Il nostro impero

GeschichteKrimi, Familie / P18 Slash
Böse Königin / Regina Mills Cora Mills Emma Swan Henry Mills sr. Snow White / Mary Margaret Blanchard
12.08.2014
15.08.2019
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Ein schwarzer Mercedes fuhr neben den Eingang des örtlichen Friedhofs vor. Der Wagen hielt und ein elegant gekleideter Mann stieg aus. Er umrundete das Auto und öffnete die hintere, rechte Tür. Ein schwarzer, hochhakiger Pumps klickte leise auf den Asphalt gefolgt von einem zweiten. Eine Frau, Anfang 40, in einem eng anliegenden, schlichten Kleid stieg aus während sie sich dabei eine Sonnenbrille aufsetzte. Das schwarze Kleid schmiegte sich an ihren Körper wie eine zweite Haut. Der Fahrer reichte ihr wortlos eine einzelne , blutrote Rose, die sie mit einem Kopfnicken entgegennahm. Sanft strich sie mit den Fingerspitzen über die zarten Blütenblätter. Tief atmete sie den kaum wahrnehmbaren Duft ein. Dieser Teil der Arbeit war etwas ganz besonderes für sie. All ihre Macht und Einfluss kamen mit einer so einfachen, so simplen, Geste zum Ausdruck. Und nichts konnte ihren Tag mehr mit Freude und Zufriedenheit erfüllen als dieser Kurierjob.

Nein, schoss es ihr augenblicklich durch den Kopf, dass stimmte nicht überhaupt nicht. Ihre Tochter war die wortwörtliche Luft, die sie zum atmen brauchte und wollte. Ihre ganze Welt und Motivation. Ihr ganzer Stolz.

Das dumpfe zuschlagen der Wagentür riss die Brünette aus den Gedanken. Marco steckte den Autoschlüssel in seine Hosentasche. Er rückte sein Jackett zurecht und sie wusste, dass er in einer ernsten Situation bereit war. Sie kannte ihre Mitarbeiter ebenso wie ihr Verhalten in und auswendig. Jedes noch so kleine Zeichen, dass ihr die nötige Rückendeckung garantierte.

Zielsicher ging sie auf den Eingang des Friedhofs zu und wandte sich scharf nach rechts. In kurzem Abstand folgte Marco ihr. Vereinzelte Leute kamen ihr entgegen. Nickten ihr zu. Schenkten ihr ein aufmunterndes Lächeln. Die schwarze Kleidung ließ sie in der Menge untertauchen und alle anderen glauben, dass sie zu der Beerdigung zugegen sein wollte. Die einzige an diesem sonnigen Tag im späten September. Sie hatte ihr Glück kaum fassen können als einer ihrer Mitarbeiter die Todesanzeige vor ihr ausbreitete. Besser hätte es gar nicht in ihre Planung passen können. Geradezu vergnügt trat die Brünette an der Grab heran. Sie konnte förmlich spüren wie sich ihr Schatten langsam zurückfallen ließ um die Gegend ausgiebiger zu sondieren. Auch wenn sie nicht glaubte, dass hier und heute etwas passieren würde, war Vorsicht immer besser als Nachsicht. Das hatte sie leider auf die harte Tour lernen müssen. Auf die sehr harte Tour.

Andächtig trat sie auf das frisch geschlossene Grab zu. Die Familie des Toden stand etwas Abseits und hatte sie noch nicht gesehen. Bisher. Trotz ihres Geschäfts ehrte sie die Toten ebenso wie sie es als Kind getan hat. Sie bekreuzigte sich und legte die Rose auf den leicht erhabenen Boden nieder. Er war ein törichter Mann gewesen, der geglaubte hatte, ihm stünde mehr als allen anderen zu. Jedoch hatte gerade seine Habgier und seine Schlampigkeit ihm das Genick gebrochen. Wortwörtlich. Niemand handelte mit Drogen in ihrer Stadt. Sie sorgte mit ihren Leuten dafür, dass dieses Zeug draußen blieb. Ihre Stadt war sauber. Darauf war sie stolz und diesen Umstand würde sie mit allen erdenklichen Mitteln auch beibehalten. Eines dieser Mittel war sein Tod gewesen. Julián Salvadore hatte sich in einem angrenzenden Ort zu einem großen Dealer hochgearbeitet. Als er mehr wollte, kam er zu ihr. Ohne ihre Erlaubnis. Jeder wusste was für eine Strafe auf dieses Vergehen stand. Er hatte jedoch sein Glück herausgefordert und verloren. Dieser dreckige Spanier.

"Riposi in pace ..." Kurz darauf schnalzte sie mit der Zunge und blickte leicht angewidert auf den großen, viel zu protzigen Grabstein. Im Tod waren sie alle gleich. Nichts würde diesen Umstand abändern können.

"Hallo?! ... wer zum Teufel sind Sie? Haben Sie mit meinem Mann ..." Die Frau keuchte erschrocken auf und sie wusste sogleich warum. Mrs. Salvadore hatte die Rose gesehen. Ihr Zeichen. "SIE!"

Mit einem leisen Glucksen drehte die Brünette sich um und sah sich der Witwe von Julián Salvadore gegenüber. Eins musste sie diesem Mistkerl lassen: er hatte einen guten Geschmack was Frauen betraf. Nett anzusehen. Aber ihre Stimme ... die ließ ihre Ohren klingeln. Ein unnatürliches, fast schon abartiges, Geräusch. Wie er es so lange mit ihr ausgehalten hatte, war ihr unbegreiflich. "Ich dachte mir, dass ich mein herzlichstes Beileid lieber persönlich überbringen sollte. So hat es eine viel größere ... mhm, wie sagt man so schön ... Wirkung auf Sie und ihre verbleibende Familie, Mrs. Salvadore."

Die Witwe schlang die Arme fest um ihren eigenen Oberkörper. Andere Familienmitglieder traten dichter an sie heran. Gewisper und Geflüster wechselte von einem zum anderen. Furcht durchdrang ihre Worte und ihre Blicke wollten nicht den ihren treffen. Das zauberte ein Grinsen auf ihre Lippen. Sie konnte die Angst regelrecht schmecken, die in der Luft lag. Gott, wie liebte sie diese Macht. Leise kichernd strich sie die imaginäre Falten aus dem markelosen Kleid. "Keine Sorge, Liebes. Ich bin nicht hier um Ihnen oder ihrer Familie etwas anzutun. Ich habe mit dem Tod ihres Mannes eine klare Botschaft hinterlassen und ich wollte nur nachfragen ob sie bei Ihnen angekommen ist ..."

"Sie haben unseren Vater ermordet und nun drohen Sie uns?" Der junge Mann neben der frischgebackenen Witwe hatte den Arm um ihre Taille gelegt. Seine Stimme zitterte vor kaum unterdrückter Wut.

Sie lachte herzhaft auf. "Oh nein, nein, nein, nein ... du dummer Junge. Wie gut, dass ich doch noch vorbei gekommen bin. Meine Worte sind nicht als eine Drohung zu verstehen! Es ist ein Versprechen. Höre ich auch nur den Hauch eines Gerüchtes, dass Drogen in meiner Stadt aufgetaucht sind, dann komme ich direkt zu Ihnen. Ich werde nicht die Echtheit dieses Geschwätztes überprüfen sondern Ihre ganze Familie vom Antlitz dieser Erde verschwinden lassen! Haben wir uns jetzt endlich verstanden?"

Die Witwe konnte als Antwort nur heftig nicken weil unterdrückte Schluchzer sie am sprechen hinderten. Der Rest der kleinen Familie drängte sich dicht aneinander und trauten sich nicht aufzusehen - geschweige denn sie anzusehen. In diesem Moment verstand sie wieder einmal warum Macht und Einfluss einem zu Kopf steigen konnten. Dieses Gefühl der Überlegenheit und Stärke war berauschend und konnte es mit jeder erdenklichen Droge aufnehmen. Ein wunderschön, stimulierendes Hoch. Dieser Augenblick wurde jedoch von dem ältesten Balg der Salvadores unterbrochen. Ein fast schon unmenschliches Knurren entfuhr seiner Kehle. Wie aus dem Nichts hielt er ein Klappmesser vor sich. Er kam auf sie zu. Bereit zu zustechen. Bevor sie jedoch überhaupt einen Finger rühren konnte, schoss Marco an ihr vorbei. Die Waffe im Anschlag. Er holte aus und schlug den aufsässigen Burschen nieder. Der schrille Schrei seiner Mutter halte durch die warme Luft.

"Bitte, bitte! Tun Sie ihm nichts! Er hat es nicht so gemeint ... sein Vater ... er ist doch gerade erst ... er weiß nicht was er tut! Bitte, nehmen Sie mir nicht auch noch meinen Sohn!" Mrs. Salvadores fiel neben ihren Sohn auf die Knie und blickte flehend zu ihr auf. Der Junge stöhnte leise vor sich hin während er sein Gesicht abtastete. Sie musste sich eingestehen, dass Marco gute Arbeit geleistet hatte. Blut benetzte fast das gesamte Gesicht und ein großes Feilchen fing sich an zu bilden.

Sie beachtete das Gejammer und Gewimmer nicht weiter. Das alles war nicht von Bedeutung. Worte nützen rein gar nichts in so einer Situation. Ihr Blick suchte den ihres Fahrers. Er legte kaum merklich den Kopf schief und wartete auf weitere Anweisungen von ihr. Mit einem knappen Nicken gab sie ihm die Erlaubnis sich kreativ auszuleben. Marco drehte den jungen Salvadores mit einem festen Fußtritt auf den Rücken. Seine lästige Mutter kreischte abermals auf. Gütiger Gott, selbst Hunde konnten sicherlich diesen Ton meilenweit hören.

"BITTE! BITTE NICHT!"

"Hach ... ich hasse es wenn die Leute um ihre Leben betteln. Kein schöner Anblick ... wahrlich nicht! Keine Sorge, ich werde dein verdammtes Balg nicht töten. Heute zumindest nicht. Sehe das als mein Geschenk an - zu deiner wiedererlangten Freiheit und deinem Witwendasein." Sie ließ den Blick ein letztes Mal über das Grab und der Familie schweifen ehe sie sich Marco zuwandte. "Brich sämtliche Knochen seine rechten Armes ... und bring das Messer mit ... solch eine Verschwendung! Meine Tochter hat bessere Verwendung dafür ..."

"Ja, Signora Milano!"

Schreie. Knirschen. Knacken. Wimmern. Schluchzen. Flehen. Fluchen.

Ein kleines, zufriedenes Lächeln schlich sich auf ihre Lippen als sie die Trauergemeinde hinter sich ließ. Kleine Bäume und Sträucher säumten den Weg. Bei der nächsten Abgabelung bog sie nach links ab und nach ein paar weiteren Schritten fand sie das, weswegen sie hier war. Ein schlichter, grauer Grabstein. Keinerlei Ausschmuck. Keine Pflanzen. Nur zwei einfach Buchstaben. Cora Milano hockte sich direkt vor den Stein und fuhr den Metallguss mit dem Zeigefinger nach. 10 Jahre. Wie die Zeit verging. Eine innere Ruhe ergriff von ihr begriff und ein breites Lächeln erhellte ihre Züge. 10 wunderbare Jahre, die sie nicht eine Sekunde lang bereute oder ändern würde. Er hatte seinen Weg gewählt ebenso wie sie den ihren gewählt hatte.

H. M.

"Io celebro la tua morte, Henry. Spero che bruciare all'inferno."


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Riposi in pace - Ruhe in Frieden
Io celebro la tua morte, Henry. Spero che bruciare all'inferno. - Ich feiere deinen Tod, Henry. Ich hoffe, dass du in der Hölle schmorst.
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