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Der neue Digiritter

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12
Akari Hinomoto Mimi Tachikawa und Palmon Royal Knights Sora Takenouchi und Biyomon Taichi "Tai" Yagami und Agumon Yamato "Matt" Ishida und Gabumon
21.07.2014
18.11.2020
36
58.224
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Dieses Kapitel
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11.06.2020 3.058
 
Ihr Lieben,

mein Umzug ist größtenteils getan und ich konnte endlich wieder weiter schreiben *Luftsprung*
Ich hoffe es geht euch allen gut und ihr habt Spaß beim nächsten Kapitel :)

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Seit gestern Abend schwirrt mir nur Veemon, beziehungsweise Ex-Veemon im Kopf herum. In manchen Momenten glaube ich immer noch nicht daran, was im Wald passiert ist und, ob das alles tatsächlich real sein kann. Doch dann sehe ich Veemon mich zuckersüß anlächelnd, und weiß, dass es wahr ist. Es gibt Lebewesen in diesem Universum, von denen nur sehr wenige Menschenseelen Bescheid wissen. Jedenfalls gehe ich davon aus.

Die enorme Kraft, die Ex-Veemon in sich trug als er gegen diese Digi Kobra kämpfte, lässt mich immer noch meinen Kopf schütteln. Wie kann ein so kleines Wesen mit meiner Hilfe, von der ich um Gottes Willen keine Ahnung habe woher das kam, sich zu solch einem starken Tier verändern, oder wie Veemon sagt, digitieren? Wie konnte das funktionieren? Als Ex-Veemon uns auf das Dach meines Hochhauses flog und wieder zurück zu Veemon digitierte, konnte er mir das auch nicht richtig erklären. Für ihm war von Anfang an klar, dass nur ich ihm dazu verhelfen konnte zu digitieren und niemand sonst. Ohne mich könnte er niemals digitieren. Auf die Frage hin, woher er das wüsste, zuckte er nur unsicher mit der Schulter und meinte, dass er mit diesem Wissen aus dem Ei geschlüpft ist.

Mit schleppenden Schritten laufe ich zur Schule, seufze vor mich hin und wünschte, ich könnte mich mit jemand darüber austauschen. Mit meinen Digimon Gedanken bin ich ganz auf mich allein gestellt und meine vorhandenen Fakten und aufgestellten Hypothesen drehen sich im Kreis. Klar rede ich viel mit Veemon darüber, doch auch er weiß nicht viel mehr als ich. In der für mich verwehrte Digimon Gang gehören Tai, Sora, Matt und Izzy, diese Personen sind also für ein Gespräch ausgeschlossen. Ich könnte mich Mimi anvertrauen, aber auch bei ihr habe ich so ein Gefühl, dass sie was mit den anderen zutun haben könnte, da sie ihren Berichten zufolge früher gut mit Sora befreundet war.

Kurz muss ich über mich selbst lachen, da ich es wohl oder übel immer noch nicht geschafft habe, feste Freundschaften zu schließen. In den letzten Tagen hat es mich aber auch nicht groß gejuckt, da ich mit Veemon viel beschäftigt war und in ihm den besten Freund gefunden habe. Also versuche ich mich nicht groß zu stressen und nehme mir vor den anderen Schülern gegenüber offener zu sein, vielleicht finde ich dann jemanden. Mit bewussten Schritten erreiche ich die Schule und betrete den Haupteingang. Ich merke schnell, dass ich heute früher als sonst da bin, da erst wenig Schüler da sind. Am Vertretungsplan angekommen, blicke ich geduldig drein, um herauszufinden, ob ein Lehrer oder eine Lehrerin heute krank ist und, ob etwas ausfällt.

„Bist du auch ein Frühaufsteher?“, höre ich plötzlich eine männliche Stimme dicht hinter mir.

Verwundert, ob ich damit gemeint bin, drehe ich mich fragend um und erblicke Matt vor mir. Der erste Gedanke der mir durch den Kopf schießt ist, dass auch er zu der Digimon Gang gehört. Ich erinnere mich schnell daran, dass ich Matt vor ein paar Tagen im Klassenzimmer kennengelernt habe, als er seine Gitarre gespielt hat. An diesem Tag hat er sehr mein Interesse geweckt und ich konnte mir vorstellen, mich mit ihm anzufreunden. Doch die Tatsache, dass auch er gegen den neuen Digiritter ist, von dem ich stark davon ausgehe, dass damit ich gemeint bin, bringt mich dazu meine Abwehrhaltung ihm gegenüber aufrechtzuerhalten. Nichtsdestotrotz hat mich meine gute Kinderstube gelehrt, zu allen Menschen freundlich und hilfsbereit sein, auch den Leuten gegenüber, die ich vielleicht nicht besonders mag.

„Eigentlich nicht“, antworte ich und lächele leicht. „Keine Ahnung was mich heute geritten hat.“

„Und, hast du dich hier mittlerweile gut eingefunden?“, fragt er interessiert und stellt sich neben mich.

Kurz mustere ich ihn von der Seite und mir fällt auf, dass er ein hübscher Kerl ist. Er hat ein dünnes Gesicht, schmale Lippen und eine gerade Nase. Seine blonden Haare fallen ihm etwas ins Gesicht, aber nicht zu sehr. Das Schönste an ihm sind jedoch seine stechenden, blauen Augen, mit denen er einen neugierig und intensiv mustern kann. Er ist ungefähr genauso groß wie Tai, aber weniger sportlich, dafür musikalisch talentiert. Plötzlich stutze ich über mich selbst, wieso ich Matt mit Tai vergleiche und schüttele leicht den Kopf.

„Mehr oder weniger“, seufze ich leicht und atme tief ein. „Die meisten Schüler haben ihre festen Freundschaften schon seit der ersten Klasse. Es ist nicht einfach, sich in eine jahrelang feste Gruppe einzufinden oder jemand kennenzulernen, der ebenfalls auf der Suche nach Freundschaft ist.“

Ich spüre augenblicklich sein Blick auf mir und versuche nicht allzu betroffen zu wirken, sondern stark und optimistisch.

„Warst du schon im Eiscafé Palazzo in der Innenstadt?“, fragt er plötzlich.

Verwirrt sehe ich zu ihm und verstehe erst nicht, wieso er die Frage stellt. Dann knüpfe ich aber meine Erzählung und seine Intuition zusammen und verstehe, dass er wohl Mitleid mit mir haben muss. Ich erzähle ihm, wie schwer es ist Freunde zu finden, er bekommt Mitleid und fragt, ob ich mit ihm abhängen möchte, damit ich mich nicht mehr so einsam fühle. Am liebsten würde ich jetzt einfach einen Abgang machen, da mir sie Situation sehr peinlich ist. Wie erbärmlich ich wirken muss, dabei wollte ich das gar nicht von ihm…

„Das musst du nicht tun“, sage ich verlegen und meine Lippen ziehen sich zu einem Strich.

„Ich weiß nicht, was du meinst“, sagt er unschuldig und stellt sich nun direkt vor mich, um mich besser anzusehen.

„Wirklich, mir geht’s gut“, beteuere ich abwehrend, lächele und sehe sicher zu ihm auf. „Ich werde hier schon jemand finden und es nicht so, dass es mir allein nicht gut geht. Ich liebe das Alleinsein. Ich lese gerne, gehe spazieren oder laufen. Außerdem habe ich ja noch meine Tante.“

Bei meinem letzten Satz merke ich selbst, dass alles wie eine Lüge wirkt und ich mich nur ausreden möchte. Eigentlich ist die Situation nur zum Lachen. Jedenfalls lächelt Matt mich kritisch an und ich sehe ihm an, dass er mir kein Wort glaubt.

„Du brauchst dich nicht wundern, dass du niemand findest, wenn du Leuten einen Korb gibst, nachdem sie drauf und dran sind, etwas mit dir zu unternehmen“, meint er und zieht lächelnd eine Augenbraue hoch.

Ich beiße mir leicht verlegen auf die Unterlippe und versuche mir ein Lächeln zu verkneifen. Charmant ist Matt auf jeden Fall. Er gehört zwar zu der Digimon Gang und auch er steht dem neuem Digiritter kritisch gegenüber, aber da er sowieso nicht weiß, dass ich damit gemeint bin, könnte ich ihm tatsächlich eine Chance geben. Wieso denn auch nicht? Was hätte ich zu verlieren? Ehe ich ihm eine Antwort auf die Eiscaféfrage geben kann, höre ich die Stimme von Sora hinter meinem Rücken, welche Matt freudig begrüßt.

„Guten Morgen Sora“, grüßt Matt zurück und nennt schließlich einen weiteren Namen. „Tai.“

Verwundert drehe ich mich um und erblicke Tai neben Sora stehen. In meiner Aufregung bemerke ich gar nicht, wie mein Herz um einiges schneller beginnt zu schlagen, als ich Tai wirklich vor mir sehe. Gelassen steht er neben Sora, seine Tasche hält er in seiner rechten Hand hinter seinem Rücken und sein Hemd ist oben etwas aufgeknöpft. Er blickt mich ebenfalls verwundert an, als würde er überlegen, wieso ich mit Matt hier stehe. Was mich viel eher bewegt ist die Tatsache, dass er mir nicht grüßt und nur Matt zugenickt hat. Tut er so, als würde er mich nicht kennen?

„Schön, dich zu sehen Ivy“, spricht Sora mit einem Lächeln zu mir. „Geht es deinem Handgelenk wieder besser?“

Plötzlich landen alle Blicke auf mir und meinem Handgelenk. Verdutzt hebe ich meine Hand demonstrativ hoch und betaste sie vorsichtig. Es wundert mich, dass Sora sich noch daran erinnert und ehrliches Interesse daran zeigt.

„Danke für die Nachfrage“, antworte ich Sora und lächele sie leicht an. „Aber das tut gar nicht mehr weh, scheint nichts Schlimmes passiert zu sein.“

Automatisch gleitet mein Blick zu Tai, welcher mit leicht gerunzelter Stirn von meinem Handgelenk zu meinen Augen sieht. Da mich sein Blick nervös macht und mich leicht aus der Bahn wirft, blicke ich schnell weg und versuche mich wieder auf Matt zu konzentrieren.

„Das freut mich, dann sehen wir uns später beim Training“, verabschiedet sich Sora schließlich von uns.

Dann gehen die zwei wieder weiter und Matt wendet sich mir zu. Ehe ich mich vollkommen auf Matt konzentriere, schwirren mir noch Tai und Sora im Kopf herum und die Frage, ob sie vielleicht wieder etwas miteinander haben. Schnell sage ich mir selbst, dass mich das nicht zu interessieren hat. Damit schlage ich den Gedanken schließlich auch aus dem Kopf.

„Also wie sieht’s aus?“, fragt Matt mich und lächelt schief.

„Nein, ich kenne das Eiscafé nicht“, antworte ich und lächele verlegen.

„Dann wird’s höchste Zeit. Wie sieht’s bei dir morgen nach der Schule aus, hättest du da Zeit?“, fragt er.

„Nichts geht über eine Belohnung an einem Freitag nach der Schule“, begrüße ich freudig die Idee und stimme zu.

„Gut, dann sehen wir uns morgen“, zwinkert er mir noch zu, ehe er sich umdreht und die Richtung zu seinem Klassenzimmer aufnimmt.

Ich sehe Matt noch kurz hinterher, bis er aus meiner Sicht verschwindet. Mein Eindruck über Matt hat sich auf jeden Fall geändert. Bisher dachte ich, dass er mich nicht mag, jedenfalls nicht bewusst, weil er ja nicht weiß, dass ich der neue Digiritter bin. Nun ist er mir aber sehr entgegengekommen und will etwas mit mir unternehmen, damit es mir besser geht. Das macht ihn sehr sympathisch. Vielleicht können wir tatsächlich Freunde werden. Vielleicht wird er mich dann auch nicht hassen, wenn herauskommen sollte, dass ich der neue Digiritter bin.

Schließlich laufe ich ebenfalls in mein Klassenzimmer und verbringe die nächsten Stunden aufmerksam im Unterricht. Ab und zu gleiten meine Gedanken zu Tai, Matt, Sora oder Veemon, doch dann ermahne ich mich immer selbst und versuche mich wieder auf den Unterrichtsstoff zu konzentrieren. Die Pausen verbringe ich in der Gruppe von Mimi. Die Mädels haben meine Anwesenheit langsam akzeptiert und mich in ihre Pausengruppe aufgenommen, selbst wenn Mimi mal nicht dabei ist. Das liegt aber auch daran, dass zwei Mädchen in der Gruppe von meinem Cheerleading Team sind und ich mich gut mit ihnen verstehe.

Die Schulstunden gehen schnell vorbei und ich laufe erleichtert aus dem Schulgebäude, als die Pausenglocke endlich läutet. Ich freue mich auf das Cheerleading Training und spüre auch die ansteigende Anspannung auf das Treffen danach mit Tai in der Bibliothek. Ruhig laufe ich zum Sportplatz und schließlich in die Mädchenumkleide. Ein paar Mädels sind bereits da, weswegen ich mich ohne Hast umziehe und schließlich die Umkleidekabine verlasse, um zum Rasen zu laufen. Vielleicht ist Mimi bereits da?

An der Tür angekommen, die zum Sportplatz nach draußen führt, entdecke ich sofort Mimi auf dem Rasen stehen. Wie angewurzelt bleibe ich am Türrahmen stehen, da ich Tai direkt vor Mimi erkenne und sie aufgeregt miteinander sprechen. Neugierig kann ich meinen Blick nicht von ihnen nehmen oder mich von der Tür wegbewegen. Was geht da vor sich?

Plötzlich höre ich Mimi laut und deutlich sagen „Ich will damit nichts zu tun haben.“ Dabei verschränkt sie ihre Arme, blickt verunsichert auf den Rasen hin und her und sieht sehr verletzlich aus. Was Tai wohl gesagt haben muss, um Mimi so zu verunsichern und traurig zu machen? Ich kann von hier aus erkennen, dass Mimi mit Tränen zu kämpfen hat. Am liebsten würde ich hingehen und sie in meine Arme nehmen, aber ich möchte mich ungern in ihr Gespräch einmischen.

Schließlich dreht sich Tai mit besorgtem Blick um, läuft in meine Richtung und lässt Mimi auf dem Rasen zurück. Einige Meter vor mir sieht er endlich auf und bemerkt mich am Türrahmen stehen. Ich kann mich immer noch nicht wegbewegen und fühle mich hin und her gerissen. Was ist da passiert? Warum sieht Mimi aus, als würde sie jeden Moment anfangen zu weinen? Wieso sah Tai so besorgt aus? Ich kann mich nicht nur nicht wegbewegen, sondern schaffe es auch nicht, meinen Blick von Tai abzuwenden. In meinen Gedanken stelle ich ihm all die Fragen, doch keine von diesem kommt mir über die Lippen, als hätte ich meine Zunge verschluckt. Vermutlich ist das auch besser so, da mich das nichts angeht.

„Bereit für später?“, frage er und lächelt mich an, als er vor mir steht.

Sein Lächeln sieht wieder beruhigt und fröhlich aus, als ob er gerade kein ernstes Gespräch mit Mimi geführt hätte. Vermutlich möchte er nicht, dass ich mich in diese Sache einmische. Da ich nicht erwartet hätte, dass er zu mir spricht, bin ich zuerst sehr verloren und suche nach Worten.

„Klar“, antworte ich kurzangebunden.

Mehr schaffe ich nicht zu sagen? Am liebsten hätte ich mich wachgerüttelt. Tai lacht nur kurz auf und läuft dann dicht an mir vorbei, sodass sich unsere Arme kurz berühren. Diese leichte Berührung weckt mich vollkommen auf und ich komme aus meiner Starre heraus. Mein Herz hämmert stark gegen meine Brust und ich muss mir einreden, dass das schwüle Wetter schuld daran sein muss und nicht Tais Anwesenheit.

Mit wackeligen Beinen laufe ich über den Rasen zu Mimi. Ich verdränge den Gedanken an Tai und den Gefühlen, die ich verspüre, wenn ich ihn sehe oder mit ihm rede und konzentriere mich auf Mimi. Diese steht nämlich immer noch gedankenverloren auf dem Rasen und blickt ausdruckslos umher. Mir fällt auf, wie sie sich mit einer Hand in den anderen Arm zwickt und ich erkenne diesen Trick, der einem hilft, die Tränen herunterzudrücken.

„Mimi“, hauche ich besorgt, als ich vor ihr stehe.

Sie hat mich nicht einmal kommen sehen, so vertieft war sie in ihren Gedanken. Erschrocken sieht sie auf, als ich ihren Namen nenne. Ihre Augen sind glasig und ihr Mundwinkel nach unten gezogen. Ich runzele schließlich meine Stirn und seufze leicht, weil ich ihr am liebsten die Trauer genommen hätte, egal worum es sich handelt.

„Was ist los?“, frage ich sie behutsam und lege vorsichtig meine Hand auf ihre Schulter.

Sie zuckt leicht zusammen, schiebt mich aber nicht weg. Schließlich schließt sie ihre Augen und atmet tief ein, ehe sie laut seufzt.

„Hat Tai etwas Blödes gesagt?“, frage ich weiter, da sie mir nicht antwortet.

Innerlich wünsche ich mir, dass sie nicht traurig wegen Tai ist und er ihr nichts Böses gesagt hat. Das würde mein Bild an ihm nämlich kaputtmachen.

„Nein“, haucht sie leise. „Alles gut.“

„Das stimmt nicht“, widerspreche ich ihr hartnäckig und schaue ihr streng in die Augen. „Ich sehe ganz genau, dass es dir nicht gut geht und du traurig warst, als du mit Tai gesprochen hast. Also noch einmal, hat Tai etwas Blödes gesagt?“

„Du machst dir Sorgen?“, fragt sie leise und blickt mich leicht lächelnd an, wieder werden ihre Augen glasig.

„Na klar“, antworte ich automatisch.

„Ach Ivy“, seufzt Mimi wieder und blickt mich mit gerunzelter Stirn an.

„Es ist nicht Tai, der mich traurig gemacht hat“, gibt sie schließlich zu und blickt zu Boden. „Es geht um das, was er gesagt hat. Der Inhalt dessen macht mich traurig.“

„Das verstehe ich nicht. Was hat er denn gesagt?“, frage ich weiter.

„Eigentlich hat er es nur gut gemeint, aber ich bin mal wieder viel zu stur“, seufzt sie wieder und lässt meine Frage aus. „Ich möchte mir etwas nicht eingestehen und ignoriere meine Aufgabe.“

Was möchte sie sich nicht eingestehen und welche Aufgabe hat sie? Ich brauche diese Fragen nicht laut auszusprechen, da sie sowieso nicht darauf antworten würde. Sie redet gerade zu sich selbst und vielleicht ist es auch das, was sie im Moment benötigt, damit es ihr besser geht.

„Ich habe Angst vor dem, was kommt“, erklärt sie und ärgert sich nun etwas. „Ich habe das Gefühl, dass die Vergangenheit sich wiederholen wird. Alle sind dafür bereit, nur ich mal wieder nicht.“

„Jeder hat Angst vor etwas“, versuche ich sie aufzumuntern, ohne zu wissen um was es geht. „Und auch du wirst dafür bereit sein, vermutlich brauchst du nur etwas mehr Zeit. Setz dich nicht so unter Druck, deine Zeit wird schon kommen.“

Nachdenklich blickt Mimi mich an, ehe sie anfängt zu lächeln und mich schließlich in ihre Arme zieht.

„Du hast Recht Ivy“, höre ich sie freudig sagen. „Danke, dass du mir zuhörst und mir Ratschläge gibst, obwohl ich dir nicht einmal erzähle, worum es wirklich geht.“

Das, was sie so bekümmert, möchte Mimi mir nicht erzählen und das muss ich akzeptieren. Das beste was ich machen kann, ist ihr zuzuhören und ihr darauf zu antworten, was sie mir frei von sich aus erzählen möchte.

„Kein Problem“, zucke ich leicht mit der Schulter, als sie sich von mir löst und mich dankbar anlächelt.

„Du bist eine tolle Freundin“, meint Mimi und lächelt immer noch.

Mir überkommt ein wohliger Schaue und ich freue mich augenblicklich, dass Mimi mich als Freundin sieht. Also habe ich es doch geschafft, eine Freundin hier zu finden. Daraufhin muss ich ebenfalls lächeln und blicke sie verlegen an.

„Hast du Lust mit mir am Samstag den Zirkus zu besuchen?“, fragt Mimi schließlich.

Auf die Frage hin unterhalten wir uns kurz über das Zirkusprogramm und einigen uns darauf, diesen Samstag tatsächlich den Zirkus zu besuchen. Schließlich reden wir darüber, was wir noch am Samstag unternehmen könnten. Nach wenigen Minuten sind die anderen Mädels und Jungs aus dem Fußballteam bereits auch auf dem Rasen, unter anderem Sora und Tai.

Wir beginnen alle mit der Aufwärmung und laufen ein paar Runden um den Sportplatz. Ich freue mich, dass es Mimi wieder besser geht und ich sie etwas aufmuntern konnte, auch wenn ich nicht weiß, was genau sie traurig gemacht hat. Fakt ist, dass es nicht Tai selbst war, der etwas Blödes zu ihr gesagt hat. Heißt, dass er kein schlechter Typ ist. Kaum ist Tai in meinem Kopf, bekomme ich ihn nur schwer wieder da raus. Ich versuche seinen Blicken auszuweichen, welche sich ab und zu während des Trainings mit meinen treffen und konzentriere mich voll und ganz auf das Cheerleading. Trotzdem bleibe ich weiterhin aufgeregt wegen dem Treffen nach dem Training mit Tai in der Bibliothek. Ich kann nur hoffen, dass ich mich später auf den Lernstoff konzentrieren kann.

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Soo hier endet das Kapitel erstmal ^.^

Was haltet ihr von der Verabredung zwischen Matt und Ivy?

Bis zum nächsten Mal :)
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