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Die Vergangenheit kann man nicht ändern

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Freddy Krueger
10.08.2014
21.07.2017
7
10.383
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10.08.2014 1.666
 
Ein kühler Wind fuhr mir durch die Haare und vertrieb für einen kurzen Moment die drückende Sommer Hitze. Der Spielplatz auf dem ich stand, verursachte mir ein mulmiges Gefühl. Irgendwie kam mir der Ort bekannt vor. Aber woher?
Der Spielplatz war verlassen, bis auf zwei Erwachsene und ein Kind. Es waren zwei Männer und ein kleines Mädchen. Einen Mann erkannte ich als meinen Vater. Wie ich ihn in Erinnerung hatte, hielt er eine Flasche Vodka in der Hand und man sah, dass er schon eine Menge intus hatte. Seine braunen Haare standen wirr vom Kopf ab und seine grünen Augen waren glasig. Die Augenfarbe hatte ich von ihm geerbt und zum Glück ist ,dass das einzige. Sein Muscle Shirt hatte Schweißflecken und sah nicht mehr ganz frisch aus. Angewidert drehte ich mich weg und wandte mich dem Mädchen zu, das mit dem anderen Mann spielte. Das Mädchen trug ein hellgrünes Kleid und ihr rotes Haar war zu zwei Zöpfen geflochten.
Unbewusst griff ich mir in meine roten Haare und da viel der Groschen.
Das kleine Mädchen war ich und der Spielplatz auf dem wir uns befanden, lag gleich hinter unseren alten Wohnung!
Aber wer war dieser Mann mit dem ich fangen spielte? Warum konnte ich mich nicht an ihn erinnern?
Er hatte dunkelblondes, kurzes Haar und blaue Augen.
„Frederick Charles Krüger, wenn du meine Tochter vögeln willst, mach es jetzt. Wenn die Alte zurück kommt, geht das nicht mehr.“, lallte mein Erzeuger. Geschockt sah ich ihn an. Hatte er das gerade wirklich gesagt? Wut stieg in mir auf. Wie konnte ein Vater nur so etwas sagen? Mit geballten Fäusten ging ich auf ihn zu, bereit ihm eine runter zuhauen, doch als ich ihn erreichte, löste er sich in Luft auf. Verwirrt beobachtete ich den Szenenwechsel.
Jetzt befand ich mich in unserer alten Wohnung. Meine Eltern waren in der Küche und stritten wieder einmal.
„Wie kannst du es zu lassen, dass unsere kleine Tochter mit diesem Mann spielt?!“, schrie sie aufgebracht und fuhr sich durch ihre roten Haare. Die selbe Haarfarbe die auch ich hatte.
„Er tut doch gar nichts! Er ist ein Freund!“
„Er ist ein Pädophiler!“
Sie hörte auf in der Küche herum zu tigern und blieb vor dem Tisch stehen, an dem mein Vater saß.
„Verstehst du denn nicht, dass ich mir Sorgen um unsere Kleine mache? Sie ist doch erst fünf!“
„ER HAT JA NOCH NICHTS GETAN!!“, schrie mein Vater und sprang auf. Ich roch den Alkohol bevor ich seine wackeligen Schritte bemerkte.
„EBEN NOCH NICHTS! MUSS DENN ERST ETWAS PASSIEREN DAMIT DU HANDELST?!“, schrie sie zurück und ich bemerkte wie sie Tränen zurück hielt. Wie gerne wäre ich zu ihr gegangen und hätte sie getröstet, aber etwas hinderte mich daran.
„Ich habe genug von dem Theater! Er ist mein Freund und er darf mit unserer Tochter spielen. Mir scheiß egal ob er pädophil ist! Ich habe ihm sogar angeboten sie zu vögeln, aber er weigerte sich!“
Fassungslos starrte sie ihn an. Geschockt wie der Mann, den sie einst so sehr liebte, so etwas tun konnte.
„Du verdammtes Arschloch“, flüsterte sie und die Tränen bahnten sich ihren Weg aus ihren Augen.
Wieder unternahm ich einen Versuch zu ihr zu gelangen, doch wie schon vorhin auf dem Spielplatz, löste sich die Umgebung auf und ich landete in unserem Badezimmer. Mein kleines Ich saß in der Badewanne und plantschte mit Frederick, der neben der Wanne saß.
Es musste der selbe Tag sein. Nur ein wenig später. Das grüne Kleid hing über einen Sessel und zeigte Spuren von Dreck.
Das rote Haar hing mir nass um die Schultern und bedeckte meinen Oberkörper.
„Warum liegt Papa am Boden und sabbert?“, fragte mein junges Ich mit lieblicher Stimme und sah auf ihre Finger, die eine Gummiente festhielten.
„Er hat wieder mal zu viel getrunken.“, antwortete der Mann sanft, während er ihr über den Rücken fuhr.
„Und warum macht er das?“
Obwohl ich damals noch so jung war, bekam ich dennoch viel zu viel von dem mit, was meine Eltern zu verheimlichen versuchten.
„Ich glaube, dass weiß er selber nicht. Er ist schwach und merkt nicht was er alles damit zerstört.“
Obwohl die Situation recht harmlos aussah, bemerkte ich dennoch die Beule in Fredericks Hose. Er hatte eine Erektion, während er mich badete! Ekel überfiel mich.
Angewidert sah ich weg und beobachtete stattdessen mich. Ich schien gar nichts mitzubekommen. Viel zu sehr war ich mit Ken beschäftigt, der Barbie rettete.
„Oh, vielen Dank, dass du mich gerettet hast! Wie soll ich dir nur danken?“, fragte ich mit verstellter Stimme. Ken, der von Frederick gespielt wurde, antwortete ebenfalls mit verstellter Stimme :“Wie wäre es wenn ich mit deiner Tochter,Clary einen Ausflug mache?“ Verwirrt über die Frage, stimmte ich zu. Er lies Ken und Clary, ein Kleinkind, in einen Park, der das Wasser war, gehen, wo sie picknickten. Erheitert sah mein kleines Ich zu wie er das Picknick vollführte.
„Weißt du was mir ganz viel Spaß machen würde?“, fragte Ken Barbies Tochter, welche verneinte. Er machte die Beine von Clary so weit auseinander, dass Ken dazwischen passte. Dann bewegte er Kens Unterkörper vor und zurück. Verwirrt sah mein junges Ich zu.
„Was machen die da?“
„Ken vögelt Clary.“
Als er meinen immer noch verwirrten Ausdruck sah erklärte er was vögeln bedeutet.
„Und warum macht das ein alter Mann mit einem Kind?“
Ich verstand es damals noch nicht.
„Weil ich es gerne machen würde, aber nicht darf.“
„Warum darfst du nicht?“
„Weil es verboten ist.“
„Was ist verboten.“
„Das.“, antwortete er und seine Hand lies Ken los und fuhr meinem jungen Ich in den Intim Bereich.
Geschockt sah ich zu. Das machte er doch nicht wirklich oder?
Ein kurzes auf Quietschen meines kleines Ichs, bestätigte es mir jedoch.
„Das darfst du nie jemanden erzählen, okay? Das bleibt unser Geheimnis.“, flüsterte der Mann und nahm seine Hand weg.
„Okay, lass uns weiter spielen.“, antwortete ich schnappte mir Barbie. Anscheinend wusste ich noch nichts von dem was jemand machen darf und was nicht.
Ein Blick auf Fredericks gewachsene Beule, sagte mir, dass er lieber etwas völlig anderes spielen wollte.

"10..9..sie kommen langsam zurück..8...7...merken sich das Gesehene...6...5...behalten es bei sich...4...3...sie wachen langsam auf...2..1...und öffnen die Augen."
Ich schlug meine Augen auf und fand mich in einem völlig anderem Raum wieder. Irritiert sah ich mich um. Neben mir saß meine Mutter und hielt meine Hand. Ein paar rote Strähnen hatten sich aus ihrem Dutt gelöst und hingen ihr ins Gesicht. Neben ihr saß ein Mann. Dr. Allister. Er war Psychologe und ich war bei ihm in Behandlung. Ich selber lag auf einem schwarzem Leder Sofa.
„Mary, ist alles in Ordnung?“, fragte meine Mutter besorgt. Noch etwas irritiert nickte ich.
“Es ist alles okay.. Nur das was ich gesehen habe, ist nicht so leicht zu verkraften.“ „Es hat also wirklich geklappt?“
„Ja. Hypnose lässt einen wirklich wieder an vergessene Sachen erinnern. Wobei ich jetzt verstehe, warum ich sie vergessen habe, bzw. warum ich sie verdrängt habe.“ Erschöpft setzte ich mich auf, wobei ich lieber liegen geblieben wäre und ein Nickerchen gehalten hätte, anstatt mich dem Grauen zu widmen.
„Willst du uns erzählen was du gesehen hast?“, fragte meine Mutter zögerlich. Ich beobachtete wie Dr.Allister sich Notizen machte und nickte. Zögernd begann ich und wurde mit jedem Wort sicherer. Während ich das Erlebte wieder spiegelte, veränderte sich der Gesichtsausdruck meiner Mutter. Angefangen bei besorgt, dann zu verwundert, schließlich zu geschockt und am Ende sauer.
„Dieses verdammte Arschloch!“, knurrte sie und drückte meine Hand fester.
„Au, Mum du zerquetscht meine Hand.“
„Entschuldigung.“
Sie lies meine Hand los und fuhr sich durchs Gesicht. Dr.Allister, der bis jetzt ruhig zugehört hatte, meldetet sich zu Wort.
„Das was Sie erlebt haben, ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und ich glaube, dass es noch mehr gibt was Sie verdrängt haben.“
Ich sah auf den Boden und knetete meine Hände.
„Das glaube ich leider auch.“, sagte ich leise.
„Wie fühlen Sie sich nachdem sie sich wieder daran erinnern?“
Tja, gute Frage. Wie fühlte man sich wenn man so etwas gesehen hat?
„Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Dadurch, dass ich dass alles beobachtet habe und nicht direkt die Person war, kommt es mir so vor, als hätte ich einen schlechten Film gesehen. Die Tatsache, dass ich weiß, dass ich dieses Mädchen bin, lässt mich benutzt fühlen. Schmutzig. Ich verstehe nicht wie mein Vater so etwas tun konnte! Diesen Pädophilen in meine Nähe lassen!“
Ich vergrub mein Gesicht in meinen Händen.
„Da Ihr Vater starker Alkoholiker war, ist seine Reaktion wahrscheinlich dem Alkohol zuzuschreiben. Da unsere Stunde gleich zu Ende ist, rate ich Ihnen, ihre Gedanken und Gefühle in ein Notizbuch zuschreiben. Eine Art Tagebuch wo Sie sich nur mit dem Geschehenem befassen.“
Ich nickte zur Bestätigung.
„Danke, für die Stunde und bis nächste Woche.“
Wir verabschiedeten uns und verließen die Praxis.
Draußen genoss ich die warme Sonne die auf mein Gesicht schien. Trotz der Wärme fror ich und ich begann leicht zu zittern. Meine Nerven lagen blank und bemühte mich, nicht auf der Stelle loszuschreien.
„Hey, Mary. Ich muss noch etwas einkaufen. Willst du mit kommen oder lieber zu Fuß nach Hause gehen? Wobei es mir bei weitem lieber ist, wenn du in meiner Nähe wärst. Aber wenn du Privatsphäre brauchst, verstehe ich das natürlich.“
Zaghaft lächelte sie mich an und wartete auf meine Antwort. Obwohl ich jetzt lieber in den Wald hinter unserem Haus laufen wollte, sagte ich meiner Mutter zu. Erleichtert lächelte sie und mir wurde warm ums Herz. Jedes Mal wenn ich ihr eine Freude machte oder einfach das Tat was sie wollte, kam bei ihr dieses eine Lächeln auf. Dieses Lächeln zeigte mir wie sehr sie mich liebte und wie wichtig ich ihr war. Sie hatte so viel durchgemacht in den letzten paar Jahren, da wollte ich ihr diese kleinen Freuden machen. Ich atmete tief ein und aus und während ich zu unserem Auto ging, beruhigte ich mich.
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