Spirit of Ghost Command

von - Leela -
GeschichteFantasy, Freundschaft / P12
Eddie GB Jake Tracy
09.08.2014
09.08.2014
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Dies hier ist das Kapitel für die erste Runde zu Spadeys Wettbewerb »Katzenaugen«.

Bei dem Wettbewerb geht es darum, über mehrere Runden zu der dem jeweiligen Teilnehmer jeweils zugeordneten Katze (vorgegeben ist die Rasse) Oneshots nach den entsprechenden Vorgaben zu schreiben.
Mein Raubtier ist die Hauskatze.

Die Vorgabe für die Runde 1:
"Schreibt ein OS zu eurem Raubtier. Entweder aus der Sicht von ihm. Oder als Betrachter? Wird er gejagt? Oder fängt er sogar an zu jagen? Ist er gerade Vater oder sie Mutter geworden? Ist es sogar das Kind was seine ersten Schritte beschreibt?
Einfach ein Tag voller Liebe, Aufregung, Aktion oder Humor aus der Räubertierwelt!"

Viel Spaß mit meiner kleinen felinen Protagonisten in der Ghostbusterwelt wünscht euch eure Lee.


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Freunde fürs Leben

„Oh, hallo, liebe Leser! Mein Name ist Jake Kong. Vielleicht sind wir uns schon mal begegnet. Für alle, die mich noch nicht kennen: Ich bin Ghostbuster von Beruf, und lebe mit meinen Partnern und besten Freunden Eddy und Tracy zusammen in einer Wohngemeinschaft im Ghostkommando, unserem Firmensitz in New York.
      Heute will ich euch einmal davon erzählen, was passiert, wenn man ein Auto mit einer eigenen Persönlichkeit hat – und plötzlich zu einer Katze kommt. Ihr könnt mir glauben, eine schlimmere Kombination gibt es nicht! Es sei denn, dann kommt auch noch Eddy ins Spiel…
      Gerade der heutige Tag hat es einmal wieder bewiesen. Tracy mußte einen Schaden an GBs Motor reparieren, und Eddy und ich leisteten ihm Gesellschaft. Damit fing die Geschichte an…“

„Au, was soll denn das?“
      Geschäftige Geräusche erfüllten die Garage, wo Tracy, der Gorilla, an dem Einsatzfahrzeug der kleinen Ghostbustingfirma arbeitete.
      „Ja, es ist schon nicht einfach, wenn man ein sensibles Auto hat!“ kommentierte Eddy. Der etwas korpulentere der beiden menschlichen Ghostbuster lehnte sich an die Werkbank und sah seinem Kameraden zu.
      „Was soll das denn heißen?“ beschwerte sich das Ghostbuggy. „Tracy kann ja mal in deinen Eingeweiden rumwühlen!“
      „Es war ja nicht so gemeint.“ lenkte Eddy ein.
      „Ich weiß gar nicht, was ihr habt!“ bemerkte Jake, während er Tracy eine Zange reichte. „GB schnurrt doch schon wieder wie ein Kätzchen!“
      „Das ist nicht GB!“ Eddy stieß sich von der Werkbank ab und ging zu der Rückbank des roten Cabriolets herüber. Gedankenversunken lehnte er sich auf die Tür und streichelte die zusammengerollte Katze mit dem getigerten Fell, die es sich dort gemütlich gemacht hatte.
      Jake sah mit abschätzendem Blick auf. „Hat sie sich schon wieder in die Garage gemogelt?“
      „Offensichtlich!“ beschwerte sich GB. „Sie haart meinen ganzen Rücksitz voll! Und wer reinigt das Desaster wieder? Ihr ja anscheinend auch nicht!“
      Als Eddy die Katze streichelte, schnurrte sie um so lauter, legte sich auf den Rücken und streckte sich fast über die gesamte Sitzfläche der Rückbank aus. Eddy mußte zugeben, er hatte nicht gewußt, daß Katzen sich so lang machen konnten. Ohne seine Streicheleinheiten zu unterbrechen, sah er Jake flehentlich an. „Können wir sie nicht behalten, Jake?“
      Sein Kamerad seufzte unverhohlen. „Eddy! Darüber haben wir schon mehrfach gesprochen! Wir sind oft tagelang dienstlich unterwegs, wer soll sich dann um sie kümmern?“
      „Na, irgend jemanden würden wir schon finden! Unsere Väter, Jessica, Corky…“
      Jake stöhnte auf und verdrehte die Augen.
      Der einzige, der sich nicht stören ließ, war Tracy, der an GBs Motor arbeitete.
      Eddy kletterte zu der Getigerten auf den Rücksitz. Als seine kleine Freundin beseelt die Pfote ausstreckte und sich in seiner Hose verhakte, löste er mit zusammengebissenen Zähnen vorsichtig die Krallen wieder aus dem Stoff. Dann begegnete er dem beseelten Blick seiner felinen Kameradin ebenso liebevoll, die ihn über Kopf ansah und seinen Gesten mit kontinuierlichem Schnurren dankte.
      Jake beobachtete die Szene gedankenverloren. Seit diese Katze das erste Mal in der Garage des Ghostkommandos aufgetaucht war, hatte sich etwas verändert. Es war in erster Linie nicht, daß sie neugierig durch den riesigen Raum stromerte und dabei spielerisch Tracys Werkzeug durcheinanderbrachte, was den Gorilla im wahrsten Sinne des Wortes affig machte. Es war auch nicht die Tatsache, daß GB sich seitdem noch intensiver beschwerte, sei es, daß sie ihn als Schlafplatz mißbrauchte, ihre Haare auf den Polstern verlor oder versuchte, ihre Krallen daran zu wetzen. Es war auch nicht, daß er selbst neuerdings jedes Mal, bevor sie mit dem Auto unterwegs waren - selbst wenn sie zu einem wichtigen Auftrag aufbrachen - erst testete, ob sie sich unter dem Auto oder an anderen gefährlichen Stellen aufhielt. Nein, es war diese spezielle Art der Liebe, die sich zwischen ihr und Eddy entwickelt hatte – gleich in dem Moment, als der brünette Ghostbuster sie das erste Mal entdeckt hatte, eingerollt auf GBs Rücksitz. Das war der Grund, warum er die Katze zumindest in der Garage duldete: Er wußte, es würde Eddy das Herz brechen, wenn sie nicht mehr da wäre. »Spirit« hatte sein Kamerad sie getauft. »Spirit of Ghost Command«, ein passender Name…
      Die ärgerlichen Laute des Gorillas schreckten ihn aus den Gedanken, und er begriff, daß Tracy ihn bereits zwei Mal um einen Schraubenschlüssel gebeten hatte, ohne eine Reaktion von dem in Gedanken versunkenen Ghostbuster zu bekommen. „Oh, ja, natürlich!“ Er reichte seinem Partner das gewünschte. Mit einem bissigen Murmeln ging Tracy weiter seiner Arbeit nach.
      Eddy hatte sich indes einen Kabelbinder geschnappt und versuchte, Spirit zum Spielen zu animieren. Es gelang ihm damit schnell, ihr Interesse zu wecken. Aufmerksam war die kleine Jägerin aufgesprungen und versuchte, das Kunststoffband zu erhaschen. Eddy zog das neu gefundene Spielzeug langsam über das Polster. Spirit fixierte es, machte einen Satz und sprang auf das Kabel zu.
      Es kam, wie es kommen mußte: Spirit bohrte ihre Krallen in GBs Polster, der daraufhin in jähem Schmerz aufschrie – dadurch löste sich die Halterung der halbrunden Motorhaube, die Tracy daraufhin zur Hälfte in dem Motorraum begrub. Der Gorilla tat es dem Einsatzfahrzeug mit einem grimmigen Aufschrei gleich, während GB energisch rief: „Schafft die Katze hier raus! Schafft die Katze hier raus!“
      Jake reagierte sofort und befreite seinen Partner aus seiner eingeklemmten Lage, während er Eddy einen bösen Blick zuwarf. „Eddy!“ Mehr war nicht nötig.
      Mit einem Schmollen nahm der Brünette die Katze auf den Arm, die vor Schreck auf das heruntergeklappte Verdeck gesprungen war und irritiert die Ohren anlegte, und schwang sich mit ihr zusammen aus dem Auto. Auf der anderen Seite lehnte er sich mit dem mittlerweile schon wieder dankbar schnurrenden Fellbündel erneut an die Werkbank.
      Tracy hievte sich gerade aus dem Motorraum, während Jake die Motorhaube fixierte, und GB erleichtert durchatmete.
      Spirit schien sich von alldem nicht beeindrucken zu lassen und schmiegte sich in Eddys Arme. Schnurrend rieb sie den Kopf an seiner Wange, und er drückte sie fast schon beschützend an sich. „Wenn wir sie in der Wohnung hätten, gäbe es keine Konfrontationen zwischen ihr und GB!“ argumentierte er trotzig.
      „Na toll!“ bemerkte Jake scharf. „Dafür hätten wir wahrscheinlich das gleiche Spiel mit ihr und Fred! Oder glaubst du, daß ein Sessel anders reagieren würde, wenn es um seine Polster geht?“
      „Aber Fred kann sich wehren!“ schoß Eddy zurück, der genau wußte, daß sein Lieblingssessel seine Interessen wohl durchzusetzen wußte, wenn es drauf ankam.
      „Ach? Und das macht die Sache besser?“ fragte Jake tiefgründig. „Meinst du, das sind dann keine Konfrontationen?“
      Eddy schwieg. Jake wußte, daß sein Partner wußte, daß er Recht hatte.
      „Es tut mir leid, Eddy!“ erklärte der blonde Teamführer mit einer hilflosen Geste. „Aber es hat einen Grund, warum ich sage, daß wir sie nicht behalten können. Und GB und Fred sind nun mal schon länger da!“
      Tracy schloß gerade seine Reparatur ab und klappte nun ganz planmäßig die Motorhaube zu. „Wie fühlst du dich?“ fragte er GB.
      „Besser!“ bekannte das rote Cabriolet.
      Indes machte sich Spirit aus Eddys Armen los und sprang zu Boden, um die Garage zu erkunden.
      „Zumindest bis eben gerade!“ hängte GB fließend an.
      Jake und Eddy wechselten einen Blick, und sie beide wußten, daß sie ihren Interessenkonflikt nicht würden auflösen können.
      Spirit schlich derweil aufmerksam durch den Raum, die Barthaare aufgestellt, die Ohren gespitzt, den Körper angespannt. Mit wachem Blick fixierte sie eine Ecke, in der sich etwas bewegt hatte.
      „So, wir sind fertig!“ erwähnte Jake noch mal einleitend für ihren motorisierten Schützling. „Ab jetzt mußt du wieder allein zurechtkommen, GB!“
      „Ich bleibe noch ein bißchen hier!“ erklärte Eddy, als Jake und Tracy bereits ins Haus zurückkehren wollten.
      „Na gut. Dann bis später!“ bestätigte der Teamführer.
      Während seine Partner die Garage verließen, beobachtete Eddy schmunzelnd, wie Spirit ein trockenes Blatt jagte.
      „Wehe, sie zerkratzt meinen Lack!“
      Das waren die letzten Worte, die Jake noch mitbekam, als er wieder auf dem Weg ins Büro war.

„Tja, das war ein ganz normaler Tag im Ghostkommando, seit Spirit aufgetaucht ist – und glaubt mir, das war noch harmlos! GB kann Spirit nicht ausstehen, so viel ist sicher, und Eddy liebt diese Katze über alles, das ist auch sicher. Und Tracy und ich stehen irgendwo dazwischen und versuchen, schlimmeres zu verhindern – ich kann euch sagen, das ist kein dankbarer Job! Aber was tut man nicht alles, damit alle irgendwie glücklich sind? Und wenn ich ehrlich bin, ich mag diese Katze auch.
      Spirit of Ghost Command… Dank Eddy gehört sie irgendwie dazu, genauso wie die Konflikte, die daraus resultieren. Daran werden wir alle uns jetzt wohl gewöhnen müssen. – Ich hege zwar keine großen Hoffnungen, daß GB je mit Spirit auf einen Nenner kommen wird, aber ich glaube, auch ich wäre traurig, wenn sie eines Tages nicht mehr da wäre. Wir müssen einfach das Beste aus der Situation machen, und den Schaden so gering wie möglich halten.
      Oh, wie ich sehe, ist die Zeit schon sehr fortgeschritten, und ihr wollt euch sicher auf den Heimweg machen. Es freut mich, daß ihr hier wart und für meine kleine Geschichte etwas Zeit mitgebracht habt. Also dann, kommt gut heim, und vielleicht bis zum nächsten Mal!“

Später am Abend, als Eddy ebenfalls zurück ins Haus gegangen war, kehrte Stille ein in der Garage. Der brünette Ghostbuster hatte Spirit noch einmal frisches Wasser und Abendessen auf ihren Platz gestellt, und so war sowohl er als auch das Auto erst einmal bei der Katze abgemeldet gewesen.
      GB ließ eine Weile verstreichen und vergewisserte sich, daß er mit der Besucherin allein war. Dann zischte er: „Pst! Spirit!“
      Die Graugetigerte lief mit hoch erhobenen Schwanz zu ihm herüber und schmiegte sich an seine Kühlerhaube.
      GB erwiderte die Geste mit einem treuen Lächeln. Er genoß die Gesellschaft der hübschen Katze sehr, auch wenn es hin und wieder zu kleinen Unstimmigkeiten kam. Er konnte selbst kaum beschreiben, wieviel sie ihm bedeutete, denn seit Spirit öfter mal in der Garage verweilte, war er nicht mehr allein. Und wenn er ehrlich war, mochte er ihr flauschiges Fell und das rhythmische Schnurren, wenn sie es sich zum Schlafen auf seinen Sitzen gemütlich machte.
      Er war zu stolz, das vor den anderen zuzugeben, doch das mußte er auch nicht, denn er wußte – solange Eddy da war, brauchte er sich keine Sorgen zu machen, daß seine neue Freundin des Ghostkommandos verwiesen werden würde, und solange Jake da war, würde sie ihren Platz in der Garage, statt im Haus behalten. Und so konnte er sein kleines Geheimnis, das er nur mit der Samtpfote teilte, zumindest für den Augenblick noch für sich behalten.
      Das Auto und die Katze wechselten einen seelenvollen Blick, dann sprang Spirit mit einem Satz auf den Fahrersitz und rollte sich zusammen. Und so schliefen die beiden schließlich gemeinsam ein, seit geraumer Zeit nun schon in trauter Zweisamkeit, und nicht mehr jeder für sich allein.
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