I will always love you. But I love her, too.

von Anthi
GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P12
Maddy Smith Rhydian Morris
10.08.2014
15.02.2015
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10.08.2014 553
 
Rhydian rennt. Er rennt so schnell wie ihn seine Pfoten tragen. Tom und Shannon haben ja keine Ahnung. Sie haben keine Ahnung, wie es ihm geht oder was er fühlt. Und das Tom einmal in Maddy verliebt gewesen ist…  - oder es vielleicht immer noch ist! - das ist so lächerlich.
Wie könnte Tom sie lieben.
Diese beiden Menschen haben ja keine Ahnung!!
Ein Knurren erklingt tief in seiner Kehle und bahnt sich einen Weg ins Freie.
Das Knurren wird zu einem lauten, langgezogenen Jaulen und er hebt den pelzigen Kopf gehen Himmel, die Schnauze weit aufgerissen.
Es wird langsam spät. Die Sonne geht schon unter.
Er hat gar nicht gemerkt, wie lange er unterwegs gewesen ist.
Sofort stoppt er in seiner lauten Klage.
Stille herrscht um ihn herum. Bis auf sein leises Hecheln ist nichts zu hören.
Doch da ertönt auf einmal nicht weit entfernt von ihm ein Jaulen, das dem seinen so ähnlich ist.
Sein Herz macht einen Sprung. Seine Ohren stellen sich auf und drehen sich in die Richtung, aus der das Geräusch kommt.
Ein Wolfsblut. Ganz sicher.
M-Maddy…?
Er zögert nicht.
Wenn das Maddy ist, wenn sie wirklich zurückgekehrt ist, dann muss er sie sehen!
Abrupt fährt er herum und nimmt die Fährte des Wolfblutes auf, ohne den Geruch genau zu identifizieren. Er kann an nichts anderes außer an Maddy denken.
Seine Pfoten trommeln über den Boden und sein Herz schlägt im Einklang dazu.
Maddy.
Maddy, Maddy, Maddy.
Kann es wirklich sein? Kann sie wirklich zurückgekehrt sein?
Ist sie wieder hier?
Hier, bei ihm?
Die Geruchsspur endet auf einer kleinen Lichtung. Die Sonne ist inzwischen untergegangen.
Langsam kommt Rhydian zum stehen. Seine Ohren stellen sich auf und er schnüffelt.
Hat er sich das alles nur eingebildet?
Doch da raschelt es im Gebüsch und Rhydian richtet sich in seiner Wolfsgestalt vollends auf.
Er stößt einen kurzen, winselnden Laut aus.
Die Blätter des Busches nicht weit entfernt von ihm teilen sich, als ein weiblicher Wolf auf die Lichtung tritt.
Er starrt ihr entgegen.
Maddy?
Haselnussbraunes Fell.
Nein.
Nein, das kann nicht sein.
Nicht Maddy? Wirklich nicht Maddy?
Oder spielen ihm seine Augen einen Streich?
Ist es Maddy, doch er erkennt sie nur nicht?
Da durchzuckt ihn plötzlich ein Gedanke. Wenn das aber nicht Maddy ist, dann ist dieser fremde Wolf der Feind.
Ein Feind, der in das Territorium seines Rudels eingedrungen ist.
Er knurrt und duckt sich in die Angriffstellung.
Doch da tut der fremde Wolf etwas, das ihn komplett aus der Fassung bringt.
Er senkt den Kopf.
Erstaunt starrt Rhydian die Wölfin an und umkreist sie langsam, bevor er sich einen Ruck gibt und sich zurück in einen Menschen verwandelt.
„Wer bist du?“, fragt er laut und harsch.
„Und was tust du im Revier meines Rudels?!“
Der weibliche Wolf hebt den Kopf und Rhydian starrt weiter auf sie hinab.
Da wandelt auch sie sich.
Einen kurzen Moment setzt Rhydians Herz aus.
Sie ist… so süß…
Sie ist klein und trägt ein niedliches Lolitakleid. Ihre Haut ist schneeweiß und ihre Augen hellblau, während ihre Haare dieselbe Farbe wie ihr Fell haben.
Sie steht fast schon unterwürfig vor ihm, sodass Rhydian seinen grimmigen Tonfall beinahe bereut.
Aber auch nur beinahe.
„Ich…“, schluchzt das Mädchen. „Ich…“
Und im selben Moment heult sie los.
Rhydian steht da wie erstarrt.
Was soll er tun?
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