Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Mummies Alive - Harden my Heart

GeschichteÜbernatürlich, Liebesgeschichte / P16 / Gen
30.07.2014
20.05.2016
4
5.282
1
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
20.05.2016 1.967
 
Vorwort
Ich hatte eigentlich gar nicht vor, diese FF weiter zu schreiben aber die neuesten MA FanFics der letzten Zeit haben mir gezeigt, dass es scheinbar doch noch Fans gibt ;-) ich denke je nach dem, wie ich dazu komme wird es hin und wieder mal ein neues Chap zu lesen geben.
Reviews fördern natürlich die Kreativität also lasst mir doch eins da ;-)
Viel Spaß!


Eine Stunde vor dem ausgemachten Treffen stand die junge Frau vor dem großen, weißem Vintage Spiel und betrachtete sich darin. Sie hatte sich für das "kleine schwarze" entschieden. Ein kurzes, eng anliegendes, ärmelloses Kleid mit schmalem, goldenen Gürtel. Darüber trug sie einen leichten sweatblazer und farblich passende High Heels. Ihr Nacht schwarzes Haar hatte sie locker nach oben gesteckt. Wann sie sich zuletzt so rausgeputzt hatte für eine Verabredung, wusste sie nicht mehr. Waren es Jahre, Jahrzehnte oder bereits Jahrhunderte? Eine viel zu lange Zeit. Jedoch hatte sie sich noch nie so viele Gedanken über ihren Look gemacht.
"Du wirst ihn also Wiedersehen.", erklang eine helle Stimme hinter ihrem Rücken.  Tiana lächelte in den Spiegel, natürlich hatte sie bereits gewusst, dass Amara im Türstock stand und sie aufmerksam beobachtete. Sie wandte sich zu dem Mädchen um, dass um einiges jünger war als sie selbst. Amara hatte leicht gebräunte Haut, eine zierliche Figur, hellgrüne Augen und langes, glattes, schwarzes Haar dass von grünen Strähnen durchzogen war. "Warum nicht?", fragte sie die jüngere schulterzuckend. "Tia du warst doch diejenige, die uns ständig gepredigt hatte, wir sollen die Vergangenheit ruhen lassen und nach vorn sehen. Und nun gehst du mit Ja-Kal essen? Weißt du noch was letztes Mal passiert ist als du ihn verloren hast?"
Die junge Frau seufzte als sie ihre kleine Abendtasche vom Bett nahm und sie sich umhängte. "Amara ich weiß, was ich gesagt habe. Nur damals lagen die Dinge anders. Wir dachten sie wären Tod. Irgendwie mussten wir damit abschließen. Und ja ich erinnere mich und ich bin nicht stolz auf meine Taten."
"Tod sind sie immer noch.", sagte Amara ernst als Tiana an ihr vorbei trat. "Das sind wir auch.", war die letzte Bemerkung der jungen Frau, ehe sie das Haus verließ. Amara blieb seufzend zurück, als Shani die Treppe hinauf kam und das junge Mädchen anlächelte. "Kleines, sei nicht so streng mit ihr. Du würdest schließlich nicht anders reagieren, wenn du deinen Bruder Wiedersehen würdest." "Meinst du? Mein Bruder ist Tod und wird es für mich auch weiterhin sein."

***

Währenddessen hatte auch Ja-Kal damit begonnen, sich fertig zu machen. Presley hatte ihn am Nachmittag mit in ein Bekleidungsgeschäft genommen, um ihm einen Anzug zu besorgen. Doch anders als beim Prinzen hielt sich die Euphorie der Mumie in Grenzen. Er hatte gemischte Gefühle, was das alles anging. Natürlich war er sich inzwischen ziemlich sicher, dass es nicht Tia war, die er da kennengelernt hatte, doch diese ganzen Parallelen aus dem Leben dieser Frau und seiner eigenen und vor allem ihre letzten Worte ließen ihm keine Ruhe. Doch vielleicht hatte Nefertina recht und er bildete sich das alles nur ein. Gerade als er an seine Mitstreiterin dachte, tauchte diese auch schon auf. "Sei vorsichtig. Nicht dass es wirklich eine Falle von Scarab ist.", sagte sie mit ernster Stimme. "Ich weiß. Aber ich muss einfach gehen.", antwortete er und seufzte. Nefertina trat auf ihn zu und richtete die Krawatte um seinen Hals. Männer wussten einfach nicht, wie diese Dinger richtig gebunden wurden. Schon gar keine die vor 3.500 Jahren lebten. Sie lächelte ihn an. "Das weiß ich. Ich würde wahrscheinlich nicht anders reagieren wenn ich auf jemanden von damals treffen würde." Als sie fertig war, trat sie ein paar Schritte zurück. "Du siehst gut aus." Ja-Kal lächelte und machte sich ohne ein weiteres Wort auf den Weg.

***

Er war zu früh dran. Typisch für ihn. Ja-Kal hatte einst gelernt lieber zu früh aufzutauchen als zu spät. Wenn man für den Pharao arbeitete war das ganz normal, das Oberhaupt von Ägypten ließ man schließlich nicht warten. Er betrat das Lokal und setzte sich schon mal an einen der Tische. Ob sie überhaupt auftauchen würde? Warum stimmte sie einem Treffen mit ihm zu? Und vor allem: warum hatte sie keine Angst vor ihm, so wie alle anderen? Ja-Kal bemerkte die Blicke der Menschen um ihn herum. Als Mumie fiel man sogar in San Franzisko auf - und verängstigte die Menschen. Sie hatten vor allem Angst, was sie nicht kannten oder nicht verstanden. Eine Lektion, die die vier Mumien schon früh lernen mussten.
Gedankenverloren sah er auf den leeren Teller, der vor ihm auf dem Tisch stand. Vielleicht hätte er doch nicht kommen sollen. Seine Freunde hätten sicher Recht, entweder er bildete sich das alles nur ein oder es war eine Falle. Was tat er hier überhaupt? Eigentlich war es doch seine Pflicht in der Pyramide zu bleiben bis Rapses seine Hilfe brauchte. Er wurde nicht ins Leben zurück gerufen um sich mit einer Frau zu verabreden. Gerade, als er drauf und dran war, wieder zu gehen, holte ihn eine Stimme aus seinen Gedanken. "Entschuldigen Sie die Verspätung, ich wurde aufgehalten." Ja-Kal blickte auf und sah direkt in die blauen Augen der Frau, die ihn so an seine eigene erinnerte. Ehe er reagieren konnte, hatte sie sich ihm schon gegenüber gesetzt und lächelte ihn an. "Warum so überrascht?", fragte sie. Er schüttelte den Kopf und lächelte nun ebenfalls. "Entschuldigung. Ich war in Gedanken." Tiana legte den Kopf schief. "So? Was für Gedanken denn?" "Es ist nichts. Nur ihre Worte von gestern sie... Sie erinnerten mich an meine verstorbene Frau."
Das Lächeln wich aus ihrem Gesicht als fühlte sie sich ertappt. "Es tut mir leid, ich wollte keine bösen Erinnerungen in ihnen wecken." "Nein, das sind keine bösen Erinnerungen nur... Vergessen wir das."
Der Ober kam und nahm ihre Bestellung auf. Nachdem sie dann ihre Getränke erhalten haben, nahm Tiana einen Schluck von ihrem Wein, Ja-Kals Blick ruhte die ganze Zeit auf ihr. Nach einigen Minuten peinlichen Schweigens ergriff die Mumie wieder das Wort. "Vielleicht sollte ich doch besser gehen." Er wollte gerade aufstehen, als sie plötzlich seine Hand ergriff. Sie war eiskalt. "Bitte gehen sie nicht. Es war nicht meine Absicht..." "Ist schon in Ordnung. Ich...", weiter kam Ja-Kal nicht, da in dem Moment sein Amulett zu blinken begann. Der Prinz war in Gefahr. "Was ist das?", fragte Tiana, der das leuchten um seinen Hals nicht entgangen war. "Es...ich...es tut mir leid, aber ich muss nun wirklich gehen. Es liegt nicht an ihnen, bitte glauben sie mir.", sagte er und sah ihr dabei eindringlich  in die Augen ehe er aufsprang und eilig das Lokal verließ. Tiana lehnte sich zurück, zog ein Handy aus ihrer Tasche und begann zu wählen. Es dauerte nicht lange, ehe sich eine Stimme am anderen Ende des Hörers meldete. "Shani, es ist soweit."

***

Ja-Kal lief so schnell er nur konnte. Irgendetwas war passiert, sonst würde Rapses ihn nicht rufen. In einer dunklen Seitengasse nutzte er die Chance, sich zu verwandeln und schwang sich sogleich in die Lüfte. Von hier aus hatte man doch einen besseren Überblick. Sein Weg führte ihn direkt zu einem neuen Beefy Burger Laden, bei dem schon ein erbitterter Kampf wütete. Nefertina und Armon waren gerade dabei einige Shapties zu Zerlegen, während Rath sich schützend zwischen Scarab und den Prinzen gestellt hatte. Hatte das denn niemals ein Ende? Ja-Kal begann sofort Scarab mit Pfeil und Bogen aus der Luft zu attackieren. Diesmal hatte er wirklich viele Shapties dabei, bei weitem mehr als sonst. "Ja-Kal, Schnapp dir Rapses und bring ihn von hier weg!", rief Rath von unten, der Scarabs Angriffen nicht mehr lange stand halten konnte. Ja-Kal wollte der Anweisung seines Freundes gerade Folge leisten, als er ziemlich unsanft vom Himmel geschossen wurde. Er landete direkt hinter seinem Freund. Als er sich langsam wieder aufrappelte bemerkte er, dass sich Nefertina und Armon ebenfalls bei Ihnen befanden - die Shapties hatten sie zusammen getrieben und eingekreist. "Endlich. Nach so langer Zeit gehörst du mir.", sagte Scarab mit furchteinflößender Stimme zu Presley. Und tatsächlich sah es so aus, als würde er dieses Mal Siegen.

"Ja-Kal, was sollen wir nun tun?", fragte ein besorgt klingender Armon, nachdem die Kraft seiner Verwandlung nachgelassen hatte und er nun wieder als normale Mumie da stand. Auch den anderen erging es nicht anders, das Blinken ihrer Amulette zeigte an, dass es an der Zeit wäre, ihre Kräfte aufzuladen. Der Anführer der vier Mumien war ratlos, er wusste selbst keinen Ausweg mehr aus dieser Situation. Sein Blick fiel auf Presley, der ihn angsterfüllt ansah, doch er konnte ihm nicht helfen. "Es tut mir leid, mein Prinz." Scarabs Lachen hallte fast schmerzend in seinen Ohren. Sie waren wieder ins Leben zurückgerufen worden um den Prinzen zu beschützen- und hatten erneut versagt.

Scarab trat auf den reinkarnierten Prinzen zu doch plötzlich geschah etwas. Aus irgendeinem Grund zerfielen seine Shapties zu Staub, fast so als würde sie jemand bekämpfen. Doch er sah niemanden. Er hörte lediglich das leise Pfeifen des Windes. Auch die Mumien konnten niemanden erkennen. "Was ist hier los?", fragte Nefertina, die genauso verwirrt war, wie alle anderen.
Scarab ging instinktiv rückwärts. "Es scheint als wäre nun ein guter Zeitpunkt um zu verschwinden.", zischte die goldene Schlange die er in Händen hielt. Doch urplötzlich stand jemand vor ihm. Es war eine ältere, stämmige Frau mit dunkler Haut und schwarzen, kurzen Haaren. "Mir scheint wir beide haben noch eine Rechnung offen, Scarab.", sagte sie mit bedrohlicher Stimme. Ihre Augen waren tiefschwarz und darunter bildeten sich dunkle Adern. Scarab konnte sich beim besten Willen nicht erinnern, sie schon einmal gesehen zu haben. "Vielleicht ein andermal.", meinte er, ehe er sich in die Lüfte erhob und davon flog. Die Frau wollte ihm gerade hinterher, als sie von einer anderen, die Ja-Kal mittlerweile kannte, zurückgehalten wurde. "Nicht heute Nacht, Shani." Sie war wie aus dem nichts aufgetaucht. Genauso wie vor ihr die ältere.

Langsam war nun auch Ja-Kal wieder auf den Beinen. "Was zum...wer seit ihr?", fragte er noch etwas benommen. Als sich die beiden Frauen zu ihnen umdrehten, riss Armon geschockt die Augen auf. "Mom?" Die ältere, die auf den Namen Shani hörte, lächelte ihn an. "Armon, mein lieber Sohn. Es tut gut dich wieder ... Lebendig zu sehen. Mehr oder weniger."
Presley sah zwischen den Mumien und den beiden Frauen hin und her, schließlich blieb sein Blick an der Frau hängen, die ihm als neue Mitarbeiterin des Museums vorgestellt worden war. "Sie! Dann sind sie..." "Tia...", ergänzte Ja-Kal. "Dann hatte ich doch recht. Aber wie ist das möglich?"
"Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde von denen du keine Ahnung hast, Ja-Kal. Wir werden euch alles erklären. Zu gegebener Zeit.", antwortete Tia als sie sich den Sand der Shapties vom Kleid klopfte. "Aber wieso dieses Versteckspiel? Warum hast du mir nicht gleich..." "Gesagt wer ich bin? Ich hatte eigentlich gar nicht vor dich überhaupt zu treffen. 3.500 Jahre sind eine lange Zeit. Zeit genug um mit der Vergangenheit abzuschließen."
"Moment mal.", mischte sich Presley ein. "Wie ist es überhaupt möglich dass ihr am Leben seit?" "Wer sagt, dass wir am Leben sind, mein junger Prinz?", antwortete Shani mit einem Lächeln auf den Lippen.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast