The Art of Breaking (Rewrite)

GeschichteDrama, Familie / P16
Bianca Chris Halliwell Leo Wyatt Piper Halliwell Wyatt Matthew Halliwell
01.08.2014
07.08.2018
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28.785
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01.08.2014 2.193
 
The Art of Breaking

AN.: Willkommen allerseits, zu dem Rewrite meiner FF `The Art of Breaking´, das schon etwas länger in Planung ist und nun endlich zum Vorschein kommt.
Hauptsächlich hab ich die Geschichte noch einmal überarbeitet, weil meiner Meinung nach mir zu viele kleine Fehler unterlaufen sind, ich Teile vergessen habe einzubauen, die mir im späteren Verlauf gefehlt hätten. Und auch, da es schon eine kleine Ewigkeit her ist, dass ich mit der Geschichte angefangen habe und mir der Stil nicht mehr gefiel. Alles in allem waren es hauptsächlich ein paar Kleinigkeiten, die mich gestört haben, aber ich fand einfach ein neuer Versuch wäre ganz angebracht.
Also präsentiere ich hier nun eine abgeänderte, hoffentlich bessere, Variante von The Art of Breaking. Dieses Mal wird sie auch fertiggestellt und sollte nochmal Ewigkeiten zwischen Updates verstreichen, ist jeder herzlich dazu eingeladen, mich zu treten^^
Ich habe mir einen kleinen Plan erstellt, nachdem regelmäßige Updates vorgesehen sind, also hoffe ich einfach mal, dass dieses Mal alles etwas besser läuft.
Falls alte Leser, die nun schon die erste Version kennen, vorbei schauen würden, würde es mich sehr freuen, aber auch neue Leser sind herzlich eingeladen. Wissen über die alte Version ist nicht erforderlich und diese werde ich bei Zeiten auch löschen.

Sum: -veränderte Zukunft-
Wie zerstört man am besten eine Familie? – Von innen heraus natürlich.
Als Chris von einer neuen Bedrohung ins Visier genommen wird, droht der Familienfrieden zu kippen. Und während lang gehütete Geheimnis langsam ans Licht kommen und sich einige in ihrem Wahn verlieren, steht nicht nur Chris vor der Frage, was ist überhaupt noch real. Realität, oder doch alles nur ein schlechter Traum?

Rating: P16, eventuell steigend

Warnung: Diese Version wird mit der Zeit um einiges düsterer und dunkler werden, als der Vorgänger. Darum spreche ich gleich von Anfang an eine kleine Warnung aus. Ich bitte das Rating zu beachtet und sollte zu irgendeinem Zeitpunkt jemand das Gefühl habe, dass das Rating nicht ausreicht, so bitte ich darum mir Bescheid zu geben.
(Ich hoffe, ich habe niemanden abgeschreckt, ich wollte diese Dinge nur kurz klarstellen, bevor es zu Schwierigkeiten kommt)

Disclaimer: Nope, Charmed gehört mir nicht.

Okay, ich glaube jetzt habe ich genug geschwafelt, hier kommt (endlich) das erste Kapitel/Prolog. Lasst mich wissen, was ihr denkt :)

R&R



When I feel numb I'll let you know,
I won't become what I was before,
You cannot kill what's not your creation,
This is the Art of Breaking

Thousand Foot Krutch – The Art of Breaking




Ein kalter Wind wehte, aber er konnte ihn kaum spüren. Er saß schon viel zu lange hoch oben, dem eisigen Wind ausgesetzt, sodass sein Körper sich schon an die fehlende Wärme gewöhnt hatte. Es war als wäre er vollkommen taub, er spürte kaum seine eigenen Finger, wie sie sich in seine kalten Arme gruben.
Selbst im Sommer war es nachts kühl, besonders so hoch oben, wo er auf den eisigen Stahlträgern der Golden Gate Bridge saß. Wahrscheinlich hätte er besser eine Jacke überziehen sollen, oder überhaupt bessere Kleidung als seine dünnen Schlafsachen. Alles was er trug war eine lange Stoffhose und ein T-Shirt.
Womöglich wäre es auch einfach besser gewesen, wenn Chris überhaupt nicht hier sitzen würde.

Wie kam es also, dass er mitten in der Nacht dennoch hier saß? So wirklich konnte er das nicht beantworten.  Er erinnerte sich an Feuer, überall brannte es, Flammen fraßen sich Mauern hoch, alles brannte, Gebäude, Menschen.
Er erinnerte sich wie er schweißgebadet aus seinem Schlaf hochgeschreckt war und bevor er auch nur einen klaren Gedanken hatte fassen können, war er hier gewesen.

Wirklich, er musste aufhören sich einfach so zu orben, ohne klar darüber nachzudenken. Sich so instinktiv zu orben war doch sicher kein gutes Zeichen, oder? Aber die Wände seinen Zimmers waren ihm entgegen gekommen und auf einmal hatte er keine Platz mehr und er konnte nicht mehr atmen und es wurde einfach alles zu viel.
Dann hatte er sich auf der Brücke wieder materialisiert. Er konnte wieder atmen und der eisige Wind reichte, um auch seine Gedanken zu betäuben, sodass er gar nicht mehr denken musste.

Er ließ seinen Blick über die Skyline der Stadt gleiten, der Anblick hatte meistens etwas Beruhigendes. Obwohl der Anblick dieses Mal nicht die Bilder aus seinen Träumen verjagen konnte, so wirkten sie weniger schrecklich, wenn er die Stadt friedlich und heile vor sich sah. Keine Spur der Verwüstung, der Zerstörung. Eine Stadt die selbst so spät nachts noch nicht zu schlafen schien, wo Fenster und Anzeigetafeln leuchteten und nicht die Flammen, die sich an den zahlreichen Gebäuden entlang fraßen.
Sein Blick glitt schließlich zum Abgrund, der sich unter ihm öffnete. Autos, die von hier oben nicht mehr als kleine leuchtende Punkte aussahen, fuhren über die Brücke. Die Geräusche der Motoren wurden gedämpft vom Wind zum ihm hoch getragen.
Ein irrsinniger Gedanke schoss ihn in den Kopf und ließ ihn erschaudern. Von hier oben bis zur Fahrbahn waren es ca. 170 Meter. Wie lange würde er wohl brauchen, bis er unten aufschlug?
Auch wenn Chris nicht darüber nachdenken wollte, so überschlug er im Kopf schon fast automatisch die Rechnung. Vielleicht 5, oder 6 Sekunden. Länger wohl kaum.
Gänsehaut machte sich über seinen Armen breit und er begann noch stärker zu zittern. Schnellstmöglich verwarf er den Gedanken, er erinnerte ihn zu sehr an seinen Traum.

Chris vergrub seinen Kopf in seinen gefalteten Armen und zog seine Beine näher an seine  Körper. Er wollte den Abgrund nicht länger sehen. Die Kälte machte sich immer stärker bemerkbar. Er sollte zurück.
Am besten bevor jemand seine  Abwesenheit bemerkte.

Das bekannte Klingeln und die hellen Lichter kündigten ihn schon an, und Chris musste sich ein schmunzeln verkneifen. Manchmal war sein Bruder einfach nur berechenbar. Irgendwie war es ein beruhigender Gedanke.

„Was war es diesmal?“, fragte Wyatt nach einem Moment des Schweigens. Der Wind wehte ihm entgegen und verdammt, es war zu kalt und zu spät, oder zu früh, für diesen Mist. Wyatt konnte nicht mehr zählen, wie oft er schon mitten in der Nacht aufgewacht war, Panik verspürte, die nicht seine eigene war, sondern Chris‘, dann einen Moment später auch ihn dieses Gefühl überkam, als er seinen Bruder nicht in den sicheren Wänden des Hauses spüren konnte. Es war unmöglich all diese Ereignisse zu zählen. Er hatte es schon längst aufgegeben.
In letzter Zeit häuften sie sich und es gefiel ihm absolut nicht.

„Chris?“, fragte  Wyatt nach, als ihm sein Bruder keine Antwort gab. Sorge erfasste ihn. Chris saß noch immer zusammengefaltet auf dem kalten Stahlträger und schenkte ihm keine Aufmerksamkeit. Er wirkte tief in Gedanken versunken. Woran konnte er nur wichtiges nachdenken, worüber er nicht in einem warmen Bett denken konnte, sondern auf einer Brücke hoch über der Stadt?
Manchmal verstand er seinen Bruder nicht.

„Warum bist du gekommen?“
Fast hätte er die Worte überhört, Chris hatte sie nur geflüstert und der Wind hätte sie beinahe ungehört davon getragen. Chris sah endlich hoch und Wyatt konnte die dunklen Augenringe deutlich sehen, ein klares Zeichen für seine schlaflosen Nächte. Immer mehr Sorge erfasste Wyatt, aber auch Wut. Warum konnte Chris ihm nicht einfach sagen, was los war? Warum machte er es immer so kompliziert? Warum bat er ihn, seinen älteren Bruder, nicht einfach um Hilfe?
Langsam wurde es zu viel!

„Was ist das für ‘ne Frage?“, antwortete Wyatt und konnte nicht verhindern, dass seine Worte ein wenig bitter klangen. Mit jedem Wort wurde er lauter. Manchmal war sein Bruder ein Idiot, war es so schwer für ihn zu begreifen, dass er sich verdammt noch mal Sorgen machte?
„Chris, ich mach mir Sorgen um dich. Das geht jetzt schon seit Wochen so und du hast mir immer noch nicht gesagt was los ist!“

Der Blick den Chris ihm zuwarf ließ Wyatt einen Moment inne halten. Für einen Moment sah es so aus, als würde Chris seinen eigenen Bruder nicht wiedererkennen. Er sah ihn an, als würde eine fremde Person vor ihm stehen. Wyatt entging nicht wie Chris zusammen zuckte, mit Sicherheit lag es nicht an der Kälte, bevor er, nach ein paar Mal blinzeln, seufzend seinen Blick abwand. Irgendetwas stimmte offensichtlich nicht.
„Chris?“, fragte Wyatt vorsichtig nach. Er wusste nicht ganz wie er mit der Situation umgehen sollte, verstand er ja nicht einmal was hier überhaupt vor sich ging.

Als Antwort erhielt er nur ein erneutes Seufzen, bevor Chris sich aufrichtete. Besorgt beobachtete Wyatt jeder Bewegung seines Bruders, bereit in Sekundenschnelle nach ihm zu greifen.  Chris stand ein wenig wackelig auf, was vielleicht auch an dem immer stärker werdenden Wind liegen könnte und wiegte ein wenig im Wind umher. Wehe er fiel von der Golden Gate Bridge herunter.

Doch Chris stand nach einem Moment sicher und sah Wyatt wieder normal an, zwar mit Augenringen und viel zu müden Augen, aber er sah ihn an, als würde er seinen Bruder vor sich sehen. Trotzdem wollte Wyatt kein Risiko eingehen und griff nach Chris‘ Arm. Mit einem starken Griff um seinen Unterarm, orbte Wyatt sich und Chris als Anhängsel zurück ins Halliwell Manor. Auf diese Weise, konnte er ihm nicht verloren gehen.

Dort angekommen umhüllte sie eine wohlige Wärme, was bei beiden ein leichtes Zittern auslöste. Die Wärme des Hauses war wohltuend und um einiges erwünschter als der beißende Wind hoch oben auf der Brücke.
Wyatt konnte seinen Bruder um dunklen Flur nur schemenhaft sehen, aber er konnte sich dessen Blick genau vorstellen. Ein kleines Lächeln schlich sich auf seine Lippen, fast schon hatte er vergessen was auf der Brücke geschehen war.
„Geh schlafen, Chris“, begann Wyatt und musste sich ein lautes Gähnen verkneifen. Zurück im warmen Haus traf ihn seine Müdigkeit völlig unerwartet. Ohne sich zu vergewissern, dass Chris auch tatsächlich in sein Zimmer ging, schloss Wyatt seine eigene Zimmertür hinter sich und fiel mehr ins Bett, als das er sich legte. Nur wenige Sekunden nachdem sein Kopf das Kissen getroffen hatte, war er eingeschlafen.

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Melinda stand summend in der Küche. Brot und ein Marmeladenglas standen vor ihr.
Sie musste erst später zur Schule und hatte es genossen ein wenig länger schlafen zu können, nun wollte sie noch ausgiebig frühstücken, bevor sie los musste. Es war draußen recht warm, weshalb sie nur eine kurze Hose und ein T-Shirt trug. Ihre Jacke hing noch in der Garderobe.

Schlurfende Schritte machte sie auf ihren ältesten Bruder aufmerksam, der noch halb verschlafen in die Küche gestapft kam.
„Morgen“, sang sie fröhlich und bis genüsslich in ihr Erdbeermarmeladenbrot. Als Antwort erhielt sie nur ein Murren, als Wyatt sich mühsam zur Kaffeemaschine schleppte. Erst nachdem er seine Tasse mit warm dampfenden Kaffee, mit zu viel Milch und einem Löffel Zucker gemischt, in der Hand hielt murmelte er etwas, dass Melinda einfach mal als „Guten Morgen“ interpretierte. Von allen war sie immer diejenige die morgens am motiviertesten war. Wyatt hingegen war ein richtiger Morgenmuffel. Erst nach einem großen Schluck aus seiner Tasse war er überhaupt einigermaßen ansprechbar.

Die beiden standen in angenehmer Stille in der Küche, während Wyatt gegen die Arbeitsfläche gelehnt erst einmal wach wurde und Melinda in Ruhe weiter frühstücken konnte.

„Wo sind eigentlich alle?“, fragte Wyatt ein wenig verwirrt, als Melinda alles wieder wegstellte. Sie schloss den Kühlschrank und wandte sich wieder zu ihrem Bruder zu. „Mum ist im Restaurant, irgendwas ist wohl mit der Lieferung schieß gegangen und Dad ist in der Schule.“
Piper hatte ihr Restaurant zu einer echten Größe gebracht, in der ganzen Stadt war es bekannt und genoss einen guten Ruf. Ihr größter Traum war somit in Erfüllung gegangen. Leo hingegen arbeitete weiter in der Zauberschule. Auch ohne Kräfte, als normal Sterblicher, wollte er seinen Beitrag zur magischen Gesellschaft leisten.

Auf Wyatts unwissenden Gesichtsausdruck hin, musste Melinda sich ein Lachen verkneifen. „Du kriegst auch gar nichts mit, oder?“, fragte sie. „Guck mal auf die Uhr.“

Während er ihrer Aufforderung nachkam und sich im Stillen wunderte, wie er es denn geschafft hatte so lange zu schlafen,  griff Melinda kopfschüttelt nach ihrer Schultasche und schwang sie über ihre linke Schulter.
„Hey“, fing Wyatt an und Melinda hielt inne, irgendetwas in seiner Stimme hatte sich verändert. „Wo ist Chris?“

Was war das in seiner Stimme, es war nicht ganz Wut (aber nah dran), vermischt mit etwas anderem, sie konnte es nicht deuten.
„Chris war schon weg, als ich aufgestanden bin“, antwortete sie. In der Nacht war sie kurz aufgewacht, mit einem merkwürdigen Gefühl in der Magengegend, einer unbegründeten Furcht, fast wäre ihr schlecht geworden. Sie hatte keine Ahnung was los gewesen war und hatte den Vorfall schon fast wieder vergessen. Erst als Chris‘ Name fiel, erinnerte sie sich wieder an dieses Gefühl, das wie ein schwerer Stein in ihrem Magen gelegen hatte.
Sie musterte Wyatt, überlegte für einen Moment, ob sie ihm davon erzählen sollte, verwarf den Gedanken aber schnell wieder.
Es war nichts Wichtiges.


Wyatts Blick hatte sich nach ihrer Antwort verfinstert, er gab nur ein Murren von sich, als Zeichen, dass er gehört hatte. Allmählich wurde das Schweigen zwischen den beiden unangenehm.
„Ich muss los“, rief Melinda ihrem Bruder zu, bevor sie sich auf zur Tür machte. Sie bekam keine Antwort, also verließ sie das Haus.

Die Haustür fiel hinter ihr ins Schloss und Wyatt war allein mit seinen Gedanken.
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