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Der neue Digiritter

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12
Akari Hinomoto Mimi Tachikawa und Palmon Royal Knights Sora Takenouchi und Biyomon Taichi "Tai" Yagami und Agumon Yamato "Matt" Ishida und Gabumon
21.07.2014
18.11.2020
36
58.224
10
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
25.04.2020 2.065
 
Ihr Lieben,

ich bin gerade ziemlich baff *___* ich kannte mich gar nicht bei fanfiktion.de aus, aus reinem Zufall kam ich auf die Statistik und war dann ziemlich überrascht, was man da alles sehen kann.
Auf meine FF wurde 10.429 zugegriffen, diese Zahl muss erstmal sacken.

Danke für die Favoriteneinträge und den Reviews :) ihr seid super!

Viel Spaß beim nächsten Kapitel ;)

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Es handelte sich um einen kurzen Moment, in welchem ich mich fühlte, als wäre ich unter Wasser. In dem Augenblick, als Tai meine Hand berührte, wurden meine Ohren taub, die Luft war weg und ich fühlte mich in einer Zeitlupe gefangen. Gleichzeitig erlebte ich eine Gefühlsachterbahn. Als ich das Klassenzimmer verließ, war ich überfordert und auch unglücklich darüber, dass Tai mein Partner wurde für die Geschichtsaufgabe. In dem Moment, als er jedoch meine Hand ergriff, empfand ich eine ungeheuerliche Sehnsucht, mein Herz verkrampfte sich regelrecht. Dann drehte ich mich um, sah Tai vor mir und fühlte eine Verbundenheit zwischen uns, dass mich so schockiert hatte, dass ich meine Augen weit aufgerissen hatte. Mein Herz begann wie wild gegen meine Brust zu schlagen, dass ich befürchtete, dass es womöglich vor Schock gleich stehenbleiben könnte.

Dieses Gefühl hatte ich so noch nie erlebt und ich kann mir nicht erklären, ob es an Tai lag, oder es wieder irgendein seltsames Zeichen war, wie in den vergangenen Tagen mit dem hellen Licht. Eins ist sicher, Tai hat das auch gespürt. Er wirkte nämlich auch schockiert und verwirrt, als er meine Hand berührt hatte. Schon der Gedanke an seine Berührung hinterlässt mir wieder einen wohligen Schauer über den Rücken. Eine Art von Verbundenheit hatte ich auch gespürt, als ich DemiVeemon das erste Mal in meinen Armen hielt. Jedoch hat sich dieses Gefühl normal angefühlt und es resultierte nicht aus einer einzigen Berührung, sondern es hatte sich eher entwickelt. Die Berührung von Tai kam spontan, aus dem nichts und glich einem Blitzeinschlag.

Wie benommen laufe zum Schulhof und sehe aus der Seite Mimi mit ein paar Mädchen aus dem Cheerleader Club. Mimi scheint mich ebenfalls bemerkt zu haben, da sie mich mit einem Lächeln zu sich winkt. Ich entscheide mich, mich ihnen anzuschließen und laufe immer noch mit wackeligen Beinen zu ihnen.

„Hey, alles gut bei dir?“, fragt Mimi besorgt und umarmt mich zur Begrüßung. „Du bist so blass.“

„Ja, alles gut“, lüge ich bemüht und hoffe, dass sie es dabei belässt.

„Eigentlich solltest du doch total glücklich sein“, äußert sich Lilie aus der Gruppe und sieht mich forsch an.

„Wie meinst du das?“, frage ich verwirrt.

„Na, du hast das Glück Tai als deinen Partner in Geschichte zu haben“, antwortet sie, verschränkt ihre Arme und sieht neidisch aus.

Mimi blickt abwechselnd von mir zu Lilie und sieht sehr neugierig aus.

„Und wieso sollte ich ‚total glücklich‘ sein?“, frage ich und betone ihre Wortwahl.

„Jeder würde gerne Tai als Partner haben“, sagt sie etwas bissig und hebt ihre Augenbraue, als könne sie mich nicht verstehen.

„Ist er denn so gut in Geschichte?“, stellt sich nun meine Frage und ich merke anhand der Blicke der anderen, dass das wohl naiv war.

„Es ist Tai“, meldet sich Tamara aus dem Cheerleader Club und lacht heiser.

Verständnisvoll legt Mimi ihre Hand auf meine Schulter und lacht ebenfalls.

„Die meisten Mädels auf der Schule haben es auf Tai abgesehen“, erklärt sie mir. „Er ist der Kapitän der Fußballmannschaft, ist single und sieht obendrein ziemlich gut aus.“

„Achja?“, frage ich nun Mimi direkt und beziehe mich auf die letzte Eigenschaft von Tai.

„Das ist nicht meine Meinung“, sagt sie sofort und lacht. „Ich könnte niemals was mit Tai anfangen, dafür habe ich zu viel mit ihm erlebt und kenne ihn nur zu gut.“

Stimmt, das hatte Mimi schon mal erwähnt. Sie, Sora, Izzy, Mat, Tai und noch andere bildeten früher einen festen Freundeskreis. Warum sie nicht mehr miteinander befreundet sind, hat sie nicht erzählen wollen. Ich erinnere mich, dass Mimi meinte, dass sie alle etwas verloren hatten, das ihnen sehr wichtig war. Kurz kommt mir der Gedanke, ob Mimi vielleicht auch etwas mit der Digimon Sache zu tun hat. Schließlich war sie damals mit der Gruppe befreundet. Aber heute Morgen war sie nicht mit den anderen im Gespräch.

Jedenfalls gehört Tai zu dieser Gruppe und er hat heute Morgen davon gesprochen, den neuen Digiritter, der wohl böse sein sollte, auszuschalten, wenn er ihm begegnet. Ich weiß immer noch nicht, ob ich damit gemeint bin. Nichtsdestotrotz hatte ich mir danach vorgenommen, mich von den anderen fernzuhalten. Das hat aber nicht so gut geklappt, da Tai mich gefragt hat, ob ich seine Partnerin für die Geschichtsaufgabe sein möchte. Wieso hat er eigentlich mich gefragt? Stutzig über diese Frage knabbere ich nachdenklich auf meine Unterlippe herum und habe mich schon längst von den Gesprächen der anderen über Tai abgeseilt.

Könnte er ein Gefühl bekommen haben, dass ich einen Digimonpartner habe? Wollte er deswegen mit mir eine Gruppe bilden? Bevor ich noch mehr in Panik verfalle, rüge ich mich selbst ruhig zu bleiben. Ich muss cool bleiben und den anderen, vor allem Tai, darf ich nicht zeigen, dass ich etwas mit den Digimons zutun habe. Also nehme ich mir vor, mich heute normal mit ihm zu treffen und mich professionell mit ihm über die Geschichtsaufgabe austauschen. Ansonsten werde ich ihn und die anderen gut im Auge behalten und aufpassen. Ganz wichtig: Unter keinen Umständen Tai berühren!
Als die Pausenglocke läutet und es das Zeichen dafür ist, dass der Unterricht weitergeht, hört das Geschnatter der Mädchen über Tai auf.

„Wir sehen uns morgen“, verabschiedet sich Mimi von mir und drückt mich noch einmal fest an sich. „Sowohl in der Pause als auch im Training.“

Mit einem Lächeln sage ich ihr Tschüss und laufe in den nächsten Unterricht. Dem Unterrichtsstoff kann ich überraschenderweise gut folgen und mich auf den Lehrer konzentrieren. Als auch hier wieder mal nach zwei Stunden die Pausenglocke läutet, ist der Unterricht für den Tag beendet. Da ich mich aber mit Tai nach der Schule noch verabredet hatte, packe ich meine Sachen zusammen und verlasse das Klassenzimmer. Ich merke, dass ich aufgeregt und nervös werde, versuche die Anspannung aber herunterzuschlucken. Es gibt keinen Grund nervös zu sein, sage ich mir selbst. Dem widerspreche ich aber sofort wieder, weil ich ganz genau weiß, dass ich vor Tai eigentlich auf der Hut sein sollte.

Da wir keinen Ort ausgemacht hatten, trete ich aus dem Schulgebäude und vermute ihn draußen vorzufinden. Wie gedacht, sitzt Tai gemütlich auf einer Tischtennisplatte und unterhält sich mit Lilie, eine Freundin von Mimi, die ich zuvor in der Pause kennengelernt hatte. Tai bemerkt mich, als ich nur noch einige Meter von ihnen entfernt bin.

„Hallo Ivy“, begrüßt Lilie mich mit einem falschen Lächeln.

Kurz frage ich mich, was ich ihr angetan habe, dass sie mich so angiftet.

„Ich habe Tai gerade erzählt, wie unglücklich ich mit meinem Geschichtspartner bin“, beginnt sie zu erzählen. „Da du in der Pause auch nicht so zufrieden mit deiner Zusammenstellung warst, dachte ich mir, dass wir den Partner einfach tauschen könnten.“

Stutzig blicke ich zu Tai und merke, wie er mich aufmerksam mustert. Mit keinem Wort habe ich in der Pause geäußert, dass ich unzufrieden bin. Klar, in meinem Kopf habe ich das laut herumgebrüllt, aber ich habe niemandem was davon erzählt. Wäre das eine andere Situation gewesen, hätte ich nichts dagegen gehabt mit Lilie zu tauschen. Da sie mich aber so abwertend mustert und auf hinterlistige Art und Weise Tai an sich ziehen möchte, habe ich schnell für mich entschieden, dass ich nicht tauschen werde. Zum einen, um Lilie nicht das zu geben, was sie möchte. Und zum anderen, weil ich meinen Feind lieber nah bei mir haben möchte, als aus den Augen zu verlieren.

„Ich kann mich nicht erinnern, so etwas gesagt zu haben“, antworte ich ihr ruhig und setze meinen Rucksack neben Tai ab.

„Du möchtest also nicht tauschen?“, fragt Lilie noch einmal und blickt mich herausfordernd an.

„Kein Interesse“, antworte ich kurzangebunden.

Als würde ich Lilie gar nicht mehr wahrnehmen, hole ich meine Geschichtssachen aus meinem Rucksack und bereite alles zum Mitschreiben vor.

„Dann nicht“, zischt Lilie, verabschiedet sich noch von Tai und geht schließlich.

Während ich durch das Geschichtsbuch blättere, ohne irgendwas zu suchen, bleibt es zwischen mir und Tai still. Ich merke, wie er mich beobachtet. Also hole ich tief Luft, lege das Buch auf die Tischtennisplatte und schließe mich seinem Blick an. Wenige Sekunden blicken wir uns einfach nur an, ehe Tai sich zuerst zu Wort meldet.

„Ich hatte auch gedacht, dass du nicht so zufrieden mit unserer Zusammenstellung bist“, merkt er an.

„Das war ich auch“, gebe ich zögerlich zu, weil ich nicht gut in Lügen bin.

Ich verfange mich in seinem Blick, in seinen braunen Augen und meine Anspannung verfliegt. Auf einmal fühle ich mich sicher, egal, was ich sage. Jedenfalls strahlt er vollkommene Verständnis aus.

„Dauernd bekomme ich mit, wie die Mädchen auf unserer Schule auf dich abfliegen. Ich hatte keine Lust mit einem Mädchenschwarm eine wichtige Geschichtsaufgabe bearbeiten zu müssen. Die Ablenkungsgefahr der anderen Mädchen war mir zu hoch. Ich bin noch neu auf dieser Schule, möchte eine gute Leistung ablegen und mich mit meinen Mitschülerinnen nicht anlegen, nur weil du mein Partner bist“, erkläre ich, was teilweise auch der Wahrheit entspricht.

Tai nickt leicht, als ich mit meiner Erklärung fertig bin. Dann stützt er sich mit seinen Armen nach hinten und lächelt verschmitzt.

„Ich bin ein Mädchenschwarm?“, fragt er.

Alle Achtung, hier sitzt ein ziemlicher Macho vor mir. Sprachlos muss ich über sein Selbstbewusstsein lachen und blicke ihn fassungslos an. Ja, ich muss zugeben, mit seinem verschmitzten Lächeln sieht er wirklich gut aus. Da es draußen warm ist, trägt er nur ein weißes Shirt, wodurch seine Armmuskeln gut zur Geltung kommen. Und dann sind da noch seine Grübchen, die durch sein Lächeln verstärkt werden. Und sein durchdringender Blick…

„Als würdest du das zum ersten Mal hören“, sage ich unglaubwürdig und schaue sofort weg.

Das alles wirkt so unreal, dass ich vor mich hinlächele, benebelt wieder das Geschichtsbuch öffne und herumblättere. Keine Ahnung was ich da tue, aber ich kann ihn jedenfalls nicht weiter ansehen.

„Du solltest viel mehr lächeln“, sagt er nun mit ernster Miene. „Das steht dir viel besser als dein grübelnder Blick.“

Überrascht blicke ich auf und merke, dass er das ernst meint. Ich spüre, dass meine Wangen warm werden und weiß genau, dass ich rot geworden bin. Also schaue ich schnell wieder in mein Buch und räuspere mich, bevor ich weiterspreche.

„Na wenn das von dem größten Mädchenschwarm der Schule kommt, muss das was heißen“, sage ich nur und zeige nun demonstrativ auf das Geschichtsbuch, um das Thema zu wechseln, bevor er mich noch mehr aus der Fassung bringen kann.

„Wie wäre es mit diesem Thema?“, frage ich Tai und zeige auf die Seite.

Die nächsten fünf Minuten verbringen wir damit, uns ernsthaft über das Thema auszutauschen. Wir entschieden uns für einen Zeitrahmen in der Geschichte und stellten zusammen eine grobe Fragestellung auf, die wir verfolgen wollen.

„Hier gibt es auch eine Bibliothek, oder?“, frage ich Tai. „Da könnten wir Literatur heraussuchen.“

„Ja, das könnten wir morgen mal machen“, schlägt Tai vor.

„Ich habe morgen Training“, sage ich.

„Stimmt“, sagt er, blickt mich an und lächelt wieder verschmitzt. „Du gehörst ja jetzt auch zur Cheerleader Gang.“

„So nennt ihr Möchtegern-Fußballer das also?“, frage ich herausfordernd und ziehe meine Augenbraue hoch.

„Sieh an, die Neue kann auch kontern“, sagt er begeistert, ich gehe nicht weiter darauf ein.

„Gut, dann gehen wir nach dem Training in die Bibliothek. Wie wäre das?“, schlägt Tai vor.

„Na gut“, nicke ich den Vorschlag ab und packe meine Sachen wieder zusammen.

„Dann bis morgen“, verabschiede ich mich freundlich und hebe den Rucksack hoch.

„Bis morgen Ivy“, antwortet er.

Die Art und Weise, wie er meinen Namen betont, löste eine Gänsehaut auf meinen Armen aus. Kein Wunder, dass die Mädels hier so auf ihn abfahren. Ich muss tierisch auf mich Acht geben! Er kann auf jeden Fall charmant sein. Diese Eigenschaft haben aber einige Herzensbrecher.

Mit schnellen Schritten verlasse ich die Schule und blicke nicht noch einmal zurück. Gerade als ich an den Schulmauern vorbeilaufe, fällt mir wieder ein, dass zu Hause jemand auf mich wartet. Aufgeregt und glücklich laufe ich hastig nach Hause und freue mich Veemon wiederzusehen.

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Soo :') beim nächsten Ivy Kapitel liegt der Fokus dann wieder auf Veemon *freudensprung*

Hoffe es hat euch gefallen :P

Liebste Grüße
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