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Mummies Alive - Harden my Heart

GeschichteÜbernatürlich, Liebesgeschichte / P16 / Gen
30.07.2014
20.05.2016
4
5.282
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30.07.2014 1.133
 
Es war ein warmer, sonniger Tag in San Francisco. Armon war gerade mit der Zubereitung seiner zweitliebsten, oder war es die dritte?, Mahlzeit beschäftigt: dem Frühstück. Rath blätterte in alten Schriftrollen und Nefertina bastelte am Hot-Ra herum als Ja-Kal, in Jeans, T-Shirt, Jacke und Mütze bekleidet, an ihr vorbei ging. "Hey Ja-Kal, wo willst du denn hin so früh am Morgen?" Fragte sie als sie ölverschmiert unter dem Fahrzeug hervorkroch. "Ins Museum, sie haben dort eine neue Ausstellung über unsere Zeit." "Und das kann nicht warten bis heute Nachmittag wenn wir auch mitkommen können?" Ja-Kal schüttelte den Kopf. "Ich hab nicht gut geschlafen ein bisschen Ablenkung tut mir ganz gut.", sagte er und winkte ihr zum Abschied zu. Gerade als er die Sphinx verließ stieß Armon, mit einem Sandwich bewaffnet zu Nefertina. "Was hat er denn?" Die langhaarige Munie seufzte. "Wie lange kennst du Ja-Kal jetzt schon?"


Als Ja-Kal das Museum betrat war ihm etwas mulmig zu Mute. Immer wieder redete er sich ein, dass die Frau nur eine Wiedergeburt seiner  Tia war und nicht wirklich seine Frau. Trotzdem klopfte ihm das Herz bis zum Hals - was eigentlich gar nicht sein konnte, immerhin war er bereits seit 3500 Jahren Tod. Da konnte nichts mehr klopfen. Er betrat den Ausstellungsraum und sah sich um. Einige Schulklassen befanden sich hier um etwas über das alte Ägypten zu lernen. Ansonsten waren nicht besonders viele Menschen da. Vor einer Falkenstatue sah er schließlich eine Frau mit einem Klemmbrett in der Hand, die irgendetwas notierte. Sie stand mit dem Rücken zu ihm, so konnte er nur ihre schlanke Figur und die langen schwarzen Haare erkennen. Sie trug einen kurzen, ebenfalls schwarzen Rock und eine weiße Bluse.

Er nahm all seinen Mut zusammen, ging auf sie zu und räusperte sich. "Entschuldigen Sie, Miss. Arbeiten sie hier?", fragte er vorsichtig. "Ja seit heute, wie kann ich Ihnen helfen?", antwortete sie und drehte sich um. Die Blauen Augen, die zierliche Nase und die vollen roten Lippen. Presley hatte recht. Zwar trug sie die Haare anders, hatte keinen Pony mehr, aber sie sah genauso aus wie Tia. Sie lächelte ihn an. Da war keinerlei Überraschung in ihrem Blick also kannte sie ihn scheinbar nicht. "Ich Ähm ich wollte nur wissen ob das die neue Ausstellung aus der Zeit von Pharao Amenhotep ist. Entschuldigen Sie bitte meine Direktheit von eben, ich war nur schon öfter hier und habe Sie noch niemals gesehen." Die junge Frau hob eine Augenbraue und lächelte. "Ein Mann der öfter als einmal in ein Museum geht? Das ist mal was ganz neues. Aber ja, sie sind hier richtig und wie gesagt heute ist mein erster Tag." Für einen Augenblick musterte sie ihn, dann fuhr sie fort. "Sie interessieren sich also für die Zeit von Pharao Amenhotep? Was genau fasziniert Sie an genau diesem Pharao?"

Ja-Kal lächelte nun ebenfalls. Sie war nicht seine verstorbene Frau, soviel stand schonmal fest. Aber sie schien sehr nett zu sein und er hatte sich auch schon lange nicht mehr mit einem lebendigen Menschen unterhalten. "Nun, er schien ein großer Pharao zu sein der seine Untertanen gerecht und dennoch mit strenger Hand geführt zu haben. Wie könnte man von so einem Mann nicht fasziniert sein?" Wieder lächelte sie, diesmal streckte sie ihm allerdings ihre Hand entgegen. "Ich bin Tiana." "Ja-Kal" Er schüttelte ihre Hand. Irgendetwas war allerdings seltsam. Ihr Hand war eiskalt. Und das obwohl es draußen mindestens 25 Grad hatte. "Ein ägyptischer Name, stammen sie von dort?" "Ja."  Wieder musterte sie ihn. "Jetzt müssen Sie mir meine Direktheit entschuldigen aber ist ihnen irgendetwas passiert? Ich meine wegen der Bandagen in Ihrem Gesicht und an Ihren Händen." Ja-Kal schluckte. Da er sich bisher fast noch nie so direkt mit einem Menschen unterhalten hatte, musste er auch noch niemals eine Ausrede parat haben für die Bandagen. Doch dann erinnerte er sich zum Glück an einen Bericht aus dem Fernsehen. "Verbrennungen am ganzen Körper. In meinem Haus brach ein Feuer aus und ich konnte mich zu spät retten."

Sie wirkte betroffen. "Das tut mir wahnsinnig leid. Da hatten sie ja nochmal Glück dass sie mit dem Leben davon gekommen sind." Gerade als er daraufhin etwas sagen konnte, stieß Amanda zu Ihnen. "Tiana, du kannst jetzt dann Pause machen. Ich übernehme für dich." "Danke, Amanda." Sie reichte ihr das Klemmbrett und wandte sich dann wieder zu Ja-Kal. "Nun sie haben es ja gehört. Ähm haben Sie vielleicht Lust einen Kaffee mit mir zu trinken?" Ja-Kal war total perplex. So etwas hatte ihn noch niemand gefragt. Aber er nickte.

Gemeinsam gingen sie hinüber zum Restaurant des Museums, suchten sich einen Platz und bestellten zwei Tassen Kaffee. Als der Kaffee kam unterbrach Tiana die Stille. "Sind sie verheiratet? Entschuldigen Sie bitte die direkte Frage aber leider ist es mir schon oft passiert dass ich von verheirateten Männern angesprochen wurde und dies erst im Nachhinein herauskam." Ja-Kal wusste nicht ob er lachen sollte oder wie er überhaupt darauf reagieren konnte. Er schüttelte den Kopf. "Ich war es einst.  Sie ist verstorben." Betrübt sah er hinunter auf seinen Kaffee den er mit beiden Händen umschlossen hielt. Plötzlich berührte sie aufmunternd seine Rechte Hand. "Das tut mir leid. Wissen Sie, ich verlor meinen Ehemann auch sehr früh. Er fiel im Krieg." Unfassbar wie sich diese Geschichten ähnelten. Im Krieg gefallen. So hätte man seinen Tod auch umschreiben können.

Tianas ganze Pause hindurch unterhielten sie sich, über Gott und die Welt. Ja-Kal erfuhr dass auch sie einen Sohn hatte, der in Ägypten lebte. Das sie das alte Ägypten studiert hatte und sich besonders für die Zeit in der er lebte interessierte. Die Zeit verging wie im Flug und schließlich war es Zeit für sie wieder zu Arbeiten. "Darf ich Sie zum Essen einladen? Heute oder morgen?", fragte er als sie Aufstand um zu gehen. "Sehr gerne. Morgen Abend wäre gut. Ich kann Ihnen dann auch die Nummer eines Freundes von mir geben, er ist Arzt und spezialisiert auf Verbrennungsverletzungen. Er kann Ihnen vielleicht helfen." "Danke, Du bist zu gut zu mir." Die Worte sprudelten einfach so aus ihm heraus, doch bevor er realisieren konnte, was er gesagt hatte, kam ihre Antwort. "Einer muss ja auch mal für dich da sein, denn du kümmerst dich um alle anderen, nur nicht um dich selbst. Also bis morgen Abend dann." Mit diesen Worten verschwand sie und lies Ja-Kal verwirrt zurück.
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