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Josephine Klick - Allein unter Cops (die Fiktive Fortsetzung der 1. Staffel)

von Ringa
Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
12.08.2014
17.01.2015
35
72.893
1
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12.08.2014 1.823
 
Josie:
Als ich aufgewacht war, bereute ich sofort, dass ich gestern so viel getrunken hatte. Mein Schädel brummte. Ich schlief nicht besonders gut. Ich träumte schon von Lena und wie sie Fritz anmachte. Ich schüttelte meinen Kopf und ärgerte mich über mich selbst.
„Was hast du? Guten Morgen erst mal,“ kam von Fritz.
„Hey, guten Morgen. Ich habe nichts, ausser Kopfschmerzen. Gleich nehme ich ein Aspirin und dann bin ich wieder fit.“
Ich ging ins Bad und hatte schon Angst in den Spiegel zu schauen.
„Ich habe auch schon besser ausgesehen,“ murmelte ich, als ich mich doch im Spiegel gesehen hatte.
Die heisse Dusche tat mir gut. Ich fühlte mich sofort wach und munter. Ich war schon fast fertig, als die Duschkabine aufging und bevor ich etwas sagen konnte, legte Fritz seine Lippen auf meine und presste mich gegen die Wand...
Wie ich die gemeinsamen Duschen liebte!

Diesmal gingen wir mit dem Frühstück im Bauch aus dem Haus. Ich wollte nicht noch einen Schwindelanfall bekommen.
Alex saß schon an seinem Schreibtisch.
„Hey!“, begrüsste ich ihn.
„Hallo Bielefeld, hallo Fritz!“, begrüsste er uns zurück.
„Wie wollen wir weiter in unserem Fall vorgehen?“, fragte Alex und schaute uns erwartungsvoll an.
„Ich würde gerne nochmal mit Frank Peters reden,“ äusserte ich meinen Wunsch.
„Mit dem Obdachlosen?“, fragte Fritz nach.
„Ja. Letztes mal war er ein wenig verwirrt. Diesmal könnten wir vielleich mehr erfahren,“ erklärte ich. „Möchte jemand mit oder soll ich alleine hinfahren?“, fragte ich noch.
„Wenn ich das Wort „alleine“ höre, bekomme ich Gänsehaut, Bielefeld. Du fährst nirgendwo alleine hin.“
„Ich wusste, dass dir etwas an mir liegt, sonst wärst du nicht so überfürsorglich,“ zog ich über Alex her.
Er zog nur Grimassen und rollte seine Augen.

„Alex, kannst du an einem Laden anhalten? Ich brauche eine Flasche Whiskey und etwas zu Essen,“ sagte ich.
Fritz drehte sich zu mir um und runzelte seine Stirn.
„Süsse, ich weiss, dass du von gestern noch einen Kater hast, aber Whiskey, noch so früh am morgen?“
„Ha ha, seit wann bist du so lustig? Hast du dich bei Alex angesteckt?“, witzelte ich.
„Die Sachen sind doch nicht für mich, sondern für Herrn Peters.“
Die Jungs sagten nichts mehr. Alex hielt wortlos an einem Geschäft an und ich sprang schnell aus dem Auto und ging einkaufen.


Wir waren angekommen. Wir stiegen aus dem Auto und schauten uns um. Lange mussten wir nicht nach Frank suchen. Er hörte unser Auto und kam uns selber entgegen.
„Guten Tag,“ begrüsste ich den Mann.
„Wissen sie noch wer ich bin?“, fragte ich freundlich. Der Mann nickte.
„Ich kann mich nur nicht an ihren Namen erinnern,“ sagte er.
„Ich heisse Josephine und das sind meine Kollegen Fritz und Alex.“
„Fritz und Alex,“ wiederholte der Mann die Namen.
„Herr Peters, das ist für Sie.“
Ich hielt ihm die volle Einkaufstüte entgegen. Eine Weile zögerte der Mann. Ich ermutigte ihn.
„Nehmen sie, bitte, das ist ganz für Sie alleine.“
Er traute sich endlich und zog die Tüte hastig aus meiner Hand. Er stöberte darin wie ein neugieriges Kind. Er wühlte kurz darin und als er die Flasche herausnahm, leuchteten seine Augen auf. Seine Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. Er hob die Flasche, zeigte sie in unsere Richtung, nickte und nahm ein Schluck.
„Ich bekomme nur sehr selten Besuch,“ fing der Mann an.
„Wer besucht Sie denn?“, wurde ich neugierig.
„Als mein Freund hier lebte, besuchte uns eine Frau und brachte uns etwas zu Essen,“ erzählte uns Frank.
Wir horchten auf.
„Können Sie uns erzählen, wie die Frau aussah?“, fragte Fritz höflich.
„Eine sehr schöne Frau. Und das Essen war selbst zubereitet,“ sagte der Mann und nahm einen Schluck aus der Flasche.
„Wissen Sie vielleicht, wie die Frau hiess?“, fragte ich.
Herr Peters überlegte eine kurze Weile.
„Beatrice hiess sie. Ja, genau, Beatrice.“
Der Mann schien selber überrascht zu sein, dass er sich an den Namen erinnerte.
„Beatrice Reuters? Die Mutter von unserem Opfer?“, entfuhr es Alex.
Wir schauten uns alle ungläubig an.
„Herr Peters, vielen Dank. Sie haben uns sehr geholfen,“ bedankte ich mich für uns alle.
„Wisst ihr was das bedeutet?“, fragte Fritz.
„Das bedeutet, Frau Reuters hat uns angelogen, was den Kontakt mit Leon angeht,“ stellte Alex fest.
Ich nickte zustimmend.

Fritz:
Wir waren schon am Auto angekommen, als wir ein Bellen hörten. Wir drehten uns gleichzeitig in die Richtung um. Ich musste mir die Augen reiben, denn es war der Förster mit seinem Hund. Ich stöhnte genervt.
Als Josephine ihn erkannte, setzte sie ein breites Grinsen auf.
„Hallo Gustav,“ begrüsste sie ihn freudig.
Ein wenig zu freudig, dachte ich mir. Josie ging auf ihn zu und ich blieb mit Alex in kurzer Entfernung stehen.
„Der Förster macht mich fertig,“ beschwerte ich mich bei Alex.
„Was macht er hier? Ich dachte, ich müsste ihn nie wieder sehen.“
„Naja, wir sind im Wald und er ist ein Förster,“ entgegnete Alex.
Ich schaute immer wieder zu Josie. Sie redete viel und lachte ausgelassen.
„Was ist da bloss so lustig? Sie kann sich nicht mehr einkriegen,“ nörgelte ich weiter.
Aber als ich sah wie er sie umarmte, stieg mein Blutdruck in die Höhe.
„Es reicht. Ich gehe einfach hin und schicke den feinen Förster zurück in den Wald.“
Ich setzte mich in Bewegung, da spürte ich Alex' Hand auf meiner Schulter, die mich aufhielt.

Alex:
„Beruhige dich, Mann,“ fing ich an. „Du benimmst dich lächerlich. So wie du aussiehst, kommt dir gleich der Dampf aus den Ohren.“
„Ja, aber es reicht schon, dass sie reden, muss er sie noch umarmen?“
„Fritz, komm jetzt runter. Er schloss seine Arme für ungefähr drei Sekunden um sie“
„Drei Sekunden zu viel.“ schnaubte Fritz.
„Mein Gott, ich halte es nicht mehr aus,“ klang ich verzweifelt.
„Josephine,“ rief ich ihr zu.
Sie drehte ihren Kopf zu uns.
„Wir müssen jetzt los,“ fuhr ich fort.
Wir sahen, wie Josie und der Förster ihre Hände zum Abschied schüttelten und dann ging sie auf uns zu. Ich konnte sehen, wie Fritz' Kieferknochen arbeiteten und er schnaubte, zu Josie sagte er aber nichts.
„Na toll, mich macht er verrückt und sie erfährt es nicht,“ dachte ich mir.
„Sorry für die kurze Verzögerung, jetzt können wir los. Ich möchte mit Beatrice reden und sie fragen, wieso sie uns angelogen hat,“ sagte Josie und setzte sich in den Wagen.
Wir fuhren los und Fritz sagte immer noch nichts. Die Stille dauerte aber nicht lange an.
„Was war da so lustig?“, fragte Fritz als er sich zu Josie umdrehte.
„Nichts. Wir haben über dies und das geredet und gelacht,“ sagte Josie.
„Das war nicht zu übersehen,“ konnte Fritz sich nicht zurückhalten.
„Darf ich etwa nicht lachen oder was?“ fragte sie.
„Und die Umarmung? Musste die sein?“, klang Fritz verärgert.
„Er hat mich gefragt wie es bei mir beruflich und privat läuft. Ich habe ihm erzählt, dass beruflich alles gut läuft und privat bin ich mit einem gewissen Kollegen sehr glücklich. Dann hat er mir mit der Umarmung gratuliert,“ erklärte Josie.
„Aber keine Angst, seine Nummer hat er mir nicht auf der Serviette hinterlassen.“
Ich musste schmunzeln. Fritz hielt endlich seine Klappe und ich konnte die Fahrt ohne weitere Eifersuchtsszenen geniessen.

Josie:
Wir klingelten an der Tür, diesmal wurde sie aber nicht so schnell geöffnet. Wir mussten noch ein zweites mal klingeln. Die Tür ging auf, Frau Reuters stand uns gegenüber.
„Guten Tag Frau Reuters. Wir möchten nochmal mit Ihnen reden,“ sagte ich.
Sie sah ein wenig überrascht aus, dennoch liess sie uns wortlos hinein.
„Wir waren heute nochmal am Tatort und haben mit Frank Peters, der mit ihrem Sohn befreundet war, geredet,“ fing Fritz an.
„Möchten Sie uns noch etwas erzählen?“
Ich merkte, dass die Frau wusste, wovon Fritz redete. Sie setzte sich und fing an zu reden.
„Es tut mir leid, dass ich sie angelogen habe. Mein Mann und meine Tochter hatten wirklich keinen Kontakt mehr zu Leon, ich schon.“
„Wie haben sie ihn gefunden?“, interessierte es mich.
„An dem Tag, an dem er zum zweiten mal weggelaufen war, bin ich ihm gefolgt. Es war nicht leicht einem Schizophrenen zu folgen, ich gab mir aber die grösste Mühe. Ich habe gesehen, wo er lebte und beschloss den Kontakt aufrecht zu erhalten. Und das gelang mir. Zuerst war er dagegen, dass ich kam und wehrte sich enorm, aber ich wollte nicht aufgeben. Ich brachte ihm und seinem Freund hausgemachtes Essen. Ich war froh, dass ich wenigstens ein paar mal in der Woche meinen Sohn sehen konnte. Versprechen sie, dass mein Mann und meine Tochter nichts davon erfahren,“ flehte die Frau uns an.
„Wenn es für die Ermitlungen nicht relevant ist, werden sie nichts erfahren. Wir können aber nichts versprechen,“ erklärte Alex.
„Haben sie denn irgendwas gemerkt, wenn sie ihn besuchten?“, fragte ich. „Fremde Menschen, egal was. Wie war sein Gemütszustand?“
Die Frau überlegte wenige Sekunden dann schüttelte sie ihren Kopf.
„Ich habe nichts aussergewöhnliches gemerkt. Und gesundheitlich ging es ihm auch besser, denn er wurde ein wenig fröhlicher und man merkte eine gewisse Erleichterung in seinen Augen.“

Wir bedankten uns und verliessen das Haus mit noch mehr Ungewissheit.
„Wie kann das sein, dass wir keinerlei Anhaltspunkte haben,“ stellte ich die Frage. Das war zum Haare raufen.
Zurück im Präsidium wussten wir nicht, wie wir weiter vorgehen sollten.
„Ich gehe an die frische Luft,“ sagte ich, stand auf und ging.
Ich konnte noch Fritz meinen Namen rufen hören, drehte mich aber nicht mehr um. Ich suchte mir einen schattigen Platz, denn es war ein ziemlich heisser Tag und setzte mich einfach auf das Gras. Ich musste mich konzentrieren und gut überlegen, was zu tun war. Lange überlegen konnte ich nicht, denn Fritz kam mir nach.
„Bist du sauer auf mich? Es tut mir leid, ich habe mich wie ein Idiot benommen,“ sagte er und setzte sich zu mir.
„Ich bin nicht sauer. Vielleicht verstehst du jetzt, wieso ich wegen Lena so durchgedreht bin.“
„Ja,“ sagte er leise. „Und übrigens, du bist auch sehr sexy, wenn du eifersüchtig bist,“ sagte ich noch dazu.
Ich lehnte meinen Kopf an seine Schulter und wir saßen noch eine Weile still da.
„Lass uns reingehen, wir müssen uns etwas überlegen,“ forderte Fritz mich auf aufzustehen.
Wir gingen auf den Eingang zu, als ich eine Stimme nach mir rufen hörte.
„Frau Klick, warten sie bitte.“
Wir drehten uns um, da fuhr Melanie Reuters mit dem Fahrrad in den Hof rein. Sie stieg ab und kam auf uns zu.
„Ist etwas passiert?“, fragte ich.
Sie öffnete ihre grosse Umhängetasche und nahm ein Buch heraus.
„Das habe ich im Schlafzimmer meiner Eltern gefunden. Es ist Leons Tagebuch.“ Sie überreichte es uns.
„Hast du es gelesen?“, fragte Fritz.
„Ja, das habe ich und sie sollten es auch tun.“
Ich schrieb meine Handynummer auf einem kleinen Zettel und reichte ihn ihr.
„Du kannst mich immer anrufen, wenn irgendwas ist, ok?“, sagte ich.
Melanie nickte und steckte den Zettel in ihrer Hosentasche. Sie fuhr wieder nachhause und wir gingen wieder rein und ich widmete mich dem Tagebuch.
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