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Der neue Digiritter

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12
Akari Hinomoto Mimi Tachikawa und Palmon Royal Knights Sora Takenouchi und Biyomon Taichi "Tai" Yagami und Agumon Yamato "Matt" Ishida und Gabumon
21.07.2014
18.11.2020
36
58.224
10
Alle Kapitel
62 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
11.10.2020 1.530
 
Ihr Lieben,

hier ein kurzes Kapitel :) das nächste wird länger und schon bald kommt wieder etwas Action rein ^.^

Viel Spaß <3
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„Wie sind die Mädels in deinem Cheerleader Team drauf?“, fragt mich Matt freundlich.

Wir haben soeben den Pausenhof verlassen und laufen die autobelebte Straße entlang in Richtung Stadtmitte. Von der Schule zur Stadt dauert es zu Fuß etwa zehn Minuten, perfekt für die langen Mittagspausen, um mal außerhalb der Mensa Mittag zu essen. Matt hat mich nach der letzten Stunde direkt vor dem Schulgebäude abgeholt, um wie vereinbart ein Eis essen zu gehen. Die ersten paar Minuten war ich etwas schweigsam, da mir Tai nicht aus dem Kopf ging. Doch Matt wartete geduldig, bis ich mich aufrappelte und die störenden Gedanken wegschüttelte. Nun unterhalten wir uns unkompliziert und ohne Druck.

„Sehr nett und hilfsbereit, insbesondere Mimi“, antworte ich lächelnd.

„Das dachte ich mir schon“, sagt Matt und muss kurz Lachen.

Lässig liegt eine Hand in seiner Hosentasche, während die andere seinen Rucksackhenkel an der Schulter festhält.

„Du kennst Mimi von früher, nicht wahr?“, frage ich interessiert.

Etwas überrascht blickt er mich von der Seite an und scheint über seine nächsten Worte nachzudenken.

„Hat sie dir das erzählt?“, fragt er.

„Sie hatte es mal kurz erwähnt“, antworte ich. „Mimi meinte, dass du und noch ein paar andere Mitschüler früher die besten Freunde gewesen seid.“

Daraufhin nimmt Matt tief Luft und seufzt schließlich. Glücklicherweise ist er durch meine Bohrerei nicht genervt oder böse auf mich, sondern sieht eher nachdenklich aus.

„Das stimmt, aber das ist schon eine Ewigkeit her“, sagt er leise und seufzt wieder. „Wir waren früher wirklich alle füreinander da, als wären wir eine große Familie gewesen.“

„Warum seid ihr es nicht mehr?“, frage ich und runzele wieder mal die Stirn, da mir Mimi damals diese Frage nicht richtig beantworten konnte.

„Das ist nicht so einfach zu erklären“, meint Matt und blickt mich entschuldigend an.

Ich erinnere mich noch genau an Mimis Antwort: „Irgendwann verloren wir alle gleichzeitig etwas, was unser Leben ausmachte. Darum lebten wir uns alles auseinander, um den Schmerz zu verdrängen.“ Mittlerweile habe ich meine Hypothesen aufgestellt. Tai, Sora, Izzy und Matt verbindet alle die Tatsache, dass sie Digimons haben. Vielleicht hatten die anderen aus der Gruppe, darunter Mimi, auch Digimons und verloren sie aus irgendwelchen Gründen. Es kann nämlich kein Zufall sein, dass genau die vier zu der Gruppe gehörten, mit denen Mimi damals so gut befreundet war. Es muss etwas mit Digimons zu tun haben.

Noch bevor ich Matt weiter bedränge und herausbohre, welches Geheimnis ihn und die anderen umgibt, halte ich mich selbst auf. Was tue ich da? Wieso mische ich mich in etwas ein, das nichts mit mir zu tun hat? Warum interessiert mich das denn alles, wenn es doch schon eine Ewigkeit her ist? Ganz ehrlich, was bringt mir die Wahrheit? Bevor ich Matt, einen neu gefundenen Freund wegen meiner nervigen Neugierde verliere, sollte ich mich eher auf andere Dinge konzentrieren. Normale Dinge…

„Schon gut“, unterbreche ich sein Schmunzeln und lächele ihn entschuldigend an. „Manchmal bin ich zu neugierig, das geht mich wirklich nichts an.“

Noch bevor Matt etwas einwenden kann, wechsele ich schnell das Thema.

„Möchtest du später mal etwas mit Musik machen?“, frage ich interessiert.

Mittlerweile haben wir die Innenstadt erreicht und schlendern an den Geschäften vorbei. Matt führt mich zu einem Eiscafé, das wohl sehr beliebt in der Stadt sein soll. Das Wetter ist schön und momentan ist noch nicht zu viel los. Ein perfektes Timing für die Stadt und eine tolle Atmosphäre.

„Nun ja“, beginnt er zögerlich. „Mein Traum ist es schon mit der Musik leben zu können, aber ob das wirklich möglich ist, bezweifle ich.“

„Schreibst du auch eigene Songs?“, frage ich.

Sein Kopf schnellt in meine Richtung und sein Blick gleitet prüfend über mein Gesicht. Er scheint mich vorsichtig zu mustern, als müsste er sichergehen, dass ich es ernst meine. Verwundert über sein Zögern ziehe ich meine Augenbrauen hoch und blicke ihn schulterzuckend an.

„Ja, ich schreibe auch meine eigenen Songs“, antwortet er entschlossen, jedoch leise. „Aber die spiele ich eher für mich selbst.“

„Du bist doch in einer Band, wieso spielst du deine Songs nicht mit den anderen?“, frage ich und runzele die Stirn.

„Meine Songs sind sehr persönlich. Sie sagen so vieles über mich aus“, erklärt er nachdenklich. „Ich würde ganz schön viel von mir preisgeben, wenn ich sie meiner Band vorstelle.“

„Aber macht das nicht einen guten Song aus?“, frage ich weiter und versuche meinen Gedankengang zu erklären. „Die besten Songs sind doch die, die genau das preisgeben das tief in unserem Unterbewusstsein schwirrt und worüber niemand so leicht sprechen kann oder möchte. Ein guter Song ist für mich, wenn der Sänger sich offenbart, sich verwundbar macht, dann wird das Lied authentisch.“

„Da ist was dran“, sagt Matt und lächelt mich von der Seite nickend an.

Als wir an dem heißbegehrten Eiscafé ankommen, stehen bereits einige Menschen an. Viele Menschen sind ein gutes Zeichen und ich merke, wie ich mich auf das Eis freue.

„Was ist mit dir?“, fragt er nun mich, während wir jede Minute ein Stück weiter nach vorne treten.

„Ob ich auch gerne Musik mache?“, frage ich und muss lachen.

„Nein, nicht unbedingt Musik. Was machst du gerne? Was ist dein Hobby?“, fragt Matt und muss ebenfalls lachen.

„Naja“, überlege ich und zucke mit den Schultern. „Ich habe schon immer gerne getanzt, weswegen ich auch im Cheerleader Team bin.“

„Auf deiner alten Schule auch schon?“, fragt er und ich nicke bestätigend.

„Schon als ich klein war, habe ich sobald die Musik lief getanzt. Das haben mir jedenfalls meine Eltern immer erzählt“, erinnere ich mich und muss leicht grinsen.

Da nur noch ein Pärchen vor uns steht, sehe ich zu den verschiedenen Eissorten und überlege, für welche ich mich entscheiden soll. Meine Lieblingssorte ist eigentlich Himbeere, aber vielleicht sollte ich mich trauen und etwas Neues probieren.

„Ich nehme immer eine Wundertüte“, empfiehlt Matt. „Du kannst dir drei Eissorten aussuchen, erhältst Sahne und eine Soße deiner Wahl.“

„Das klingt gewaltig“, staune ich und muss lachen. „Das werde ich auf jeden Fall ausprobieren.“

Letztendlich entscheide ich mich für Himbeere, Waldbeere und Pistazie mit Meersalz. Matt scheint eher der Schokoladentyp zu sein, er entscheidet sich für Schokolade, Cookies und Schoko-Minze. Als ich mein Geldbeutel zucke und zahlen möchte, hat er dies bereits für uns beide getan. Überrascht bedanke ich mich bei ihm. Schließlich laufen wir mit unseren Wundertüten weiter ziellos durch die Stadt.

„Was möchtest du denn später mal machen?“, fragt Matt mich neugierig, da ich ihm vorhin dieselbe Frage gestellt habe.

„Ich glaube ich möchte mit Menschen arbeiten“, antworte ich und überlege. „Mit Menschen in seelischer Not, im Rahmen von Therapie oder Beratung.“

„Eine große Aufgabe“, meint Matt und seufzt leicht. „Meine Ma ist Therapeutin. Immer wenn wir uns sehen, erzählt sie wie anstrengend die Arbeit an manchen Tagen sein kann.“

„Das klingt so, als würdest du sie selten sehen“, stutze ich und runzele die Stirn.

„Das liegt daran, dass meine Eltern getrennt sind. Ich lebe bei meinem Vater und mein kleiner Bruder bei meiner Mutter“, erklärt er.

„Das tut mir leid, geschiedene Eltern zu haben, ist bestimmt nicht einfach“, seufze ich.

„Am Anfang war es ziemlich hart, aber sie haben sich schon vor langer Zeit getrennt. Mein Bruder und ich haben uns schon daran gewöhnt und machen das beste draus“, sagt er und lächelt munter.

„Ich hätte auch gerne Geschwister“, schwärme ich. „Wie viel jünger ist dein Bruder?“

„Er ist drei Jahre jünger als ich“, antwortet er. „Und ja, du hast recht. Mit T.K. war alles einfacher und ich habe mich nie einsam gefühlt. Wir sind immer füreinander da, egal was kommt.“

Als er den Namen T.K. nennt, klingelt etwas bei mir. Der Name kommt mir sehr bekannt vor. Angestrengt denke ich nach, wo ich ihn schon mal gehört habe. Könnte es sein, dass ich T.K. schon mal begegnet bin? Es ist auf jeden Fall ein sehr unüblicher Name.

„Das Eis war super“, schwärmt Matt, als er fertig ist und das benutzte Taschentuch in den Müll wirft.
„Da stimme ich dir voll und ganz zu“, nicke ich und tue es ihm gleich. „Danke, dass du dir Zeit genommen hast und mir das Eiscafé gezeigt hast.“

„Für dich gerne“, sagt Matt und lächelt mich leicht an. „Das nächste Mal zeige ich dir die beste Pizzeria.“

Seine Worte klingen ganz danach, als wäre das ein Date gewesen und das nächste wäre schon in Planung. Sein Verhalten, Gestik und Mimik wirken jedoch eher danach, als wären wir auf den Weg gute Freunde zu werden. Kurz frage ich mich selbst, was ich denn möchte. Da ich Matt aber kaum kenne, weiß ich selbst nicht.

„Das klingt gut“, antworte ich und lächele zurück.

Zur Verabschiedung umarmen wir uns kurz, aber herzlich. Ich danke ihm noch einmal für das Eis und laufe schließlich nach Hause. Der Tag war toll und ich freue mich, dass Matt sich Zeit für mich genommen hat. Er ist sicher ein guter Freund und wir konnten uns super miteinander unterhalten. Während ich nach Hause laufe, freue ich mich schon auf Veemon, der geduldig in meinem Zimmer auf mich wartet. Was er wohl heute angestellt hat?
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