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I will always love you. But I love her, too.

von Anthi
GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Maddy Smith Rhydian Morris
10.08.2014
15.02.2015
3
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15.02.2015 636
 
„Was, 'ich'?“, fragt Rhydian barsch, bereut es jedoch sofort wieder, denn nun heult das Mädchen erst richtig los. Sie mag vielleicht zwei Jahre jünger sein als er – oder vielleicht doch nicht?
Er blinzelt.
Schließlich, als er es nicht mehr aushält, tritt er zu dem Mädchen hin und legt unbeholfen einen Arm um sie. „Hey… ist schon gut.“
Verzweifelt klammert sich das Mädchen an ihn und unter abgehakten Schluchzern schnieft sie immer wieder laut.
Rhydian weiß nicht, was er tun soll, außer zu warten, dass es einfach aufhört.
Verlegen streicht er ihr kurz über die Haare und im selben Augenblick fragt er sich, ob es sich so anfühlt, eine kleine Schwester zu haben.
Schließlich beruhigt sich das Mädchen doch irgendwie und löst sich aus seiner Umarmung. Mit verheulten Augen steht sie vor ihm. Sie schaut ihn nicht an, vielleicht ist es ihr peinlich. Erst jetzt fällt Rhydian auf, dass er noch ein Pack Tempos bei sich hat und nachdem er in seiner Tasche ein wenig herumkramt, findet er es auch.
Er merkt, dass das Mädchen ihn aus dem Augenwinkel heraus beobachtet, und als er ihr die Tempos zuwirft, zuckt sie kurz zusammen und ein Knurren tönt aus ihrer Kehle, bis sie bemerkt, dass keine Gefahr besteht.
„D-Danke.“, nuschelt sie, dreht sich weg und putzt sich geräuschvoll die Nase.
Rhydian ist die ganze Sache äußerst unangenehm. Was macht er hier? Er hätte sie schon längst verjagen sollen. Das hier ist das Revier seines Rudels – auch wenn sein Rudel sich momentan nicht blicken lässt, oder besser gesagt, lassen kann.
„Wie heißt du?“, fragt er jetzt etwas unfreundlich und sie wirft ihm einen vernichtenden Blick zu, den er ihr gar nicht zugetraut hätte.
„Solltest du nicht lieber zuerst fragen, warum ich hier bin?“
Mürrisch zuckt Rhydian mit den Schultern und scharrt mit dem rechten Fuß ein wenig Dreck auf dem Boden hin und her. Alte Wolfsangewohnheit.
Das Mädchen seufzt. „Es tut mir leid, dass ich dich so überrascht habe. Ist das das Gebiet deines Rudels?“
„Ja.“
„Ich bin Vivi.“
„Rhydian.“
„Wo ist der Rest deines Rudels?“
Rhydian schweigt und sie wartet ein Weilchen, bevor sie schließlich meint: „Schon gut, du musst es nicht erzählen. Ich bin hier ja der Eindringling.“
„Was machst du hier?“, meint Rhydian ohne weiteren Kommentar.
Plötzlich füllen sich Vivis Augen erneut mit Tränen, was Rhydian äußerst unangenehm ist. Er bringt dieses Mädchen zum weinen. Warum bringt er immer alle Mädchen zum Weinen?
Vivi scheint sich zu sammeln, bevor sie ihm mit leiser Stimme antwortet. „Ich bin von zuhause abgehauen. Bitte, frag nicht nach dem Grund. Ich verschwinde auch gleich wieder. Du wirst mich nie wiedersehen.“
Nachdenklich betrachtet Rhydian das Mädchen. Sie ist mit ihm verbunden, dadurch, dass sie ein Wolfsblut ist. Ist es nicht seine Pflicht, ihr zu helfen? Sie scheint noch so jung. Und alleine als Wolfsblut durch die Wildnis zu ziehen…
Sie würde das doch niemals lange überleben.
„Wie alt bist du?“
„Vierzehn.“
„Schwörst du, dass du nichts Böses willst und Geheimnisse meines Rudels weitertragen willst?“
Vivi sieht ihn verwirrt an. „Warum?“
Rhydian fletscht die Zähne und seine Augen leuchten gefährlich gelb auf. „Tu es einfach!“
Unbewusst weicht Vivi einen Schritt zurück. „Warum sollte ich euch schaden wollen? Ich schwöre es.“
„Gut. Wann hast du das letzte Mal etwas gegessen?“
Sie scheint offensichtlich etwas verwirrt von seiner abrupten Art und streicht sich gedankenverloren über den Bauch. „Hm… Weiß nicht…“
„Bist du hungrig?“
Bei dieser Frage glitzern ihre Augen gierig auf und sie nickt wild.
Kurz zögert Rhydian, doch dann packt er sie am Handgelenk und zieht sie mit sich. „Dann komm.“
„Was? Wohin?“
Sie versucht, sich zu wehren, doch gegen Rhydians Kraft ist sie machtlos.
„Ich helfe dir. Was denn sonst?“, knurrt Rhydian und sie starrt ihn fassungslos und mit offenem Mund an, während er sie hinter sich herzieht.
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