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Promise of a Lifetime

von jenny413
SongficFreundschaft, Schmerz/Trost / P6 / Gen
Mikage Celestine Teito Klein / Wahrheit Tiashe Raggs
01.08.2014
01.08.2014
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Hallo Liebe 07-Ghost Fans!

Ich begrüße euch herzlich zu meiner zweiten Songfic und freue mich, dass ihr einen Weg hierher gefunden habt.
Zu diesem kleinen Oneshot wurde ich von einem Video im Internet inspiriert, welches um Mikages und Teitos Freundschaft handelte. Ich habe versucht den Text des Liedes zu einer kleinen Geschichte umzuformen, die nach Mikages Tod stattfindet, an einem Ort, an den Teito eigentlich nie wieder zurück wollte.
Aber genug der Vorrede. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass es euch gefällt. ;)

Song: Promise of a Lifetime - Kutless
Fandom: 07-Ghost

**~~++~~**


Es war alles verloren!
So düster es auch jemals gewesen ist, erst jetzt erkannte Teito was wahrhaftige Einsamkeit war. Warum hatte erst sein bester Freund sterben müssen, damit er diese Lektion lernte? Teitos einziges Licht war in seinen Armen erloschen, um ihm das Leben zu retten. Hatte es denn keinen anderen Weg gegeben? War er es wert, zu so einem hohen Preis, gerettet zu werden? Es war seine Schuld gewesen. Ganz alleine seine. Und bloß, weil er es gewagt hatte, sich mit jemanden anzufreunden. Weil er nur einmal jemandem vertraut hatte.
Und nun war er tot. Sein einziger und kostbarer Freund. Er war für ihn gestorben und trotzdem hatte er bis zum Ende gelächelt. Teito konnte das nicht verstehen. Er verstand nur eins. Er hatte ihn geliebt und er würde ihn immer lieben!
Teito fand sich auf den Knien wieder. Die Stimme seines besten Freuendes, hatten ihn zur Erde gedrückt. Die letzten Worte, die sich wie ein Schlaflied des Schmerzes anhörten. Sein Körper zitterte und die Tränen rannen aus seinen erblassten grünen Augen an seinen Wangen herunter, als gäbe es keinen anderen Weg mit dieser Situation fertig zu werden. Sie waren wie Säure und brannten sich in seine Haut, doch sie konnten nicht annähernd den Schmerz beschreiben, den er im Herzen verspürte. Schweißnass presste er die Hände an seine Brust. Selbst wenn seine Herz brannte, fühlte es sich kalt an. Als würde er von innen erfrieren. Als sei etwas von ihm gegangen, das ihm sonst die nötige Wärme gespendet hatte um nicht zugrunde zu gehen. Was war der Grund für diese Trauer?
Teito war schon beinah so taub, dass er keinen seiner Gedanken mehr hören konnte. Lebte er überhaupt noch? Die stätigen Schritte in die Zukunft, die sein Leben seit jeher getan hatte, waren plötzlich zum Stillstand gekommen. Und was blieb, war nur Leid.
 Lebe!, hörte er eine Stimme bitten. Aber wie? Verzweifelt versuchte er den Rhythmus seines Herzens wieder zu verstehen, um einen Schritt zu tun, doch es war nicht möglich. Es schien, als würden ihn die Tränen an den Boden fesseln. Sie waren soviel schwerer, als irgendetwas jemals hätte sein können. Tausendmal schwerer, als alle Sünden dieser Welt. Er konnte sich nicht bewegen, war versteinert, weil er es nicht verstehen konnte. Sein Herz begriff es nicht. Warum war er jetzt alleine? Warum war niemand bei ihm? Hätte er nicht da sein müssen? Er hatte es doch versprochen. Es war ein Versprechen auf Lebzeiten gewesen. Teito erinnerte sich an die Worte. Sie waren wie ein klares Licht gewesen, welches ihn aus seiner Dunkelheit zog. Sie stellten den Weg dar, der nun vor ihm lag. Und auch wenn er plötzlich so anders erschien, war es doch derselbe Pfad, wie der, den er einmal gekannt hatte.
Er war nicht allein. Niemals, denn irgendjemand stand hinter ihm und hielt seine Hand. Eine Existenz, die totgeglaubt und verlorengedacht war. Doch ebenso wenig, wie er sein Herz verlieren konnte, konnte er dieser gewaltigen Stärke absagen, die fortwährend gegen die Dunkelheit in seinem Herzen ankämpfte. Egal wohin er ging, dieser Geist war stets bei ihm und wachte über seine Schritte.
Nur einen einzigen Moment hatte der Junge gedacht, diesen Schutz verloren zu haben. Diese Liebe nie wieder zu spüren. Der Weg war ein anderer und doch hatte er sich nicht verändert. In gewisser Weise spürte er etwas, was er als Gott hätte bezeichnen wollen, doch er wusste, dass der Herr des Himmels nicht derjenige war, der hier bei ihm war und ihm Licht spendete. Er hatte einen Engel geschickt, der, wenn auch schüchtern und zaghaft, seine Flügel ausbreitete, solange der Junge mit den grünen Augen noch nicht wusste, wie er es selber tat. Es war dieses Versprechen, das jegliche Gebete erhörte und beantwortete, auch wenn niemals Worte zu hören waren. Einst waren es Worte gewesen. Worte, die sagten, dass sie niemals etwas trennen könnte. Sie würden für immer zusammengehören. Er und sein Engel, sein Licht. Egal, durch welche Hölle und durch welche Dunkelheit er zu gehen hatte, niemals würde das Bewusstsein, welches nicht mehr von diesem Versprechen wusste und es doch einmal gegeben hatte, ihn jemals zurücklassen.
Teito schniefte leise, als sich das kleine Wesen in seinem Arm regte. Mit großen strahlenden Augen sah es ihn an. Der kleine Kerl konnte nichts ahnen, von dem Versprechen und doch würde er es niemals brechen, denn es war heilig, egal ob er sich daran erinnerte oder nicht. Niemals würde er zulassen, dass dieser wunderschönen Seele, die zu dem Jungen mit den grünen Augen gehörte, etwas geschehen könnte. Er war gekommen, um ihn zu beschützen. Er war zurückgekommen. Er war immer noch derselbe und doch ein ganz anderer. Seine Seelenfarbe hatte sich nicht geändert. Sie war noch immer dieselbe, auch wenn alles andere so verändert schien. Teito würde seinen Freund immer wiedererkennen. Sie gehörten zusammen und nie wieder würden sie sich trennen.
Sanft rieb das Wesen seinen Kopf an Teitos Arm und ließ sich von seinen zitternden Händen zu seinem Gesicht heben. Als es die Tränen sah, legte es den Kopf schief und stupste Teitos Gesicht leicht mit seiner kleinen Nase an. Der Junge schaute auf und weitere Tränen liefen über seine helle Haut. Der kleine, von Gott gesandte Engel, in der Gestalt eines kleinen rosa Drachen, stützte seine samtweichen Vorderpfoten an das Kinn des weinenden Jungen.
 „Pya!“, gab es leise von sich und leckte Teito über das Gesicht, doch der Junge wollte nicht aufhören zu weinen. Er konnte nicht…
 Es tut mir Leid, Teito.
Nicht einmal seine Tränen konnten das Feuer in seinem Inneren löschen. Es loderte, als wolle es ihn von innen verzehren und nicht einmal Mikage konnte ihn davor bewahren. Sein Freund, der für ihn gestorben und dann zu ihm zurückgekehrt war. Es war ein Versprechen auf Lebzeiten gewesen und so ein Versprechen brach man nicht.
Teito drückte das Wesen, welches einst sein Freund gewesen war und es immer bleiben würde, an seinen Hals und spürte, wie es sich an ihn schmiegte.
Er würde seinen Weg bedeuten. Er würde bei ihm bleiben, was auch immer geschah. Mikage würde ihm gestatten, sich in Erinnerungen aufzulösen, ein neuer Mensch zu werden oder auch zu dem Alten zurückkehren, den er einmal hatte zurücklassen müssen. Er würde ihn fangen und ihn nicht vom Himmel stürzen lassen. Er konnte ihn nicht tragen, doch er würde ihn das Fliegen lehren, so wie er es schon einmal getan hatte. Der Sturm herrschte, doch er alleine konnte Teito davor retten. Ihn herausholen und die Angst und die Wut aus seinem Herzen vertreiben. Er war das Licht, welches die Dunkelheit bannte und nicht zuließ, dass sie auch nur einmal Besitz von Teito ergreifen würde. Er konnte diese Seele fliegen lassen. Konnte sie zum Wachsen befähigen. Selbst wenn man ein Hindernis nicht überwinden konnte, dann musste man eben springen und wenn man dann fiel, musste man wissen, wie man flog. Mikage war der Stern, der selbst in düsterster Nacht am Himmel schien und auf diese wunderschöne Seele hinabblickte.
Ohne den Freund, der immer bei ihm war, konnte Teito nicht derselbe sein, wie vorher. Er würde sich verändern. Er würde wachsen und stärker werden, auch wenn er geglaubt hatte, an diesem Verlust zugrunde zu gehen. Und doch war sein teurer Gefährte nun wieder bei ihm. Er konnte ihn nicht alleine lassen, denn es war ein Versprechen auf Lebzeiten gewesen.
 Wir werden immer beste Freunde bleiben, hatte er gesagt. Und doch war er gegangen. Hatte Teito alleine gelassen. Es hatte keinen anderen Weg gegeben.
Teito atmete aus. Es war noch nicht vorbei. Mikage war noch bei ihm. Er hatte ihn nicht verlassen. Er war da und solange er dort war, konnte die Hoffnung nicht gewichen sein, denn sie lebte in ihm, genauso wie in Teito selber. Nie wieder würde Teito seinen Freund loslassen. Jeden Tagen würde er bei ihm sein. Er würde für sein Glück garantieren. Das war seine Aufgabe. Er würde ihn beschützen und wenn er dafür alles aufgeben müsste. Sein Verstand war nichts wert, wenn sein Herz nicht mehr schlug.
 Teito, ich liebe dich!
Und das war alles, was er brauchte. Es war ein Versprechen auf Lebzeiten und nichts konnte etwas daran ändern. Mikage war seine Familie, sein Licht und doch soviel mehr. Mikage war der einzige gewesen, der niemals seine blutverschmierte Hand losgelassen hatte. Derjenige, der niemals davongerannt war und derjenige, der immer für ihn gelächelt hatte. Er war ein Stück seiner Seele. Das Stück, welches niemals aufhörte zu strahlen. Egal was geschah, er würde ihn immer wieder retten und niemals zulassen, dass jemand ihm wehtat.
Die Tränen konnten nicht trocknen und doch tat sich etwas in Teitos Gesicht. Es war nur ein leichtes Lächeln, so zart, dass es jede Böe hätte hinfort tragen können und doch konnte es durch nichts ersetzt werden.
 „Ich werde dich niemals alleine lassen, Mikage!“, schwor der Junge dem samtigen Knäuel an seiner Brust. „Bis zum Ende werde ich dich beschützen. Und darüber hinaus.“
So musste es sich anfühlen, wenn man wahrhaftig liebte. Mikage hatte ihn die Freundschaft gelehrt und nun war es das Band, welches die beide am Leben erhielt. Es war die Hoffnung, die niemals erlosch.
Sanft strich Teito seinem Freund über die samtigen Ohren. Die Augen des Kleinen schienen den Raum zu erleuchten. Es war, als habe das Feuer aufgehört den Jungen zu verzehren und begann nun, ihn zu wärmen. Ihn aus seiner Starre zu befreien. Die Ketten der Trauer fielen von ihm ab und er fühlte sich befreiter, denn je zuvor. Mikage hatte ihn befreit. Ihn befreit von seiner Vergangenheit, von der Einsamkeit und seiner Trauer. Er hatte ihn zum Lächeln gebracht und selbst, wenn Teito sein Lachen nie wieder hören würde, war er doch immer noch bei ihm. Er schaute ihn mit anderen Augen an und seine Erinnerungen an die gemeinsame Zeit waren verschwunden, doch er war immer noch da.
Teito schaute auf. Da waren sie: Mikages letzte Worte.
All die Dinge, die er am Ende noch hatte sagen wollen. Er hatte sie mit seinen letzten Kräften noch hervorbringen können, obwohl sein Kampf schon lange verloren gewesen war. Sie zogen sich über den Boden und über die Wände und selbst wenn die Mauern einmal einstürzen würden, diese Worte würden bleiben, denn sie hatten ein Weg in Teitos Herz gefunden, welches für so lange Zeit vor allem verschlossen gewesen war. Er würde sie bewahren, bis sein Freund sie wiederhaben wollte, um sie noch einmal auszusprechen. Und auch wenn es tausend Leben dauern würde, wusste der Junge, dass ihre Bedeutung niemals schwinden würde.
 Schau zu mir zurück. Ich weiß, dass du sehen kannst, dass mein Herz offen ist für unser Versprechen auf Lebzeiten. Du hast niemals an mir gezweifelt, denn du warst derjenige, der meinem Herz die Freiheit gebracht hat.
Nun war Teito beruhigt, denn er wusste, dass Mikage ihn niemals alleine lassen würde. Niemals, denn es war ein Versprechen auf Lebzeiten.

Wenn wir sterben, sterben wir gemeinsam!


**~~++~~**


Und zu Ende!
Ich finde, dass das Lied wirklich äußerst gut zu ihrer Situation passt und auch davon abgesehen ist es wirklich wunderschön... :*)
Sagt mir doch, wie ihr meine Songfic fandet. Ich würde mich sehr über ein Review freuen.
Ansonsten danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal. ;)

(:jenny
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