Die andere Claymore oder Über die nicht gesprochen wird

KurzgeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12
12.08.2014
12.08.2014
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Hey,
hier eine kleine Geschichte,
Ich will nich viel drum rum reden, mich aber bedanken, und zwar bei Otterkuh, die mich in ihre Favoriten eingetragen hat, danke dafür!

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Die andere Claymore

Ein schwarz gekleideter Mann sah den Hügel hinauf. Hinter ihm stand, ihm den Rücken zugewandt, eine schöne, junge Frau mit Rüstung und Umhang. Ihre blonden Haare fielen ihr über die Schultern, während der Mann sprach:" Dein nächster Auftrag liegt in einem Dorf, direkt hinter den Bergen. Dort... wartet etwas außergewöhnliches auf dich.  Eine starke Erwachte.. doch gib acht, als sie erwachte war sie noch nicht vollständig ausgebildet. Sie hat keinerlei Gefühl von Ehre, geschweige denn Schuld." "Ist doch auch nicht anders als bei den anderen!" erwiderte die Frau und streckte sich. "Bei dieser ist es noch ausgeprägter. Sie hat ein Ziel vor Augen. Und ich sage dir, sie ist weitaus gefährlicher als die Anderen." "Ich mache mir Sorgen um die Organisation, dass sie dich alleine herschicken..." fügte er noch leise murmelnd hinzu, aber sie hörte ihn. Nun drehte sie sich doch um und sah ihn misstrauisch an. "Du zweifelst doch sonst an nichts.." meinte sie leise zu ihm. "Die Organisation macht einen Fehler!" meinte er nun lauter. "Keine Sorge. Ich bin nicht umsonst die Nummer 1 in der Abteilung für Erwachte!" sagte sie nun. "Sie war es auch..." "Was?" "Sie war auch potenziell eingestuft für die Nummer 1." "Was ist passiert?" fragte sie noch einmal nach.

Er setzte sich auf einen nahe gelegenen Findling und deutete ihr, sich auf den Boden zu setzten, sie blieb jedoch stehen und er zuckte mit den Schultern. "Sie war stärker als alle anderen Claymores, die ich je gesehen habe. Sogar stärker als Teresa mit dem leisen Lächeln. Sie wurde ausgebildet wie jede andere, doch vielleicht war das im Nachhinein das Problem: Sie war zu stark, Druck und Schmerz waren zu groß. Sie verwandelte sich ein Jahr vor dem Abschluss in eine Erwachte und floh. Ab da machte sie es sich zum Ziel, die Organisation zu zerschmettern. Sie ist raffiniert und schlau, aber ihre größte Stärke ist ihre perfekte Tarnung. Sie tarnt sich so perfekt dass niemand es merkte, als die junge Erwachte aus dem Trainingslager floh. Erst ein paar Stunden später erfuhr man, dass sie verschwunden war und nach ein paar Wochen, was genau mit ihr passiert ist."

"Sie ist vor dem Abschluss erwacht?" fragte die Frau erstaunt.

"Ja, sie musste ansehen, wie ihre Freundin Schmerzen erleiden musste, da ist es passiert."

"Aha. Ich werde damit schon klar kommen."

"Du verstehst nicht. Die Erwachte denkt noch. Nicht nur ein Matra, nicht nur ein Satz. Sie denkt komplex, sie zieht Schlussfolgerungen."

"Machst du dir etwa Sorgen?"

"Nein, ich.. es ist nur..."

"Hm?" sie klang ein wenig belustigt, doch sie spürte etwas, tief in ihrem innern, was nicht da sein sollte. Was war es? Aufregung? Wahrscheinlich nur Vorfreude auf den nächsten Kampf.

"Es ist ein Himmelfahrtskommando. Du wirst nicht wieder zurückkehren."

Er sagte dies mit solcher Überzeugung, das ihr kalt ums Herz wurde. Sie wusste, dass er Recht hatte.

"Und wieso? Wieso haben sie mich ausgewählt? Ich war nie rebellisch, noch habe ich je die Anzeichen gezeigt zu erwachen!"

Sie beherrschte ihre Stimme so gut es ging.

"Du bist zu stark. Zu menschlich. Sie haben Angst. Du bist die Beste, die sie je hatten. Die einzige, die sie vernichten könnte."

"Und warum erzählst du mir das? Du weist genauso gut wie ich, dass sie dich nicht am Leben lassen."

Er stockte.

"Weil... ich habe dich schon dein ganzes Leben lang begleitet. Du bist mitfühlsam, stolz, eigensinnig und kannst sogar freundlich sein. Du bist mir ans Herz gewachsen. Ich werde sowieso in ein paar Jahrzehnten sterben. Ich werde nichts bewirken, nur meinen Job machen. Aber du, du bist ein wundervolles Wesen, was noch so viel bewirken kann. Ich will, dass du überlebst."

Sie hielt den Atem an. Was war das für ein Gefühl?

"Ich kann nicht fühlen, ich kann nicht fühlen.." wies sie sich zurecht.

"Doch kannst du! Du KANNST wütend werden, wenn du deinem Gegner gegenüber stehst, du KANNST um eine Gefährtin trauern, du KANNST Erleichterung spüren, wenn eine Schlacht gewonnen ist, du KANNST Mitleid mit den Menschen haben, du KANNST das alles, du willst nur nicht! Du willst sein wie die Anderen, aber du bist, wie du bist!"

"Ich kann lieben..." murmelte sie vor sich hin, während er auf sie zuging.

"Ja, du kannst lieben, genau wie ich!" meinte er und sah sie an. Sie blickte ihm fest in die Augen. Sie hatten die helle Farbe von Karamell. Sie schauderte. Was war das für ein Gefühl? Wie Zuneigung, nur viel Stärker, es war geradezu ein Verlangen.

"Was ist das...?" fragte sie mit zitternder Stimme.

"Das ist Liebe!" flüsterte er ihr zu und legte seine Lippen auf ihre.

Zuerst verfiel sie in Schockstarre, die Augen weit aufgerissen, doch nach einer Weile gab sie nach und schloss sie. Sie legte ihm ihre Arme um den Hals und bewegte langsam ihre Lippen auf seinen. Er zog sie noch fester an sich, doch nach viel zu kurzer Zeit löste sie sich von ihm und sagte:

"Du hättest es mir nicht erzählen dürfen. Nun sterben wir beide."

"Du musst nicht sterben!"

"Doch ich muss. Meinst du, jetzt, wo ich Liebe erfahren habe, kann ich ohne sie leben? Denn du hast recht, jetzt, wo du mir alles erzählt hast wird die Organisation kommen."

Eine Träne lief ihr über die Wange.

"Es tut mir so leid!" sagte er.

"Das muss es nicht! Du hast mir das größte Geschenk gemacht, was du konntest. Lebwohl."

Und mit diesen Worten verschwand sie hinter den Bergen.

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Soo, das wars wauch schon, wenn es euch gefallen hat, dann schreibt mir doch bitte eine Review, damit ich mich danach richten kann, und wenns euch nicht gefällt, sagt mir, was ich verbessern kann,

Eure Riley
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