Das doppelte Lieschen

von Schafi95
KurzgeschichteAllgemein / P16
23.07.2014
23.07.2014
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Disclaimer: Star Trek und die zugehörigen Charaktere gehören Paramount, die OCs und die Handlung der hier folgenden Texte gehören mir und T'Liss gehört ganz eindeutig in mein Bett ;-)

Diese FF ist Teil der Super-Bingo-Challenge auf Treknation.net, die unter folgendem Link zu finden ist: http://treknation.net/modules/challenges/challenges.php?chalid=19

Warnings: Ein Android ohne Boxershorts, was früher oder später auch eine sabbernde, selbsternannte Q anlocken könnte. Daher Rutschgefahr.
Ansonsten sollte ich vielleicht noch darauf hinweisen, dass das Lieschen #ausgründen gegen Ende ein wenig OOC wird.
Auch sollte ich vielleicht noch darauf hinweisen, dass dieser One-Shot nicht ganz ernst gemeint ist ;-)






Im Jahr 2410.

Die Laken waren zerwühlt und die Hitze der Nacht flirrte noch über dem Bett. Und noch immer lagen die Romulanerin und der Android eng umschlungen, in Gedanken bei dem, was sie getan hatten: Sie, Commander T'Liss und Captain Lore, hatten gegen die Sternenflottenvorschriften betreffend der Fraternisierung verstoßen – und es hatte ihnen tierischen Spaß gemacht. T'Liss lockerte ihren Klammergriff um den noch schlafenden Androiden und drehte sich, schmunzelnd über Vergangenes nach sinnierend, dem großen Panoramafenster des Schlafzimmers ihres Captains zu.
Mit den Männern ist es immer das gleiche, konnte sie noch immer die Stimme Syvaks hören, obwohl er schon seit Jahren verschwunden war. Erst laden sie dich ins Holodeck ein, dann führen sie dich zum Essen aus und zu guter Letzt nehmen sie dich mit auf in ihr Quartier, um dir ihre Briefmarkensammlung zu zeigen. Und dann bringen sie Schande über dich und deine arme Familie.
Daher hatte T'Liss damals, bei ihrem ersten Date mit ihrem ersten Freund H'ral die Initiative ergriffen, den Caitianer ins Bett geschubst und Schande über ihn und seine Familie gebracht. So hatte sie damals ihre Unschuld verloren.
Nach einem Blick auf das Nachttisch-Chronometer drehte sich wieder auf die andere Seite, zu Lore hin. „Wir müssen aufstehen“, hauchte sie in das Ohr des Androiden.
Sofort schlug Lore die Augen auf und setzte ein vielsagendes Grinsen auf. „Ach, müssen wir das? Und ich dachte, zum Vorrecht des Captains würde es gehören, dann auf der Brücke zu erscheinen, wenn er es für notwendig hält.“
„Dann werde ich selbstverständlich vom Vorrecht der Ersten Offizierin Gebrauch machen und meinem Captain Gesellschaft leisten. M'nor wird die Brückencrew schon irgendwie auf Trab bringen.“ Sie zog Lore dichter an sich. „Dann lass mal noch ein paar deiner multiplen Techniken sehen.“
Doch weiter kamen sie nicht – Lores piepsender Kommunikator hielt den Androiden davon ab, T'Liss' Bitte in die Tat umzusetzen. „Was gibt es?“, knurrte er, nachdem er das Gerät betätigt hatte.
„Sie sollten besser auf die Brücke kommen, Sir“, erklang M'nors Stimme. „Ich glaube, es gibt Probleme.“
T'Liss kannte diesen nur minimal an ein fauchen erinnernden Tonfall ihrer ehemaligen Akademiegenossin: Er zeugte von blanker Panik. „Wir sind schon auf dem Weg, M'nor“, antwortete sie an des Captains statt und schloss dann die Verbindung.
„So wie es aussieht, müssen wir das hier“, Lore griff T'Liss sanft in den Schritt, „wohl oder übel verschieben.“
„So ist es“, antwortete die Romulanerin richtete sich auf. „Sobald das Problem beseitigt ist, nehmen wir unsere regelwidrige Aktivität wieder auf – meinetwegen auch in deinem Bereitschaftsraum.“ Mit diesen Worten schwang sich T'Liss aus dem Bett.

Als T'Liss durch die noch weitestgehend leeren Gänge der Sovereign hastete, drang immer wieder ein ganz bestimmter Gedanke in ihr Bewusstsein: Hatte sie das, was sie nun mit Lore angefangen hatte, aus Liebe oder doch nur aus Abenteuerlust getan? Oder war sie von einer gelangweilten Q dahingehend manipuliert worden, ihren Captain in einen boxershortlosen Zustand zu versetzen? Kopfschüttelnd betrat sie den Turbolift. Anscheinend war sie noch nicht richtig wach, dass sich ihr solche Gedanken aufdrängten. Sekunden später fand sie sich auf der Brücke wieder und verlangte augenblicklich einen Statusbericht.
„Sir, wir haben eine nicht klassifizierte Anomalie in der Raumzeit ausfindig machen können – und ein Schiff.“ M'nor schluckte schwer und deutete auf den zentralen Sichtschirm der Brücke, auf dem, vor einem flimmernden, blassgrünen Hintergrund, ein Schiff der Sovereign-Klasse auszumachen war.
„Können Sie mir die Registrierung des Schiffes geben?“, mischte sich nun Lore ein. „Oder bekommen Sie das zumindest größer?“
„Vielleicht ein Zeitreise-Paradoxon?“, spekulierte T'Liss, während sie es sich auf dem Sessel des Ersten Offiziers bequem machte. So, wie es aussah, würde ihr Abenteuer mit dem Captain wohl leider doch noch etwas warten müssen.
„Eine Registrierung bekommen wir nicht rein, aber ich denke, ich kann den Bildschirmausschnitt so weit vergrößern, dass wir die Hüllenbeschriftung lesen können“, beantwortete M'nor, die inzwischen wieder an der OPS-Konsole stand, die Anfrage des Captains.
Und tatsächlich wurde das Schiff auf dem Bildschirm in mehreren Schritten größer. So, wie erwartet, wurden nun endlich Registriernummer und Name des fremden Schiffes lesbar, was ein Raunen über die Brücke laufen ließ.
„Sind sie sicher, dass kein Fehler vorliegt, Commander?“, versuchte Lore, sich bei M'nor rückzuversichern.
„Laut der Stufe-2-Diagnose, die ich gerade habe durchlaufen lassen, funktioniert alles innerhalb seiner vorgesehenen Parameter. Es stimmt also, Sir. Das da draußen ist, wenn man den Vorlesungen über das Spiegeluniversum, die wir alle haben mitmachen müssen, Glauben schenken darf, das Imperiale Schlachtschiff Sovereign.“

Lieutenant Nival blickte von ihrer Konsole auf. Sie versuchte, eine Anomalie zu untersuchen, die sich als die größte Entdeckung der Astrophysik innerhalb der letzten Dekade herausstellen könnte, musste nun aber gezwungenermaßen auf weitere Sensordaten warten, da die dafür zuständige OPS-Offizierin statt Scans durchzuführen ein lustiges Rätselraten mit ihren vorgesetzten Offizieren betrieb.
Eine derartige Zeitverschwendung entsprach nun wirklich nicht den Anforderungen der vulkanischen Logik – nicht nur, dass erst entsprechende Sensorscans ausreichende Sicherheit über die Art der Anomalie liefern konnten, es wäre auch sinnvoll, sich mit dem fremden Schiff endlich einmal in Verbindung zu setzen, bevor die Gegenseite zu potentiell gewalttätigen Handlungen überging. Denn wenn die Vermutung der blau uniformierten Wissenschaftlerin stimmte, war Beschuss oder gar ein Versuch der Enterung ihres Schiffes nicht auszuschließen.
Nival wollte gerade dazu ansetzen, ihre Gedanken auszusprechen, als M'nors Konsole begann, zu piepsen. „Sir, wir werden gerufen.“ Mehr musste die Caitianerin nicht sagen, um die ungeteilte Aufmerksamkeit der gesamten Brückenbesatzung zu erhalten.
„Auf den Schirm.“

Gespannt sah T'Liss zum Sichtschirm hinauf – und glaubte, in einen Spiegel zu blicken. Denn es waren ihre Augen, die ihr entgegenblickten, daran gab es keinen Zweifel. Und doch konnte es nicht sein.
„Wer sind Sie und was wollen Sie“, fragte Lore die Romulanerin, die ihm von der anderen Seite der Komm-Verbindung aus entgegenblickte, mit harschem Tonfall.
„Ich bin Captain T'Liss, Tochter Syvaks, des Oberbefehlshabers der ruhmreichen Flotte des Neuen Terranischen Imperiums, und ich bin hier, um mir Captain Tim Watters' Kopf zu holen“, bekam Lore als hochtrabende Antwort. „Geben Sie uns augenblicklich Watters' aktuellen Aufenthaltsort durch, sonst sehen wir uns gezwungen, uns die Informationen selbst zu holen.“
Wie um die Forderung des Captains der Spiegel-Sovereign zu unterstreichen, erzitterte das Deck unter T'Liss' Füßen durch einer Explosion. „Sie haben auf uns gefeuert, Sir“, meldete Lieutenant Commander Shras, der andorianische Taktikoffizier der Sovereign, sofort.
„Schilde hoch, Torpedorohre laden“, befahl Lore. „Nun gut, Sie haben Ihren Forderungen Nachdruck verliehen“, wandte sich der Android wieder an seine Gesprächspartnerin. „Ich muss mich jedoch erst mit dem Oberkommando in Verbindung setzen, um Watters' aktuellen Einsatzort in Erfahrung bringen zu können.“
„Sie haben eine halbe Stunde. Und keine Tricks.“ Der Bildschirm wurde schwarz.
T'Liss erhob sich. „Was war das denn gerade?“, fragte sie irritiert.
„Wie mir scheint, war dies Ihr Ebenbild aus einem allgemein als 'Spiegeluniversum' bezeichneten Paralleluniversum“, antwortete Lore knapp.
Seine Aussage wurde durch ein Nicken Lieutenant Nivals bestätigt. „Diese Aussage entspricht der vulkanischen Logik.“
„M'nor, informieren Sie das Oberkommando über die aktuellen Vorfälle und bitten Sie um militärische Unterstützung. Und denken Sie daran, eine verschlüsselte Frequenz zu verwenden. Lieutenant Commander Lymoc, versetzen Sie Ihre Sicherheitsteams in Bereitschaft. So, wie es aussieht, werden wir sehr bald geentert werden“, ordnete Lore an. „Lieutenant Nival, haben sie schon etwas über die Anomalie herausbekommen können?“
„Wie sie bereits treffend feststellten, kommen unsere Besucher aus einem Paralleluniversum, was unser Vorgehen nicht unbedingt einfacher macht. Schließlich verbietet uns die Oberste Direktive im weitesten Sinne eine Interaktion mit dem Spiegeluniversum, da jeglicher Einfluss auf Ereignisse in einem Paralleluniversum potentiell Einfluss auf alle anderen Paralleluniversen haben könnte.“
„Faszinierend. Sie berufen sich also nicht nur auf die Oberste Direktive, sondern auch auf die Theorie der Symbiose der Zeitlinien der rigelianischen Philo...“, setzte Lore an, wurde aber jäh unterbrochen.
„Sir, vielleicht sollten wir uns mit akuteren Problemen als dem Einfluss unserer Handlungen auf diverse Paralleluniversen befassen“, merkte T'Liss an.
Lore nickte stumm, bevor er sich an M'nor wandte. „Hat sich das Oberkommando schon gemeldet?“
„Ja, wir bekommen Verstärkung, werden aber noch mindestens eine Dreiviertelstunde durchhalten müssen.“
„Also werden wir unser Gegenüber wohl noch etwas hinhalten müssen“, dachte Lore laut.
„Wir könnten mit meinem Äquivalent aus dem Spiegeluniversum ja versuchen, zu verhandeln oder zumindest irgendeine Art von Kompromiss zur Ergreifung Watters' aushandeln“, schlug T'Liss vor.
„Gut. Würden Sie sich auch bereiterklären, die Verhandlungen zu führen, Commander? Ich denke, Sie kennen sich selbst am besten.“ Lore zwinkerte verschmitzt, was T'Liss unwillkürlich an die Aktivität denken ließ, bei der sie beiden vor noch nicht einmal einer halben Stunde unterbrochen worden waren. Ihr blieb nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass sie heil aus dieser Sache wieder herauskamen – schließlich war ihr an der Fortsetzung eben jener Aktivität sehr gelegen.

Lieutenant Alenis Etilen starrte nachdenklich auf das Steuerpult vor ihr. Soweit sie die Situation erfasst hatte, deckte sie sich mit Trekors vierundsiebzigster Prophezeiung. Andererseits wusste sie nicht, ob das überhaupt von Bedeutung war, insbesondere, wenn sie ihre Ansichten mit den wissenschaftlich fundierten Aussagen Lieutenant Nivals verglich.
Von daher wäre es vielleicht am besten, sie hielte einfach den Mund. Schließlich würden sowohl Nival wie auch der Captain und Commander T'Liss wissen, was sie da taten. Trotzdem machte sich Etilen eine gedankliche Notiz, Counselor Raskowski bei ihrer nächsten Sitzung um Rat zu fragen, wie sie sich in einer solchen Situation zu verhalten habe.

Entnervt warf Ivan Raskowski das PADD, welches er eigentlich vorgehabt hatte, zu studieren, bei Seite, als der Boden zum vierten oder fünften Mal unter seinem Stuhl erzitterte. So konnte er einfach nicht arbeiten.
Er wusste nicht, wer für diesen Angriff auf die Sovereign verantwortlich war – insgeheim hoffte er darauf, dass es einmal nicht die Klingonen, sondern die Borg oder die Breen waren, damit mal etwas Abwechslung in die Ursachen der Traumata seiner Patienten kam – aber im Grunde war es ihm auch egal. Hauptsache, die Sovereign würde am Ende des Angriffs noch intakt sein. Und das traute Raskowski Captain Lore durchaus zu, auch wenn dieser bei weitem nicht so kompetent war wie die Captains Janeway oder Sisko, von einem Jean-Luc Picard ganz zu schweigen.
Ein weiteres Mal bebte der Boden und nostalgische Erinnerungen an den Dominion-Krieg wurden in Raskowski wach. Damals hatte es auch für Infanteristen wie ihn noch die Möglichkeit zu Heldentaten gegeben. Aber jetzt wurden Schlachten fast ausschließlich im Weltraum geschlagen – wer die Lufthoheit besaß, konnte Bodentruppen schließlich einfach wegbomben.
Der Counselor griff seufzend zu seiner Kaffeetasse, die zum Glück noch nicht umgestürzt oder gar auf dem Boden gelandet war. Früher war zwar nicht alles besser, aber manches hatte sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten tatsächlich zum schlechteren gewandt. Raskowski nahm nachdenklich einen Schluck des inzwischen erkalteten koffeinhaltigen Getränks, während ihn die Sehnsucht nach besseren Zeiten beschlich.

Lieutenant Commander Lymoc hastete, einen Typ-3-Phaser in der Hand haltend, durch die in rote Notbeleuchtung getauchten Korridore der Sovereign. Nicht nur, dass sein Vorgesetzter nun ganz offensichtlich auf den Wegen des Captains der Kirk wandelte – die Dynamik zwischen ihm und Commander T'Liss waren ja kaum zu übersehen gewesen. Nein, ein potentieller Schwachkopf als Captain reichte ja ganz offensichtlich nicht, weshalb jetzt die Sovereign auch noch vom bösen Spiegelbild der Romulanerin geentert und währenddessen beschossen wurde. Und dabei hatte sich Lymoc doch so auf einen entspannten Tag auf der Brücke und anschließend einige Runden Poker mit Gramp und Shras gefreut.
Eine Bewegung in den Schatten eines abzweigenden Korridors ließ Lymoc herumwirbeln und einige ungezielte Phaserschüsse abgeben. Und tatsächlich erwischte er mehr durch Glück als durch seine intuitive Treffsicherheit einen Soldaten des unerwarteten Feindes. Wenn das so weiterging, hatte er ja vielleicht doch noch die Chance, der Pokerrunde in lebendigem Zustand beizuwohnen.
Den Phaser im Anschlag stürmte der Orioner weiter, den Korridor hinunter.

Sanft setzte das Shuttle im Hangar der Sovereign auf. Lediglich ein leichtes Vibrieren drang an Admiral Jellicos Stiefel. Bisher hatte er dem Geschehen diesen Holoromans, der ihn einen nicht unwesentlichen Teil eines Monatsgehaltes gekostet hatte, in einem für die Protagonisten unsichtbaren Zustand beigewohnt. Aber nun war es an der Zeit für ihn, die Bühne zu betreten. Schließlich musste ja jemand die Sovereign – und insbesondere Commander T'Liss – vor ihrem bösen Spiegelbild retten.
„Sir, wir sind bereit, mit der Rückeroberung des Schiffes zu beginnen“, meldete der bolianische Chief Petty Officer, dem die für die Rückeroberung des Schiffes vorgesehenen Truppen unterstellt waren, als Jellico das Shuttle verließ.
„Gut. Sehen Sie die notwendigen Befehle hiermit als erteilt an.“ Innerlich über beide Ohren grinsend ließ der Admiral seinen Blick über den Shuttle-Hangar gleiten. Bald, sogar schon sehr bald, würde er die Belohnung für die heldenhafte Rettung der Sovereign und ihrer Besatzung in den Armen halten.

Es war vorbei. Sie hatten horrende Verluste erlitten, aber sie hatten ganz eindeutig gesiegt. Und wie es das Schicksal so wollte, befand sich auch Captain Lore unter den Toten. Daraus folgte wiederum, dass ihm eine gewisse Person nicht nur Dankbarkeit schuldete, sondern nun auch mit großer Wahrscheinlichkeit gerne bereit war ihm diese auch zu geben.
Nicht ohne Hintergedanken schlich sich Jellico über die Brücke, an seine Zielperson heran. „Commander, haben Sie vielleicht einen Augenblick für mich?“
T'Liss, die neben den Überresten Lores kniete, erhob sich. „Sir.“ Sie salutierte.
„Lassen Sie die Formalitäten ruhig weg. Jetzt haben wir wichtigeres zu tun, als uns mit so etwas aufzuhalten“, erwiderte Jellico.
Die Romulanerin zitterte. Wahrscheinlich eine Nachwirkung des Gefechts, was ihr in Anbetracht der Verluste auch gar nicht zu verübeln war. Aber dafür, dass sie zitterte, abgekämpft und müde aussah und eigentlich nur ein Hologramm war, sah sie verdammt gut aus. „Wie wird es jetzt weitergehen?“, fragte sie nicht ohne Sorge in der Stimme.
„Die Sovereign muss für's erste ins Trockendock. Der Warpkern hat sich wegen Feindbeschusses verabschiedet, weshalb sie von meinem Schiff, der Cairo, zur Erde geschleppt werden wird. Deshalb ist auch eine einstweilige Evakuierung der Sovereign zumindest für den Schleppvorgang zu empfehlen.“
„Aye, Sir. Ich werde alles nötige veranlassen.“ T'Liss nickte einem fluchenden Andorianer zu, der gerade dabei war, eine der Wandkonsolen von Trümmerstücken zu befreien. Er hielt kurz inne, nickte dann aber und begab sich zu einer bereits wieder in Betrieb befindlichen Konsole.
„Ich habe mir die Freiheit genommen, Ihnen ein Quartier reservieren zu lassen, das Ihrem Rang gerecht wird“, verkündete Jellico.
Die Aussage des Admirals veranlasste T'Liss zu einem kleinen Lächeln. „Danke.“
„Falls Sie jemanden zum Reden benötigen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich auch zur Verfügung, da Ihr Counselor ja wahrscheinlich genug zu tun haben wird und andere dazu qualifizierte Personen nicht mehr zur Verfügung stehen.“ Jellicos Blick wanderte zu den auf dem Boden verstreut liegenden Einzelteilen des ehemaligen Captains der Sovereign.
Nun wurde T'Liss' Grinsen breiter und sie machte einen Schritt auf Jellico zu. Sie hatte seine Andeutung also verstanden. „Wie wäre es, wenn Sie mir mein Quartier sofort zeigen und ich dann mal gucke, was Sie sonst noch zu bieten haben außer Gesprächen. Schließlich muss ich mich ja irgendwie für meine – unsere - Rettung erkenntlich zeigen.“ Sie legte ihre Arme um den Hals des Admirals, um ihn näher an sich zu ziehen.
„Ich würde vorschlagen, dass wir das zu einen Ort verlegen, an dem wir unter wemiger Beobachtung stehen … Lieschen. Ich darf dich doch Lieschen nennen, oder?“
„Aber gerne doch, Eddie.“ Doch T'Liss ließ sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen und zog Jellico in einen hitzigen Kuss.
Ja, dieser Holoroman war wirklich so gut wie versprochen.

T'Liss hatte sich an seine nackte Brust geschmiegt und so wie es aussah, schlief sie bereits. Dieses Holoprogramm war tatsächlich schon fast so gut wie das, welches er sich letzte Woche vorgenommen hatte und in dem es zu einem tragischen Zwischenfall auf Deep Space K-7 gekommen war: Naomi Wildmans Erster Offizier Redbay war durch einen … Unfall auf der falschen Seite einer Luftschleuse gelandet und deshalb nur noch als tiefgefrorener Hutständer zu gebrauchen gewesen, weshalb sowohl Wildman wie auch Kerra Thelv, die ehemals mit Redbay liierte Sicherheitschefin der Station, Trost bei ihm Gesucht hatten.
Sanft strich Jellico T'Liss über den Rücken. Wenn er sich aber nun vorstellte, es mit zwei Romulanerinnen „aufnehmen“ zu müssen, musste er doch feststellen, dass ihm T'Liss in doppelter Ausführung doch zu riskant gewesen wäre. Schließlich waren Romulanerinnen bei gewissen Tätigkeiten recht … fordernd.
„Admiral Nechayev an Admiral Jellico. Wo stecken Sie schon wieder, Eddie? Die Besprechung, die Sie heute morgen angesetzt hatten, hätte schon vor einer halben Stunde beginnen sollen“, drang die Stimme der hochgeschätzten Kollegin Admiral Jellicos aus den nicht sichtbaren Lautsprechern des Holodecks.
„Ja, ja, bin ja schon auf dem Weg“, knurrte Jellico und begann, damit, seine Kleidungsstücke zusammenzusuchen. „Computer, Programm beenden.“







AN: So, ich melde mich also endlich wieder mit einem nicht ganz ernst gemeinten One-Shot aus der Versenkung zurück. Ich hoffe, dieser One-Shot hat euch (insbesondere Telai) wenigstens ein bisschen gefallen.
Dank geht an VGer, die sich die Arbeit gemacht hat, diese Challenge zu entwerfen, und an den Kuckuck, der mich vor ein paar Wochen davon abgehalten hat, Jellico tot zu machen. Damit haben sich beide auch einen Keks verdient.
Zu guter Letzt möchte ich noch auf das Faktum hinweisen, dass es mir gelungen ist, das komplette vorgegebene Begriffe-Raster in diesem One-Shot unterzubringen :D