Ein unerwarteter Gast

GeschichteRomanze, Familie / P12
04.08.2014
25.04.2015
33
37261
 
Alle Kapitel
36 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Kapitel 1

Wartend saß Sharon in dem Wartezimmer von Dr Miller. Es war nicht so das Sharon Probleme mit ihrer Gesundheit hatte aber es war wieder einmal an der Zeit einen Routienecheck machen zulassen. Als Sharon gelangweilt in einer der Zeitungen blätterte fiel ihr das junge Pärchen auf, immer wieder streichelte der Mann liebevoll über den dicken Bauch der jungen Dame. Sharon lächelte, es war schon über 20 Jahre her, dass sie wegen Ricky hier saß.

„Mrs Raydor.“ rief eine Stimme und Sharon stand auf und ging in den Behandlungsraum ihres Gynäkologen.

„Hallo Dr Miller.“ grüßte Sharon mit einem Lächeln den Mann im mittleren alter.

„Hallo Sharon, schön Sie zu sehen. Es ist immer wieder erfreuend festzustellen das wenigstens eine meiner Patientinnen ihre Vorsorgetermine einhält. Bitte setzten Sie sich doch erst einmal. Also, wie geht es Ihnen?“

Sharon nahm vor Dr Millers Schreibtisch platz und seufzte.

„Mir geht es gut…naja meistens. Ich denke es ist so weit und meine Menopause hat eingesetzt und das ausgerechnet kurz nach meinem 50. Geburtstag. Also, es ist amtlich…..ich werde alt.“ sagte Sharon mit einer Sarkasmus gefüllten Stimme.

Dr Miller lachte „Man ist immer so alt wie man sich fühlt, außerdem sehen Sie großartig aus Sharon. Haben Sie Beschwerden?“

Sharon schüttelte nachdenklich den Kopf „Nein, aber seit 3 Monaten bleibt meine Periode aus und ich habe gelegentlich mit Schwindel zu kämpfen.“

„Ihre Periode ist ganz ausgeblieben? Das ist ungewöhnlich, aber nicht ganz ausgeschlossen. Haben Sie mit Herzrasen und Hitzewallungen zutun?“

„Nein gar nicht.“

„Okay, na dann wollen wir mal.“

Nur 5 Minuten später machte sich Dr Miller aufgrund einer Vermutung als erstes dabei bei seiner Patientin einen Ultraschall zu machen. Bewusst drehte er den Monitor zu sich das Sharon nichts sehen konnte. Es war Sharon mehr als unheimlich, normalerweise war Dr Miller sehr gesprächig selbst bei einer Untersuchung, doch heute war er auffallend ruhig. Er machte einige Ultraschall aufnahmen und nickte ab und zu unbewusst.

„Ähm Dr? Ist etwas nicht in Ordnung? Ich meine, bin ich krank?“ fragte Sharon und versuchte den Gesichtsausdruck des Arztes zu deuten. Dann drehte sich Dr Miller zu ihr und lächelte sie an.

„Keine Angst Sharon, Sie sind ein Beispiel für Gesundheit und Sie sind auch nicht in der Menopause……….“ er drehte den Bildschirm zu Sharon und deutete auf das kleine etwas auf dem Schwarz-weiß Monitor „Sie sind Schwanger meine Liebe und das bereits in der 12-14 Woche.“

Wie in Trance erhob sich Sharon um einen besseren Blick auf das kleine Wesen auf dem Bildschirm zu werfen. Plötzlich fühlte sich die Welt wie in einem Traum an, Sharon hatte das Gefühl nichts mehr zu hören, nichts mehr zu spüren und nichts mehr zu sehen außer diesen kleinen Menschen dessen kleines Herz fröhlich pochte.

„Aber das kann doch nicht sein….“ flüsterte Sharon und hielt sich die Hand vor den Mund, sie konnte den Blick nicht abwenden.

„Es ist aber so Sharon und wie ich es jetzt einschätzen kann, ist es ein gut entwickeltes kleines Würmchen. Ich drucke Ihnen die Ultraschallbilder aus.“

„Schwanger? Ich…bin….wirklich….Schwanger!“ schockiert sah Sharon zu Dr Miller, der lächelnd nickte.

„Ziehen Sie sich doch wieder an und dann besprechen wir alles weitere.“ er schenkte Sharon einen aufmunternden Blick und ließ Sharon einen Moment um ihre Gedanken zu sammeln.

3 Monate zuvor

„Das war ein ganz zauberhaftes Ballett, ich bin froh das Sie nicht Provenza mitgenommen haben sondern mich.“ witzelte Sharon als sie mit Andy den Flur zu ihrem Apartment entlang ging.

„Die Entscheidung war nicht schwer. Ich hatte die Wahl zwischen einer wunderschönen und witzigen Lady und einen alten nörgelnden Mann der auf Frauen abfährt die nur halb so alt sind wie er.“

Lachend und etwas beschwipst drehte sich Sharon zu Andy „Oh Leutnant Flynn, jetzt sagen Sie mir nicht, dass Sie das nicht auch tun.“

Ernst sah Andy zu Sharon und fing ihren Blick mit seinen Schokobrauen Augen auf, er schüttelte den Kopf und flüsterte „Nein, nicht mehr…..“

Andy beugte sich zu Sharon und presste seine Lippen auf ihre. Sharon spürte wie ihr ganzer Körper prickelte und sie wusste genau was sie wollte. Es war falsch und kindisch, doch sie wollte es so sehr. Einmal in ihrem Leben wollte sie etwas verrücktes tun. Als Sharon den Kuss beendete, sah sie Andy mit großen Augen an. Den Mann für den sie in den letzten Monaten mehr als nur Freundschaft fühlte.

„Andy, wir sollten diesen Abend jetzt wirklich beenden, sonst machen wir womöglich noch eine große Dummheit.“

Sanft streichelte Andy das Gesicht der Frau in die er sich verliebt hatte „Manchmal machen Menschen Dinge die Dumm sind, weil sie trotz allem richtig sind und ich weiß das es richtig ist.“

Er zog Sharon an sich und küsste sie mit all seiner Leidenschaft. Gott, er liebte diese Frau wirklich und er wollte es ihr in dieser Nacht beweisen.

Andy und Sharon verbrachten miteinander eine wundervolle Nacht, eine Nacht voller Liebe, Lust und Leidenschaft und es hätte alles so wundervoll werden können. Immer wieder hauchte er ihr ins Ohr wie sehr er sie liebte und auch wenn sie seine Worte nicht erwiderte, sah er in ihren Augen das sie ebenso fühlte. Als beide am nächsten Morgen erwachten, konnte Andy in Sharons Gesicht lesen wie in einem Buch und er wusste das diese Nacht eine einmalige Sache war. Er spürte wie sich sein Herz zusammen zog aber er konnte es ihr nicht übel nehmen. Als er sich in sie verliebte, wusste er das dieser Frau ihre Regeln heilig waren. Als er ihre Wohnung verließ hörte er ihre kleine verletzliche Stimme hinter sich.

„Es tut mir so leid Andy, aber es ist besser so! Es ist besser wenn wir diese Nacht vergessen und wieder Captain Raydor und Leutnant Flynn sind.“

Dann verschwand Andy und betrat nie wieder die Wohnung von Sharon.

ENDE RÜCKBLENDE

Nun saß Sharon hier und hörte zu wie ihr Dr Miller ausführlich alles über die Risiken einer Schwangerschaft in ihrem Alter erzählte. Immer wieder sagte er ihr aufmunternd das sie eine gesunde Frau sei und das Baby auch gut entwickelt ist. Er reichte ihr die Bilder des Ultraschalls und gab ihr gleich den nächsten Termin.

Völlig hin und her gerissen fuhr Sharon nach Hause und versuchte alles um nicht in Panik zu verfallen.

‚Was mache ich jetzt nur? Oh mein Gott, ein Baby……ich bekomme ein Baby. Ich bin Schwanger von einem Mann den ich liebe aber mit den ich nicht zusammen sein sollte.‘

Sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und rief Provenzas Nummer an.

„Leutnant, ich wollte Sie nur informieren das ich heute nicht mehr ins Büro komme………..ja…..nein es geht mir nicht gut…………Danke.“

Nach einem kurzen Gespräch mit Provenza legte Sharon auf und fuhr nach Hause. Sie brachte einige Zeit für sich um das alles zu verarbeiten.

Louis Provenza schaute verwirrt auf das Telefon in seiner Hand „Seltsam“ brummte der alte Mann. Er war nicht gerade Sharons bester Freund doch etwas war hier nicht in Ordnung. Die erste die Provenzas nachdenkliches Gesicht bemerkte war Skyes.

„Sir? Ist alles in Ordnung?“

„Was? Ja sicher, es war nur Captain Raydor, sie ist krank und nun muss ich wohl den ganzen Papierkram fertig machen.“

Sobald Andy den Namen von Sharon hörte in Verbindung mit dem Wort krank, wurde er hellhörig.

„Was hat sie?“ fragte er besorgt.

„Was weiß ich, seh ich aus wie ihre beste Freundin?“ fuhr Provenza seinen Kollegen an.

„Ich hoffe es ist nichts schlimmes. Ich finde der Captain sah in letzter Zeit sehr blass aus. Vielleicht sollte einer von uns nach ihr sehen.“

„Kommen Sie Sykes, der Captain ist kein Baby mehr.“

„Nein, Amy hat recht.“ fiel Andy seinen Partner ins Wort „Ich werde bei ihr vorbei fahren.“

Andy nahm sein Jackett und lief zu den Aufzügen, dicht gefolgt von Provenza.

„Hey Flynn, was soll der Mist? Du willst zu ihr? Lass Sykes fahren.“

„Ich muss nur wissen wie es ihr geht ok?“ sagte Andy und drückte immer wieder den Knopf des Liftes.

„Nein, nichts ist ok? Nachdem du das letzte mal bei ihr warst, bist du fast in eine Depression gefallen. das kommt davon wenn man sich in seine Vorgesetzte verknallt. Lass es einfach sein ok? Such dir eine nette kleine Freundin und vergiss Raydor.“

„Das kann ich nicht!“ schrie Andy seinen Freund an, der ihn fassungslos ansah. Nervös strich sich Andy druchs Haar und wiederholte seinen Satz noch einmal in einem Flüsterton „Ich kann nicht. Verdammt ich liebe sie und ich will doch nur wissen wie es ihr geht.“

Dann verschwand Andy in den Fahrstuhl und ließ einen kopfschüttelnden Provenza zurück.

‚So ein Dummkopf.‘
Review schreiben