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I'm the American Dragon (Arbeitstitel)

von PrincessJ
GeschichteFamilie, Fantasy / P12 / Gen
Der Große Jäger Fu Dog Luong Lao Shi
10.08.2014
29.03.2016
9
14.108
1
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8 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
30.01.2015 1.520
 
New York, 8.6.2004

„Melody, kommst du? Es reicht für heute.“, Gramps stand auf den Dach und schaute zu mir hoch. „Nein! Ich will weitermachen.“, ich flog vor ihm und schmollte leicht. „Na gut. Einmal noch und dann kommst du mit.“ Lachend schnellte ich in die Luft und spie einen Feuerkreis durch den ich dann hindurch flog. Gramps und Fu beobachteten mich mit erstaunten Blicken. Wieder flog ich auf ihn zu und als ich nur noch einen Meter von ihm entfernt war, verwandelte ich mich wieder in einen Menschen. Er fing mich auf und drehte sich um die eigene Achse. Manchmal war es erstaunlich, wie viel Kraft in ihm steckte.
Wir gingen hinunter ins Wohnzimmer und ich sprang auf das Sofa. Es war Dienstag und er hatte mich von der Schule abgeholt. Hausaufgaben hatte ich schon erledigt und gleich als ich herkam, begann ich mit meinen Kräften zu spielen. Hier hatte ich die einzige Möglichkeit. Er setzte sich neben mich auf die Coach und guckte mich an.
„Bereit?“, fragte er und ich nickte. Wir guckten uns in die Augen. Er kniff sich in den Arm und ich schüttelte den Kopf. Nur er und ich wussten, was wir da machten. Ich spürte Feuer in meiner Kehle und nickte. „Ok.“, sagte er nun und guckte leicht angestrengter. Wieder einmal schüttelte ich den Kopf. Es waren Tests und Übungen, damit wir die Verbindung besser unter Kontrolle bekamen. Spaß machte es meist nicht, da man sich stark konzentrieren musste, aber Gramps meinte, es sei notwendig, also machte ich mit.
Als ich keine Lust mehr hatte, stand ich einfach, ohne ein Wort zu sagen, auf und ging mir meine Zeichensachen holen. Fu lachte, da ich keine Miene verzog und Gramps schüttelte nur den Kopf. Er wendete sich wieder kaputter Elektronik zu, während ich begann zu zeichnen. Meine Gedanken lagen bei Drago und ich sehnte mich komischerweise nach der Insel. Ein schriller Ton störte die Ruhe im Raum. Großvater guckte hoch, doch ich hatte das Telefon schon am Ohr.
„Hallo?“, fragte ich mit piepsiger Stimme. „Melody, Schatz.“ „Hi Daddy.“ Ich grinste und legte mich mit den Rücken auf die Coach. „Schätzchen gib mir mal bitte deinen Großvater.“, er klang hektisch und aufgeregt. Ich fuhr hoch und hielt das Telefon in Gramps Richtung. Es wunderte mich, dass Dad mit ihm sprechen wollte. Auch, wenn sie es versuchten vor mir zu verstecken, ich wusste, dass das Verhältnis zwischen den Beiden nicht das Beste war.
Durch die Verbindung konnte ich jedes Wort von Dad mithören, was eigentlich nicht Nötig war, denn man konnte alles an Gramps Gesichtsausdruck sehen. „Ja gut. Wir sind sofort da.“ Ohne eine Antwort von Dad abzuwarten, legte er auf und sagte leicht schockiert und dennoch glücklich: „Es ist so weit.“
An diesen Punkt wollte ich nur Mal gesagt haben: Respekt an seine Fahrkünste. Man musste leicht Lebensmüde sein um mit ihm in ein Auto zu steigen vor allem, wenn seine Tochter grade ein Kind bekam. Ob er bei mir auch so war? -Nein. Bei mir war es noch schlimmer.- Wir brauchten die Hälfte der Zeit, hatten bestimmt einen Haufen Stoppschilder überfahren und ich kenne mich zwar nicht gut mit Autofahren aus, aber ich denke man hält bei roten Ampeln an.
Als wir dann im Krankenhaus ankamen, stellte ich mich vor eine Schwester und zog an ihrer blauen Hose, während Gramps versuchte seine Gedanken zu sammeln. Sie war dunkelhäutig, schlank und ihre schwarzen Haare waren zu einem Dutt hochgesteckt. Die Frau guckte zu mir runter und ich fragte mit Knopfaugen: „Wo ist meine Mommy?“ Sie hockte sich vor mich hin und lächelte. „Wie heißt denn deine Mommy?“ „Susan. Susan Long.“ ‚Mel wo steckst du? ‘, hörte ich Gramps und zeigte ihm den Weg zu mir. „Da bist du ja. Melody du sollst doch nicht weglaufen.“, er wendete sich an die Krankenschwester, „Es tut mir Leid.“ „Schon gut. Ich nehme an, sie wollen ebenfalls zu Susan Long?“ Er nickte und die Frau führte uns zu einer Tür. ‚Klopf an mein Schatz‘ Ich tat, was Gramps dachte und ging dann in den Raum rein.
Mom lag auf einen Bett, den Bauch frei und hielt die Hand meines Vaters. Ich lief auf die Beiden zu und Dad setzte mich auf das Bett neben meine Mutter. „Na mein Liebling. Bist du bereit für deine Schwester?“, fragte sie mich und strich mir über die Wange. „Darf ich ihr einen Namen geben, wenn sie da ist?“ Meine Eltern schauten sich an und lächelten. „Mal sehen, Süße.“ Ich wusste nicht, was ich tun soll und küsste deshalb ihren Bauch. „Bis gleich, Baby.“, sagte ich, lächelte meine Mutter an und ließ zu, dass Dad mich hochhob und mit mir den Raum verlies. Ich war leicht enttäuscht, denn ich wollte bei meiner Mom bleiben.
Doch ich dachte, es wäre wahrscheinlich besser so. Nun hatten Mom und Gramps Zeit zum Reden. Während die Beiden sich unterhielten, gingen Dad und ich in die Cafeteria und holten uns einen Snack. Er trug mich immer noch und plötzlich kam mir eine Frage auf. „Worüber reden die Beiden?“ Dad starrte an mir vorbei und sagte dann: „Ich weiß es nicht, Liebling. Das war schon bei dir so.“ -Wie oft ich diese Worte noch hören werde.- Ich versuchte mich in seine Gedanken zu schleichen, doch vergebens. Er wollte wohl nicht, dass ich was mitbekam.
Nach einer Zeit war es dann soweit.
Die Ärzte meinten, dass das Baby kam und während Dad bei Mom blieb, lief ich mit Gramps durchs Krankenhaus um uns die Zeit zu vertreiben. „Wie lange dauert so eine Geburt?“, fragte ich nach einer halben Stunde. Er musste lachen. „Zwischen 3-8 Stunden.“, sagte er nach kurzer Überlegung. „Was?“ Ich dachte es würde schnell gehen und das ich sie gleich sehen konnte. „Und was machen wir solange?“ „Wir machen es wie Fu.“ Ich grinste: „Essen gehen?“
Wir lachten und gingen in die Cafeteria zurück. Das vertrieb eine Stunde. Wir guckten uns die Neugeborenen an. Eine halbe Stunde. Irgendwann schlief ich sogar im Wartezimmer ein. Zwei Stunden dann eine halbe Stunde rumsitzen und dann war es soweit. „Ich hab keine Lust mehr!“ Ich lag falsch herum auf den Stuhl. Füße oben, Kopf unten. „Ist sie schon da?“, quengelte ich rum. „Nein, Schätzchen.“ Ich stöhnte auf und setzte mich wieder richtig hin.
Gramps guckte mich sanft an und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht. „Freust du dich schon auf sie?“ „Soll das ein Scherz sein? Ich warte jetzt schon 9 Monate auf sie. Sie soll sich mal ein bisschen beeilen.“ Er musste lachen, als ich das sagte. „Hast du keine Angst?“ „Wovor?“, ich verstand seine Frage irgendwie nicht. „Naja, die meisten Kinder haben Angst davor, dass sie sich alles ums Baby dreht, sobald es auf der Welt ist.“ Darüber habe ich um ehrlich zu sein noch gar nicht nachgedacht.
Vielleicht werden alle das Baby mehr lieb haben als mich. „Quatsch“, dachte ich und schüttelte den Kopf. Ich wollte meine Schwester und zwar jetzt. Ich lehnte mich an Gramps an. „Wird sie auch, naja, Besonders?“, fragte ich nach einer Weile. „Ja. Ich denke schon.“ Ich dachte darüber nach, wie es ist, wenn wir zusammen umher fliegen und zusammen Blödsinn machen können. Das brachte mich zum Lächeln.
Zwei weitere Stunden vergingen bis es endlich soweit war. Dad kam aus dem Zimmer, nahm mich an die Hand und führte mich zum Bett. Wieder setzte er mich auf die Kante und endlich konnte ich meine Mom sehen. Sie sah müde aus, aber auch überglücklich. In ihren Armen lag ein kleines Wesen, das in eine rosa Decke gehüllt wurde. Ich hatte keine Möglichkeit das Baby zusehen.
Mom sah meinen aufgeregten Blick und gab mir den Blick auf meine Schwester frei. Sie war unglaublich niedlich mit ihren schwarzen Knopfaugen, ihrer Stupsnase und ihrem runden Gesicht. Ein warmes Gefühl erfüllte meinen ganzen Körper und ließ mich strahlen. Ich fand sie wirklich wunderschön. Sie sah Mom sehr ähnlich.
Dad setzte sich hinter mich und küsste meinen Hinterkopf. Gramps wiederum auf die andere Seite des Bettes. Meine Mutter legte ihm das Baby in die Arme. Es war unglaublich diese Gefühle von ihm zu empfangen. Sie waren so überwältigend und aufrichtig, wodurch ich eine Gänsehaut bekam. Er starrte meine Schwester verträumt an. „Wie soll sie heißen?“, fragte er schließlich.
Meine Eltern guckten sich an. „Wir dachten an Celine oder Liz.“ „Nein.“, sagte ich trocken. Alle starrten mich erstaunt an. „Sie sieht weder aus wie eine Celine noch wie eine Liz.“ „Und wie sieht sie aus?“, fragte Dad mich.
Ich dachte kurz nach. „Wie eine Haley.“ „Haley…“, wiederholte Mom leise, „Das gefällt mir. Doch ein Problem gibt es da noch.“ Großvater sah sie fragend an und sie erklärte: „Wir wollten ihr auch einen chinesischen Zweitnamen geben.“ Somit waren Dad und ich raus, da es an den Beiden war, den Zweitnamen zu finden. -So wie bei mir.- Sie guckten sich an und es schien als wüssten sie sofort, welcher Name perfekt war.
„Hui“, sagten sie gleichzeitig. „Haley Hui Long.“, sagte meine Mom sanft und nickte dabei. Haley… Meine kleine Schwester. Ich küsste das kleine, in den Armen unserer Mutter, liegende Mädchen auf ihre Stirn. Wir werden noch viel Spaß zusammen haben.
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