweiliger Arbeitstag werden, als der Chef aus dem Büro rauskam.
„Macht euch nicht zu gemütlich, ihr habt einen Einsatz. Ach, und Miss Klick, schön sie bei uns zu haben.“
„Danke Chef,“ sagte ich und dann stürmten wir los. Der Tatort war 25 km weit weg. Wir saßen im Auto und ich schwieg, denn ich habe ein Versprechen gegeben. Zu meinem Staunen war aber Alex ziemlich gesprächig.
„Wie war euer Sonntag? Was habt ihr so angestellt?“, fragte er mich.
„Willst du das wirklich wissen?“, gab ich ihm zurück.
„Nur das Gröbste bitte, die Details kannst du mir ersparen.“
Wir mussten beide lachen.
„Wir haben den ganzen Tag nur gefaulenzt, ein paar Filme angeschaut und sonst nichts besonderes. Und ihr? Was habt ihr so gemacht?“
„Naja, es hat so gegossen draussen, deswegen haben wir uns einen gemütlichen Tag gemacht, mit Popcorn vor der Glotze.“
„Auch schön“, sagte ich und schon waren wir am Tatort angekommen.
Es war ein grosses, schönes Haus. Wir traten ein und Teresa begrüsste uns. Als erstes sahen wir eine Frau, die tot in der Küche lag. Neben ihr stand ein Mann und weinte bitter.
Teresa informierte uns kurz.
„Herr Friedrich Brehmer kam vom Sport nachhause und fand seine Frau tot auf dem Boden in der Küche. Er hat noch einen Krankenwagen gerufen, aber jede Hilfe kam zu spät. Es sieht so aus, als ob Inge Brehmer einen Herzinfarkt erlitten hätte.“
„Sie ist aber höchstens mitte Dreissig,“ sagte ich sehr erstaunt.
„Tja, das ist aber noch nicht alles,“ sagte Teresa und zeigte uns ihre Fingernägel. Sie waren leicht verfärbt.
„Das heisst, sie wurde vergiftet, stimmt's?“, fragte ich Teresa und sie nickte nur.
„Bis ich eine Autopsie gemacht habe, kann ich nicht mehr sagen.“
„Danke Teresa,“ sagte ich. Dann ging ich mit Alex zu dem Ehemann.
„Guten Tag, Herr Brehmer, ich bin Klick und das ist mein Kollege Mahler. Ihr Verlust tut uns sehr leid."
„Danke“, sagte der Mann abwesend.
„Können sie uns nochmal erzählen, was genau passiert ist?“, fuhr Alex fort.
Er bestätigte uns nur die Geschichte, die uns Teresa schon erzählt hatte.
„Kennen sie jemanden, der ihrer Frau etwas antun wollte? Hat sie vielleicht irgendwelche Drohungen bekommen?“, fragte Alex.
Herr Brehmer schüttelte den Kopf.
„Wieso Drohungen? Inge hatte doch einen Herzinfakt,“ sagte der Mann und wartete auf eine Antwort.
„Es sieht nur so aus. Ihre Frau wurde, leider, vergiftet,“ sagte Alex.
„Was? Oh mein Gott,“ schrie der Mann.
"Wer hat meiner Frau das angetan?“
„Wir versprechen ihnen unser Bestes zu geben um das herauszufinden. Falls wir noch Fragen haben, halten sie sich für uns zur Verfügung, ok? Und nochmal, ihr Verlust tut uns sehr leid,“ sagte Alex und wir gingen. Wir wollten den Mann erstmal in Ruhe lassen, damit er trauern konnte. Wir schauten uns im Haus um, aber wir konnten nichts finden, schon gar kein Gift. Alles war sauber, das ganze Haus glänzte nur so.

Zurück im Revier saß ich an meinem Tisch und dachte nach. Es gab eine Leiche aber keinerlei Indizien, wie sie vergiftet wurde. Alex' Telefon klingelte.
„Es ist Teresa, wir sollen zu ihr kommen,“ sagte er und wir schnellten zu ihr.
„Tja, Kinder, ich bin überfragt,“ sagte sie. An den Fingernägel kann ich sehen, dass sie vergiftet wurde, aber im Blut gibt’s keinerlei Spuren von irgendwelchem Gift.“
„Das gibt’s doch nicht,“ sagte Alex verärgert.
„Wir finden schon raus, wer sie umgebracht hat und womit,“ wollte ich Alex beruhigen.

Ich saß wieder an meinem Tisch und bekam langsam Kopfschmerzen.
„Alex, ich will nochmal zum Tatort um mit den Nachbarn zu reden, kommst du mit?“
„Was können, deiner Meinung nach, die Nachbarn wissen, wenn der eigene Mann überfragt ist?“
„Du würdest staunen, was Nachbarn alles mitkriegen.“
„Kommt jetzt etwa eine von deinen Geschichten?“, fragte Alex.
„Ne, ich warte damit, bis Fritz wieder da ist.“ Alex lächelte.
„So, kommst du jetzt mit oder nicht? Ich kann auch alleine fahren, wenn du hier bleiben willst.“
„Ich komme mit. Ich muss aufpassen, dass du keine Scheisse baust, Bielefeld.“
„Ha ha, sehr lustig,“ sagte ich und wir fuhren los.

Fritz:
„Boah, ist mir langweilig. Im TV läuft nur Mist.“
Erst jetzt merkte ich, wie gern ich arbeitete. Ich wusste nicht, womit ich mich beschäftigen sollte. In Gedanken war ich bei meinen Kollegen. Ich war schon kurz davor Josie und Alex einen Besuch abzustatten, jedoch hielt ich mich zurück. Heute war erst der erste Tag ohne mich im Team, ausserdem waren die beiden höchstwahrscheinlich irgendwo im Einsatz. Plötzlich fiel mir ein, dass ich schon länger kein Motorrad mehr gefahren habe. Ich schwang mich auf meinen Bock und fuhr los. Das Wetter war schön: mild und sonnig – mitte März eben. Ich fuhr ausserhalb der Stadt im Grünen herum.
„Es ist schön hier. Nächsten Monat, wenn es schon viel wärmer ist, lade ich Josie hier zum Picknik ein. Es müsste ihr hier auch gefallen“.
Ich düste noch eine Stunde durch die gegend und dann fuhr ich wieder nachhause.

Josie:
Als wir wieder dort waren, schauten wir uns in der Nachbarschaft um. Wir klingelten an einer Tür. Keiner hat uns aufgemacht, deswegen wollten wir schon zum nächsten Haus gehen, als die Tür doch noch aufging.
„Guten Tag, ich bin Klick und das ist mein Kollege Mahler. Sie sind?
„Ich bin Inka Möller“.
„Frau Möller, wir haben ein paar fragen über ihre Nachbarin, Frau Brehmer.“
„Kommen sie rein. Ich habe schon davon gehört. Wie schrecklich. Inge war noch so jung und gesund, dachte ich.“
„Weswegen wir hier sind,“ sagte Alex.
„Inge Brehmer wurde vergiftet.“
Die Frau verzog das Gesicht.
„Wie bitte? Wollen sie mir sagen, in unsere Nachbarschaft treibt sich ein Täter herum, der Leute vergiftet? Bin ich etwa in Gefahr?“, fragte die Frau erschrocken.
„Wir wissen noch viel zu wenig, aber lassen sie vorsichtshalber keine fremden Menschen in ihr Haus, ok?“
Ich klang ein wenig wie ihre Mutter, dachte ich mir.
„Darf ich mir ein Glas Wasser holen?“, fragte ich die Frau.
„Klar, bedienen sie sich,“ antwortete sie und ich ging in die Küche.
„Frau Möller, kannten sie Inge Brehmer gut?“, fragte Alex und setzte sich hin.
„Sie war halt eine nette Nachbarin. Ich trinke eine Tasse Tee jeden Tag um 16 Uhr und manchmal lud ich sie dazu ein. Ich wünschte, ich hätte sie besser gekannt. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wer sie töten wollte.“
„Was ist mit Herrn Brehmer?", fragte ich.
„Inges Mann hat sie geliebt, soweit ich weiss.“
„Danke, Frau Möller. Wenn wir noch Fragen haben, kommen wir auf sie zurück,“ sagte Alex und wir verabschiedeten uns.
Wir gingen zum nächsten Haus. Ein älterer Mann machte uns die Tür auf und bat uns hinein.
„Guten Tag, Kripo: Klick und Mahler,“ sagte ich und reichte dem Mann meine Hand.
„Reinhard Löbcke, wie kann ich ihnen helfen?“
„Ich nehme an, sie wissen schon von Frau Brehmer?“
„Ja, es ist traurig. Ich vermute, sie wurde getötet, wenn ihr von der Kripo seid.“
„Sie haben recht. Sie wurde vergiftet,“ sagte Alex.
Herr Löbcke war nicht sehr überrascht.
„Haben sie mit Frau Möller schon geredet?“, fragte der Mann.
„Ja, das haben wir. Sie weiss nichts.“
„Sie hat euch angelogen. Wenn jemand Inge Brehmer vergiftet hat, dann war sie es.“
„Frau Möller? Wie können sie so sicher sein?“, fragte Alex.  
„Inka hatte eine Affäre mit Inges Mann, Herrn Brehmer,“ erzählte uns der Mann.
„Sind sie sich auch wirklich sicher?“
„Ja. Immer, wenn Frau Brehmer von zuhause wegfuhr, lief Frau Möller rüber, zu ihrem Mann. Eines Abends brachte ich den Müll raus und sah sie draussen knutschen.“
Wir bedankten uns bei Herrn Löbcke und gingen. Wir standen noch vor seinem Haus und überlegten, wie wir weiter vorgehen wollten.
„Alex, sie ist die Täterin.“
„Josie, das wissen wir nicht.“
„Sie hatte ein Affäre mit Inges Mann. Inka wollte sie bestimmt aus dem Weg räumen um Friedrich für sich alleine haben zu können. Wir müssen nochmal mit Herrn Brehmer reden. Er hat uns die Affäre verschwiegen,“ sagte ich und drehte mich um.
Da fiel mein Blick auf die Blumen, die in Frau Möllers Garten wuchsen. Plötzlich traf es mich wie ein Schlag. Ich hielt an und drehte mich zu meinem Kollegen um.
„Alex, ich hatte gerade eine Erleuchtung,“ sagte ich zu ihm.
„Und jetzt? Willst du in einen Kloster auswandern, oder was?“, fragte mich Alex und runzelte die Stirn.
„Doch keine spirituelle Erleuchtung. Mir wurde jetzt auf einmal alles klar. Alex, schau dir Frau Möllers Blumengarten an, was siehst du da?“
„Blumen?“, sagte Alex.
„Aber was für Blumen?“
„Das wirst du mir gleich sagen, nehme ich an.“
Wir kamen näher heran.
„Schau. Diese Schönheit heisst Fingerhut, oder Teufelsglocke. Sie ist extrem giftig. Schon zwei, drei Blätter reichen aus, um einen Menschen zu töten und das ist noch nicht alles. Aus der Pflanze wir Digitalis hergestellt. Es ist ein Medikament, mit dem man Herzinsuffizienz behandelt. In kleinen Mengen heilt es und in grösseren – tötet es. Im Körper findet man das Gift darum nicht,  weil es aussieht, dass die Todesursache eines natürlichen Ursprungs ist – eben ein Herzversagen. Alex, sie war es. Sie ist die Täterin.“
„Wir haben keine Beweise. Ein Motiv – ja, aber keine Beweise. Die Blume wächst fast in jedem Garten, wie ich sehe,“ sagte Alex.
„Weisst du, als ich mir ein Glas Wasser holte, sah ich ein Mörser auf der Arbeitsplatte stehen, da drin waren zerstossene Kräuter für den Tee. Dachte ich. Aber was, wenn das die Blätter der giftigen Pflanze waren?“
Ich hatte Alex schon fast überzeugt, als er sagte:
„Wir brauchen aber ihr Geständnis, sonst können wir sie wegen Mordes nicht belangen.“
„Ich habe einen Plan. Komm, wir gehen zu ihr, aber du sagst nichts, ok? Mach einfach mit.“
„Na das kann ja heiter werden,“ sagte Alex und folgte mir.
Wir klingelten nochmal an Frau Möllers Tür. Die Frau war sehr überrascht, als sie uns wieder sah.
„Haben sie vergessen mich noch etwas zu fragen?“, erkundigte sie sich.  
„Sie sind die jenige, die etwas vergessen hat uns zu erzählen,“ sagte Alex mit ernster Stimme.
„Ich weiss nicht, wovon sie reden,“ sagte sie.
„Frau Möller, sie hatten eine Affäre mit Friedrich Brehmer, das wissen wir ganz genau. Sie dachten doch nicht, dass sie das geheim halten können in so einer grossen Nachbarschaft?“, stellte ich sie zu Rede.
Inka sagte erstmal nichts. Sie fing an zu zittern und sackte in einen Sessel.
„Ich mache uns eine Tasse Tee und dann erzählen sie uns, was passiert ist, ok?“, sagte ich und verschwand in der Küche. Kurz darauf kam ich mit zwei Tassen heissen Tees und setzte mich zu Alex und Inka.
„Bitte schön“, sagte ich und reichte den Tee. Wir nahmen ein paar Schluck und dann sagte Inka:
„Ja, ich habe eine Affäre mit Friedrich. Ich liebe ihn.“
„Und dann entschieden sie sich Inge aus dem Weg zu räumen?“, fragte Alex ärgerlich.
„Nein, das stimmt nicht. Jeder hätte sie vergiften können,“ sagte sie und wurde immer nervöser.
„Aber nur sie hatten ein Motiv,“ sagte Alex.
Ich nahm noch ein Schluck Tee und die Frau tat es mir gleich.
„Alex, magst du auch ein Tässchen?“
„Nein, danke,“ sagte er und wusste nicht, ob seine Antwort richtig war.
„Es schmeckt gut. Diesen Tee habe ich aus frischen Kräutern aus der Küche zubereitet,“ sagte ich und schaute zu Alex.
„Ich habe keine frische Kräuter in meiner Küche,“ sagte Frau Möller und nahm noch einen Schluck.
„Doch, ich habe sie in ihrem Mörser gefunden,“ sagte ich und sah, wie Alex sich das Lachen verkneifen musste.
In dem Moment spuckte die Frau ihren Tee aus und wurde leichenblass im Gesicht.
„Was haben sie getan?“, schrie sie mich an.
„Ich verstehe sie nicht“, sagte ich selenruhig.
„Rufen sie sofort einen Krankenwagen,“ brüllte Frau Möller.
„Wieso? Wer ist hier krank?“, fragte Alex und tat so, als ob er keine Ahnung hatte worum es hier ging.
„Es waren keine Kräuter in dem Mörser. Es war Fingerhut, eine hochgiftige Pflanze. Wir werden sterben, wenn sie den Arzt nicht rufen,“ schrie die Frau panisch und lief zum Telefon. Sobald sie es in der Hand hielt und Notfall Nummer wählte, nahm Alex ihr das Telefon weg.
„Was tun sie da? Sind sie verrückt? Geben sie mir das Telefon. Wieso tun sie das? Was wollen sie von mir?“
„Die Wahrheit,“ sagte ich.
„Verdammt noch mal, sagen sie jetzt die Wahrheit.“
„Ok, ok. Ich war's. Ich habe Inge vergiftet und jetzt rufen sie einen Arzt, ich flehe sie an.“
„Inge hätte auch einen Arzt gebraucht,“ sagte ich.
Die Frau war kurz davor umzukippen, denn sie dachte, sie würde sterben und ich mit ihr.
„Entspannen sie sich, Frau Möller, es war ein ganz gewöhnlicher Tee,“ sagte ich.
Die Frau fing an zu fluchen.
„Verdammte Scheisse, ihr habt mich reingelegt.“
„Tja, um einen Mörder zu überführen tun wir alles.“
Alex legte ihr die Handschellen an, las ihr ihre Rechte vor und führte sie nach draussen. Da standen schon Kollegen von der JVA. Alex hatte sie verständigt, bevor wir zu Frau Möller reingingen. Er übergab die Frau den Kollegen in dem Moment als Friedrich Brehmer auf uns zukam. Er sah, dass Inka Handschellen trug und fragte sie, wieso sie das getan hatte.
„Das fragst du noch? Ich hatte dich geliebt, aber du wolltest deine Frau nicht verlassen, deswegen hab ich dafür gesorgt, dass sie dich verlässt. Ich hätte dich zusammen mit ihr vergiften sollen,“ sagte sie mit so viel Hass in ihrer Stimme.
„Bringt sie hier weg,“ sagte Alex.
Herr Brehmer ging wieder ins Haus. Wir stiegen ins Auto und machten uns auf den Weg ins Revier.
„Bielefeld, du bist ein Genie,“ sagte Alex zu mir.
„Ja, ich weiss,“ sagte ich und zwinkerte.
20 Minuten später saßen wir an unseren Tischen, erledigten Papierkram und tranken Kaffee.  Amann kam aus seinem Büro und erkundigte sich nach unserem Fall.
„Tja, Chef. Bielefeld kam, sah und siegte. Der Fall ist gelöst,“ sagte Alex und wir lachten alle.
„Dann könnt ihr heute eine Stunde früher Feierabend machen.“
„Danke Chef,“ sagten wir unisono.
Amann verschwand wieder in seinem Büro.

Fritz:
Kaum war ich zuhause, langweilte ich mich wieder. Der Glotze gab ich noch eine Chance – nichts! Jedenfalls nichts, dem man Beachtung schenken konnte. Ich schaute auf die Uhr. Beni musste schon aus der Schule da sein. Ich nahm mein Handy und wählte Stefanies Nummer.
„Hallo. Ich bin's,“ sagte ich, als ich an anderem Ende ihre stimme hörte.
„Ist Beni schon da? Ich würde ihn gerne jetzt besuchen,“ fragte ich Stefanie und dachte ich kannte ihre Antwort schon. Zu meinem Erstaunen stimmte sie zu.

Stefanie öffnete die Tür und war mürrisch wie meistens. Wir begrüssten uns und ich ging in Benis Zimmer. Der Junge freute sich sehr, als er mich sah. „Papa!", schrie er vor Freude.
Er sprang in meine Arme und ich hob ihn hoch. Ich war glücklich. Ich liebte meinen Sohn über alles.
„Magst du mit mir nach draussen gehen?", fragte ich den Kleinen.
„Au ja“, sagte er fröhlich.
„Ich muss nur noch Hausaufgaben machen und dann können wir gehen. Hilfst du mir, Papa?"
„Aber klar, mein Schatz.“
Ich half ihm bei den Hausarbeiten und dann machten wir uns auf den Weg nach draussen.
Bevor wir aus der Tür verschwanden, fragte mich Stefanie wieso ich jetzt nicht auf der Arbeit wäre. Ich sagte ihr, es wäre eine lange Geschichte und schloss die Tür hinter uns. Ich und Beni gingen auf einen nahliegenden Spielplatz. Er tobte und ich schaute glücklich zu. Ich genoss die Zeit mit meinem Sohn.
Mein Handy vibrierte in der Hosentasche. Ich nahm es und schaute es mir an. Eine Nachricht von Josie:
„Hallo mein Engel. Kannst du mich eine Stunde früher abholen? Ich freue mich schon auf dich. Bis bald. Deine Josephine“.
„Papa, wieso grinst du so?", fragte mich Beni und kam auf mich zu.
Ich erzählte ihm, dass es in meinem Leben eine Frau gab die ich sehr lieb hatte.
„Ist sie hübsch?"
Bei der Frage musste ich lachen.
„Ja, sie ist hübsch und sehr lustig. Sie würde dir gefallen. Möchtest du sie mal kennenlernen? Vielleicht jetzt am Wochenende, wenn du bei mir bist?" „Kannst du sie fragen, ob sie mir Kekse backen könnte?", fragte Beni.
„Das macht sie bestimmt, ich sag es ihr, versprochen.“
Ich musste schmunzeln. Kinder sind noch so unkompliziert. Mal schauen, wie es am Wochenende läuft. Ich schaute auf die Uhr. In 1 Stunde musste ich Josie abholen. Ich brachte Beni zurück, verabschiedete mich und fuhr wieder nachhause.

Josie:
Die Zeit bis zum Feierabend überbrückten wir mit Papierkram und Langeweile als ich plötzlich eine Umarmung wahrnahm. Es war Fritz. Er war gekommen um mich abzuholen.
„Hey Alex, du lebst noch,“ grinste Fritz.
„Ja, erstaunlich, nicht? Ich dachte nicht, dass ich das so bald sagen würde, aber Bielefeld ist einfach genial.“
Fritz schaute uns fragend an.
„Ich erzähle es dir am Mittwoch abend, in der Kneipe.“
„Ok,“ sagte Fritz.
Wir verabschiedeten uns von Karin, Waldi und Alex und machten uns auf den Weg zum Auto. Draussen umarmten wir uns und er küsste mich.
„Ich habe dich vermisst,“ sagte ich und streichelte seine Wange.
„Ich dich auch. Du hattest aber wenigstens zu tun. Ich hab mich gelangweilt und die ganze Zeit an dich gedacht. Ich hoffe, dass die zwei Wochen schnell vorbeigehen und ich endlich wieder mit euch arbeiten kann,“ sagte Fritz und küsste mich nochmal.
Wir fuhren los.
„Sag mal, möchtest du vielleicht ein paar Tage bei mir bleiben? Wir könnten Viktor ein bisschen Ruhe gönnen. Was sagst du?“
„Ich sage definitiv ja.“
Fritz freute sich sehr und ich mich auch. Er fuhr mich kurz nachhause, ich packte eine Tasche für ein paar Tage zusammen und sagte Viktor bescheid, dass ich für 'ne Weile bei Fritz bleiben würde.

Fritz Wohnung war sehr schön und gemütlich eingerichtet. Ich fühlte mich sofort wie zuhause.
Wir aßen zu Abend und redeten darüber, wie unser Tag verlaufen war. Er erzählte mir wie er den Nachmittag mit Beni verbrachte und war sehr glücklig. „Was möchtest du heute noch machen?“, fragte mich Fritz.
„Ich möchte einfach nur ein wenig Wein trinken und dann früh ins Bett gehen,“ sagte ich und zwinkerte ihm zu.
„Du kannst meine Gedanken lesen,“ flüsterte er mir ins Ohr.
Wir schnappten uns eine Flasche Rotwein, zwei Gläser und gingen nach oben, ins Schlafzimmer...
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