Evan als Stammzellspender

von BlackyMel
GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12
Divya Katdare Dr. Henry "Hank" Lawson Evan R. Lawson
02.08.2014
08.09.2014
7
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Begonnen hat alles mit meinem Organspendeausweis und dann hab ich mich bei der dkms (https://www.dkms.de/) informiert. Ich würde gerne auf die Organ-, Blut-, und Stammzellspende aufmerksam machen und mir kam sofort Evan in den Kopf.

Wie schon gesagt, dramatisiere ich ein bisschen, einfach um die Story interessanter zu machen und die Bromance ein wenig zu intensivieren.

Später werde ich auch noch zwei Links hier posten, in denen Spender von ihren Erfahrungen berichten. Wie alles in der Medizin unterscheidet sich das von Spender zu Spender. Also lasst euch ja nicht abschrecken. Ihr könnt damit wirklich einem Menschen das Leben retten.

Aber in erster Linie soll die Story natürlich trotzdem unterhalten. Ich will hier bitte keine Diskussion zu dem Thema lostreten, dafür gibt es genug Foren. Hier lesen (und veröffentlichen) wir nur FanFiction.

Noch eine (letzte) Anmerkung: Ich habe versucht mich über die Situation in den USA zu informieren. Aber 1. ist mein Englisch miserabel und 2. hab ich keine wirklich informative Seite gefunden. Also schildere ich den Ablauf/die Situation in Deutschland und selbst dabei hab ich mir künstlerische Freiheiten gestattet (wie schon gesagt).

Wir beginnen ganz am Anfang. Hoffe es gefällt euch:




Evan sitzt am Frühstückstisch, als Hank zu ihm kommt. „Ich hab die Post geholt. Es war ein Brief für dich dabei.“ Er reicht den Brief weiter an seinen Bruder. Evan sieht sich den Umschlag verwirrt an. Hank meint: „Sieht aus als wäre er vom Transplantationszentrum.“ „Mein Supergehirn brauch ich aber noch.“, erwidert Evan grinsend. Hank rollt mit den Augen: „Mach doch einfach auf!“ Evan runzelt die Stirn und öffnet den Umschlag.

Er liest zuerst das Geschriebene und nimmt die Infobroschüre raus. Dann sieht er Hank irritiert an: „Die wollen meine Stammzellen, eventuell aus meinem Knochenmark.“ Hank nickt: „Ich hab’s schon vermutet.“ „Du wieder…“, Evan verzieht das Gesicht und sagt unsicher: „Mein Knochenmark… wenn die das raus ziehen tut das doch so verdammt weh… Wenn die da eine Nadel in meine Hüfte stechen.“

Hank setzt sich zu ihm, schüttelt den Kopf und erklärt ruhig: „Nicht in die Hüfte, sondern in den Beckenkamm. Aber das wird schon lange nicht mehr so gemacht, Evan. Oder nur wenn es gar nicht anderes geht.“ Er wartet einen Moment, bis Evan erleichtert ist, und fährt dann fort: „Du bekommst wahrscheinlich ein spezielles Hormon gespritzt, damit erhöhen sich die Stammzellen. Die gelangen dann in deinen Blutkreislauf. Dein Blut wird dann gefiltert und die Stammzellen entnommen.“

„So einfach?“ „Na ja, so einfach ist es auch wieder nicht… Aber auf keinen Fall so schlimm, wie du es dir gerade vorgestellt hast.“ Evan nickt, ein wenig beruhigt. „Bist du zu einem Gespräch eingeladen worden?“, fragt Hank und deutet zum Brief: „Darf ich mal lesen?“ „Na klar, du bist der Spezialist.“ Hank übergeht den Kommentar und liest den Brief, danach meint er: „Ruf doch einfach mal gleich an und mach einen Termin aus. Wenn du willst begleite ich dich.“ „Jetzt noch? Ich hab heute sehr viel vor. Ich wollte einige Rechnungen schreiben und zur Bank.“

Hank lächelt einen Moment, bevor er fragt: „Was meinst du, warum sie dich angeschrieben haben?“ Evan runzelt die Stirn und erwidert unsicher: „Weil sie mein Knochenmark wollen.“ „Und warum wollen sie das?“ „Ich…“, Evan denkt einen Moment nach und meint danach: „Da braucht jemand, der Krebs hat, meine Hilfe.“ Hank nickt. Evan sagt zögernd: „Ich hab mal gehört, dass eine Knochenmarktransplantation erst sehr spät als Therapie in Frage kommt… es geht dem Kranken also schon sehr schlecht.“ „Ja, das stimmt.“ „Das bedeutet… er könnte sterben.“, Evan erstarrt auf einmal und sieht Hank hilfesuchend an. Der legt ihm eine Hand auf den Arm: „Ich will nur, dass dir der Ernst der Lage bewusst ist. So was wird nicht aus Spaß gemacht und du solltest es sehr ernst nehmen und es sollte wichtiger sein, als alles andere.“

Evan nickt und nimmt sich sein Handy. Von dem Brief liest er die Telefonnummer ab und kurz darauf meldet sich schon jemand, am anderen Ende: „Guten Tag. New York Blood Center, ich bin Melinda.“ „Hallo, mein Name ist Evan Lawson. Ich hab heute einen Brief erhalten, dass ich eventuell als Spender für Knochenmark, ähm Stammzellen in Frage käme.“ „Hallo Mr. Lawson. Vielen Dank, es ist sehr schön, dass sie sich bei uns melden.“ Evan lächelt leicht: „Das ist doch selbstverständlich… Ich rufe an, weil ich gerne weitere Informationen hätte… Oder gleich einen Termin, um alles zu besprechen.“ „Wir können erst mal einen Termin machen, dort können sie dann alles besprechen. Am besten sie warten noch mit einer endgültigen Entscheidung, bis sie alle Informationen haben.“ „Natürlich, keine Sorge, ich bin nicht leichtfertig. Ich denke es ist ziemlich dringend… also könnte ich heute noch einen Termin bekommen?“ „Wenn das für sie okay ist, wäre das natürlich wünschenswert… Moment, ich schau mal schnell nach, wann unsere Spezialistin frei ist.“ Evan hört Tastaturgeräusche und wartet geduldig, bis sich die Frau wieder meldet: „Dr. Gage hätte heute Nachmittag um 14:30 Uhr noch einen Termin frei. Würde das passen?“ „Das passt sehr gut. Danke vielmals.“ „Sehr schön. Die Adresse steht auf dem Brief. Oder brauchen sie sonst noch Informationen?“ „Nein danke. Auf Wiederhören.“

Nach einer Verabschiedung legt Evan auf und grinst Hank an: „Wir haben heute um halb drei einen Termin.“ „Gut, ich sag Divya Bescheid, damit sie einen Termin für mich übernimmt.“ Evan schüttelt den Kopf: „Du musst nicht mit, Hank. Ich schaff das auch alleine.“ „Ich weiß, dass du das alleine schaffst. Aber ich möchte trotzdem gerne mitkommen.“ Evan seufzt und grinst dann: „Okay, großer Bruder.“


Divya kommt gegen Mittag: „Steht heute irgendwas besonderes auf dem Plan?“ Hank setzt sich zu ihr und öffnet eine Akte: „Du müsstest für mich den Nachsorgetermin bei Mr. Cole machen. Der hat eine Bypass-OP hinter sich. Mach ein EKG und das kleine Routineprogramm. Und sag ihm noch mal explizit dass er sich schonen muss.“ Divya nickt. „Dann schau bitte sicherheitshalber mal bei Paula Combs vorbei. Ihre Tochter Peaches hat sich ja letzte Woche aus Versehen am Glas geschnitten. Kontrolliere bitte die Wunde und versorge sie natürlich noch einmal.“ „Klar, alles kein Problem.“, Divya macht sich noch ein paar Notizen.

Hank sieht ihr zu und erklärt noch: „Ich hab die Anrufe auf dein Handy umgeleitet, falls sich ein Patient meldet, klingelt es also bei dir.“ „Prima, das schaff ich schon.“ „Weiß ich doch.“, Hank zwinkert: „Falls was Wichtiges reinkommt, dann kannst du mich aber auch anrufen, ich hab mein Handy dabei.“ „Ist gut.“, sie sieht Hank an und runzelt die Stirn: „Ist dir heute was dazwischengekommen?“ „Ich hab mit Evan einen Termin. Der ist sehr wichtig und wurde heute erst ausgemacht. Deswegen wusste ich es gestern noch nicht.“ „Okay, ich hol mir dann nur noch die Ausrüstung.“ „Nimm doch gleich meinen SUV, da ist alles drin. Wir fahren mit Evans Cabrio.“ Divya lächelt: „Noch besser. Danke. Bis dann.“ „Bis morgen, Divya.“


Divya nimmt sich noch den Autoschlüssel für den SUV und geht dann nach draußen, dort sitzt Evan auf der Terrasse, am Tisch. Er hat den Laptop offen und liest angestrengt. Divya geht zu ihm: „Na, suchst du wieder schlechte Witze, mit denen du mich nerven kannst?“ Evan ist erschrocken und schließt schnell den Laptop, als er bemerkt dass Divya schon hinter ihm steht: „Nein, ist nichts weiter…“ Divya hat einen Blick auf den Bildschirm werfen können und hat bemerkt dass Evan einen Fachartikel über Leukämie gelesen hat. Ihr kommt ein schlimmer Verdacht und Evans Verhalten beruhigt sich nicht gerade.

Besorgt stellt sie sich vor ihn, um ihn ansehen zu können: „Alles okay, Evan?“ „Klar… alles gut… ich hab nur bisschen was gelesen… nur wegen… für Abrechnungen.“, Evan lächelt breit und Divya nickt, obwohl sie sein Zögern gemerkt hat: „Du weißt, du kannst mit mir über alles reden.“ Evan runzelt die Stirn. Seit wann ist Divya so komisch und aufmerksam ihm gegenüber? Evan grinst breit: „Ist alles gut.“ „Okay, wir sehen uns morgen.“, Divya sieht Evan noch einmal besorgt an, bevor sie sich auf den Weg macht.


Kurz nachdem Divya gegangen ist, kommt Hank raus: „Na Evan, was machst du?“ „Ich hab nur ein wenig recherchiert.“ Hank kommt zu ihm: „Ich sag dir aber lieber gleich, dass es bei jedem Patienten anders ist.“ Evan nickt. Hank klopft ihm leicht auf den Rücken: „Komm, lass uns gehen.“ „Jetzt schon?“ „Wir können uns im Zentrum noch ein wenig umsehen.“ „Ich muss erst noch mal hoch, mich umziehen und frisch machen und ein anderes Hemd anziehen.“ Hank sieht ihn fordernd an: „Dann los.“ Evan verzieht eine Grimasse und macht sich auf den Weg nach oben.

Evan legt auf und geht ins Bad. Dort wäscht er sich und eilt dann in sein Zimmer. Schnell sucht er, in seinem Kleiderschrank, nach einem passenden Hemd. Während er es zuknöpft, geht er wieder ins Badezimmer. Er richtet sich die Haare ein bisschen und parfümiert sich, bevor er sich selbst zunickt: „Auf in den Kampf.“

Dann eilt er nach unten, dort sitzt Hank am Tisch und blättert in einer Patientenakte. Er sieht auf, als er Evan bemerkt: „Kein Wunder, dass du so lange gebraucht hast.“ „Haha Hank.“ Hank schließt die Akte und nickt: „Na los, gehen wir.“ Evan rollt mit den Augen und greift sich seine Tasche und die Autoschlüssel. Schnell folgt er Hank, der schon am Wagen steht. Sie setzen sich und Evan fährt los. Hank sieht ihn fragend an: „Kennst du den Weg?“ „Hab ich vorhin schon nachgeschaut und ins Navi im Handy eingegeben.” „Cleveres Kerlchen.“, lobt Hank grinsend.


Die Fahrt dauert etwas länger und knapp zwei Stunden später kommen sie am Blood Center in New York an. Evan parkt und gemeinsam betreten sie das Gebäude, alles ist hell und mit warmen Farben gestaltet. Hank lächelt und behält Evan im Auge, der sich mit großen Augen umsieht. „Willst du dir noch eine Broschüre vorher durchlesen?“, fragt Hank und deutet auf ein Regal, das mit Broschüren gefüllt ist, doch Evan schüttelt den Kopf: „Ich lass mich lieber vom Gespräch überraschen.“, er sieht auf die Uhr: „Wir haben doch ein wenig länger gebraucht, durch den Verkehr, es ist fast schon halb.“ Hank nickt zustimmend.

Sie gehen weiter zu einem Teil, in dem ein öffentliches Büro ist. Dort sitzen zwei junge Frauen am Computer. Evan geht an die Abgrenzung und legt die Hände auf die Platte: „Entschuldigung.“ Beide Frauen sehen ihn sofort an, die etwas Jüngere steht auf und kommt zu ihm, während die andere sich wieder ihrer Arbeit widmet.

Die junge Frau lächelt Evan freundlich an: „Guten Tag, mein Name ist Melinda. Kann ich ihnen helfen?“ „Wir haben miteinander telefoniert. Ich bin Evan Lawson. Ich hab um 14:30 Uhr einen Termin bei Dr. Gage.“ „Ah, ja... Hallo Mr. Lawson.“ Evan lächelt: „Freut mich.“ „Mich auch… Ich schau kurz mal, ob Dr. Gage schon Zeit hat. Bitte gedulden sie sich noch einen Moment.“ „Kein Problem.“ Während Melinda durch die nächste Tür geht, dreht sich Evan um und sieht Hank schmunzeln. „Was denn?“ Hank schüttelt den Kopf: „Nichts.“ Evan stöhnt leise und lässt den Blick schweifen, als Melinda schon wieder kommt: „Dr. Gage ist soweit. Kommen sie bitte.“ Sie hält eine Tür auf. Evan geht zu ihr: „Danke schön.“ Hank folgt ihm und nickt Melinda nur lächelnd zu.

Dr. Gage ist eine ca. 45jährige Frau. Sie lächelt die beiden freundlich an: „Hallo, ich bin Dr. Gage.“ Evan gibt ihr die Hand: „Ich bin Evan Lawson. Mein Bruder Hank.“ Evan setzt sich und Hank reicht nun ebenfalls die Hand: „Hallo, Dr. Hank Lawson.“ Dr. Gage setzt sich wieder und sieht Hank fragend an: „Doktor…?“ „Mediziner.“ „Ah, sehr schön. Das trifft sich ja gut für sie, Mr. Lawson.“, sie wendet sich nun wieder Evan zu, der grinst: „Ja, es hat manchmal auch seine Vorteile.“ Hank rollt mit den Augen und Dr. Gage schmunzelt nur.

Sie setzt sich zurück und meint dann: „Es ist wirklich schön, dass sie sich gleich heute noch die Zeit genommen haben.“ „Mein Bruder hat gemeint, je schneller desto besser.“ „Da hat ihr Bruder natürlich recht. Ich nehme an sie haben schon mit ihm darüber gesprochen.“ Evan nickt: „Ja, er hat mir auch gleich darauf hingewiesen das keine Nadel in meine Hüfte gestochen wird.“ Dr. Gage muss kurz auflachen: „Ja, leider ist dieses Märchen noch weit verbreitet… Wenn dann würden wir eine Nadel in ihren Beckenkamm einführen. Natürlich unter Vollnarkose.“ „Hank meinte es wird heutzutage anders gemacht… Sie wollen mein Blut filtern.“ „Ganz einfach ausgedrückt… Ja, so kann man es sagen. In fast 80% der Fälle erfolgt eine Stammzellentnahme so. Wir hoffen mal, dass das bei ihnen auch geht.“ „Ich auch.“, meint Evan grinsend.

„Zuerst einmal muss ich sie fragen, ob sie irgendwelche Krankheiten haben.“, Dr. Gage sieht Evan fragend an, der dreht den Kopf zu Hank und meint: „Hank, dein Fachgebiet.“ Hank schmunzelt und erklärt: „Aktuell ist er, soweit ich das ohne vorherige Untersuchungen feststellen kann, kerngesund.“ „Sehr gut.“, Dr. Gage nickt und fragt weiter: „Hatte er schon mal schwerwiegende Erkrankungen?“ „Als Kind hatte er einmal eine Grippe, aus der sich dann eine Lungenentzündung entwickelt hat. Er hat hohes Fieber bekommen und war für zwei Wochen im Krankenhaus, weil sich sein Zustand nur langsam gebessert hat.“ „Das ist ewig her.“, Evan schüttelt den Kopf. Hank überlegt kurz und sagt: „Ich glaube, er war sechs.“ Dr. Gage nickt verstehend und fährt fort: „Wir werden ihn als erstes genauer untersuchen.“ „Kann Hank das nicht machen? Wir sind voll ausgerüstet. Wir betreiben eine mobile Arztpraxis, HankMed.“ Dr. Gage runzelt die Stirn: „Ich hab schon davon gehört.“ „Wer hat das nicht.“, meint Evan grinsend. Hank wirft ihm einen bösen Blick zu, woraufhin er nur mit den Schultern zuckt.

Dr. Gage lächelt: „Es wäre uns trotzdem lieber, sie würden zu einem unserer Spezialisten gehen. Der würde mit ihnen dann alles weitere besprechen.“ Evan nickt. Hank sagt: „Ich würde aber trotzdem gerne dabei sein. Vor allem auch bei der Nachbesprechung, wenn alles wegen dem Verfahren besprochen wird… Ich verspreche, ich misch mich nicht ein.“ Dr. Gage grinst: „Das sagen Ärzte öfter.“ „Hank können sie glauben.“, meint Evan schmunzelnd: „Der ist froh, wenn er mich nicht untersuchen muss.“ „Das müssten sie dann mit dem Arzt, der die Untersuchung durchführt, besprechen.“, erklärt Dr. Gage: „Lassen sie sich von Melinda einen Termin geben… Haben sie sonst noch Fragen?“ „Muss ich ins Krankenhaus?”

Dr. Gage muss ein Schmunzeln unterdrücken: „Zur Prozedur müssen sie nur hierher kommen. Aber so lange keine Komplikationen auftreten, können sie sich die Injektionen daheim geben. Oder ihr Bruder macht das. Und nach der Entnahme können sie auch wieder nach Hause, wenn es ihnen soweit gut geht.“ Evan nickt: „Sehr schön. Ich mag nämlich keine Krankenhäuser.“ „Wir machen das schon.“, meint Hank lächelnd. „Dann kann ich hier gar nichts mehr für sie tun. Bitte gehen sie wieder zu Melinda und lassen sie sich einen Termin für die Voruntersuchungen geben.“ Hank steht als Erster auf: „Danke schön.“ Auch Evan erhebt sich und gibt Dr. Gage die Hand: „Ich danke ihnen.“ Sie lächelt: „Ich danke ‘ihnen’.“ Er grinst und zusammen verlassen sie das Büro, während Dr. Gage sich wieder setzt.

Hank schließt die Tür und meint zu Evan: „Morgen kann ich nicht. Ich hab vormittags zwei wichtige Besprechungen mit Patienten. Nachmittags hab ich einen Termin bei der Bank und bin dann mit Jill zum Abendessen verabredet.“ Evan zieht die Augenbrauen hoch: „Ich dachte, ich kümmere mich um die Finanzen.“ „HankMeds, aber morgen geht es um meine privaten Angelegenheiten.“ Evan schüttelt den Kopf und Hank grinst: „Mach dir keinen Kopf, es ist nichts Wichtiges, ich will es nur nicht verschieben.“ „Okay.“, Evan hebt kurz abwehrend die Hände und geht dann zurück zur Anmeldung.

Melinda kommt sofort zu ihm: „Kann ich ihnen noch irgendwie helfen?“ Evan lächelt charmant: „Ich bräuchte einen Termin, für die Voruntersuchungen.“ „Kommen sie bitte mit rüber zum Computer.“, Melinda geht an die Seite und sucht im Computer: „Hier kann ich nachsehen, was frei ist.“ Sie klickt ein paar Mal und sieht Evan dann fragend an: „Morgen?“ „Sorry, das klappt nicht. Aber übermorgen wäre okay.“ „Mmh, übermorgen, also Donnerstagnachmittag, um 16 Uhr?“

Evan wirft Hank noch einen fragenden Blick zu und als der nickt, meint er: „Ja, klappt.“ Er lächelt Melinda an: „Den nehmen wir.“ „Sehr schön. Soll ich es ihnen aufschreiben?“ Evan hat schon sein Handy in der Hand und tippt den Termin ein: „Nicht nötig, danke.“ Melinda wartet, bis Evan fertig ist und erklärt dann: „Die Praxis ist ganz in ihrer Nähe. Dr. Fuller wird ihnen alles Weitere erklären und sie bei ihren weiteren Schritten begleiten.“ „Okay, danke schön. Auf Wiedersehen.“ Melinda lächelt: „Auf Wiedersehen.“ Hank schmunzelt und nickt ihr zu: „Schönen Abend.“ Dann folgt er Evan nach draußen.

Als die beiden im Auto sitzen, meint Hank: „Ich kenne Dr. Fuller flüchtig. Er ist schon etwas älter…“ „Etwas?“, Evan sieht ihn kurz Stirn runzelnd an, bevor er sich wieder auf den Verkehr konzentriert. „So Mitte fünfzig.“ Evan nickt und Hank fährt fort: „Er wird in seinem Fachbereich sehr geschätzt.“ „Er ist Onkologe?“, fragt Evan, woraufhin Hank nickt: „Stimmt.“, Hank überlegt kurz, bevor er vorsichtig sagt: „Evan… es ist nicht so, dass ich Dr. Fuller nicht vertraue… aber ich würde dich gerne selbst untersuchen.“ „Aber du hast doch Dr. Gage gehört…“ „Zusätzlich, Evan.“ Evan stöhnt: „Ach Hank, muss das sein?!“ Hank seufzt leise und erwidert: „Nein, aber ich bitte dich darum.“ Evan stöhnt ergeben: „Wann kann ich dir schon mal was abschlagen.“ Hank grinst zufrieden und entgegnet lieber nichts.

Evan steht an einer roten Ampel, als er meint: „Hast du noch Zeit?“ „Wieso? Noch was vor?“ Evan gibt Gas und schüttelt grinsend den Kopf: „Ich nicht… eher du.“ Hank runzelt die Stirn und als keine Antwort von ihm kommt, erklärt Evan: „Ich werde schön brav sein, während du mich untersuchst.“ Hank schmunzelt: „Da bin ich gespannt… Ne klar, können wir gleich noch machen. Hast ‘du’ heute noch was vor?“ „Nein“, Evan schüttelt den Kopf. „Die Untersuchungen dauern nicht lange… Wir könnten danach noch Essen gehen.“ „Klar gerne…“ „Okay super.“

Nachdem Evan wieder auf eine ruhigere Straße kommt, sieht er Hank kurz an und sagt ernst: „Ich hab noch eine Bitte.“ Hank wendet sich ihm zu und fragt: „Willst du lieber nicht…“ „Quatsch! Was du schon wieder denkst.“ „Sorry.“, wirft Hank sofort ein: „Also sag.“ „Ich möchte, dass wir das erst mal für uns behalten… Ich will es auf keinen Fall Divya sagen… zumindest so lange noch nichts fest steht.“ Hank nickt: „Okay, ist kein Problem für mich. Wir finden schon ein paar kleine Ausreden.“ „Immer doch.“, Evan grinst. Hank sieht ihn besorgt an: „Hast du Angst, dass es schiefgeht? Oder…“ „Ich weiß nicht. Ich will es ja auch nicht ganz verschweigen… nur momentan möchte ich es einfach nur zwischen uns halten.“ „Du musst keinen Grund dafür haben.“, erklärt Hank ruhig: „Ich akzeptiere das.“ Evan lächelt erleichtert: „Danke.“


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