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Josephine Klick - Allein unter Cops (die Fiktive Fortsetzung der 1. Staffel)

von Ringa
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
12.08.2014
17.01.2015
35
72.893
1
Alle Kapitel
38 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
12.08.2014 1.322
 
Josie:
„Alex, magst du mit Caro und den Mädels am Wochenende zu uns kommen? Wir könnten grillen und uns einen schönen Nachmittag machen. Was sagst du dazu?“
Alex schaute mich erst mit offenem Mund an.
„Vielen Dank für die Einladung. Ich frage Carolin, ob sie noch nichts vorhat, dann sage ich dir bescheid, ok?“
„Ist gut,“ sagte ich und widmete mich dem Papierkram.
Fritz ging zu Alex und flüsterte ihm etwas zu.
„Mann, Bielefeld, dass du am Samstag Geburtstag hast, hast du vergessen zu erwähnen, oder was?“
„Fritz, musste das sein?“, warf ich ihm einen strengen Blick zu.
„Josephine, ich verstehe nicht, wieso du so ein Geheimnis daraus machst?“, regte sich Fritz auf.
„Ich möchte nicht, dass die Leute sich verpflichtet fühlen zu mir zu kommen, deswegen lade ich unverbindlich ein.“
„Bielefeld, du spinnst. Wir sind Freunde und Freunde feiern Geburtstage zusammen. Und wir kommen sehr gerne. Manchmal denke ich, dass du von einem anderen Planeten kommst.“
Für ein paar Sekunden wurde Alex nachdenklich.
„Es würde vieles erklären,“ meinte er.
„Alex, du spinnst jetzt. Ich bin keine Ausserirdische.“
„Das würde aber wirklich einiges erklären. Zum Beispiel, wieso du so angeberisch und klugscheisserisch bist.“
„Ist schon gut, ich hab's verstanden.“
Die Jungs amüsierten sich prächtig auf meine Kosten. Ich war aber schon an so etwas gewohnt.
Das Telefon klingelte.
„Hoffentlich gibt’s einen Fall“, entfuhr es mir.
Ich ging ran. Teresa war am anderen Ende der Leitung. Ich konnte meinen eigenen Ohren nicht trauen, von dem, was sie mir erzählte.
„Wir sind gleich bei dir.“
Ich legte auf und schaute die Jungs an.
„Wir müssen zu Teresa. Als sie heute morgen zur Arbeit kam, lag draussen vor der Pathologietür eine Leiche.“
„Na sowas, wenn Teresa nicht zur Leiche kommt, dann kommt die Leiche zu Teresa.“
„Fritz, ich glaube, das war der Witz des Jahres,“ machte ich mich über ihn lustig. Alex musste auch lachen.

„Hallo Teresa,“ begrüssten wir sie.
Sie war so mit dem Leichnam beschäftigt, dass sie uns zur Begrüssung nur zunickte.
Es war still. Sie sagte nichts und wir fragten nichts. Ich dachte, wenn sie Info hat, dann wird sie es nicht für sich behalten.
„Spann uns nicht auf die Folter,“ hielt Alex es nicht aus.
Man konnte sehen, dass Teresa ein wenig ratlos war. Sie begutachtete den Toten sehr genau und dann richtete sie sich auf und schaute uns an.
„Das hatte ich noch nie.“
„Was hattest du noch nie?“, fragte Fritz.
„So einen Fall,“ meinte sie. „Es gibt eine Eintrittswunde, aber keine Austrittswunde. Und das Projektil ist auch nicht da.“
„Vielleicht wurde er gar nicht erschossen?“, fragte ich.
„Die Wunde passt aber zu einer Schusswaffe.“
„Dann wurde das Geschoss einfach entfernt,“ sagte Alex.
„Ihr wollt mich beleidigen, oder was?,“ sagte Teresa. „Die Ränder der Wunde sind sauber und glatt – keine Beschädigung. Ich kann nur sagen, dass der Mann erschossen wurde. Es gibt aber keinen Austrittspunkt und das Projektil wurde nicht entfernt. Oder der, der es entfernt hat, ist ein Meister der Präzision. Mehr kann ich erstmal nicht sagen.“
„Aber er wurde doch nicht mit der Luft erschossen,“ regte sich Fritz auf.
„Wie ihr seht, seine Fingerkuppen wurden verbrannt und alle seine Zähne wurden entfernt. Da hat sich jemand wirklich Mühe gegeben um das Opfer unidentifizierbar zu machen,“ sagte Teresa
„Scheisse,“ entfuhr es mir. „Wie ich solche Fälle hasse. Kein Anhaltspunkt. Wie geht’s weiter?“
Die Jungs waren in dem Moment auch nicht viel schlauer als ich oder Teresa.

Wir saßen alle nutzlos herum.
„Josephine, komm, fahren wir etwas essen,“ sagte Fritz.
„Ich habe kein Hunger.“
„Ach komm, essen musst du trotzdem,“ meinte Alex.
Ich liess mich überreden und fuhr mit. Wir kamen in dem Fall sowieso nicht weiter und ein leerer Magen half schon gar nicht.

„Wieso so eine Trauerstimmung?“, unterbrach Alex die Stille.
„Ich überlege, wie wir in dem Fall weiter vorgehen könnten.“
„Und?“, fragte Alex
„Was und?“
„Hast du vielleicht eine Idee?“, fuhr Alex fort.
„Keine Angst, ich melde mich schon, wenn ich etwas zu berichten habe.“

Zurück im Präsidium war mir eine Idee gekommen.
„Hört mal, wir machen jetzt Folgendes.“
„Wir sind ganz Ohr,“ sagte Alex.
„Waldi, wie gut bist du in Foto-Technik?“
„Schiess los,“ sagte er kurz und knapp.
„Fotografiere bitte das Gesicht des Toten und bearbeite es mit einem Program so, dass er lebendig aussieht.“
„Und dann?“, fragte Karin
„Und dann verbreiten wir das Foto im Internet und hoffen, dass sich jemand meldet, der das Opfer kannte.“
„Super Idee, Bielefeld.“



„Guten Morgen, meine Süsse!“
Ich machte meine Augen auf und Fritz strahlte über das ganze Gesicht.
Ich begrüsste ihn mit einem Kuss.
„Alles Gute zum Geburtstag.“
Fritz hielt mir ein Kästchen vor die Nase und grinste.
„Oh, ein Geschenk. Ich liebe Geschenke.“
„Nicht quatschen – auspacken,“ forderte mich Fritz auf.
Ich packte es langsam und genüsslich aus.
„Wow, das ist wunderschön.“
Es war eine Kette mit einem Keltischen Liebesknoten als Anhänger.
„Woher wusstest du, dass ich so etwas mag?“, wollte ich wissen.
„Na hör mal, wir sind beinahe ein Jahr zusammen. Ich kenne dich schon ein wenig und ich habe diverse Bücher über Keltischen Symbole bei dir gesehen,“ erklärte er.
„Danke sehr. Ich liebe es.“

Nach dem Duschen zog ich ein schönes sommerliches Kleid an und Fritz legte mir die Kette um.
„Du siehst fantastisch aus, mein Geburtstagskind“
„Danke, ich fühle mich auch fantastisch. Ich freue mich wahnsinnig über diesen Tag und über meine Gäste heute abend.“
Es klingelte an der Tür. Fritz öffnete sie und da standen Beni, Stefanie und Thomas. Dass da Beni stand, konnte man nur erraten, denn er hielt einen riesigen Geschenkkarton so, dass er selber kaum zu sehen war.
„Meine Güte, was ist denn das hier? Wo habt ihr Ben gelassen?“, scherzte ich.
„Josie, ich bin doch hier“, winkte der Kleine übertrieben.
„Bitte, kommt herein.“
„Josie, ich kann es nicht mehr halten,“ beschwerte sich Ben.
„Ach du ärmster. Ich werde dich jetzt erlösen.“
Ich nahm das Geschenk an.
„Alles Liebe zum Geburtstag,“ wünschten mir die drei. Von Beni bekam ich noch einen dicken Schmatzer.
„Vielen Dank ihr Lieben. Habt ihr heute Abend etwas vor?“, fragte ich Stefanie.
„Nein, nichts. Wir lassen es ruhig angehen,“ sagte Thomas.
„Nichts mit Ruhe. Ihr kommt heute Abend zu meiner Grillparty. Es würde mich wirklich sehr freuen.“
Stefanie lächelte und sagte zu.
„Josie, pack endlich dein Geschenk aus,“ wurde Ben ungeduldig.
Als ich es ausgepackt hatte, rutschte mir die Kinnlade nach unten. Es war ein Sattel. Auf einer Seite war mein Name eingraviert auf der anderen – Wotans.
„Seid ihr von Sinnen?“, entfuhr es mir. „Er muss ein Vermögen gekostet haben.“
„Josephine, das ist ein Geschenk, mach dir bitte keine Gedanken darüber,“ beruhigte mich Stef.
„Vielen lieben Dank. Es ist der Wahnsinn.“
Wir tranken noch Kaffee und die zwei verabschiedeten sich bis zum Abend.
„Mir ist etwas unwohl, dass ich von Stefanie so ein teueres Geschenk bekommen habe,“ sagte ich zu Fritz.
„Sie hat Recht, du solltest das Geschenk annehmen und dich darüber freuen. Sie können sich so etwas leisten, keine Sorge,“ erklärte Fritz.
Almählich beruhigte sich mein Gewissen.
Wir fuhren noch einkaufen, damit wir auch genug Leckeres zum Grillen hatten.

Alles war schon vorbereitet. Ich saß und wartete, bis die Freunde kamen. Ich hasste es auf irgendetwas zu warten. Das Wort Geduld gab es in meinem Wortschatz nicht, aber was soll's.
„Ein zweites Geschenk bekommst du heute Nacht, wenn wir alleine sind,“ riss mich Fritz aus meinem Warte-Teufelskreis.
„Ich rufe alle an und sage die Feier ab,“ sagte ich und schaute Fritz sehnsüchtig an.
„Nein nein, die Feier wird nicht abgesagt. Du musst dich noch in Geduld üben.“
Wir alberten noch ein wenig herum und ich vergass sogar die Zeit.


Die Geburtstagsfeier war toll. Alle Freunde waren da. Und obwohl ich ziemlich entspannt und ausgelassen war, musste ich immer wieder an unser unbekanntes Opfer denken. Er hatte doch bestimmt Angehörige, die ihn vermissten. Ich würde oder besser gesagt wir würden alles in Bewegung setzten um den Fall aufzulösen.
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