In den Gassen von New York

GeschichteAbenteuer, Drama / P12
26.07.2014
31.03.2015
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Hey Leute :) Das hier ist meine zweite Fanfiction zu X-Men, ich hoffe, sie gefällt euch!
Ich werde versuchen, regelmäßig Kapitel hochzuladen (vermutlich immer Samstags, vielleicht auch öfter), aber ich möchte meine andere FF nicht vernachlässigen, die ich schon ein wenig länger führe!
Ich hoffe, ihr habt Verständnis! :)
Außerdem fände ich es schön, wenn ihr mir Reviews (mit konstruktiver Kritik falls schlecht!!!) dalassen würdet, schließlich hat ja jeder eine Meinung, oder? ;)
xxx Annika :)

PS: Jedes Kapitel dieser FF wird gleich lang sein, denn ich habe mir vorgenommen, dass jeder Eintrag in meinem Word exakt eine Seite lang ist! :D




MACE PRINCE, 2. Januar 1992
Beiläufig und routiniert, als hätte sie es schon viele Male zuvor genauso getan, stellt die Frau ihren Rucksack auf dem Boden ab, bevor sie die Wohnungstür aufschließt.
Die Frau ist klein, mit dunkler Haut und dunklen, kurzen Haaren und zierlicher Figur. Nichts besonderes, nicht wunderschön, aber keinesfalls hässlich. Sie trägt weiß-blaue weite Krankenschwesterkluft, ein sperriges Telefon hat sie an ihre hintere Hosentasche geklemmt.
Als die Wohnungstür mit einem leisen Klicken aufspringt, nimmt die Frau ihren Rucksack wieder auf und betritt die Wohnung, die sie sich mit ihren beiden Katzen teilt.
„Bin zuhause.“, ruft sie leise und mit freundlicher Stimme. Beinahe sofort hört man das Klicken sanfter Katzenpfoten auf dem gefliesten Boden, dann streifen zwei hellbraune Kater um die Beine der jungen Frau. „Hallo.“ Die Tiere antworten mit einem eintönigen Schnurren. Lächelnd hängt die Krankenschwester ihren Rucksack an einen Haken neben der Tür, dann geht sie in die Küche nebenan. Der Raum ist winzig und spärlich eingerichtet, denn die Frau hat nicht viel Geld. Aber es stört sie nicht. Sie zieht einen Topf heraus, um Wasser zu erhitzen, für eine Suppe müsste das, ein wenig Brühe und Gemüse reichen. Als das Abendessen kocht, nimmt sie den vollen Müllsack auf, steckt ihre Schlüssel in die Hosentasche und verlässt die Wohnung und das Haus erneut.
In diesem Arbeiterviertel in New York stehen die Häuser dicht an dicht, kein Platz ist da, dass jeder Bewohner einen privaten Mülleimer vor der Tür stehen lassen kann. Der der Frau steht zwei Gässchen weiter, zusammen mit den anderen. Sie hasst diese Gasse. Wie könnte an auch anders, es stinkt bestialisch. Mit angehaltenem Atem schlängelt sie sich zwischen den Tonnen hindurch bis zu ihrem Müllcontainer, entsorgt den Sack und will sich gerade wieder umdrehen, als sie etwas hört. Ein Quieken
Das kann nicht sein!, denkt die Frau und bleibt stehen. Als sie erneut das Geräusch vernimmt, stößt sie verblüfft die Luft aus. Es ist ein Weinen, das Weinen eines Kindes. Ihr Puls beginnt höher zu schlagen und sie dreht sich um, ignoriert den strengen Geruch.
„Hallo?“ Die Stimme der Frau klingt unsicher. Sie horcht in die Dunkelheit der mit nur wenigen Zentimeter Schnee bedeckten Stadt. „Ist da jemand? Brauchen Sie Hilfe?“ Sie blinzelt müde, kein Wunder, es ist fast sechs Uhr morgens, sie hatte die Nachtschicht übernehmen müssen, weil ihre Kollegin auf die Hochzeit ihres Bruders musste. Erneut wiederholt die Krankenschwester ihre Frage, dabei stapft sie immer weiter in die Gasse hinein. Das Weinen wird lauter, doch von einem Menschen fehlt jede Spur.
Sie wirft einen Blick in einen offen stehenden Container. Auf zusammengeknüllten Zeitungen und geschredderten Dokumenten liegt ein notdürftig aus einer Jeansjacke geknotetes Bündel. Hastig zieht die Frau es heraus, sieht den Inhalt, ein Baby.
Es hat dunkle Haut, genau wie die Frau selbst, ein paar krause Haare auf dem Kopf und die Fäustchen an die Brust gedrückt. Als sie es an ihre drückt, unterbricht es sein Schreien und öffnet die großen Augen.
Ihr Anblick erschrickt die Frau zunächst, doch das Kind scheint sie anzulächeln.
Die Augen des Kindes sind durchgehend schneeweiß, blind.
Die Frau schließt das Kind sofort in ihr Herz.
„Hallo.“, flüstert sie das Baby an. Dann, lauter: „Ist jemand hier? Ich habe ihr Kind gefunden. Hallo?“
Sie bekommt keine Antwort. Nach weiteren Minuten ohne Jacke in der Kälte beginnt die Frau zu frieren und auch das Baby beginnt wieder zu wimmern. Das Bündel in einem Arm, zieht die Krankenschwester ein Stück Papier und einen Stift aus der Brusttasche ihrer Arbeitskleidung, kritzelt eine Nachricht an die Mutter des Kindes und ihre Adresse darauf. Den Zettel klemmt sie unter den Deckel der Mülltonne ein.
Eilig läuft sie in ihre Wohnung zurück, verwirrt. Zurück in der Küche legt sie das Baby vorsichtig auf ihren Esstisch, bevor sie Milch für das Baby erhitzt und sich Suppe in eine Schüssel füllt, direkt neben ihr Namensschild aus der Arbeit, auf dem in großen Blockbuchstaben ihr Name steht: Mace Prince.
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