Il nostro impero

GeschichteKrimi, Familie / P18 Slash
Böse Königin / Regina Mills Cora Mills Emma Swan Henry Mills sr. Snow White / Mary Margaret Blanchard
12.08.2014
15.08.2019
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12.08.2014 1.418
 
Mit einem kleinen zufriedenen Lächeln auf den Lippen lehnte Cora sich in ihrem Stuhl zurück, die Ellenbogen auf die Armlehnen gestützt, während sie dem Bericht von einem der Männer aufmerksam lauschte. Angelo Corleone arbeitete schon seit über 12 Jahren für sie und hatte sie nicht ein einziges Mal enttäuscht. Das war sehr selten in einem Gewerbe wie diesem. Als Sohn eines ehemaligen Dockarbeiters war er wie dafür gemacht um die Geschäfte im Hafen von Los Angeles, in ihrem Auftrag, abzuwickeln. Er kannte das Gelände wie seine Westentasche, denn er musste wie viele andere auch, schon als Kind arbeiten um die eigene Familie ernähren zu können. Ebenso wie sie es hatte tun müssen. Und dann war da noch Carlo Vespucci. Er war Angelos rechte Hand und wenn Cora ihn nicht schon seit 8 Jahren kennen würde, würde sie annehmen, dass er stumm ist. Der Mann sprach so gut wie kein Wort. Seine Frau Elena jedoch füllte seine Stille. Oftmals zu gut. Selbst in den unmöglichsten Situationen vermochte er mehr mit Gestik und Mimik auszudrücken als manch jemand mit Worten. Carlo war damals keinesfalls ihre erste Wahl gewesen. Doch nach wenigen Monaten stellte sich heraus, dass er ihre beste Wahl war. Denn selbst als er von eine der rivalisierenden Familie hart in die Mangel genommen wurde, brach er nicht ein. Am Ende glaubten sie Carlo wäre geistig beschränkt und ließen ihn laufen. Zwei Stunden später stand er vor ihr. Blutverschmiert und mit mehreren Brüchen am ganzen Körper verteilt. Nur noch eine einzige Kugel im Lauf und drei Leichen, die beseitigt werden mussten.

„Donna Milano?“

Langsam drehte Cora den Kopf in Nico Machiavellis Richtung. Er war einer ihrer jüngeren Zugänge. Ein Temperament wie ein tollwütiger Hund – wenn man nicht wusste, wie man ihn handhaben musste. Nico war der Mann fürs Grobe. Ab und an musste sie ein eher unschönes Statement setzen und niemand eignete sich da besser als er. Ob nun jemand fast Tod geprügelt wurde in einer, scheinbar harmlosen und bedeutungslosen, Kneipenschlägerei oder ob es nun galt den Besitz seines Ziels in tausende und abertausende Teile, mit bloßen Händen, zu zerschlagen. Er konnte das. Ohne Mühe und hielt so seine Aggressionen im Zaun. So zu sagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Mit einem knappen Nicken signalisierte sie ihm weiter zusprechen.

"Sämtliche Drogenverstecke von Salvadore wurden ausfindig gemacht und vernichtet. Diskret versteht sich natürlich."

"Gut, gut." Cora war zufrieden mit seinen Worten. Sehr zufrieden. "Und seine Zulieferer?"

Ein leises Räuspern zog Coras Aufmerksamkeit auf die andere Seite des Tisches. Die muskulöse Frau mit kohlrabenschwarzem Haar hatte die Hände auf den Tisch gelegt. Mit ihrem rechter Zeigefinger fuhr sie ganz langsam, fast schon gedankenverloren, über den Rand der dünnen Akte. Clarice Orsini war wie eine knallbunte Wundertüte. Man wusste niemals, was man von ihr bekommen würde. Die Frau war ein wahres Genie wenn es um Zahlen ging. Sie war jung. In den Augen anderer zu jung um mit so etwas bedeutendem betreut zu werden. Doch wenn Clarice erst einmal Blut geleckt hatte, gab es kein Halten mehr. "Ich habe mir seine Bücher angesehen, Donna Milano. Er hatte nicht viele Zulieferer und dem zufolge auch sehr wenige Lieferungen ... aber diese Lieferungen enthielten eine gewaltige Menge an Heroin, Amphetaminen und Ecstasy. Seine Bücher waren schlampig und jeder Vollidiot hätte sehen können, dass er Dreck am Stecken hatte. Wenn er nicht jedes noch so kleine Leck gestopft hätte. Spielschulden. Bestechungsgelder. Geldschulden. Alles große Summen, die an dutzende verschiedene Leute flossen. Das ist der einzige Grund, warum er so lange da draußen überleben konnte!"

"Von wie hohen Geldschulden sprechen wir hier genau?", fragte Cora mit einem Glitzern in den Augen, dass jeder sofort als Schadenfreude verstand.

"Von sehr hohen ... über eine halbe Millionen Dollar", antwortete Clarice während sie das entsprechende Dokument aus der Mappe zog und zu Cora hinüber schob.

Nico stieß einen leisen Pfiff aus. "Das ist wirklich eine ziemliche Stange Geld!"

"In der Tat ... Deswegen will ich, dass die Familie weiterhin überwacht wird. Rund um die Uhr. Selbst Verwandte und enge Freunde. Bei den hohen Geldschulden könnte es durchaus möglich sein, dass sie das Geschäft wieder aufnehmen wollen. Und wenn dies der Fall sein sollte, wird die ganze Familie beseitig. Kein Risiko mehr ... haben wir uns verstanden?"

Halblaut gemurmelte Zustimmung und Nicken folgten ihrem Befehl. Zufrieden lehnte die Brünette sich in ihrem Stuhl zurück. Wenn doch nur jede der Sitzungen so einfach und unkompliziert verlaufen würde. Das würde ihr das Leben in einem beträchtlichen Maße vereinfachen. Aber wo blieb denn da der Spaß wenn alles immer wie am Schnürchen lief?! Zu einfach konnte, sollte, das Leben sicherlich nicht sein. jedoch war dieses Thema etwas anderes. Das war es schon immer gewesen und würde definitiv auch so bleiben. Drogen hatten in ihrer Stadt nichts zu suchen. Sie hatte viel zu hart dafür gearbeitet diese Stadt, ihre Stadt, clean zubekommen um sich das von ein paar kleinen, dreckigen Spaniern alles zunichte machen zulassen. Das würde sie nicht zulassen. Niemals. Sie fuhr mit dem Zeigefinger von Zahl zu Zahl. Strich über sie. So viel Geld. Verschwendet für nichts. Nichts und wieder nichts. Nein, dass stimmte nicht. Es waren Menschenleben, die zerstört wurden. Die beendet wurden. Ins Chaos gestürzt. Verkrüppelt. Zerschlagen. Verstümmelt. Unbrauchbar gemacht.

Urplötzlich wurde ihr die Stille im Versammlungsraum bewusst. Sie hob den Blick und blickte geradewegs in schier endlos scheinende dunkelbraune Augen. Das dunkle, braune Haar der Frau verlief knapp bis zum Kinn und stand leicht ab. Windzerzaust. Der schlanke, deutlich muskulöse Körper war in einen rabenschwarzen Armanianzug gehüllt, der jede ihrer Kurven perfekt zur Geltung brachte. Die obersten drei Knöpfe des blütenweißen Hemdes standen offen und enthüllte zarte, olivefarbene Haut. Die Ärmelaufschläge waren bis knapp unter die Ellenbogen hochgekrempelt und Teile eines Tattoos waren zu sehen. Eine schwarze Dornenranke mit dunkelroten, geschlossenen Rosenblüten schlang sich vom Inneren des linken Handgelenkes ihren gesamten Unterarm hinauf.

Dieser Moment der Stille, der Regungslosigkeit, schien in Coras Augen Stunden angedauert zu haben. Doch es waren nur Sekunden und die Welt fing wieder an sich zu drehen.

Dumpf halten die Schritte der Frau auf dem Parkettboden wieder während sie auf das andere Ende des Tisches zuging. Ihr Blick war unentwegt auf die Herzkönigin gerichtet. Die Frau, die sie geformt, geprägt und geleitet hat. Niemand anderes schien in diesem Augenblick mehr von Bedeutung zu sein. Nichtsdestotrotz nahm sie aus dem Augenwinkel wahr wie die anderen Mitglieder der Familie den Kopf leicht in ihre Richtung neigten als sie an ihnen vorbei schritt. Sie zollten ihr Respekt. Respekt, den sie sich verdient hatte. Respekt ... der ihr zustand. Respekt und noch viel, viel mehr Angst. Ein kleines, aber räuberisches Lächeln legte sich auf ihre Lippen als sie neben ihrer Donna stehen blieb. Mit den Fingerspitzen strich sie über Coras Schulter. Nur ein zarter Hauch. Federleicht tanzten ihre Finger weiter über den oberen Rücken zur anderen Schulter hinüber. Sie drückte einmal sanft zu ehe sie sich rechts neben ihrer Donna, in den einzigen, noch freien, Stuhl sinken ließ.

Die rechte Hand der Herzkönigin Cora Milano. Ihr Capo. Ihr Hitman.

"Gut, da wir für heute alles geklärt haben, könnt ihr wieder auf eure Posten zurückkehren. Ich will unverzüglich informiert werden wenn sich etwas, bezüglich der Salvadore, ändert! Und es ist mir egal wann ... ich werde SOFORT informiert!"

"Sì, Donna Milano!"

Stühle schabten leicht über den Boden. Papiere wurden eingesammelt. Jedes einzelne Mitglied der Familie nickten ihrer Donna nochmals zu ehe sie den Raum verließen. Carlo ging als Letzter und schloss leise die Tür hinter sich sodass Cora und ihr Hitman alleine zurückblieben. Sekunden lang regte sich keiner von beiden ehe die Ältere den Kopf zur Seite wandte. "Ich hab dir ein Geschenk mitgebracht, mio Capo."

"Oh, wirklich?! Was ist es denn?" Kindliche Vorfreude schwang in jeder einzelnen Silbe mit.

Cora griff in ihre Hosentasche und hielt ein Klappmesser in der Hand. "Das gehörte dem Salvadore Jungen. Ziemlich kostspielig. Wer weiß, wem er das gestohlen hat ... Ich habe nur gedacht, dass du dafür sicherlich eine bessere Verwendung finden wirst!"

"Sì! Es ist ein schönes Stück ... grazie!" Sie beugte sich vor und gab Cora einen Kuss auf den Mundwinkel. Nur ein sanfter Hauch. Ein Echo einer unglaublich zarten Berührung.

Zärtlich strich der Mafiaboss über die Wange ihrer Tochter. "Solo per te, amore mio, solo per te ... Regina."


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Solo per voi, amore mio, solo per voi ... Regina. - Nur für dich, meine Liebe, nur für dich ... Regina.
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